<script data-pm-proxy="intercept"></script><?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[dissenting.views]]></title><description><![CDATA[abweichende meinungen zur klassenauseinandersetzung]]></description><link>https://dissentingviews.substack.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NlxM!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Feb5050c8-7bf4-4197-9f66-01968f1f835a_600x600.jpeg</url><title>dissenting.views</title><link>https://dissentingviews.substack.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Fri, 04 Sep 2026 17:06:47 GMT</lastBuildDate><atom:link href="/__u/dissentingviews.substack.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[dissenting.views]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[dissentingviews@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[dissentingviews@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[dissenting.views]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[dissenting.views]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[dissentingviews@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[dissentingviews@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[dissenting.views]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[2 Anmerkungen zu „Ein aktueller, aber falscher Klassiker: Marxistische Gruppe, DER DGB - GEWERKSCHAFT PERFEKT“]]></title><description><![CDATA[Im Nachgang der neulich geteilten Notizen (https://substack.com/home/post/p-207680819) zum MG-Text &#8222;Der DGB- Gewerkschaft Perfekt&#8220; gab es so diese und jene Reaktion, Gespr&#228;ch usw.]]></description><link>https://dissentingviews.substack.com/p/2-anmerkungen-zu-ein-aktueller-aber</link><guid isPermaLink="false">https://dissentingviews.substack.com/p/2-anmerkungen-zu-ein-aktueller-aber</guid><dc:creator><![CDATA[dissenting.views]]></dc:creator><pubDate>Wed, 02 Sep 2026 18:04:07 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!NlxM!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Feb5050c8-7bf4-4197-9f66-01968f1f835a_600x600.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p></p><p><span>Im Nachgang der neulich geteilten Notizen (</span>https://substack.com/home/post/p-207680819<span>) zum MG-Text &#8222;Der DGB- Gewerkschaft Perfekt&#8220; gab es so diese und jene Reaktion, Gespr&#228;ch usw. Diese veranlassen uns zu 2 nachtr&#228;glichen Anmerkungen, von denen uns die zweite wichtiger ist:</span></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://dissentingviews.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen! Abonnieren Sie kostenlos, um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p><span>Nicht das zentrale Thema unserer Notizen zum Text der MG, aber erwartbar Gegenstand der Irritation, daher sehr allgemein in gebotener K&#252;rze etwas zum...<br></span></p><h4><span><br></span><strong><span>Stichwort: Gerechtigkeit&#8230;</span></strong><span><br></span></h4><p><span><br>1. Gerechtigkeit als Prinzip ist kein Fehler. Jede Gesellschaft muss die Verteilung von Aufwand und Ertrag f&#252;r Gesellschaft und ihre Mitglieder irgendwie regeln. Es ist leider immer wieder gelebte kommunistische Praxis &#8211; meist unausgesprochen &#8211; das implizit zu bestreiten. Wer das tut, l&#246;st alle gesellschaftlichen Fragen im Jenseits des luxury space communism auf und blamiert daran die Welt. Das ist kindisch. (Und wenn man die regeln muss, dann wird man sich wohl vern&#252;nftigerweise darauf einigen, dass wer mehr Belastung hat, daf&#252;r irgendwie kompensiert wird</span><a href="#_ftn1"><sup><span>[1]</span></sup></a><span>.)<br>Das gibt es auch in kleinerer Ausgabe, indem man z.B. in Anbetracht von belastenden Arbeiten sich der Frage des Umgangs mit diesen entledigt, indem man sagt &#8222;dann m&#252;ssen die halt abgeschafft/automatisiert werden&#8220;. Und wenn das nicht geht? Und die unterschiedlichen Belastungen beseitigt das sowieso nicht, die wird es eben immer geben in der wirklichen Welt der konkreten Arbeiten.<br><br>2. Gegen einen Gegner ist es in der Tat kein Mittel auf Gerechtigkeit zu pl&#228;dieren. Der Arbeitgeberseite muss man nicht mit einem gerechten Verteilungsverh&#228;ltnis eines gemeinsamen Produkts kommen. Hier gibt es nur den Kampf.<br><br>3. Die Berufung auf Gerechtigkeit in diesem Kampf ganz allgemein i.S.v.: &#8218;Wir schaffen hier den Reichtum dieser Gesellschaft, ihr seid ein Haufen Schmarotzer.&#8216; ist kein Fehler. Es ist selbstverst&#228;ndlich, dass man f&#252;r seinen Kampf Gr&#252;nde kennt und sie nennt; gegen&#252;ber einer &#214;ffentlichkeit und banalerweise ja sogar sich selbst. Insofern nochmal: Das </span><em><span>ist </span></em><span>eine Gerechtigkeitsfrage. Wer leistet hier was und kriegt daf&#252;r was?</span><a href="#_ftn2"><sup><span>[2]</span></sup></a><span><br>(Demgegen&#252;ber ist es i.&#220;. Marxismus vom Standpunkt eines Kleinkinds an der Supermarktkasse &#8218;auf dem Bed&#252;rfnis zu bestehen&#8216; &#8211; und das dann auch noch f&#252;r einen besonders durchblickerischen Standpunkt zu halten, weil man sich nicht irgendeine Art &#8218;Staatsb&#252;rger&#8216;- oder wie auch immer benamtes &#8211;&#8218;bewusstein&#8216;&#8218; Untertanenstandpunkt&#8216; oder sonstige &#8218;b&#252;rgerliche&#8216; Vergehen zu Schulden kommen l&#228;sst.)</span></p><p></p><p><span>N&#228;her am Anliegen unserer Kommentierung liegt die bekannte, gerne im Sound von &#8222;das ist ja eh klar&#8220; vorgetragene, vermeintliche, Konzession...</span></p><p></p><h4><strong><span>&#8218;Gewerkschaft geh&#246;rt zum Durchwurschteln halt dazu&#8216;</span></strong></h4><p></p><p><span>Weil uns, nicht erst seitdem wir besagte Notizen zu &#8220;Der DGB - Gewerkschaft Perfekt&#8221; hier ver&#246;ffentlicht haben, diese &#8220;Konzession&#8221;, man m&#252;sse sich eben &#8220;durchwurschteln&#8221;, und deshalb sei die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft (sogar!) &#8220;vern&#252;nftig&#8221;, aus einschl&#228;gigen Ecken immer wieder gemacht wurde:</span></p><p><span>1. &#8220;Lohnk&#228;mpfe&#8221;, die wirklich K&#228;mpfe sind, sind gar nicht anders zu f&#252;hren, als kollektiv. Ansonsten f&#252;hrt man eben Gehaltsverhandlungen mit seinem Chef. Dass das f&#252;r die Meisten mies ausgehen w&#252;rde, weshalb sie wirklich i.d.S. k&#228;mpfen m&#252;ssen, stimmt, ist aber &#252;berhaupt nicht so alternativlos wie behauptet. F&#252;r den kollektiven und organisierten Kampf muss man sich entscheiden, denn</span></p><p><span>2. Gewerkschaften haben ein bekanntes Problem, dass n&#228;mlich Lohnsteigerungen, die sie erk&#228;mpfen, gar nicht ausschlie&#223;lich ihren Mitgliedern und schon gar nicht nur denjenigen zu Gute kommen, die sich an Arbeitsk&#228;mpfen beteiligen. Wer sich trotzdem daran beteiligt, hat offenbar bereits etwas anderes vor, als sich im Kapitalismus eben &#8220;irgendwie&#8221; durchzuschlagen, denn</span></p><p><span>3. Trotzdem und weil diese K&#228;mpfe nur kollektiv zu f&#252;hren sind, handelt es sich hier eben nicht um ein &#8220;Durchwurschteln im Kapitalismus&#8221;, das einem gar nicht erspart bleibt. Im Gegenteil, setzt es erstmal so viel Einsicht in die eigene Lage und die Verh&#228;ltnisse voraus, dass man nicht glaubt, alleine in Lohnverhandlungen bestehen zu k&#246;nnen, sich also nicht &#252;ber die eigene Erpressungsmacht gegen&#252;ber der Gegenseite zu t&#228;uschen.</span></p><p><span>4. Ist das nach allen herrschenden Ma&#223;st&#228;ben &#252;berhaupt nicht einfach &#8220;vern&#252;nftig&#8221;, sondern bricht im Gegensatz zu dem, was der B&#252;rger so f&#252;r vern&#252;nftig h&#228;lt, mit der landl&#228;ufigen Auffassung, dass wer sich auf Andere verl&#228;sst, verlassen ist. Die Solidarit&#228;t, die Voraussetzung f&#252;r den erfolgreichen, organisierten Lohnkampf ist, steht quer zu allen ansonsten g&#252;ltigen &#8220;Rechnungsweisen&#8221; und als Grundlage der Organisation ist sie einer der ber&#252;hmten &#8220;ersten Schritte&#8221;, die getan werden m&#252;ssen, wenn man eine Gesellschaft will, die mit diesen Rechnungsweisen bricht.</span></p><p><span>5. &#8220;Kommunisten&#8221;, die die kollektive Aktion, um die eigenen Lebensverh&#228;ltnisse zu verbessern &#8220;durchwurschteln&#8221; nennen und sie damit auf die selbe Stufe heben, wie die eigene Kalkulation Lehrer oder FH-Prof zu werden, um m&#246;glichst viel &#8220;Zeit f&#252;r Marxismus&#8221; zu haben und m&#246;glichst wenig &#8220;Schaden&#8221; zu haben sind vielleicht auch gar nicht so &#8220;kommun&#8221;, die k&#246;nnen sich alles unterhalb der magischen Aufhebung aller Interessensgegens&#228;tze nur als individuelles und ein bisschen asoziales &#8220;Durchwurschteln&#8221; vorstellen.</span></p><div><hr></div><p><a href="#_ftnref1"><sup><span>[1]</span></sup></a><span> Dass die Erfassung von &#8218;Belastung&#8216; irgendwie ziemlich knifflig ist, &#228;ndert nichts an der Notwendigkeit. Und dass man einfach keinen Unterschied mehr zwischen 8h Stra&#223;enbau und &#8218;drei Emails und ein zoom-meeting&#8216; mehr finden kann, will ja wohl auch niemand behaupten&#8230; au&#223;er vielleicht diejenigen, die nach der zweiten Email schon das Gef&#252;hl kriegen, dass sie heute schon wieder in ununterscheidbarer Weise f&#252;r m/v geradegestanden haben.</span></p><p><a href="#_ftnref2"><sup><span>[2]</span></sup></a><span> Das wird &#8211; auch darauf war bereits hingewiesen - auch dadurch nicht verkehrt, dass die Gegenseite laufend &#8211; Hallo Jens Spahn - ihrerseits die Gerechtigkeit im Munde f&#252;hrt, um die n&#228;chste Schweinerei gegen die Arbeitnehmerschaft zu legitimieren/zu verkaufen; indem sie den Leuten, die um ihre Besch&#228;digung wissen und die Gerechtigkeit verlangen mit ihrem Gef&#252;hl gerade den verkehrten Weg weisen, also Hass auf ihresgleichen sch&#252;ren &#8211; wozu dann zugleich geh&#246;rt: Jeden Hass auf die herrschende Klasse zur Neiddebatte zu erkl&#228;ren usw. usf. Darin, dass hier ein sich v&#246;llig von selbst verstehendes Prinzip so mobilisiert wird liegt gerade die ideologische Wucht, nicht darin, dass es angeblich sowieso immer gleich &#8218;h&#228;sslich&#8216; wird, wenn Gerechtigkeit verlangt wird. Ohne das entschiedene Absehen vom Klassenfeind geht es eben nicht zum Kollegen hinzuschauen und daran so w&#252;tend zu werden, dass man sich im Namen der &#8218;Fairness&#8216; geschlossen schlechterstellen l&#228;sst. Ferner sind alle Erl&#228;uterungen zu Gerechtigkeit als Ethos jeder Herrschaft hier nicht am Platz, weil ein anderes Thema.</span></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://dissentingviews.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen! 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Weil wir meinen, dass in ihm eine Theorie &#252;ber die Gewerkschaft vorliegt, die auch heute noch in bestimmten Kreisen vertreten wird und wir sie f&#252;r falsch und die politischen Konsequenzen f&#252;r fatal halten. Weil uns &#8218;Idealisten der Gewerkschaft&#8216; dieser Text nicht nur einmal als der Text, in dem die &#8218;entscheidenden Einsichten zur&#8216; bzw. &#8218;der Begriff der&#8216; Gewerkschaft niedergelegt sind, zur dringlichen Kenntnisnahme anempfohlen worden ist. Weil der Text selbst im Titel behauptet darzulegen, was Gewerkschaft definitiv </span><em><span>ist</span></em><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a><em><span>.</span></em><span> Weil der Text nun mal &#8211; und ja wohl aus den vorgenannten Gr&#252;nden &#8211; online steht. Er scheint uns insofern, leider, hochaktuell.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Das auch insofern als wir meinen, dass er ein Dokument eines allemal fortbestehenden Allgemeineren ist. N&#228;mlich der politischen Tour die Arbeiterschaft immerzu mit ihrer </span><em><span>Ohnmacht</span></em><span>, nie mit ihrer </span><em><span>Macht</span></em><span> agitieren zu wollen. Das halten wir f&#252;r einen Fehler.</span></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://dissentingviews.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen! 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Verf.)<strong><span> </span></strong><span>halten wir f&#252;r richtig. Sie sind n&#228;mlich nicht einfach Organisationen einer Masse von Arbeitern, sondern sie sind Organisationen, in denen </span><strong><span>Arbeiter als Arbeiter</span></strong><span> organisiert sind. In denen sie sich also nicht zum Sporttreiben, zum Bier trinken oder zum Diskutieren des letzten Klimaflyers ihrer Kinder</span><strong><span> </span></strong><span>organisieren, sondern um den Konflikt herum, den wir f&#252;r den entscheidenden in dieser Gesellschaft halten, n&#228;mlich den zwischen Kapital und Arbeit &#8211; und das werden sie selbst als reformistisch-demokratisch-mitbestimmlerische Vereine nicht los.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">DER DGB - GEWERKSCHAFT PERFEKT</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Damit es im Weiteren keine Missverst&#228;ndnisse gibt, stellt die MG dankenswerterweise gleich zu Beginn nochmals fest, was der Titel bereits behauptet. So soll der Leser verstehen, dass im Folgenden dargelegt wird, was die Gewerkschaft </span><em><span>ist: </span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Die deutschen Gewerkschaften, die heute im DGB zusammengeschlossen sind, haben nie gewerkschaftliche Anliegen oder &#8220;Prinzipien verraten&#8221;. Sie haben auch nicht bei der gewerkschaftlichen Interessenvertretung falsche Wege eingeschlagen oder &#8220;gekniffen&#8221;. Im Gegenteil: Sie machen eine nach Form und Inhalt vollendete Gewerkschaftspolitik.&#8220; </span><span>(1: 3-6).</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Gewerkschaftspolitik beruht auf der Ableitung eines Rechts, ...</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Gewerkschaftspolitik beruht auf der Ableitung eines Rechts, das den Lohnarbeitern im Kapitalismus zufallen soll, weil sie mit der </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">Freiheit</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> zum Verkauf ihrer Arbeitskraft ausgestattet sind und ihre Arbeit </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">gebraucht</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> wird&#8220; </span><span>(1: 7-9). Dass sie mit der Freiheit zum Verkauf ihrer Arbeitskraft ausgestattet sind, begr&#252;ndet zwar aus sich heraus kein Recht, bedeutet aber einen Gegensatz, sodass sie sich wehren m&#252;ssen, und weil ihre Arbeit gebraucht wird, sind sie dazu auch in der Lage. Insofern beruht Gewerkschaftspolitik (wie die Vereinigung Gewerkschaft selbst) </span><em><span>zuallererst</span></em><span> auf dem Gegensatz von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Die </span><em><span>Verrechtlichung </span></em><span>dieser Auseinandersetzung (eine logische Reihenfolge, auf die es ankommt) liegt von Seiten der Arbeitnehmer nahe, da sie umgekehrt existenziell davon abh&#228;ngen, gebraucht zu werden und sie nat&#252;rlich nicht jeden Morgen von Neuem &#252;ber ihre Lebensgrundlage verhandeln wollen. Wenn sie sich dar&#252;ber hinaus ein Recht einbilden, dass ihnen jenseits von dem, was sie in dem Rechtsverh&#228;ltnis, das sie durch ihre Organisierung geschaffen haben, erk&#228;mpfen und fixieren konnten, zusteht, ist das keine notwendige Folge dieser Unternehmung. Dass der DGB regelm&#228;&#223;ig so auftritt, ist ein Fehler, den man ihm vorwerfen will. Der Text behauptet aber keinen Fehler, sondern dass es sich dabei um die Vollendung des gewerkschaftlichen Standpunktes &#252;berhaupt handelt, er n&#228;mlich notwendige Folge gewerkschaftlicher Organisation von Arbeitern sei. Die rechtliche Fixierung eines Stands des Kampfes ist nicht identisch mit der Einbildung eines Rechts auf prinzipielle Aufgehobenheit des Arbeiterinteresses in der Gesellschaft.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Gewerkschaftliches Argumentieren und Organisieren lebt von einem Grundsatz &#8230;</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Eins steht mal gleich zu Beginn fest: Lohnarbeit ist </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;kein Lebensmittel&#8221;</span><span> (1: 15) (und werde es auch mit Gewerkschaft nicht). Was soll das &#252;berhaupt hei&#223;en? Die meisten Menschen in diesem Land leben davon oder von daraus abgeleiteten Leistungen. Man m&#246;chte ja freundlich sein und eine Kurzformel eine Kurzformel sein lassen und abwarten, wie sie eingel&#246;st wird, nur wird hier schon reichlich offenbar, wie man die Gewerkschaft pfiffig zu desavouieren gedenkt, sodass man eigentlich schon hier fragen m&#246;chte: Gibt es irgendetwas, was eine Gewerkschaft erk&#228;mpfen k&#246;nnte, wozu die MG nicht sagen w&#252;rde, &#8220;ist kein Lebensmittel&#8221;? Irgendetwas unterhalb der Beseitigung des Kapitalismus? Aber der Reihe nach.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">1) Der Ausgangspunkt: Vereinigung der Lohnarbeiter zum kollektiven (Tarif-)Vertragspartner - Beschr&#228;nkung der Konkurrenz im Dienst der Konkurrenz</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Was Gewerkschaft prinzipiell bedeutet, wird hier zun&#228;chst korrekt beschrieben (1: 22-39), um es sogleich ma&#223;los zu &#252;berzeichnen (2: 1ff.).</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Das Lohnsystem ist unterstellt, abgehakt; Gerechtigkeit!, also: alles klar ...</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Das Wichtigste vorweg:</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;Wenn &#8220;Gewerkschaft&#8221; angesagt ist, geht es nicht [!] [...] um &#8230;</span><span>&#8220; (2: 6ff.) &#8211; es k&#252;ndigt sich der Begriff der Gewerkschaft an, den der Text lancieren will.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Es geht also nicht </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;um das Vorhaben, da&#223; Lohnarbeiter das Verh&#228;ltnis des Entlohnt- und Benutzt-Werdens aufk&#252;ndigen&#8220;</span><span> (2: 7-8). Ja, so ist das wohl. </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Das Lohnsystem ist unterstellt, abgehakt (&#8230;)&#8220; </span><span>(2: 9). Ja, so ist das wohl. Aber ist das alles? Ja! Denn es </span><em><span>muss </span></em><span>einfach alles sein, weil: der Kampf der Gewerkschaft auf keinen Fall ein</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8220;erster Schritt&#8221; </span><span>(vgl. 2: 7) sein kann, weil sein darf. Darum </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;geht es nicht&#8221;, &#8220;wenn Gewerkschaft angesagt ist&#8221;,</span><span> das muss man wissen</span><strong><span>: Erste Schritte gehen nicht.</span></strong><span> Schon gar nicht dahin, dass sie tats&#228;chlich, auch nur zumindest graduell, zu den </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Subjekten und Nutznie&#223;ern&#8220;</span><span> (2: 8) ihrer produktiven T&#228;tigkeit werden &#8211; obwohl das tats&#228;chlich, so oder anders formuliert, das gewerkschaftliche Anliegen &#252;berhaupt ist.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;In der fraglosen &#220;berzeugung, bei gerechter Gewichtung der gegens&#228;tzlichen Interessen von Lohnarbeitern und &#8220;Arbeitgebern&#8221; m&#252;&#223;te Lohnarbeit doch beide Seiten zufriedenstellen, werden gewisse Auswirkungen der kapitalistischen Gesch&#228;ftspraxis so genommen, als w&#228;ren sie lediglich Konsequenzen einer zu schw&#228;chlichen </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">Verhandlungsposition</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> der Lohnarbeiter.&#8221; </span><span>(2: 10-14). Was hei&#223;t denn hier &#8222;lediglich&#8220;?! Das ganze &#8218;System&#8216; ist eine Frage von &#8222;Verhandlungspositionen&#8220; von solchen, deren Position sich dadurch auszeichnet, dass sie die produktiven Potenzen der Gesellschaft und mit ihnen die Arbeitspl&#228;tze bei sich monopolisiert haben, und den vereinzelten Eigentumslosen, die sich nur durch ihren Zusammenschluss &#252;berhaupt in eine Verhandlungsposition zu bringen verm&#246;gen. Also WAS statt &#8222;lediglich Konsequenzen der Verhandlungsposition&#8220;? Darum geht es und die Gewerkschaft selbst beweist es mit ihrem Kampf.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Der Gesichtspunkt, unter dem die gewerkschaftliche Macht aktiv wird, ist [&#8230;] also der Gesichtspunkt des </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">Mi&#223;stands</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">. Diese Kategorie aus der Vorstellungswelt eines konformistischen Gerechtigkeitsgef&#252;hls [&#8230;]&#8221;</span><span> (2: 15-19). Man m&#246;chte fragen: Ja, und? Das ganze Urteil durch Kursivierung und ein Attribut (&#8221;konformistisch&#8221;) lanciert. &#8220;</span><em><span>Mi&#223;stand!</span></em><span>&#8220; Da ist ja schon klar ... (was alles mal wieder unterschrieben, &#8220;abgehakt&#8221;! wurde). Der Kenner wei&#223; schon, wo er beim Lesen in sich hineinsp&#246;tteln muss. Worin besteht der Konformismus? Nat&#252;rlich in der Nicht-Abschaffung der Lohnarbeit.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Der &#8216;Fehler&#8217; wird uns sogleich n&#228;her ausgef&#252;hrt: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;(...) war ihre Gegenwehr stets </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">s o</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> gemeint: als Kampf um das Recht aufs Verhandeln im Namen der Arbeiter und um die kontrollierte Einhaltung der geschlossenen Vertr&#228;ge.&#8221;</span><span> (2: 27-29). Dahingestellt wo genau und wie sie historisch den &#220;bergang von Kampf zu politischer Anerkennung gemacht hat: Ja, sie k&#228;mpft um das Recht aufs Verhandeln. Aber eben </span><em><span>um zu verhandeln</span></em><span> ... und zwar nat&#252;rlich &#252;ber </span><em><span>etwas </span></em><span>(Lohn/Leistung). Dass sie dann auf der Einhaltung des Erk&#228;mpften besteht, versteht sich ja wohl von selbst. (Klar, liest man das alles unter der &#220;berschrift eines fettgedruckten &#8218;Nur&#8216; bzw. aus der Perspektive, was das alles nicht ist, ergibt sich abermals die s&#252;&#223;e Gelegenheit zum gen&#252;sslichen Kopfsch&#252;tteln.)</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>L&#246;hne und Arbeitsbedingungen erk&#228;mpfen &#8211; kein Zweck der Gewerkschaft ...</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Andererseits muss man sich nat&#252;rlich schon fragen, was sie eigentlich rechtlich fixiert haben will, wenn man doch wei&#223;, dass die Gewerkschaft L&#246;hne und Arbeitsbedingungen ohnehin nicht sicherstellen kann: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Sicherstellung von L&#246;hnen und Arbeitsbedingungen gegen Erfolg und Mi&#223;erfolg der &#8222;Arbeitgeber&#8220; in der Konkurrenz wird nie zum Zweck [!] gewerkschaftlichen Verhandelns [...]&#8221; </span><span>(3: 13-15). Das ist offenkundig nicht der Fall. Sie tut genau </span><em><span>das</span></em><span>, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, aber den Zweck </span><em><span>hat </span></em><span>und verfolgt sie. Gegen Erfolg und Misserfolg der Gegenseite. Dass sie dabei ihr Interesse an dem der Gegenseite relativiert, es in ihres einbaut, es zur Pr&#228;misse macht und was dergleichen mehr Formulierungen sind, stimmt. Aber eben in </span><em><span>ihr</span></em><span> Interesse; f&#252;r das sie k&#228;mpft.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Die &#8220;Schranke&#8221;, die die gewerkschaftliche Verhandlungsmacht der Arbeiter damit der &#8218;Freiheit der Unternehmer setzt, nimmt sich von deren Seite her wenig hinderlich aus.&#8221;</span><span> (3: 16-17). Stimmt doch gar nicht &#8211; sie setzt doch tats&#228;chlich Grenzen. Und, dass sie wenig hinderlich ist, sehen die Arbeitgeber regelm&#228;&#223;ig anders &#8211; damals wie heute.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Deren (i.e. der Unternehmer) Macht (...) Bedingungen f&#252;r die Benutzung von Lohnarbeitern vorzugeben und eine Konkurrenz um deren optimale Erf&#252;llung einzurichten, ist ja </span><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">keineswegs gebrochen</span></strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">, sondern anerkannt.&#8220;</span><span> (3: 23-25, Herv. d. Verf.). Wieder: &#8222;keineswegs gebrochen&#8220;?! Das soll immer gelten, solange das &#8220;Lohnsystem unterstellt, abgehakt&#8221; ist. Der Folgesatz ist sodann der Widerruf</span><strong><span> </span></strong><span>von &#8220;keineswegs gebrochen&#8220;: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Die gewerkschaftlichen Kollektivvertr&#228;ge wirken daran mit, Ma&#223;st&#228;be f&#252;r die unternehmerischen Leistungsanspr&#252;che und den betrieblichen Leistungsvergleich festzulegen&#8220;</span><span> (3: 25-27). Nat&#252;rlich definieren die Vertr&#228;ge ein playing field, aber was ist denn der Inhalt der Vertr&#228;ge? ... an denen beide Seiten mitwirken. Sprachlich wieder geschmeidig gel&#246;st: Solange das Lohnsystem gilt, kann man die gewerkschaftliche Intervention als Mitwirkung bezeichnen = beschimpfen und so so tun, als wenn das kein Widerspruch sei zur Behauptung, dass sie die Macht der Unternehmer nicht zu brechen vermag. nb: Man kann nat&#252;rlich immer noch jedes Resultat eines Kampfes dahin aufl&#246;sen, dass die Gewerkschaft Staat und Kapital nur ihre Notwendigkeiten beibringt; so geht Teleologie statt Wissenschaft.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Der Schlusssatz pr&#228;sentiert uns sodann eine elegante Formel, mit der jedes Ergebnis gewerkschaftlichen Kampfes garantiert richtig verstanden wird. Denn so oder so, schlussendlich wird gek&#228;mpft &#8230; </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;(...) </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">u m</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> deren rechtsf&#246;rmliches Ergebnis &#252;ber sich ergehen zu lassen.&#8221;</span><span> (3: 28). Ja, jeder Erfolg ist nur das, was er ist. Nicht mehr. Und solange er das Lohnsystem (Unterstellt! Abgehakt!) nicht beseitigt, ist das Resultat etwas, das man &#8220;&#252;ber sich ergehen&#8221; lassen muss. Sachlich ist es banal, dass man das Resultat seines Kampfs fixiert haben will. Vor allem da, wo es eine Lebensgrundlage ist (die &#8216;Zuverl&#228;ssigkeit der Kalkulation&#8217; (die der Text nat&#252;rlich nur als Leistung f&#252;r die Unternehmer kennen will) gilt n&#228;mlich f&#252;r beide Seiten).</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">2) Der Lohnkampf: Sorge um gerechte Verh&#228;ltnisse in der Lohnarbeit</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Der Absatz bem&#252;ht sich abermals darum, den Vorwurf, dass die Gewerkschaft das Lohnsystem nicht abschafft, mehrfach zu wiederholen: &#8222;Sorge um gerechte [!!] Verh&#228;ltnisse in [!!] der Lohnarbeit&#8220; (3: 29). Ob bzw. wo und in welchem Ma&#223;e der Gerechtigkeitsstandpunkt der Gewerkschaft die Kriterien der Differenzierung vom Kapital &#252;bernimmt/&#252;bernommen hat, sei mal dahingestellt (der Text behauptet das und das Gegenteil: (vgl. 3: 37 vs. 4: 15).</span></p><p style="text-align: justify;"><span>F&#252;r die von der Gewerkschaft durchgesetzte Differenzierung im Namen von Kompensationen</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> (&#8222;Gefeilscht wird um den Geldwert &#8220;objektiver T&#228;tigkeitsmerkmale&#8221; &#8211; [&#8230;]&#8220;</span><span>, 4: 22-23) f&#252;r besondere Belastungen ist zu sagen: Ja und? Soll das ein Fehler sein? Das ist &#8211; </span><em><span>f&#252;r sich genommen</span></em><span> &#8211; im &#220;brigen grunds&#228;tzlich das, was in einer vern&#252;nftigen Gesellschaft passieren w&#252;rde</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a><span>. Die Politisierung der Frage &#8220;Wer verdient warum wie viel?&#8221; Der Skandal ist ja gerade </span><em><span>wof&#252;r</span></em><span> die Arbeit stattfindet. Ja, f&#252;r die </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Anspr&#252;che des Kapitals&#8221;</span><span> (4: 21). Und deswegen wird in dieser Gesellschaft auch nicht einfach die Frage von Aufwand und Ertrag f&#252;r die Gesellschaft und den Einzelnen (bzw. dessen Job) &#246;ffentlich verhandelt, sondern das Kapital setzt seine Anspr&#252;che machtvoll durch (soweit es das vermag &#8230;). Aber </span><em><span>das</span></em><span> ist der Skandal. Und nicht, dass sich eine Gewerkschaft dann noch im Namen der Gerechtigkeit dagegen versucht halbwegs gut aufzustellen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Und hier macht es einen entscheidenden Unterschied, ob eine Gewerkschaft sich im Namen der Gerechtigkeit gegen die Anspr&#252;che seines </span><em><span>Gegners </span></em><span>(mit dem man keinen common ground hat)</span><strong><span> </span></strong><span>wehrt oder ob sie im Namen der Gerechtigkeit Kompensation f&#252;r die Belastungen ihrer Leute fordert und so auch innerhalb der eigenen &#8220;Mannschaft&#8221; R&#252;cksicht walten l&#228;sst. Das ist f&#252;r sich eben gar kein Fehler. Das soll man aber mal eben zusammendenken: &#8218;Anwalt der Gerechtigkeit &#252;berhaupt &#8230; Hah! Fehler!&#8216;, &#8218;Wer Gerechtigkeit im Lohn fordert, der hat schon&#8230;&#8216; &#8211; Nein hat er nicht. Er bringt vielmehr mitten im Kapitalismus ein Prinzip zur Anwendung, dass dieser von sich aus gar nicht kennt: R&#252;cksicht, Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit &#8230; Gerechtigkeit.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;[&#8230;] wieviele Kilopond, wie hoch..., geb&#252;ckt oder aufrecht..., mit Gestank, L&#228;rm, Giften... verbunden -, die dem &#8220;gesunden Menschenverstand&#8221; als Indiz f&#252;r &#8220;leichte&#8221; oder &#8220;schwere&#8221; Arbeit einleuchten m&#246;gen und allemal f&#252;r acht bis f&#252;nfzehn unterschiedliche Lohngruppen gut sind&#8220;</span><span> (4: 23-26). Der Leser soll nun die schiere Aufz&#228;hlung der T&#228;tigkeitsmerkmale und mit ihr die astronomische Anzahl an Lohngruppen einfach v&#246;llig irrwitzig finden. Dass darin nun mal besonderen Belastungen Rechnung getragen wird, das soll der geneigte Student weglachen, darum wissend, dass es ja immer noch Lohnarbeit ist. Und &#252;berhaupt: Geb&#252;ckt bei viel L&#228;rm und Gestank schwere Dinge heben, das mag der gesunde Menschenverstand f&#252;r schwere Arbeit halten, aber so leicht l&#228;sst sich der marxistische Theoretiker eben nicht t&#228;uschen.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Die n&#228;chste gewerkschaftliche Schweinerei:</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Im Endergebnis stellen die Manteltarifvertr&#228;ge der b&#252;rgerlichen Berufshierarchie, die angenehmere T&#228;tigkeiten mit h&#246;herem Einkommen belohnt, ein proletarisches Gegenst&#252;ck an die Seite, das umso weniger Lohn vorsieht, je kraftraubender, entnervender und geistt&#246;tender eine Arbeit ist.&#8221; </span><span>(4: 34-37). Wo die Gewerkschaft sich um Gerechtigkeit durch Kompensation f&#252;r besondere Belastung bem&#252;ht, findet die MG das einfach nur absurd. Aber wenn es der Diskreditierung der Gewerkschaft dient, zeiht man sie auch (ohne es so zu sagen nat&#252;rlich!) der besonders perfiden Ungerechtigkeit. (Dass die Gewerkschaft ihr Werk der Gerechtigkeit auch &#8211; gerne vermittels der Kategorie der Verantwortung &#8211; auf Bereiche erstreckt, in denen au&#223;er der Faktizit&#228;t der Hierarchie selbst, also die Selbstverst&#228;ndlichkeit von F&#252;hren und Gef&#252;hrtwerden, wenig f&#252;r eine Differenzierung spricht, ist freilich wahr; relativiert aber den Widerspruch der MG gerade nicht. Entweder ist Gerechtigkeit ein Fehler (ist sie nicht) oder es wird gegen sie versto&#223;en.)</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">3) Die periodischen Tarifrunden: Konservative Lohnpolitik</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Wir lernen &#252;ber die Tarifrunde:</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8220;Es geht ihnen darum, das Erreichte zu sichern.&#8221;</span><span> (5: 29). Kaum zu fassen. Und wo kommt denn &#8222;das Erreichte&#8220; her? Offenbar ist die Gewerkschaft immer mal wieder &#252;ber bereits Erreichtes hinausgegangen. Zudem: Wenn man etwas erreicht hat, dann will man es ja wohl (mindestens) verteidigen. Will die MG sagen, die Gewerkschaft solle mehr erk&#228;mpfen? Ja wohl kaum: &#8222;Konservative Lohnpolitik&#8220;. Als w&#228;re sie (MG) mit progressiver Lohnpolitik zufrieden; sie ist ja immer noch </span><em><span>Lohn</span></em><span>politik. W&#252;rde jemand (wir z. B.) die Gewerkschaft f&#252;r ihre </span><em><span>konservative </span></em><span>Lohnpolitik kritisieren, kriegte er von der MG verl&#228;sslich den Vorwurf, dass das immer noch Lohnpolitik sei. Lohnpolitik soll schon der Fehler sein, aber wenn&#8217;s hilft, dann kann man den Fehler auch noch mit einem Attribut versehen, um den Vorwurf der schlechten Verwirklichung gleich auch noch zu lancieren?! Man macht eben einfach jeden Vorwurf, den man kriegen kann&#8230;</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Gewerkschaften vs. technische Innovation / Arbeitsverdichtung</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Ohne Versto&#223; gegen die abgeschlossenen Tarifvertr&#228;ge steigern konkurrenzt&#252;chtige Unternehmen fortw&#228;hrend den Wirkungsgrad der eingesetzten Arbeit durch technische Neuerungen; sie machen dadurch Arbeitskr&#228;fte &#252;berfl&#252;ssig, ganze Berufszweige, lohnsteigernde Qualifikationen und Extra-Eins&#228;tze weitgehend hinf&#228;llig, beanspruchen daf&#252;r die Leistungsf&#228;higkeit der verbleibenden Arbeitskr&#228;fte in der Regel noch einseitiger und vollst&#228;ndiger; so ver&#228;ndern sie das vertragsgem&#228;&#223;e Lohn-Leistungs-Verh&#228;ltnis zu Ung&#252;nsten der Lohnarbeiter&#8220;</span><span> (5: 32-38). Diese Praktiken der Unternehmerseite versuchen Gewerkschaften ja zumindest einzuhegen, in Vertr&#228;gen vorwegzunehmen usw. usf. Hier der Gewerkschaft vorzuwerfen, dass sie in den von ihr ausgehandelten Vertr&#228;gen etwas nicht geregelt bekommen hat, obwohl man ihr, sobald sie es geregelt bekommen hat, sofort wieder den Vorwurf machen w&#252;rde, dass sie diese Sachen </span><em><span>geregelt </span></em><span>bekommen hat, ist ein Widerspruch.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Das Inflations-Argument</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Daneben haben Konkurrenz und Kredit in einer modernen, staatlich beaufsichtigten &#8220;Marktwirtschaft&#8221; den als Inflation bekannten Effekt, da&#223; genie&#223;bare Lebensmittel und anderweitige Artikel des proletarischen Bedarfs, Versicherungen und Wohnungen best&#228;ndig teurer werden. Am Lohn- und Gehaltsempf&#228;nger, der in seiner Eigenschaft als &#8220;Endverbraucher&#8221; weder Steuern noch Preissteigerungen &#8220;&#252;berw&#228;lzen&#8221; kann, bleiben die Nachteile der Inflation h&#228;ngen: ein marktwirtschaftliches Sachgesetz der permanenten Lohnsenkung, das ganz ohne eine allgemeine Verringerung der den einzelnen ausgezahlten Lohnsummen allgemein seine Wirkung tut&#8220;</span><span> (5: 38ff.). Wenn die Reallohnsenkung durch Inflation ein Sachgesetz ist, dann ist dieses Gesetz ein Argument f&#252;r die Gewerkschaft und ihren Kampf. Dieses &#8220;Gesetz&#8221; gilt n&#228;mlich nur so sehr, wie die Unternehmer ihr Interesse durchsetzen k&#246;nnen. Deshalb bleibt nur der fortgesetzte, andauernde Kampf darum. Hier steht Recht wider Recht. Es ist also eine Frage der Gewalt.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Standpunkt/Lage der Gewerkschaft vs. &#8216;Begriff&#8217; der Gewerkschaft</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Sie verteidigen nichts Geringeres als die &#252;berholten Verh&#228;ltnisse des jeweils vorigen Tarifabschlusses&#8221;</span><span> (6: 6-7). </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Lohnforderungen werden [...] auf das Ma&#223; zur&#252;ckgenommen, das die Gegenseite f&#252;r &#8220;realistisch&#8220; erkl&#228;rt&#8221;</span><span> (6: 15-18). Das mag als Tatsachenbeschreibung, mal mehr mal weniger und heutzutage allemal mehr, hinhauen. Aber die Frage ist ja wohl: Wie kommt es eigentlich zu diesen Tatsachen? Wo ist der Beweis daf&#252;r, dass </span><em><span>diese Resultate</span></em><span> des Kampfes einfach das sind, was Gewerkschaft </span><em><span>ist</span></em><span> und </span><em><span>will</span></em><span>?</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Ja, es gibt die Momente, wo sie sich auf den Standpunkt der Gegenseite sehr weit einl&#228;sst, wenn sie z.B. auf die unternehmerische Rechnung, was ein Arbeitsplatz kostet, mit Angeboten wie Haustarifvertr&#228;gen, Lohnverzicht, Mehrarbeit usw. reagiert. Aber das ist &#252;berhaupt nicht das gleiche wie allen Ernstes zu behaupten, dass schlechte Tarifabschl&#252;sse ihren Grund darin h&#228;tten, dass die Gewerkschaft genau das </span><em><span>will</span></em><span>. Wenn die Gewerkschaft nur verteidigt und/oder sich weitgehend von ihren eigenen Forderungen verabschiedet, dann ist weit und breit nichts davon zu sehen, dass sie sowieso nichts anderes im Sinn gehabt hat. In K&#228;mpfen bringt man es in der Regel etwa so weit wie man Kraft und Mittel in sie einbringen kann (das wei&#223; man, wenn man versucht, welche zu f&#252;hren). Niederlagen, die ihren Grund in Schw&#228;che haben? Uuuundenkbar! Das k&#246;nnte der MG nicht passieren! Oder anders: Wie kommt man eigentlich dazu, jemandem, der einen Kampf f&#252;hrt und zu schlechten Ergebnissen kommt, derart bombensicher zu unterstellen, dass er ihn gar nicht f&#252;hren wollte? Wo sind die receipts daf&#252;r?</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Die Frage des Standpunkts ist selbst immer auch eine der Kampff&#228;higkeit. Es ist offenkundig, dass die Defensive ihre Schw&#228;che bef&#246;rdert, wie die Schw&#228;che ihre Defensive bef&#246;rdert. Das ist ein banales, aber entscheidendes politisches Problem und nicht dieser Standpunkt nur wieder mal, was die Gewerkschaft ist und also &#252;berhaupt nur sein kann. Auch, wer eine andere Gewerkschaft will, kommt z. B. beim Stand der Dinge 2026 nicht auf die Idee, die Aufk&#252;ndigung des Manteltarifvertrags zu fordern, weil er sich nicht sicher sein kann, die Sache zu seinen Gunsten entscheiden zu k&#246;nnen. Es wird ein bestimmter Standpunkt paraphrasiert, der gar nicht einfach identisch mit der Gewerkschaft ist, der aber f&#252;r sich sprechen soll. Das muss man also glauben. Den Standpunkt wechseln, etwas worauf man politisch hinwirken wollen k&#246;nnte ... uuuuuundenkbar.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Das l&#228;&#223;t sich z.B. von den ansehnlichen Leistungssteigerungen an Lohnarbeitspl&#228;tzen absehen, die einen 12-st&#252;ndigen Arbeitstag undurchf&#252;hrbar machen&#8221; </span><span>(6: 20-21). Man kennt&#8217;s, die heutigen Arbeitspl&#228;tze sind eben nicht mehr so kommod wie die des Manchester-Kapitalismus, deswegen sind 12-Stunden-Schichten nicht mehr m&#246;glich. Denn: So muss es ja sein. Das Kapital kann ja schlie&#223;lich nur die Anforderungen erh&#246;hen, weil: Alles andere kann ja nicht sein. Dass nicht 12 Stunden gearbeitet wird, ist keine Kalkulation mit der Aushaltbarkeit der Arbeit seitens des Kapitals, sondern Ergebnis der ber&#252;hmten K&#228;mpfe. Ersteres muss die MG erfinden, um die Ohnmacht der Gewerkschaft und die Macht der &#8216;objektiven Sachzw&#228;nge des Kapitals&#8217; zu behaupten.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Und deswegen zeigt sich im jeweiligen Verh&#228;ltnis von Aufwand und Ertrag, mit dem die Arbeiterschaft lebt, zwingend &#8230;</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>... nichts als Reproduktionsnotwendigkeiten</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Eine geniale theoriebildnerische Leistung. Damit ist noch jede erk&#228;mpfte Verbesserung funktional f&#252;r&#8217;s Kapital, sogar Lohnsteigerung (</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;gestiegene finanzielle M&#246;glichkeiten&#8220;? &#8220;gr&#252;ndlich ver&#228;nderte Reproduktionsnotwendigkeiten&#8220;</span><span>! (6: 24-25)).</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Die Gewerkschaft kann erk&#228;mpfen, was sie will, die MG wei&#223;: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Noch jede Ver&#228;nderung, die in der Fabrik und in der Lohnt&#252;te aufgrund kapitalistischer Kalkulation vollzogen wird, erscheint da als Resultat eines gewerkschaftlichen Kampfes&#8221;</span><span> (6: 28-30). Umgekehrt! Noch jede Ver&#228;nderung, die in der Fabrik und in der Lohnt&#252;te aufgrund eines gewerkschaftlichen Kampfes vollzogen wird, erscheint bei der MG als Resultat kapitalistischer Kalkulation. Alles, was der Arbeiter der gesellschaftlichen Arbeitsteilung an Konsumtion abringt, muss einfach per Definition funktional f&#252;rs Kapital sein. So kann es gar keine Erfolge der Gewerkschaft geben.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Es geht ja nie darum, den Unternehmern die Verf&#252;gung &#252;ber Arbeit zu ihrem Vorteil und zu ihren Bedingungen streitig zu machen [...]&#8221;</span><span> (6: 35-37). Doch, h&#228;ufig genug geht es darum: Jede Auseinandersetzung &#252;ber die Methode der Zeiterfassung, der Umzug ins Gro&#223;raumb&#252;ro, die Erreichbarkeit auf privaten Telefonen usw. usf. Und das Mittel des Kampfes daf&#252;r ist sowieso </span><em><span>nur </span></em><span>das: Die Verf&#252;gung &#252;ber die Arbeit </span><em><span>zu ihren Bedingungen</span></em><span> streitig machen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Was einem auf den ersten Blick verschlossen bleiben muss, sich aber zeigt, wenn man marxistisch ganz genau hinguckt, ist, dass es sich mit diesem Kampf so verh&#228;lt: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;[Streiks] sollen keine neuen Bedingungen in die Welt der Lohnarbeit einf&#252;hren&#8221;</span><span> (6: 41). Was denn sonst??! Sie k&#252;ndigen ein bestehendes Einvernehmen auf, um neue Bedingungen einzuf&#252;hren, und dass das n&#246;tig ist, macht einem konservativen Gewerkschafter Kopfschmerzen. Dass</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;der &#246;konomische Zweck der Gegenseite&#8220;</span><span> nicht gleich beseitigt wird, reicht aus, um &#8222;Erpressen&#8220; und &#8222;Fordern&#8220; in Anf&#252;hrungszeichen zu setzen. Dass der Kampf </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;ein Programm der Ohnmacht&#8220; </span><span>(6: 1-4) ist, ist damit ... &#8222;bewiesen&#8220;.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Und wenn man noch genauer hinschaut, dann ist der Streik offenbar nicht nur erfolglos, sondern recht eigentlich ein einziger ... Schaden. Denn damals wie heute seien ... </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;nur schwer Streiks ausfindig zu machen, die dem bestreikten Kapital mehr geschadet h&#228;tten als den Arbeitern&#8221;</span><span> (7: 11-12). Mal abgesehen davon, dass es wohl unter marxistisches Geheimwissen f&#228;llt, wie man diese beiden Gr&#246;&#223;en in ein Verh&#228;ltnis setzt ... kann man dieses Fehlurteil unter dem Titel &#8220;Pr&#228;ventionsparadox&#8221; verbuchen, wenn Streiks n&#228;mlich schon eine so defensive Angelegenheit sind, wie die MG behauptet. Gerade wenn die Behauptung der MG &#252;ber die Inflation stimmt, ist klar, was ohne Kampf bl&#252;ht.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Und &#252;berhaupt verh&#228;lt es sich &#8211; abermals &#8211; so: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Streiks zum Zwecke der Mahnung &#8211; oder besser: der Abmahnung &#8211; sind eben kein auf die Niederlage des Gegners berechneter Kampf&#8221; </span><span>(7: 12-13). Streiks sind keine Revolution und die flinken MG&#8217;ler haben ihre Boxk&#228;mpfe immer ausnahmslos in der ersten Runde gewonnen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Dass in diesem Kampf tats&#228;chlich ein Mittel der Gegenseite </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;die Erpressung mit der &#220;berlebensnotwendigkeit weitergehender Lohnzahlungen f&#252;r eine nicht vorbereitete Arbeiterschaft&#8221; </span><span>(7: 15-16) ist, wird als n&#228;chstes Argument gegen die Gewerkschaft und f&#252;r die Unm&#246;glichkeit ihres Kampfes angef&#252;hrt. Dabei ignoriert die MG mal eben, dass die Gewerkschaft selbst Mittel gegen diese mangelnde Vorbereitung ist. Dass Unternehmer mit Aussperrung reagieren (heute selten) oder sich bei drohenden Streiks untereinander finanziell aushelfen, sind Methoden des Klassenkampfs von oben. Mit welcher Macht des Kapitals eine organisierte Arbeiterschaft konfrontiert ist, kann aber nicht durchstreichen, dass umgekehrt eine volle Streikkasse </span><em><span>das</span></em><span> Mittel ist, eine harte Auseinandersetzung mit dem Kapital auch durchzustehen. Wer sich da in welchem Ma&#223;e durchsetzt, ist wie jedes Verh&#228;ltnis zwischen den Klassen eine Machtfrage und nicht einfach vorab entschieden. Ja, die Gewerkschaft hat mit einem m&#228;chtigen Gegner zu tun, der seinerseits immer schon &#8211; und nicht selten besser &#8211; organisiert ist, aber wof&#252;r soll das sprechen au&#223;er f&#252;r das eigene Organisieren?</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Wenn stimmt, was die MG schreibt, dann ist die Gewerkschaft das Mittel, mit dem man sich kollektiv dagegen wehren kann. Und dann geh&#246;rt zu diesem Mittel auch, von der Gegenseite als eine Partei anerkannt zu werden und diese Anerkennung, wenn n&#246;tig, zu erzwingen. Die </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;angebliche Weigerung der Gegenseite&#8221;</span><span> (7: 21), die Gewerkschaft &#252;berhaupt anzuerkennen, ist &#252;berhaupt nicht so angeblich. Diese Gegenseite w&#252;rde allzu gerne den Lohn mit jedem einzeln hinter verschlossenen T&#252;ren ausmachen (siehe da, wo es keine Gewerkschaften gibt). Der Text &#252;ber die Gewerkschaft vergisst mal eben, was eine Gewerkschaft, was ihr Existenzgrund ist, und f&#252;hrt einem die periodisch zu vernehmende Feiertags-Arbeitgeber-Propaganda vom Sozialpartner als letzte Wahrheit &#252;ber die Gewerkschaft vor. Das ist der big reveal: Die Gewerkschaft geht auf in ihrer Funktion f&#252;r die Arbeitgeber-Seite.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Und zu guter Letzt ...</span></p><p style="text-align: justify;"><span>... setzt es nat&#252;rlich auch noch den moralisch besonders hochstehenden Vorwurf, dass es ihr eh nur um sich selbst geht. Die Behauptung, dass es der Gewerkschaft nur um ihre Anerkennung und die Behauptung ihrer Moral ginge (vgl. 7: 20ff.), ist frei erfunden und bedarf daher keiner weiteren Kommentierung.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">4) Der Ruf nach Arbeitspl&#228;tzen: Von der Tarifpartnerschaft zum Staatsdienst</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>In dem Willen,</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;den Lohnarbeiter in ihrem gewerkschaftlichen Zusammenschluss bet&#228;tigen&#8220;</span><span> (7: 26), entdeckt die MG nur das gro&#223;e Ja zum Lohnsystem und nicht erst einmal das kleine Nein, sich die Arbeitsbedingungen nicht einfach gefallen zu lassen. Mit der tiefen Einsicht, dass reformierte Lohnarbeit immer noch Lohnarbeit ist, verwandelt die MG den gewerkschaftlichen Kampf, der die Kalkulationen des Kapitals nicht als Sachzw&#228;nge akzeptieren will, in die Affirmation eines Abh&#228;ngigkeitsverh&#228;ltnisses, indem man sich mit seinen Interessen aufgehoben f&#252;hlen d&#252;rfe.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Diese affirmative Haltung, die ausgerechnet im Zusammenschluss als Gewerkschaft ihren Ausdruck gefunden haben soll, will die MG kritisieren, indem sie auf die stetig vorhandene, schwankende Gr&#246;&#223;e der Arbeitslosen verweist, die</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8220;die M&#228;r von einem sicheren Lebensunterhalt im Dienst des Kapitals widerleg[en]&#8221;</span><span> soll (7: 30-31). Eine M&#228;r, die, um sie zu widerlegen, erst herbeifabuliert werden muss. Kein Arbeitnehmer meint, dass es das Risiko &#8222;Arbeitsplatzverlust&#8220; nicht gibt. Das muss man sich ausdenken, um abermals zu enth&#252;llen: &#8220;Lohnarbeit ist kein taugliches Mittel.&#8220;</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Nun passen nicht einmal die wohlmeinenden Arbeitsumverteilungskonzepte zu den Kriterien, nach denen tats&#228;chlich &#252;ber Lohnarbeit und Lohnarbeiter verf&#252;gt wird. Das Kapital t&#228;uscht sich nicht darin und es macht auch keine Abstriche davon, da&#223; es keine Verdienstchancen auszuteilen, sondern preiswerte Leistung zu organisieren hat&#8221; </span><span>(7: 40ff). Dass die im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ihrer Mitglieder von der Gewerkschaft vorgeschlagenen Arbeitsumverteilungskonzepte nicht zu den Kalkulationen des Kapitals passen, kann auch nur einen MG&#8217;ler 1985 verwundern, der ja eine Funktionalit&#228;t der Gewerkschaft f&#252;r das Kapital f&#252;r ihren Begriff h&#228;lt, wie man jetzt &#252;ber 7 Seiten lesen konnte.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Ganz grunds&#228;tzlich &#8211; zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit &#8211; wird behauptet: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;F&#252;r mehr &#8220;Besch&#228;ftigung&#8221; zu streiken, also den Arbeitspl&#228;tzen fernzubleiben, die man als hohes Gut definiert hat und in gr&#246;&#223;erer Anzahl w&#252;nscht, ist ein Widerspruch [...]&#8220; </span><span>(8: 3-5). Warum soll das eigentlich nicht gehen? Dieser &#8216;Widerspruch&#8217; soll dem Leser unmittelbar einleuchten: Wo der Dienst nicht gebraucht wird, kann man mit seiner Verweigerung nichts erpressen! Klar! Das ist aber &#252;berhaupt nicht die Sache. Tats&#228;chlich werden in den &#252;blichen Rationalisierungswellen nie alle Angestellten (innerhalb eines Betriebsstandortes oder Standort&#252;bergreifend) entlassen, weshalb diejenigen, die noch weiterhin vom Arbeitgeber gebraucht werden, ihn durch ihre Weigerung, ohne die Kollegen weiterzuarbeiten, erpressen k&#246;nnen. Das Prinzip des Streiks ist hier also: Alle oder keiner! Wer diese Banalit&#228;t nicht sieht, will sie nicht sehen. Es &#252;berrascht, dass die sog. Marxistische Gruppe mit dem Konzept &#8220;Solidarit&#228;t innerhalb der arbeitenden Klasse&#8221; nichts anfangen kann.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Der</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;reaktion&#228;re Gehalt&#8220;</span><span> der Vollbesch&#228;ftigungspolitik soll </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;selten so unverkennbar wie im Falle des gewerkschaftlichen Antrags auf gerechtere Arbeitspl&#228;tzeverteilung&#8220; sein. Dort gehe &#8222;es ganz ausdr&#252;cklich und ungeschminkt um die absurde Forderung, der Staat solle daf&#252;r sorgen, da&#223; dem proletarischen Willen, sich f&#252;rs kapitalistische Gesch&#228;ft n&#252;tzlich zu machen, besser entsprochen werde&#8221;</span><span> (8: 31-34). Das &#8222;reaktion&#228;re&#8220; an einer Politik der Vollbesch&#228;ftigung ist hier allein, dass unterstellt wird, sie sei einzig und allein Ausdruck der Zufriedenheit der Arbeiterklasse mit ihrer eigenen Ausbeutung. Was sollte aber daran reaktion&#228;r sein, wenn eine organisierte Gewerkschaft Vollbesch&#228;ftigung erreichen will, weil sie dann deutlich bessere Kampfbedingungen vorfindet, um die Interessen ihrer Mitglieder gegen die Unternehmer durchzusetzen? Arbeitslose sind ein Hemmschuh des gewerkschaftlichen Kampfes; mit Vollbesch&#228;ftigung geht eine Verschiebung gesellschaftlicher Machtverh&#228;ltnisse einher, weshalb die Propagandisten der Arbeitgeber auch fr&#252;hzeitig vor den Folgen der Vollbesch&#228;ftigung warnen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Das interessierte Denken, das partout &#8218;Fehler&#8216; nachweisen will, findet im Folgenden heraus, dass die Gewerkschaft, die soeben noch eine </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Humanisierung der Arbeitswelt&#8220;</span><span> (8: 30) gefordert hat, sich sogleich </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;vollst&#228;ndig von jeder Unzufriedenheit mit den Arbeits- und Entlohnungsbedingungen emanzipiert&#8220;</span><span> (8: 35-36) hat. Die Gewerkschaft soll beides sein, ein liberaler Verein mit humanistischen Idealen und gleichzeitig reaktion&#228;r bis auf die geschundenen Knochen &#8211; arbeiten f&#252;r andere bis zum Tod, ohne Bedingungen zu stellen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Es ist auch nicht einfach ein Idealismus der Gewerkschaft, dass sie von einer </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;flotten Konjunktur&#8221;</span><span> (9: 9) f&#252;r die Seite der Arbeit etwas herausschlagen k&#246;nnte. Das muss sie, um der relativen Verarmung der Arbeiter entgegenzuwirken, und das tat und tut sie. Ihr Fehler besteht darin, von diesem Materialismus immer wieder im Namen einer jeweiligen Notlage von Standort/Nation Abstand zu nehmen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Nationalismus ist der zentrale Fehler der Gewerkschaft. Allerdings folgt der nicht notwendig daraus, dass Gewerkschaften </span><em><span>politisch</span></em><span> werden, um wohlfahrtstaatliche Hilfen f&#252;r ihre Klientel zu organisieren oder sich bessere Bedingungen zur Durchsetzung ihrer Interessen zu verschaffen und sich so auf den Staat beziehen, sondern daraus, jedes denkbare politische Anliegen einer Gewerkschaft in die Sorge um &#8222;den Standort&#8220; zu verwandeln.</span></p><p style="text-align: justify;"><em><span>Derjenige </span></em><span>Nationalismus, der aus der Logik der </span><em><span>gewerkschaftlichen Organisation</span></em><span> entspringt und nicht bei ihren Mitgliedern und Funktion&#228;ren gleich als Staatsb&#252;rgerbewusstsein oder Selbstverst&#228;ndnis als organisches Glied einer historischen Schicksalsgemeinschaft ohnehin vorhanden ist, ist ein </span><em><span>Standort</span></em><span>nationalismus, der der &#246;konomischen Rationalit&#228;t folgt, dass die eigenen Anliegen nur noch in Abh&#228;ngigkeit von den, notwendig immerzu gegen sich laufenden, Kalkulationen der Gegenseite zu verfolgen sind.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Wenn die Gewerkschaft die Probleme ihrer Klientel (Rente, Arbeitslosigkeit, Inflation ...) nur noch als solche des Erfolgs des Standortes kennt, dann macht sie diesen Fehler; egal, ob jemand meint, dass das nur &#8218;strategisch klug&#8216; sei oder unmittelbar den Standpunkt der Nation vertritt</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a><span>. Wenn sie im Namen ihrer Klientel &#8222;</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">vorrechnet</span><span>&#8220;</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a><span>, dann ist das kein Fehler. Wenn sie das im Namen der Nation tut (vgl. 9: 22ff.), schon.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Politisch entscheidend: Die Lage, damals wie heute, ist die einer doppelten Marginalisierung. Die Gewerkschaften als solche sind politisch marginalisiert; auch </span><em><span>mit </span></em><span>ihrem nationalistischen Auftreten. Innerhalb der Gewerkschaft ist der Standpunkt eines nicht- oder gar inter-nationalistischen Gewerkschaftskampfes seinerseits marginalisiert. Zu behaupten, es g&#228;be ihn nicht, ist aber auch unwahr</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a><span>.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Was politisch folgt, ist, eingedenk dessen, dass die vom Text bis hierhin behaupteten sonstigen Fehler der Gewerkschaft einfach keine sind, klar: Gegen den Nationalismus der Gewerkschaft zu k&#228;mpfen &#8211; und zwar </span><em><span>in</span></em><span> der Gewerkschaft. Das ist die schlichte politische Lage, die man sehen kann, wenn man sich nicht methodisch darauf borniert hat, in der Welt partout die Entfaltung von lauter Begriffen zu entdecken, was zu Deutsch offenbar auch nur die lahme geistige Operation bedeutet, alles unter die einmal getroffene Bestimmung zu subsumieren, also im vorliegenden Fall alles als affirmativ gegen&#252;ber dem Lohnsystem zu beurteilen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Dass die Gewerkschaft so sein muss wie sie ist, lernen wir dementsprechend auch an der Geschichte. Diese Gewerkschaft wurde n&#228;mlich </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;[o]hne historische Durchsetzungsk&#228;mpfe von den alliierten Besatzungsm&#228;chten als &#252;berparteiliche antifaschistische Einheitsgewerkschaft ins Leben gerufen&#8221;</span><span> (10: 13-15). Klingt gut. Ist aber nicht die ganze Wahrheit. Entscheidend war hier welche Gewerkschaftsgr&#252;ndungen, die versucht wurden, </span><em><span>nicht</span></em><span> erlaubt wurden, und das war &#252;berhaupt nicht in dem Sinne &#8220;notwendig&#8221; so, sondern durchaus Gegenstand eines Kampfes &#8211; der unter milit&#228;rischer Besatzung eben schnell entschieden war. Also was hei&#223;t da schon </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;einfach dazugeh&#246;rt&#8221;</span><span> (10: 17)? Das Ergebnis, die moderne Gewerkschaft, wurde durch Verbote organisiert. Die MG aber stellt sich Jahrzehnte sp&#228;ter hin und wei&#223;: Gewerkschaft geht nur so, wie sie gerade ist. Aber was musste da denn warum verboten werden, wenn es doch sowieso nur eine Art gibt, Gewerkschaft zu machen?</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Und genauso &#8220;notwendig&#8221; ist es dann eben auch, dass sich das auch noch in einer perfekten(!) Symbiose zwischen Gewerkschaft und Labour Party ausdr&#252;ckt. Oder methodischer ausgedr&#252;ckt: Kann es ein Argument daf&#252;r sein, dass der DGB die Verwirklichung des Begriffs der Gewerkschaft &#252;berhaupt ist, wenn die Bedingungen, unter denen er entstanden ist (verlorener Weltkrieg, Stunde Null), &#252;berhaupt nichts mit ihm als Gewerkschaft zu tun haben?</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">5) Die kapitalistische Demokratie - gewerkschaftlich beglaubigte Heimat des Proletariats</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Die kapitalistische Demokratie - gewerkschaftlich beglaubigte Heimat des Proletariats&#8220; </span><span>(10: 18-19). Ja die Arbeitnehmer sind politisierte B&#252;rger, also W&#228;hler. Ja, die Gewerkschaft erachtet die Wahl als Gelegenheit ihrer Leute sich Geh&#246;r zu verschaffen, mischt sich also bisweilen in sie ein. Das &#252;bertreibt die MG gezielt dahin, dass die Gewerkschaft auch hier in ihrer Funktion als Transmissionsriemen aufgeht. Diesmal nicht f&#252;r die Arbeitgeber-Interessen bzw. unmittelbar &#246;konomische, sondern f&#252;r das Interesse des Staats am politisierten B&#252;rger</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a><span>.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>So versteigt sie sich zur Behauptung, in der Staatsgewalt gleich </span><em><span>gar keinen Gegner mehr zu haben</span></em><span> (vgl. 10: 37f.). Das gilt weder f&#252;r den Staat als Arbeitgeber noch f&#252;r den Staat als Staat</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-8" href="#footnote-8" target="_self">8</a><span>, wie mal wieder mindestens jede Tarifauseinandersetzung ausweislich dessen, dass sie a) eine Auseinandersetzung ist und b) wie sie regelm&#228;&#223;ig aus der Politik kommentiert wird, beweist.</span><strong><span> </span></strong><span>Und so landet sie schlie&#223;lich allen Ernstes bei der Aussage, dass eine reife Gewerkschaft sich auf ihre Leute </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;gar nicht mehr [!] als Lohnarbeiter&#8220; </span><span>(11: 23) bezieht und</span><strong><span> </span></strong><span>das</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;vollst&#228;ndig entwickelte Gewerkschaftsmitglied nichts weiter als &#8211; W&#228;hler&#8220;</span><strong><span> </span></strong><span>(11: 32-33)</span><strong><span> </span></strong><span>ist</span><strong><span>. </span></strong><em><span>Jeder Streikaufruf widerlegt das.</span></em><strong><span> </span></strong><span>Und warum &#252;berhaupt noch jemand in die Gewerkschaft eintreten sollte, wo er doch l&#228;ngst w&#228;hlen geht, muss damit ebenfalls vollst&#228;ndig r&#228;tselhaft bleiben</span><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-9" href="#footnote-9" target="_self">9</a><span>.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">6) Die Gewerkschaftsorganisation: Das Paradox einer Quasibeh&#246;rde auf der Basis freiwilliger Mitgliedschaft</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Weil der Vorwurf der Verwandlung des Arbeiters in den W&#228;hler aber noch nicht schwer genug wiegt, sollen wir uns die Gewerkschaft nun nicht nur als demokratische Interessenvertretung vorstellen, die f&#252;r ihre Mitglieder ebenso gut oder schlecht funktioniert wie jede andere demokratische Interessenvertretung im Staat, sondern gleich als &#8220;Quasibeh&#246;rde&#8221;, die von ihren Mitglieder Folgsamkeit gegen&#252;ber ihrer b&#252;rokratischen Hierarchie verlangt.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Weil sich der Lohnarbeiter die Interessenvertretung bestellt habe (vgl. 11: 38), diese nun mal demokratisch sei, soll man wissen, was damit ansteht: Unterordnung. Weil die Gewerkschaft Wahlaufrufe startet, soll damit schon klar sein, dass sie selbst &#8211; spiegelbildlich &#8211; gar keinen anderen Umgang mit ihren Mitgliedern p&#64258;egen kann als der Staat mit seinen B&#252;rgern als W&#228;hler &#8211; ein reiner Analogieschluss!</span></p><p style="text-align: justify;"><span>So wird der Leser an die Hand genommen und von der schieren Behauptung, die Gewerkschaft sei nichts als ein Wahlverein, &#252;ber die geschickte Analogie (&#8218;also&#8216; l&#228;sst sie w&#228;hlen) zum Innenleben der Gewerkschaft gef&#252;hrt.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Das gewerkschaftliche Handeln, die </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;kollektive Aktion&#8221;</span><span> (11: 42) soll demnach sein: Eine Verselbstst&#228;ndigung des Mitgliederwillens gegen die Mitglieder &#8211; indem n&#228;mlich aus diesem Willen das Anliegen wird, eine </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;konkurrenzunabh&#228;ngige und zugleich konkurrenzf&#246;rdernde Gerechtigkeit in die Lohnarbeit hineinzubringen&#8221; </span><span>(11: 40-41). Wir sollen uns also klar machen, was die Forderung nach einem gerechten Lohn f&#252;r H&#228;rten f&#252;r die mit sich bringt, die ihn erhalten wollen: Am Ende n&#228;mlich F&#246;rderung der Konkurrenz unter ihnen, weil wir &#8211; MG-scholastisch &#8211; ein Gleichheitszeichen zwischen &#8220;Gerechtigkeit&#8221; und &#8220;Konkurrenz&#8221; setzen sollen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Gleich einer Beh&#246;rde mache die Gewerkschaft ihre Klientel mit Vorschriften gl&#252;cklich und verlange dieser nicht mal mehr den Willen zur gewerkschaftlichen Solidarit&#228;t ab, sondern nur noch die Unterordnung unter einen</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8220;quasi-obrigkeitlichen Apparat&#8221; </span>und seine<span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;bindende[n] Rechtsvorschriften&#8220;</span><span> (12: 11-12). Letzteres</span><strong><span> </span></strong><span>erf&#252;llt sich &#8211; ganz nach der Methode MG (&#8218;was damit alles unterschrieben ist&#8216;) &#8211; dadurch, dass das Reglement der Gewerkschaft, das der punktuellen, branchenbezogenen, betrieblichen oder sonst wie eingeschr&#228;nkten Unterbindung oder Beschr&#228;nkung dieser Konkurrenz dient, sie 1. nicht gleich komplett abzuschaffen vermag und deshalb, na klar, 2. damit eigentlich der Konkurrenz erst so richtig zum Durchbruch verhilft.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>In ihrem begrifflich betonierten und bornierten Utopismus &#252;bersieht die MG hier den Ausgangspunkt, den das Projekt, die Konkurrenz innerhalb der Klasse tats&#228;chlich komplett &#8211; jeden Standort &#252;bergreifend &#8211; abzuschaffen notwendigerweise hat, n&#228;mlich den gewerkschaftlichen Kampf darum, durch ihre Organisation die Konkurrenz zun&#228;chst mal zwischen denen zu unterbinden, die sich morgens an einer Stempeluhr treffen. Oder anders: Weniger Konkurrenz in der produzierenden Klasse </span><em><span>ist</span></em><span> *ein erster Schritt* zu ihrer Abschaffung.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Mit der Herausforderung, die daf&#252;r n&#246;tige Disziplin in ihren Reihen herzustellen, sieht sich die Gewerkschaft t&#228;glich konfrontiert und kann sich, im Gegensatz zu einem durchgesetzten Rechtsstaat, nicht auf die Compliance ihrer Mitglieder und schon gar nicht ihrer Klientel verlassen. Unmittelbar auf den einzelnen Arbeitnehmer wirkende Zwangsmittel stehen ihr auch kaum zur Verf&#252;gung. Um unlauteren Wettbewerb innerhalb der Arbeiterschaft zu verhindern, muss sie auf den Arbeitgeber zielen, der auf diese unredliche Weise Leistungen zu erheischen sucht.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Deshalb ist die Behauptung, der Zweck der Gewerkschaft sei eine Verbesserung der Konkurrenz unter den Lohnabh&#228;ngigen, eine </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;aparte [?] </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">Administration der Lohngerechtigkeit</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220; </span><span>(12: 14), auch daneben. Wenn die Gewerkschaften die Lohnhierarchie nehmen, die die Arbeitgeber schaffen bzw. einst geschaffen haben, und an ihr Modi&#64257;kationen einfordern und das mit dem Argument der Gerechtigkeit tun, k&#252;mmern sie sich eben darum und nicht um eine Verbesserung der Konkurrenz.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Das, was Gewerkschaften f&#252;r Entgelttabellen fordern, ist regelm&#228;&#223;ig nicht (zum Leidwesen ihrer Status- und Arbeitsmoral-Bewussteren &#8216;Klienten&#8217;) eine </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Verbesserung der Konkurrenz&#8221;</span><span> (12: 14-15), sondern oft der Versuch einer R&#252;cknahme von Konkurrenz (z.B. wenn der in Tarifverhandlungen regelm&#228;&#223;ig geforderte Sockelbetrag die untersten Einkommensgruppen &#252;berproportional anhebt oder wenn der automatische Stufenanstieg das Entgelt h&#246;her anhebt als Aufgruppierung bei &#220;bernahme zus&#228;tzlicher/h&#246;her quali&#64257;zierter Aufgaben).</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Man (MG) will das Urteil lancieren: Die Gewerkschaft ist wie alle </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Instanzen&#8220; (&#8220;einer gerechten Lebensf&#252;hrung&#8220;</span><span>??!, 12: 28) nicht in der eigenen Verf&#252;gung, sondern Autorit&#228;t. Der Umstand, dass es sich bei der Gewerkschaft dann eben doch etwas anders verh&#228;lt, die Mitglieder nicht einfach unterworfen sind, sondern &#8211; aus Gr&#252;nden &#8211; Mitglied werden, veranlasst die MG, sich ganz schnell nur noch auf die Form der Freiwilligkeit zu beziehen, die n&#228;mlich </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;nicht blo&#223; [!] Schein&#8220;</span><span> (12: 29-30) sei. Nicht blo&#223;?! Die Freiwilligkeit ist sehr offenkundig der Fall; das beweist ja schon am besten der Umstand, dass die Gewerkschaft um Mitglieder k&#228;mpfen muss. Wie weit die Mitglieder Subjekt ihrer Angelegenheiten in der Gewerkschaft sind, ist eine innergewerkschaftliche und insofern auch allemal strukturelle Machtfrage, die von geringen Teilen, damals wie heute, bisweilen gestellt und von oben beantwortet wird. Das k&#246;nnte man kritisieren, darein k&#246;nnte man sich sogar versuchen einzumischen. Oder man verabsolutiert diesen Zustand absichtsvoll, um den Begriff der Quasibeh&#246;rde, der eigentlich der der Beh&#246;rde sein soll, zu gewinnen. Dass die Gewerkschaft sich von anderen &#8222;Instanzen&#8220; gerade darin unterscheidet, dass hier Menschen aus guten Gr&#252;nden Mitglied werden, um ihre Interessen durchzusetzen, ist f&#252;r die MG ein einziger Anlass, das zuzugestehen, um es zu dementieren: &#8222;nicht blo&#223;.&#8220; Freilich, das ist, heute mehr denn je, die </span><em><span>Lage</span></em><span>: Die Gewerkschaft organisiert, verwaltet und passiviert ihre Mitglieder.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Aber wo liegt denn z. B. die Notwendigkeit f&#252;r das geringe Ma&#223; der Beteiligung an innergewerkschaftlichen Willensbildungsprozessen? Geht das gar nicht anders? Ist das allen Ernstes &#8222;Gewerkschaft perfekt&#8220;? Oder gibt es wom&#246;glich noch so etwas wie beklagenswerte und ver&#228;nderbare Zust&#228;nde in der Welt? Interessiert die MG nicht. Die ist n&#228;mlich lieber &#64258;ugs beim n&#228;chsten Gegenstand, der, irgendwie, nicht der n&#228;chste sein soll. Es geht ums </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Werben wiederum&#8220; </span><span>(12: 30-31): Gewerkschaften sollen also, liest man, nie damit werben, dass sie die Notwendigkeit der Gewerkschaft erkl&#228;ren, das hei&#223;t: den Leuten ihre Lage erkl&#228;ren (vgl. 12:30-32). Ist das denn so? Ja, wir &#64257;nden es auch verkehrt, wenn Gewerkschafter f&#252;r ihren Verein mit den Argumenten Schl&#252;sselversicherung, nette Leute und Mitgliederzeitschrift werben. Ist das das Prinzip des Werbens? Nein.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Gewerkschafter appellieren an die Moral, die es verbietet, Wohltaten umsonst einzustecken&#8220;</span><span> (12: 32-33.). Ja, unter anderem adressiert sie so ihr &#8220;free rider-Problem&#8220;. So what? Ferner w&#252;rde die Gewerkschaft mit dem Streikgeld als Versicherungsleistung werben, damit dem</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;Materialismus ihrer Leute kommen&#8220; </span><span>(12: 35). Bitte. Wessen Materialismus kann man denn mit DER Rechnung kommen?! In Summe sollen wir uns also denken: Die Beh&#246;rde besorgt die Leistungen eh (irgendwie), Mitglieder werden daher auch nicht Mitglied, weil sie die Notwendigkeit der Gewerkschaft einsehen, sondern sollen ernsthaft vor allem auf den moralischen Vorwurf der freeriderei und die Erpressung mit Lohnausfall im Fall des Arbeitskampfes anspringen. Leute.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Weil die Gewerkschaft aber dann doch nicht so richtig Beh&#246;rde ist &#8211; so eine arbeitet n&#228;mlich auf Grundlage gesetzlicher Erm&#228;chtigung &#8211; also keinen </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;offiziellen, von der Staatsgewalt erteilten Rechtstitel&#8221;</span><span> (13: 3-4) zur Vertretung der Arbeiterklasse vorweisen kann, berufe sie sich ersatzweise auf ihre Mitglieder als </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;demokratischen Ersatz&#8221;</span><span> (13: 3) daf&#252;r. Deshalb habe die Organisation </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;an einer Unmasse von Karteileichen</span><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> </span></strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">genau die Basis, die sie braucht&#8220; </span><span>(13: 8). Stimmt diese Charakterisierung der Mitglieder &#252;berhaupt? Ist das nicht-aktive Gewerkschaftsmitglied mit &#8220;Karteileiche&#8221; gut getroffen? Oder ist das nicht doch was anderes als das Fu&#223;ballvereinsmitglied, dass schon seit Jahren nicht mehr zum Training kommt? Oder ein Haufen Abonnenten einer Zeitschrift?</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Kurzum: Das ist offensichtlicher Unsinn. Hier wird die Gewerkschaft glatt mit dem ADAC verwechselt. Nach allem, was bereits &#252;ber Tarifpolitik usw. geschrieben wurde, ist doch immerhin noch klar: Eine Gewerkschaft ist und bleibt, selbst wenn sie komplett eingemacht ist, erstmal das: Tarifpartei. Und als solche ist sie weniger auf demokratische Legitimation angewiesen, sondern mehr auf die Disziplin ihre Mitglieder, im Zweifelsfall Lohnausf&#228;lle und eine Menge &#196;rger in Kauf zu nehmen, wenn sie mit Streik bessere Vertragsabschl&#252;sse erzwingen wollen. Dazu braucht sie ihre Mitglieder und deren Beitr&#228;ge &#8211; sowohl als regelm&#228;&#223;ige Geldzahlung, wie auch als Engagement bei der Mobilisierung und Aufrechterhaltung von Streiks. Und selbst wenn diese als Erzwingungsstreiks kaum noch vorkommen m&#246;gen, immerhin zu Warnstreiks ruft noch jede Gewerkschaft auf &#8211; und zwar nicht um demokratisches Engagement zu zeigen, sondern um vor dem Erzwingungsstreik zu warnen.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span>Die Gewerkschaft - &#8220;kein Aktionsfeld!&#8221;</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Weil die MG dann aber doch genau wei&#223;, dass in der Gewerkschaft nicht nur Karteileichen gesammelt werden, sondern sich auch Leute mit einer anderen Auffassung vom Zweck dieses Zusammenschlusses &#8211; als der Karikatur des Funktion&#228;rsbewusstseins von der Gewerkschaft, die die MG als ihren Begriff abgeleitet haben will &#8211; zusammenfinden, muss diesen ihr Bem&#252;hen gleich als Idealismus, also Irrtum &#252;ber die Massen, ihren Bewusstseinsstand und ihre Organisationsf&#228;higkeit vorgef&#252;hrt werden: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;[D]a&#223; Gewerkschaften nun einmal die proletarischen Massenorganisationen seien und schon deswegen ein unverzichtbares Aktionsfeld im Kampf um g&#252;nstigere &#8220;Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse&#8221; darstellten&#8220;</span><span> (13: 13-15) will die MG auf keinen Fall gelten lassen. So etwas wie ein &#8222;Aktionsfeld&#8220; kann es n&#228;mlich f&#252;r die MG nicht geben, das hie&#223;e ja, sich gegen die Machtverh&#228;ltnisse zu stellen und von denen wei&#223; die MG allemal: 1. Die sind wie sie sind und/also 2. t&#228;uscht sich jeder, der sie &#228;ndern will, gewaltig.</span></p><p style="text-align: justify;"><em><span>Um es klar zu sagen:</span></em><strong><span> </span></strong><span>Doch, genauso ist es. Sie </span><em><span>sind</span></em><span> das unverzichtbare Aktionsfeld.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Die MG wei&#223; es besser: Wer etwas &#228;ndern will, ist ein naiver Idealist. Wo die </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;linke Gewerkschaftsopposition&#8220; </span><span>(13: 12) von der Gewerkschaftsf&#252;hrung bek&#228;mpft wird, erkl&#228;rt ihr die MG, dass sie nichts gewinnen kann, denn sie ist ja schlie&#223;lich Opposition. So ganz ohne &#8220;Argument&#8221; kommt dieses Urteil nat&#252;rlich nicht aus. Es ersch&#246;pft sich am Ende nur ganz in der schlechten Meinung &#252;ber &#8222;die Leut&#8220;, denen man den marxistisch-leninistischen Ehrentitel </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;proletarische Massen&#8221;</span><span> (vgl. 13: 13) nur ironisch zugestehen mag: Denn sie nehmen am</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8222;Vereinsleben&#8221;</span><span> (13: 25) ohnehin nur Teil, wenn ihnen gerade mal wieder ihr Job unterm Hintern wegrationalisiert wird, also an </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;letzte[n] Beschwerdeaktionen einer Belegschaft, die sich durch eine Betriebsschlie&#223;ung um ihre Heimat im Reich der Lohnarbeit betrogen sieht&#8221;</span><span> (13: 28-29). Und das so derma&#223;en, dass es ganz sicher unn&#252;tz ist, zu versuchen, sie </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;aktiver&#8220;, &#8222;spontaner&#8220;</span><span> und </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;engagierter&#8220;</span><span> zu machen (13: 34-35).</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Schon allein, dass es in dieser Welt der Lohnarbeit &#252;berhaupt einen Ort gibt, wo man lebt, und etwas, wovon man lebt, erscheint dem geistig hochmobilen Theoretiker als &#8220;reaktion&#228;re[r] Moralismus&#8221; (13: 30): &#8222;Life in Revolution is camp life.&#8220;</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Unterhalb des </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Zweck[s] einer Gesellschaftsver&#228;nderung im realsozialistischen Sinn&#8221;</span><span> oder noch besser, </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;eine[r] kommunistische[n] Revolution&#8221;</span><span> will man nichts gelten lassen, und dass die Gewerkschaft daf&#252;r nicht </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;genauso empf&#228;nglich&#8221;</span><span> sei </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;wie f&#252;r Tarifpartnerschaft und politisch verantwortungsvolle Beratungsverh&#228;ltnisse mit Regierung und Kapital&#8221;</span><span> (13: 16-19) &#8211; also das, wof&#252;r sie offenkundig empf&#228;nglich ist, weil sie das gerade macht &#8211; entlarvt jeden, der von ihr was anderes will, als unverbesserlichen Idealisten. Dass man zwischen Sozialpartnerschaft und Revolution als Marxist noch etwas anderes zu tun h&#228;tte, z. B. </span><em><span>Klassenkampf,</span></em><span> &#8211; den selbst die real existierende Gewerkschaft nicht nur als Notwendigkeit beklagt, sondern trotz aller Sozialpartnerschaftlichkeit immer noch f&#252;hrt und f&#252;hren muss &#8211; f&#252;r die MG keine Option.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Wer es versucht, so erf&#228;hrt man, begibt sich schnell in Teufels K&#252;che, denn </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;[d]ie &#8220;Bewu&#223;theit&#8221;</span><span>, </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">die da [in den Gewerkschaften] erzeugt wird, besteht in der Festlegung auf ein proletarisches Gerechtigkeitsgef&#252;hl, das nicht revolution&#228;r, sondern um so faschistischer wird, je mehr es sich beleidigt sieht, und im &#220;brigen auf demokratisches Mitmachen bzw. Geschehen-Lassen hinausl&#228;uft&#8221;</span><span> (13: 38-41). Dass gerade das &#8220;Gerechtigkeitsbed&#252;rfnis&#8221;, das Anmelden eines Mangels an Gerechtigkeit, ausgerechnet auf &#8220;Geschehen lassen hinauslaufen&#8221; soll, ist wohl wieder der eigenwilligen Dialektik von Protest und Unterwerfung, die die MG &#252;berall zugange sieht, geschuldet. Wird dieses Bed&#252;rfnis aktivistischer, bef&#252;rchtet die MG gleich den Faschismus. Jetzt mal unter Marxisten: Wenn man mit dieser Unzufriedenheit nicht mehr anzufangen wei&#223;, als abzuwinken und sie als Weg in den Faschismus zu sehen, dann soll man halt Frankfurter Schule machen, ein Institut oder Verlag gr&#252;nden und sein Gesch&#228;ft mit der Denunziation von Linken, die glatt Politik machen wollen, betreiben. &#8220;Revolution&#228;r&#8221; ist das allerdings auch nicht.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>F&#252;r faschistisch h&#228;lt die MG die Gewerkschaft selbst deshalb aber nicht, aber immerhin f&#252;r so autorit&#228;r, dass sie Opposition in ihr einfach gleich verbiete. Das sei ihr rechtsf&#246;rmlicher Umgang mit ihrer Not, als demokratische Organisation ihr eigenes Treiben ihren Mitgliedern zur Diskussion stellen zu m&#252;ssen. Dass es Unvereinbarkeitsbeschl&#252;sse des DGB gibt, wollen wir nicht leugnen - aber was man daf&#252;r anstellen muss, wie man sich dazu zum Zweck der Gewerkschaft stellen muss, wei&#223; die MG ja wahrscheinlich am besten. </span><em><span>Ihre Position</span></em><span> zum Zweck einer Gewerkschaft hat sie ja mit diesem Text dokumentiert.</span></p><p style="text-align: justify;"><strong><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">7) Die vollendete Gewerkschaft: Der Unfug einer proletarischen Korporation</span></strong></p><p style="text-align: justify;"><span>Um die Integration und domestizierende Funktion der (deutschen?) Gewerkschaft in bzw. f&#252;r den Kapitalismus der BRD (oder &#252;berhaupt?) nachzuweisen, bem&#252;ht man den Begriff der Korporation, die zu werden der Endzweck der Gewerkschaft sei. Aus dem bisher &#252;ber die Gewerkschaft (Nach)Gesagten ergibt sich nicht, dass sie in dem hier definierten Sinne eine Korporation ist, dass sie also tats&#228;chlich ein so weit anerkanntes Interesse vertritt, dass es auf </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;substanzielle &#220;bereinstimmung mit den materiellen Erfordernissen der h&#246;chsten Gewalt&#8221;</span><span> (14: 13-14) hoffen d&#252;rfte. Weil es nicht anerkannt ist, muss sie laufend k&#228;mpfen.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Diesen Kampf interpretiert die MG kurzerhand nicht nur zu einem Kampf um Anerkennung des Interesses um, sondern gleich zum Idealismus, das von der Gewerkschaft vertretene Interesse m&#252;sse eben in oben genannter</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8220;substanzieller &#220;bereinstimmung&#8221;</span><span> zu machen sein. Unter der Bedingung des substanziellen Auseinandergehens von </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;materiellen Erfordernissen der h&#246;chsten Gewalt&#8221;</span> und Interessen der Arbeit, kann &#8220;Anerkennung&#8221; dann tats&#228;chlich nur als <span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;bedingungsloses Angebot&#8221;</span><span> (14: 34) gedacht werden. Die Gewerkschaft wird so zum organisierten notwendig entt&#228;uschten Idealismus &#252;ber die Gesellschaft, in der sie agiert. Diese </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;proletarische Korporation&#8221;</span><span> ist tats&#228;chlich Unfug &#8211; allerdings als Theorie.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Das Bild von der Gewerkschaft als einer st&#228;ndig durch den kapitalistischen Klassenstaat entt&#228;uschten Korporation ist eine Karikatur der tats&#228;chlichen Gewerkschaft. Schlie&#223;lich ist sie zun&#228;chst mal &#8211; und das gilt auch noch 2026 f&#252;r den DGB &#8211; eine Vereinigung, die andauernd lauter Bedingungen stellt. Bedingungen stellen ist was sie &#252;berhaupt ausmacht; was sie ist.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Dass die Gewerkschaft in ihrem Lobbyismus Positionen vertritt oder eine Rhetorik bem&#252;ht, die man mit Korporatismus verwechseln kann, muss man nicht leugnen. Dann soll man sie aber daf&#252;r kritisieren, sich eher als Lobby zu verstehen als als k&#228;mpferische Organisation der Arbeit. Und nicht daf&#252;r, dass sie ein korporatistisches Programm vertrete.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Wenn sie Politik macht, indem sie vor </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;sozialem Sprengstoff&#8220; </span><span>warnt (15: 1), dann begeht sie dabei abermals ihren zentralen Fehler, ihre Anliegen (ob nur rhetorisch oder nicht) in solche der Nation zu verwandeln. Es ist aber nicht wahr, dass sie dabei nichts mehr verwandeln w&#252;rde, und es ist auch nicht wahr, dass dadurch ihr Gegensatz zu den Interessen der Gegenseite zum Verschwinden gebracht w&#252;rde.</span></p><p style="text-align: justify;"><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Vom Standpunkt des nationalen Wohls aus beurteilt, fallen Lohnzahlungen immer unter die Rubrik der volkswirtschaftlichen Unkosten [...]&#8221; </span><span>(15: 10-11). Das ist zwar volkswirtschaftlich gar nicht so ohne Weiteres wahr, betriebswirtschaftlich jedoch allemal, und w&#228;re neben dem zitierten Politiker-Mut zu</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);"> &#8220;unpopul&#228;ren Entscheidungen&#8221; </span><span>(15: 7) einfach nur das n&#228;chste Argument daf&#252;r, dass Arbeiter eine Gewerkschaft brauchen.</span></p><p style="text-align: justify;">In der Fassung der MG ist die Gewerkschaft eine Organisation, die nichts anderes tut als den Opfermut des von ihr vertretenen Standes zu organisieren, um dar&#252;ber politische Anerkennung f&#252;r ihn zu erhalten, bis hin zur kompletten Aufgabe jedes eigenst&#228;ndigen Interesses. Die MG bringt zum Finale ihren Begriff der Gewerkschaft dahin, dass es sie eigentlich nicht mehr gibt: Sie ist machtlos, in keiner Weise ein Hindernis f&#252;r ihre Gegenseite und politisch linientreue Arbeitsfront f&#252;r das nationale Ganze (<span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8221;[...] sich mit ihren materiellen Anliegen den Staats-&#8220;Notwendigkeiten&#8221; allezeit </span><em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">unterzuordnen</span></em><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;</span><span> (15: 22).)</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Ja, die Arbeitnehmerschaft 1985 wie heute dient einem ihr entgegengesetzten Interesse.</span><strong><span> </span></strong><span>Nur wof&#252;r und wogegen spricht das eigentlich? Die Gewerkschaft muss wegen der &#246;konomischen Rolle ihrer Klientel st&#228;ndig k&#228;mpfen und kann nicht einfach vertreten, so sehr sie das auch will. Auf ihre Macht bleibt sie als letztes Argument zur&#252;ckgeworfen, so sehr ihre Funktion&#228;re es anders sehen m&#246;gen. Die MG sagt: Die Gewerkschaft vertritt ein nicht anerkanntes Interesse, ihr bleibt nur Opfermut und den organisiert sie als Beh&#246;rde, sie ist Transmissionsriemen. Wahr ist: Sie bleibt der Widerspruch: Grund (Gegensatz von Kapital und Arbeit) und Zweck (den gerechten Preis der Arbeit verhandeln) fallen in ihr auseinander. Sie muss k&#228;mpfen, sie hat nur ihre Macht. Sie f&#252;hrt sich an allen m&#246;glichen Stellen auf wie Beh&#246;rde, Lobbyverband, </span><em><span>aber sie ist es nicht</span></em><span>. Wieso und f&#252;r wen sollte daraus folgen, den auch in ihrem Handeln immer bleibenden Grund der Gewerkschaft zu leugnen, um sie abzuschreiben? Eine Gewerkschaft bleibt eine Gewerkschaft bleibt eine Gewerkschaft.</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Bleibt noch festzustellen: </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8220;Dank gewerkschaftlicher Macht sind die Proleten zu B&#252;rgern aufgestiegen. Was tut es da noch zur Sache, da&#223; sie Proleten geblieben sind.&#8221; </span><span>(15: 30-31).</span></p><p style="text-align: justify;"><span>Ja. Und jetzt?</span></p><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p><span>Text: https://msz.gegenstandpunkt.com/1985-10-dgb-gewerkschaft-perfekt.</span></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p><span>Und wenn dann doch noch Leser zu der Auffassung finden sollten, dass alles, was in dem Text steht, nichts mit irgendwas zu tun hat, dann war es eben die Kritik </span><em><span>einer</span></em><span> Theorie und nicht </span><em><span>der</span></em><span> Theorie.</span></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p><span>Dass Politik und Arbeitgeber laufend ihre n&#228;chsten Schweinereien, die hart arbeitenden Menschen zu widerfahren haben (indem man andere hart arbeitenden Menschen rasiert usw. usf.), im Namen der Gerechtigkeit ank&#252;ndigen, &#228;ndert daran exakt gar nichts. Nat&#252;rlich appelliert man an eine vern&#252;nftige Idee, wenn man das Gegenteil verkaufen will, was denn sonst ... wie soll denn Verlogenheit sonst gehen?</span></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p><span>Die Entpolitisierung der Gewerkschaft, um sich nicht des Fehlers einer &#8220;positiven Bezugnahme auf den Staat&#8221; schuldig zu machen, ist allerdings keine Vermeidung dieses Fehlers, ein methodischer &#8220;Anti-Nationalismus&#8221; unter Preisgabe politischer Interventionsf&#228;higkeit keine L&#246;sung dieses Problems: Vielmehr ist die einzige L&#246;sung Internationalismus auch bei aller politischen Intervention und die Einsicht, dass die Interessen der Arbeiterklasse am besten da aufgehoben sind, wo sie sich nicht selbst als Teil der Standortkonkurrenz begreift.</span></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>z. B. Inflation bilanziert und Kompensation verlangt, Produktivit&#228;t bilanziert und Beteiligung verlangt.</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-6" href="#footnote-anchor-6" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">6</a><div class="footnote-content"><p><span>Um es gleich vorwegzunehmen: Der Einwand, dass wenige aber nur wenige sind, ist keiner. Der Zustand der Marginalisierung trifft auf so manche zu und dass das Erfolgsargument das gemeinste ist, haben wir ja alle gelernt.</span></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-7" href="#footnote-anchor-7" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">7</a><div class="footnote-content"><p><span>Recht betrachtet ist sie eine &#8220;S&#228;ule der Demokratie wie die Wehrmacht (Bundeswehr)&#8221; (10: 27-28.). Klarer Fall. Man muss eben nur abstrakt genug denken, dann ist alles das gleiche. Dass die Gewerkschaft mal eine genossenschaftliche Wohnungsbaugesellschaft hatte, hatte nat&#252;rlich auch nur einen Zweck: Dass nationalistische Sich-Einrichten der Proleten in der Bundesrepublik (ebd.: 29-30). Klarer Fall. Zum Gl&#252;ck muss das heute keiner mehr &#252;ber sich ergehen lassen.</span></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-8" href="#footnote-anchor-8" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">8</a><div class="footnote-content"><p>Die Gewerkschaften heutzutage m&#252;ssen zwar nicht um ihre Existenz &#252;berhaupt f&#252;rchten. Die St&#246;rung der &#246;ffentlichen Ordnung und kritischer Infrastruktur, d.h. ihrem entscheidenden Machthebel, zu der sie hin und wieder in der Lage sind, geben Politikern regelm&#228;&#223;ig Anl&#228;sse das "Streikrecht" anzupassen, Gewerkschaften also faktisch zu schw&#228;chen.</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-9" href="#footnote-anchor-9" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">9</a><div class="footnote-content"><p><span>Selbst da, wo die Gewerkschaft nicht den Streik organisiert, sondern nur Rechtsschutz bietet, ist der moderne Arbeiter immer noch mehr als W&#228;hler. Aber die MG behauptets mal eben, weil jede Widerlegung ja letztlich keine sein kann, weil wo was ihrem Begriff nicht entspricht, da entspricht es ihm nur </span><em><span>noch</span></em><span> nicht, ist </span><em><span>noch</span></em><span> nicht endg&#252;ltig zu sich selbst gekommen (</span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;reife Gewerkschaft&#8220;</span><span> (11: 23), </span><span data-color="#0000ff" style="color: rgb(0, 0, 255);">&#8222;Das vollst&#228;ndig entwickelte Gewerkschaftsmitglied&#8220;</span><span> (11: 32)). Diese Wahrheit ist unbeschmutzbar.</span></p></div></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>