<script data-pm-proxy="intercept"></script><?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Substack von Magdalena]]></title><description><![CDATA[Mein persönlicher Substack]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!B8J8!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e25b00e-f651-4a51-8355-fc4e93470e74_2544x3392.jpeg</url><title>Substack von Magdalena</title><link>https://magdalenaherrmann.substack.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Fri, 04 Sep 2026 05:10:59 GMT</lastBuildDate><atom:link href="/__u/magdalenaherrmann.substack.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[magdalenaherrmann@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[magdalenaherrmann@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[magdalenaherrmann@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[magdalenaherrmann@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Schließende Kreise]]></title><description><![CDATA[Warum man manchmal erst r&#252;ckw&#228;rts erkennt, wo man angekommen ist]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/schlieende-kreise</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/schlieende-kreise</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Fri, 21 Aug 2026 11:24:35 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!xanD!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9f0ee143-b149-4a8b-80cd-b6ba299aca00_1272x1696.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>W&#252;rde ich mein Leben abtippen und einem Lektor vorlegen, w&#252;rde der erst mal das meiste streichen. Plot zu platt. Zu viele Schlussfolgerungen, die wie aus einem Lehrbuch wirken. W&#252;rde im Realen so nie passieren. Spoiler: doch. </p><p>Stellt sich raus, das Leben ist kein Roman. Statt in epischen Kriegen zu k&#228;mpfen, sitze ich vor epischen Rechnungen und sortiere Daten wie ein Soldat Patronen. Wenn ich in den Himmel sehe, fliegen dort Lenkdrachen statt mystischer Wesen. Keine Vampire, keine D&#228;monen, nicht mal Feen. Und trotzdem schlie&#223;t das Leben manchmal Kreise, die sich im Nachhinein wie geplottet anf&#252;hlen. </p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://magdalenaherrmann.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen von Substack von Magdalena! Abonnieren Sie kostenlos, um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Beginnen wir bei meiner Arbeit. Vor zehn Jahren trat ich eine Lehre als Zahnarzthelferin an. Ich war gerade vollj&#228;hrig geworden und fuhr stolz einen pinken Renault Twingo mit bunten Seifenblasen, den mein Dad mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Mein erstes Auto mit den unvergesslichsten Geschichten. Aber ich schweife ab. </p><p>Meine Lehre war ... interessant. Zum ersten Mal musste ich mich in unsichtbaren Systemen behaupten. Mein Chef war streng, aber gerecht. Seine Frau arbeitete ebenfalls dort. Es gab klare Hierarchien, aber ich war motiviert, verl&#228;sslich, belastbar und wollte lernen. Dazu hatte ich seit jeher einen unersch&#252;tterlichen Sinn f&#252;r Humor. Nicht so, dass ich Witze rei&#223;en w&#252;rde. Es ist eher mein Leben an sich, das mir immer wieder etwas zum Lachen gab. Und so kam es, dass ich langsam aufstieg. Mehr alleine arbeitete. Aufgaben &#252;bernahm, die ich alleine nicht h&#228;tte ausf&#252;hren d&#252;rfen. Aber ich sah das als gro&#223;es Vertrauen mir gegen&#252;ber. Im Nachhinein empfinde ich das anders.</p><p>Irgendwann war ich kein Azubi mehr. Drei weitere Jahre blieb ich trotzdem dort. Ich wurde &#228;lter und sicherer, lernte R&#252;ckschl&#228;ge wegzustecken und vor allem, mich nicht unter Wert zu verkaufen. Was bald zu einem Thema wurde. Ein mickriges Gehalt f&#252;r all mein K&#246;nnen. Ich war damals so entt&#228;uscht und beschloss zu gehen. </p><p>Eine riesige neue Praxis mit neuen Kollegen, neuen Chefs und neuen Aufgaben kam. Jeder wollte anders behandeln. Jede Zweigpraxis war anders aufgebaut. Und der big Boss war ein Choleriker. Und trotzdem habe ich mich auch da durchgek&#228;mpft, zu einer Zeit, in der es mir k&#246;rperlich immer schlechter ging. Folgte Systemen, die man weder anfassen, riechen oder sehen konnte. Ich machte mich wichtig f&#252;r die Praxis. Aus mir wurde die Verl&#228;ssliche. Die Belastbare. Die, die nicht klagt. </p><p>Aber nicht nur das. Ich fand Kollegen, die mehr waren als ein oberfl&#228;chliches Hallo. Irgendwann kannte man die Geschichten hinter den Gesichtern, wusste, wer gerade einen schlechten Tag hatte und wer einen Witz brauchte.</p><p>Dann er&#246;ffnete eine neue, junge Praxis in derselben Ortschaft. Mein damaliger Chef war ... ich w&#252;rde es weniger w&#252;tend nennen. Eher panisch. Pl&#246;tzlich wurde auf den &#8218;Auftritt&#8216; wert gelegt. Ein Foto Team wurde engagiert, um die Webseite zu erneuern. &#214;ffnungszeiten wurden angepasst. Artikel in der lokalen Zeitschrift erstellt. Und ich? Ich lieb&#228;ugelte heimlich mit dieser Praxis. Ich dachte daran, wie cool es w&#228;re, etwas von Anfang an mit aufzubauen. </p><p>Aber ich konnte das nicht tun. Ich konnte nicht von dieser Praxis in die direkte Konkurrenz wechseln. F&#252;r mich pers&#246;nlich war das damals nicht vorstellbar. Genau da passierte etwas. Mein Ausbilder kam zur&#252;ck. Machte mir ein Angebot. Nach all den Jahren. Und ich ging zu ihm zur&#252;ck. Warum? Wegen des Geldes? Oder weil er sich die M&#252;he gemacht hatte, genau mich zu fragen? Ich wei&#223; es nicht mehr. Leider stellte es sich zu diesem Zeitpunkt als fataler Fehler heraus. </p><p>Die Hierarchie hatte sich ver&#228;ndert. Ich war pl&#246;tzlich ganz unten. Durfte nichts eigenst&#228;ndig machen. Wurde t&#228;glich ins B&#252;ro zitiert. Falsche Kleidung. Falsche Sprache. Falsches Verhalten. Jeden Tag fiel ihm etwas anders ein. Ich glaube, er wollte keine Mitarbeiterin. Er wollte eine Untergebene. Meine erste Reaktion war: Dann muss ich eben noch h&#228;rter arbeiten. Mehr &#220;berstunden. Mehr Engagement. Mehr. Mehr. Mehr. </p><p>Meine Endometriose erreichte gleichzeitig ihren H&#246;hepunkt. Pl&#246;tzlich war arbeiten kein neutrales Ereignis mehr. Jedes Wochenende war belastet von der Angst der kommenden Woche. Und aus irgendeinem Grund setzte ich mir damals ein Ziel. Ein Jahr halte ich es aus. Keine zehn Monate oder drei Wochen. Genau ein Jahr. </p><p>Kurz vor Ablauf der Zeit ploppte eine Anzeige auf. Ausgerechnet von der Praxis, mit der ich damals schon gelieb&#228;ugelt hatte. Sie suchten eine ZMP. Das war eine Art der Fortbildung, die ich nicht hatte. Also bewarb ich mich woanders. Absage. Klasse. Weiter im Trott. Und dann, eines Tages, ich war v&#246;llig erledigt nach der Arbeit auf dem Weg zu meinem Auto, scrollte ich ziellos auf dem Handy herum. Gesucht: ZFA. Ich dr&#252;ckte sofort auf Bewerben. Kein Abw&#228;gen. Kein &#8222;Ich schlafe noch mal dr&#252;ber&#8220;. Ich wusste einfach: Da muss ich hin. Und ich wurde quasi sofort kontaktiert. Um genau zu sein, als ich auf der Heimfahrt war.</p><p>Also auf zum heimlichen Bewerbungsgespr&#228;ch. Und da sa&#223; ich nun, in dieser modernen Praxis, mit einem jungen Chef, und musste all meine gelernten Verhandlungsstrategien pr&#228;sentieren, die eigentlich nur aus einem Satz bestanden: Ich kann hart arbeiten und bin zuverl&#228;ssig. Es verlief sehr gut und professionell. Ich habe mir wirklich alle M&#252;he gegeben. Mein Gef&#252;hl sagte mir, dass ich genau hierher muss. </p><p>Wir verabschiedeten uns also, jeder stieg in sein Auto, er in einen Tesla, ich mittlerweile in einen Fiat. Vor den Augen meines m&#246;glicherweise zuk&#252;nftigen Chefs parkte ich gekonnt aus. Und rammte erst mal den Pfosten weg.</p><p>Hell no!</p><p>Also standen Zahnarzt und Assistenz vor einer demolierten Sto&#223;stange und betrachteten sie mit schiefgelegten K&#246;pfen, als k&#246;nnten wir diese Situation gemeinsam l&#246;sen.</p><p>So viel zum ersten Auftritt.</p><p>Endlich konnte ich k&#252;ndigen, was nicht einfach war. Trotzdem zog ich durch, angetrieben von diesem inneren Druck, endlich wieder gl&#252;cklich zu werden. </p><p>Dann kam der erste Arbeitstag. Und ich kam nicht in ein fertiges, liebes Team. Eher vergleichbar mit einem brennenden M&#252;llcontainer. Alle waren v&#246;llig am Ende. Es gab massive Uneinigkeiten. Leute, die am liebsten alles hingeworfen h&#228;tten. Irgendwo flatterte ein metaphorisches aufgescheuchtes Huhn zwischen den G&#228;ngen entlang. Und ich tat, was ich am besten konnte: Einfach durchziehen. Kollegen entlasten. Witz in den Alltag bringen. </p><p>Und langsam geschah etwas. Abl&#228;ufe wurden neu strukturiert. Die Gem&#252;ter beruhigten sich. Aus Kollegen wurden echte Freundschaften. Und zum ersten Mal bemerkte ich, dass meine Arbeit nicht einfach als selbstverst&#228;ndlich hingenommen wurde.</p><p>Mehr Urlaub, als uns eigentlich zustand. Eine Gehaltserh&#246;hung, ohne dass ich darum k&#228;mpfen musste. Ausfl&#252;ge nach Wien, Regensburg und N&#252;rnberg. Nach Feierabend noch zusammen Eis essen. Alberne Abstimmungen, bei denen der Chef kurzerhand mehr Stimmen abgab, als die Praxis Mitarbeiter hatte.</p><p>Endlich hatte ich die Sicherheit, mich um meinen K&#246;rper zu k&#252;mmern. Meine Endometriose wurde operiert und behandelt. Ich konnte zur Schmerztherapie gehen und mehrere Wochen ausfallen, ohne Angst haben zu m&#252;ssen, dass mir jemand daraus einen Vorwurf machte. Im Gegenteil. Die Menschen um mich herum wollten, dass es mir besser ging. Das war v&#246;lliges Neuland f&#252;r mich.</p><p>Und heute, nach zehn Jahren harter Arbeit, bin ich endlich angekommen. Probleme werden gemeinsam gel&#246;st. Wertsch&#228;tzung ist da. Man f&#228;ngt sich gegenseitig auf. Aus dem brennenden Container wurde ein eingespieltes Team. </p><p>Ich erinnere mich an eine Patientin, die w&#228;hrend einer Behandlung pl&#246;tzlich mit ihrem Kreislauf und starker Angst zu k&#228;mpfen hatte. Ich wusste die Grundlagen. Zur&#252;cklegen. Beine hoch. Fenster auf. Ruhig bleiben. F&#252;r alles andere gab es keinen Plan.</p><p>Also holte ich meine Kollegin. Sie kam sofort. Gemeinsam k&#252;mmerten wir uns um die Patientin und langsam beruhigte sie sich. Irgendwann griff sie nach meiner Hand. Also hielt ich sie. Ich strich ihr &#252;ber die Hand, atmete mit ihr und sagte irgendwann das Einzige, von dem ich wusste, dass ich es in ihrer Situation selbst h&#246;ren wollte:</p><p>&#187;Ich gehe nicht weg. Ich bleibe hier. Du bist sicher.&#171;</p><p>Danach ging die Arbeit weiter. Trotz des Stresses nahm sich mein Chef kurz die Zeit, nach mir zu sehen. Zu fragen, ob bei mir alles okay war.</p><p>Sp&#228;ter erfuhr ich, dass die Patientin noch einmal zur&#252;ckgekommen war und sich mit einer gro&#223;en Packung Merci bedankt hatte. Sie h&#228;tte das nicht tun m&#252;ssen. Vielleicht ber&#252;hrte es mich gerade deshalb so sehr.</p><p>Abends schrieb mir meine Kollegin eine lange Nachricht. Sie bedankte sich daf&#252;r, mich als Kollegin zu haben.</p><p>Und irgendwo zwischen ihrer Nachricht, der Merci-Packung und diesem v&#246;llig gew&#246;hnlichen absurden Arbeitstag schloss sich in mir ein Kreis. Zehn Jahre lang hatte ich gelernt, durchzuhalten. Belastbar zu sein. Weiterzumachen. Mehr zu geben, wenn etwas nicht funktionierte. Ich hatte gelernt, meinen Wert darin zu sehen, diejenige zu sein, die alles auff&#228;ngt.</p><p>Heute wei&#223; ich, dass St&#228;rke gar nicht bedeutet, alles allein tragen zu k&#246;nnen.</p><p>Manchmal bedeutet sie, jemanden aufzufangen und darauf vertrauen zu k&#246;nnen, dass jemand da ist, wenn man selbst f&#228;llt.</p><p>Und der Kreis? Den habe ich nicht erkannt, als ich noch darin herumlief. In diesem beschissenen Jahr gab es keinen Kreis, nur Montagmorgen. Als die ZMP-Anzeige kam: kein Kreis. Als ich gegen den Pfosten gefahren bin: definitiv kein Kreis. Nur eine Sto&#223;stange mit akuten strukturellen Problemen. Erst zehn Jahre sp&#228;ter kann ich die Linie erkennen.</p><p>Vielleicht bedeutet Ankommen gar nicht, endlich keine Probleme mehr zu haben. Vielleicht bedeutet es, einen Ort gefunden zu haben, an dem man sie nicht mehr allein l&#246;sen muss.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!xanD!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9f0ee143-b149-4a8b-80cd-b6ba299aca00_1272x1696.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!xanD!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9f0ee143-b149-4a8b-80cd-b6ba299aca00_1272x1696.jpeg 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!xanD!, 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Abonnieren Sie kostenlos, um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Aus Schülerinnen werden Kolleginnen]]></title><description><![CDATA[Und ich bin verdammt stolz auf sie.]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/aus-schulerinnen-werden-kolleginnen</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/aus-schulerinnen-werden-kolleginnen</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 29 Jul 2026 09:46:00 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!TzAE!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F547eda15-25d5-44fe-b6b9-218cd554e82d_1774x887.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Jahre lang war so gut wie jeder Mittwoch Nachhilfetag und wie es aussieht, haben alle drei meiner M&#228;dels ihre Abschlusspr&#252;fung bestanden. Ich glaube, ich muss diesen Satz selbst erst einmal begreifen. </p><p>Jeden. Verdammten. Mittwoch.</p><p>Als ich damit angefangen habe, dachte ich, Nachhilfe bedeutet vor allem, Stoff zu erkl&#228;ren. Medizin, Anatomie, Hygiene, Abrechnung. Dinge so lange auseinanderzunehmen, bis sie verstanden sind. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das eigentlich nur ein Teil davon ist.</p><p>Wir haben gemeinsam herausgefunden, wie unterschiedlich Menschen lernen. Manche mussten etwas sehen. Andere dar&#252;ber reden. Und manche mussten offenbar ihre Nachhilfelehrerin durch den Raum jagen, weil sie beschlossen hatte, ein Blutk&#246;rperchen zu sein und vor den Herzkammern wegzurennen.</p><p>Ja. Das ist passiert.</p><p>Wir haben gezeichnet, diskutiert, gespielt, wiederholt und Pr&#252;fungsfragen in ihre Einzelteile zerlegt. Wir hatten Erfolgserlebnisse und R&#252;ckschl&#228;ge. Momente, in denen pl&#246;tzlich alles Sinn ergab, und solche, in denen wir uns vermutlich alle gefragt haben, warum etwas, das wir schon f&#252;nfmal besprochen hatten, einfach wieder aus dem Kopf verschwunden war. Also haben wir es ein sechstes Mal versucht. Anders.</p><p>Und zwischen all dem passierten Dinge, die mit Medizin &#252;berhaupt nichts zu tun hatten. Einmal haben wir zum Cool-down Jenga gespielt. Wer keinen Stein ziehen wollte, durfte stattdessen eine medizinische Frage beantworten. Wenn der Turm bei mir einst&#252;rzte, durften sie mir eine Frage ihrer Wahl stellen.</p><p>Irgendwann wurden aus lustigen Fragen ernstere. Gef&#252;hle wurden ausgesprochen. &#196;ngste und Unsicherheiten. Vorsichtig, fast so, als m&#252;sste man erst herausfinden, ob man sie in diesem Raum wirklich aussprechen darf.</p><p>Da wurde mir bewusst, wie viel junge Menschen mit sich herumtragen. Wie gro&#223; die Angst sein kann, nicht ernst genommen zu werden. Dass es niemanden interessiert. Oder dass etwas, das man ehrlich erz&#228;hlt, irgendwann gegen einen verwendet wird. Und vielleicht war Mittwoch deshalb irgendwann nicht mehr nur Nachhilfe. Nat&#252;rlich haben wir gelernt. Nat&#252;rlich wollte ich, dass sie ihre Pr&#252;fungen bestehen.</p><p>Aber wir haben auch herausgefunden, wie man im Leben besteht. Wie man mit Versagensangst umgeht. Wie man nach einem R&#252;ckschlag weitermacht. Und dass nicht jeder Kopf auf dieselbe Weise funktioniert.</p><p>Und wir haben verdammt viel gelacht.</p><p>Jetzt, zwei Jahre sp&#228;ter, sieht es danach aus, als h&#228;tten alle drei bestanden. Den letzten Schritt mussten sie selbst gehen. Sie sa&#223;en dort, haben ihre Nervosit&#228;t ausgehalten, ihr Wissen zusammengesucht und ihre Pr&#252;fung geschrieben. Dieser Erfolg geh&#246;rt ihnen.</p><p>Aber &#8230; wenn ich auf all diese Mittwoche zur&#252;ckblicke, bleibt trotzdem ein kleines St&#252;ck davon bei mir. In all den Erkl&#228;rungen. Den Spielen. Den Gespr&#228;chen. Den Momenten, in denen wir dachten, wir kommen nicht weiter, und es trotzdem wieder versucht haben.</p><p>Mit einem Jenga-Turm &#8230;</p><p>Und irgendwo zwischen rechter Herzkammer und Lunge, wo ein erwachsenes Blutk&#246;rperchen vor einer Horde Azubis davonrannte, wurde mir irgendwann klar, dass ich ihnen nicht nur beim Erwachsenwerden zugesehen habe. W&#228;hrend sie lernten, ihren eigenen Weg zu gehen, habe auch ich gelernt, meinen mutiger zu gehen.</p><p>Zwei Jahre Mittwoch.</p><p>Und jetzt werden aus meinen Sch&#252;lerinnen Kolleginnen. </p><p>Darauf bin ich verdammt stolz.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!TzAE!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F547eda15-25d5-44fe-b6b9-218cd554e82d_1774x887.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!TzAE!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, 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Audi-Ring wichtige Verkehrsachsen rund um das Audi-Werk, das Klinikum sowie ein gro&#223;es Einkaufszentrum. Nun k&#246;nnte sich dies im Zuge der geplanten Umgestaltung des Areals grundlegend &#228;ndern. Nach Bekanntwerden erster Pl&#228;ne zeigte sich der Kreisverkehr erstmals &#246;ffentlich entt&#228;uscht und k&#252;ndigte Widerstand an.</p><p>Im Rahmen eines Europan-Wettbewerbs wurde ein Siegerentwurf mit dem Namen &#8222;Inge&#8220; vorgestellt. Dieser sieht vor, den bisherigen Kreisverkehr aufzul&#246;sen und stattdessen vier eigenst&#228;ndige Stra&#223;en mit Fu&#223;- und Radwegen zu errichten. Sollte die Planung umgesetzt werden, w&#252;rde der Audi-Kreisel in seiner heutigen Form verschwinden.</p><p>Dabei blickt der Verkehrsknotenpunkt auf eine lange Geschichte zur&#252;ck. Fast 70 Jahre lang habe er den Verkehr zuverl&#228;ssig geregelt und zahlreiche Ver&#228;nderungen miterlebt.</p><p>&#8222;Seit knapp 70 Jahren stehe ich genau hier. Ich verbinde wichtige Knotenpunkte. Ich habe alles ertragen. Raser. Audis. So viele Audis&#8220;, berichtet der Kreisel. Besonders eine Sache sei ihm jedoch bis heute in Erinnerung geblieben. &#8222;Und meinen Sie, die h&#228;tten nur ein einziges Mal geblinkt? Nur ein Mal?&#8220;</p><p>Der Kreisverkehr galt &#252;ber viele Jahre als einer der bekanntesten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. W&#228;hrend er fr&#252;her mit drei Fahrstreifen ausgestattet war, wurde die Anzahl im Zuge verschiedener Verkehrsoptimierungen auf zwei reduziert. Trotz der &#196;nderungen gilt der Bereich aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens bis heute als anspruchsvoll.</p><p>&#8222;Fr&#252;her war alles leichter&#8220;, erkl&#228;rt der Kreisel nachdenklich. &#8222;Und jetzt kommen sie mir mit der Inge. Eine flotte neue Stra&#223;e, die mich einfach ersetzen soll.&#8220;</p><p>Auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft kommen kritische Stimmen. Eine Ampel, die den Kreisverkehr seit Jahren kennt, sieht die Entwicklung gelassener.</p><p>&#8222;Ach komm. Man nennt dich nicht ohne Grund den Horror-Kreisel.&#8220;</p><p>Der Betroffene widerspricht entschieden.</p><p>&#8222;Also ist es jetzt meine Schuld?&#8220;</p><p>Die Ampel versucht zu beschwichtigen.</p><p>&#8222;Ich sage nur, dass es Zeit f&#252;r die Zukunft wird, alter Freund.&#8220;</p><p>Diese Worte scheinen den Kreisverkehr tief zu treffen. Nach einer l&#228;ngeren Pause k&#252;ndigt er schlie&#223;lich Konsequenzen an.</p><p>&#8222;Nein. Das kann ich nicht akzeptieren. Ich werde demonstrieren!&#8220;</p><p>Auf Nachfrage, wie ein Kreisverkehr protestieren wolle, folgte zun&#228;chst Schweigen. Kurz darauf legte der Verkehrsknotenpunkt jedoch nach ersten Angaben s&#228;mtliche Fahrbahnmarkierungen ab und machte sich unbekleidet auf den Weg in Richtung Audi Forum.</p><p>&#8222;Ihr denkt, ihr k&#246;nnt 70 Jahre lang auf mir verkehren und mich dann einfach so entsorgen? Denen zeige ich es!&#8220;, rief der Kreisel laut Augenzeugen. Nach eigenen Angaben wolle er Inge in persona erkl&#228;ren, wie ein optimaler Verkehrsfluss zu laufen habe.</p><p>Noch bevor er das Gel&#228;nde erreichen konnte, wurde er von Einsatzkr&#228;ften gestoppt. Die Polizei nahm den Verkehrsknotenpunkt vorl&#228;ufig fest. &#220;ber m&#246;gliche Konsequenzen wurde zun&#228;chst nichts bekannt.</p><p>Audi &#228;u&#223;erte sich auf Anfrage nicht zu den Vorw&#252;rfen, best&#228;tigte jedoch, k&#252;nftig auf Abstand zum Kreisverkehr gehen zu wollen.</p><p>Ob der geplante Umbau tats&#228;chlich umgesetzt wird, steht derzeit noch nicht endg&#252;ltig fest. Der Audi-Kreisel hofft nach eigenen Angaben dennoch weiterhin auf eine &#8222;verkehrsgerechte Zukunft mit etwas mehr Wertsch&#228;tzung und deutlich mehr Blinkern&#8220;.</p><p><em>Redaktion: Magdalena Herrmann </em></p><p><strong>Die Redaktion ist bereits mit weiteren Gespr&#228;chspartnern im Austausch.</strong></p><p><strong>Quellen:</strong></p><ul><li><p><a href="https://www.ingolstadt.de/Home/-Inge-hat-gewonnen.php?FID=3052.19641.1&amp;ModID=7&amp;NavID=2789.1&amp;object=tx,2789.5.1&amp;utm_source=chatgpt.com">Stadt Ingolstadt: &#8222;Inge&#8220; hat gewonnen &#8211; Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens f&#252;r die Umgestaltung des Audi-Kreisels</a></p></li><li><p><a href="https://www.regionalreporter.de/regionales/ingolstadt/wird-der-audi-kreisel-abgerissen?utm_source=chatgpt.com">RegionalReporter: &#8222;Wird der Audi-Kreisel abgerissen?&#8220;</a></p></li><li><p><a href="https://www.europan.de/wettbewerb-e17/standorte/e17-ingolstadt?utm_source=chatgpt.com">Europan Deutschland: Wettbewerb E17, Standort Ingolstadt</a></p><p></p></li></ul><blockquote><p><strong>Redaktioneller Hinweis:</strong> Dieser Artikel basiert auf realen Ereignissen und &#246;ffentlich zug&#228;nglichen Informationen. Die im Text zitierten Aussagen des Kreisverkehrs spiegeln dessen pers&#246;nliche Sichtweise wider.</p></blockquote><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!sudd!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F2c2f3c08-f11f-4386-87ac-6135cb00aa4b_851x315.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!sudd!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F2c2f3c08-f11f-4386-87ac-6135cb00aa4b_851x315.jpeg 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!sudd!, 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class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://magdalenaherrmann.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/magdalenaherrmann.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Scheiß drauf]]></title><description><![CDATA[Ich schei&#223; drauf.]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/schei-drauf</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/schei-drauf</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Fri, 12 Jun 2026 11:10:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!H5x4!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F440816a6-958a-4b96-9d35-bca3abc7959e_4000x6000.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ich schei&#223; drauf. </p><p>Sei still. L&#228;chle. Funktioniere. <br>Falle nicht auf. Sprich nicht aus, was du denkst, nur das, was sie h&#246;ren wollen.</p><p>Das hat jetzt ein Ende. Ich bin kein ja Sager. Werde es nie sein. Ich bin auff&#228;llig, bunt, wild, unz&#228;hmbar und gleichzeitig voller Zweifel, Sorgen und ungeschniegelter Menschlichkeit. </p><p>Schei&#223; auf Gesellschaft. Identit&#228;t. Beziehungsmuster. Alltag. Essen. </p><p>Ich stehe auf der Waage. Zu viel. BMI sagt, du bist ein unsportliches St&#252;ck Dreck. Aber was ist mit Muskelmasse? Frauen d&#252;rfen keine Muskeln haben. Sie sollen feminin und sanft sein. Jemand wie du ist eine Anomalie!</p><p>Ich kaufe etwas zu essen. Alles verseucht. Vergiftet. &#220;berteuert. Egal. Nimm es. Schluck es runter. So wie alles. Sei still. Mach mit. Ist nicht so, als h&#228;ttest du eine Wahl.</p><p>Ich habe mich seit 47,4 Stunden nicht bei ihr gemeldet. Sie wird sauer sein. Sie wird sich vernachl&#228;ssigt f&#252;hlen. Aber eigentlich braucht sie dich nicht f&#252;r ihr Leben. Wenn du anders bist, wirst du fallengelassen. Dann bist du nur eine weitere ungeliebte Figur zwischen den Puppen aus Gleichg&#252;ltigkeit. Ihr Leben ist wichtig. Deines ... eher nicht.</p><p>Ich sehe auf mein Handy. L&#252;gen. Hass. Falsches L&#228;cheln. Wie, dein Leben ist kein Instagram-Filter? Hast du etwa eine andere Meinung? Falsch. Du bist falsch! Nur wir kennen die Antwort. Nur wir wissen, wie man richtig existiert. Existieren. Ein Dasein, st&#228;ndig beobachtet. Augen, &#252;berall um dich herum. Sie kennen dich nicht. Und doch wissen sie alles &#252;ber dich!</p><p>Ich nehme ihre Hand. Sei nett. Aber nicht zu nett. Sonst k&#246;nnten sie noch meinen, du bist homosexuell. Vielleicht stehst du darauf? Aber wir sind ja liberal. Es ist okay. Au&#223;er, du bist es wirklich.</p><p>Ich kehre heim, nach zehn Stunden Arbeit. Aber du darfst nicht m&#252;de sein. Keine Augenringe. Kein Schwei&#223;geruch. Du bist doch zivilisiert! Hast du auch immer brav ja gesagt? Bist &#252;ber die Kraft deines K&#246;rpers gegangen? Hast deine Seele bet&#228;ubt, so wie jeder gute B&#252;rger es tut? Au&#223;er du bist jung. Dann musst du nat&#252;rlich mehr leisten. Es ist schlie&#223;lich deine eigene Schuld, dass du dir kein Haus leisten kannst. </p><p>Und was ist mit Kindern? Du bist schon ziemlich alt. Macht deine biologische Uhr das noch mit, oder l&#228;uft sie bereits ab? </p><p>Mach deinen Haushalt. Sei eine gute Ehefrau. Treib Sport. Tu was f&#252;r dich. Aber nicht zu viel, sonst bist du selbstverliebt. Sei freundlich, aber nicht gutgl&#228;ubig. Und was hast du da heute wieder an? Passt nicht zu deiner Figur. Nicht zu deiner Augenfarbe. Aber du bist auch ein Widder, was soll man da schon gro&#223; erwarten.</p><p>Du willst dich nicht selbst &#252;bergehen? Aber wir m&#252;ssen doch pragmatisch sein. Nicht auffallen. Nicht widersprechen. Wieso bist du nicht endlich still?!</p><p>Ein k&#252;nstliches L&#228;cheln starrt mich an. Verh&#246;hnt mich. Meine H&#228;nde klammern sich um das kalte Handy. Etwas rei&#223;t. Ich schleudere es weg. Wasser dringt in den Screen, verzerrt die gefakte Welt, bis er dunkel wird. Ein schiefes Grinsen verzieht meine Lippen. Es ist nicht nett. Meine Finger finden die Sp&#252;lung. Ich sehe zu, wie es verschwindet. </p><p>Ich schei&#223; auf Pragmatismus! </p><p>Ich trete auf die Waage. Es knackt furchtbar. </p><p>Der Duschkopf wird herausgerissen.</p><p>Mein Spiegelbild starrt mich an, aber nicht lange. Nur, bis meine Faust das Glas zerst&#246;rt. Gebrochene Teile meines Selbst lachen gel&#246;st. Endlich. Ein echtes Lachen! Es ist laut, derb und versteckt sich nicht l&#228;nger. </p><p>Sie ist verr&#252;ckt. Aber sie ist echt. </p><p>Und als ich mein verw&#252;stetes Badezimmer betrachte und kaum zu Atem komme, schlie&#223;e ich die Augen. Denn es wird endlich still in mir. </p><p>Still und ... einsam. </p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://magdalenaherrmann.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/magdalenaherrmann.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!H5x4!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F440816a6-958a-4b96-9d35-bca3abc7959e_4000x6000.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!H5x4!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, 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Was soll schon schiefgehen?]]></title><description><![CDATA[Spoiler: Alles]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/alien-soldaten-planen-einen-junggesellenabschied</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/alien-soldaten-planen-einen-junggesellenabschied</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 29 Apr 2026 19:58:41 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!iGFX!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F21dfa3c1-663e-4e1b-8992-a9f3e7016921_1080x1542.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Spoiler: Alles</em></p><p><em>- When Worlds Collide - Ella &amp; Kareth</em></p><p>David zieht im Au&#223;enbereich seine Jacke enger um die Schultern. Wo zum Teufel sind die Vel&#8217;korr nur hin? Der Planet liegt in v&#246;lliger Dunkelheit und wirkt fast unbewohnt. &#187;Warum muss ausgerechnet ich sie holen?&#171;, knurrt er ins Interkom. Er w&#252;nscht sich sein warmes Bett zur&#252;ck, aus dem Aira ihn herausgeklingelt hatte. </p><p>&#187;Sie haben sie dazu angestiftet&#171;, erkl&#228;rt die KI emotionslos, doch der Pilot protestiert lautstark. </p><p>&#187;Ich habe nichts angestiftet! Au&#223;er zuzugeben, dass Menschen auch Spa&#223; haben k&#246;nnen!&#171; Genervt dr&#252;ckt er die saloonartigen Doppelt&#252;ren auf und &#8230;erstarrt. Die Vel&#8217;korr stehen im Kreis um den Commander. Skaller dr&#252;ckt ein Handtuch auf Kareths Gesicht, w&#228;hrend Jhen eine Fl&#252;ssigkeit dar&#252;ber gie&#223;t. </p><p>&#187;Was macht ihr da? WATERBOARDERT ihr den Sentinal?!&#171;, schreit David hysterisch. Verwirrt heben die Krieger die K&#246;pfe. </p><p>&#187;Wassser? Nat&#252;rlich nicht, das ist Alkohool&#171;, erkl&#228;rt Jhen seelenruhig, als w&#252;rde das irgendetwas besser machen.</p><p>&#187;Sofort aufh&#246;ren!&#171;, knurrt der Pilot. &#187;Ich sagte: Spa&#223;! Spa&#223;! Nicht FOLTER!&#171; Nun setzt sich Kareth auf, ebenso benommen wie sein Team. </p><p>&#187;Wiessso? Wir haben eine Menge Spa&#223;. Ihr k&#246;nnt gerne noch einen draufsetzen&#171;, lallt er. </p><p>&#187;Elektroschocksss?&#171;, &#252;berlegt Torr laut. Jhen nickt begeistert. </p><p>&#187;STOP! Seid ihr v&#246;llig verr&#252;ckt geworden?! Commander, wollen Sie sich umbringen?!&#171;, faucht David mit halber Stimme. </p><p>&#187;Ich habe die Aktivit&#228;tsmuster verglichen&#171;, wirft Aira sachlich ein. &#187;Menschliche Junggesellenabschiede beinhalten Alkohol, Stripperinnen und peinliche Spiele. Ihre Version liegt bei 200 % Gewaltpotential, aber 0 % Tanz.&#171; </p><p>Korrash seufzt tief. &#187;Alssso gut, Spa&#223;bremse. Dann gehen wir jetzt einfach direkt zum Party-Teil &#252;ber.&#171; </p><p>David atmet erleichtert auf. &#187;Party. Ja, immerhin etwas.&#171; </p><p>Da packen die Soldaten ihre Waffen, breit grinsend und v&#246;llig betrunken. &#187;RAZZIA!&#171;, br&#252;llen sie, w&#228;hrend die Farbe aus dem Gesicht des Barkeepers weicht. </p><p>&#187;Dachten Sie wirklich, die Vel&#8217;korr w&#252;rden eine normale Party feiern?&#171;, seufzt Aira. Entgeistert beobachtet David, wie sich die Soldaten auf s&#228;mtliche G&#228;ste st&#252;rzen und lallend etwas von &#187;Das Recht zu schweigen&#171; brabbeln &#8212; offenbar aufgeschnappt aus irgendeinem Film. </p><p>&#187;Was stimmt nicht mit den Vel&#8217;korr?&#171;, wiederholt er fassungslos. </p><p>&#187;Wir werden es nie erfahren&#171;, meint Aira und David kann sich bildlich vorstellen, wie sie dazu resigniert den Kopf sch&#252;ttelt.</p><p></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!iGFX!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F21dfa3c1-663e-4e1b-8992-a9f3e7016921_1080x1542.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!iGFX!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, 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Der Teer unter meinen F&#252;&#223;en ist warm, fast zu warm. Er gibt leicht nach, klebt ein wenig, als h&#228;tte selbst die Stra&#223;e beschlossen, dass es reicht. &#220;ber mir steht die Sonne grell und schwer am Himmel. Kein sanftes Licht, eher dieses unmissverst&#228;ndliche: Feierabend jetzt.</p><p>Ich bleibe stehen, ohne genau zu wissen, warum, und breite die Arme aus. Es f&#252;hlt sich einfach richtig an. Der Wind trifft mich, streicht &#252;ber meine Haut, f&#228;hrt durch meine Haare. F&#252;r einen Moment ist alles ganz normal. Fast schon absurd normal f&#252;r das, was ich eigentlich wei&#223;.</p><p>Denn da ist dieses Gef&#252;hl. Ich sehe nichts. Ich h&#246;re nichts. Und trotzdem wei&#223; ich es. Da kommt etwas.</p><p>Der Meteorit. Irgendwo da drau&#223;en, noch unsichtbar, aber unaufhaltsam. Und ich stehe hier, als h&#228;tte ich einen Termin mit ihm. Als w&#228;re genau das der Ort, an dem ich sein soll.</p><p>Ich k&#246;nnte jetzt rennen. Oder schreien. Oder irgendetwas tun, das sich nach &#220;berleben anf&#252;hlt. Aber ich bleibe. Und w&#228;hrend ich so dastehe, kommt mir dieser Gedanke, der mich fr&#252;her wahrscheinlich zerrissen h&#228;tte: <em>Ich wollte doch immer etwas hinterlassen. </em>Ein Buch. Geschichten. Irgendetwas, das bleibt. Etwas, bei dem irgendwann jemand denkt: &#8222;Ah&#8230; die gab&#8217;s.&#8220;</p><p>Und jetzt? Bleibt nichts. Keine B&#252;cher. Keine Erinnerungen. Nicht einmal ein Knochen, der irgendwann gefunden wird. Nicht dieses Mal.</p><p>Ich warte auf Panik. Auf dieses reflexhafte <em>Nein, bitte nicht</em>. Doch sie bleibt aus. Stattdessen breitet sich etwas anderes in mir aus. Eine Ruhe, die ich so nicht erwartet h&#228;tte.</p><p>Mit einem Schlag ist dieser ganze Druck verschwunden. Ich muss nichts mehr erreichen. Nichts mehr beweisen. Niemandem mehr zeigen, dass ich genug bin. Wenn ohnehin nichts bleibt, dann z&#228;hlt nur noch, dass ich hier war.</p><p>Ich. Mit allem, was dazugeh&#246;rt. Mit meinem Chaos. Mit meinen Gedanken. Mit diesen v&#246;llig unspektakul&#228;ren Momenten, die sich im Nachhinein als die besten herausstellen. Ein Sonntagmittag am K&#252;chentisch, Musik im Hintergrund, dieses leise, zufriedene Gef&#252;hl: Was f&#252;r ein Leben eigentlich. Oder eine Dino-Show, auf der ich ohne Kind mehr Spa&#223; hatte als die H&#228;lfte der Kinder.</p><p>Ein kleines Lachen entweicht mir. Weil genau das mein Leben war. Nicht perfekt. Aber echt. Ich &#246;ffne die Augen. Alles ist noch da. Die Sonne, der Himmel, der Wind. Und ich stehe mittendrin und denke, fast ein bisschen &#252;berrascht: <strong>War eigentlich ganz geil.</strong></p><p>Ich hebe den Blick nach oben. Und warte.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!TXPc!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcee2b3fd-64f7-4651-b4fd-2c40ef915687_1024x1536.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!TXPc!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcee2b3fd-64f7-4651-b4fd-2c40ef915687_1024x1536.png 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!TXPc!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_848, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, 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Szenario – Du gehst in die Stadt und versuchst dich mit Ben zu deinem Auto durchzuschlagen.]]></title><description><![CDATA[Interaktive Horrorgeschichte]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/1-szenario-du-gehst-in-die-stadt</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/1-szenario-du-gehst-in-die-stadt</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Sat, 14 Feb 2026 11:27:46 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!QISl!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7ba2dd74-1760-4a3b-bf21-640ef0621b2f_1024x1536.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Vorgeschichte findet ihr in meinem Profil! Schreibt eure Entscheidung in die Kommentare, bald geht es weiter :)</em></p><p>Der Bus h&#228;lt an einer Landstra&#223;e unweit zur n&#228;chsten Stadt. Der Fahrer sieht euch mit gehetztem Blick an. </p><p>&#187;Alle raus!&#171;, befiehlt er mit betont fester Stimme, doch in seinen Augen liegt Schuld. Du kannst es ihm nicht ver&#252;beln. </p><p>Bevor sich die schwere T&#252;r schlie&#223;t, h&#228;ltst du ihn auf. &#187;Danke, dass Sie mich reingelassen haben!&#171;</p><p>Er nickt dir kurz zu, meidet aber deinen Blick. </p><p>Dein Hund seufzt tief, als er dem sich entfernenden Bus hinterher sieht. Same, Kleiner. Beruhigend t&#228;tschelst du seinen Kopf. &#187;Und wieder hei&#223;t es laufen, alter Freund.&#171;</p><p>Die Ersch&#246;pfung zehrt an deinem Geist und versteift deine Muskeln, doch Ben dr&#228;ngt dich vorw&#228;rts. Er will zu seiner Familie, und du kannst nicht wirklich etwas dagegen sagen. </p><p>Bald kommt ihr n&#228;her an die Stadt. Die Stra&#223;enlaternen funktionieren. Aber wie lange noch? Ihr Licht versetzt die Stra&#223;e in einen rauen Schatten und du fragst dich, ob die Menschen hier bereits wissen, was auf sie zukommt? </p><p>Ihr versucht euch so leise wie m&#246;glich zu bewegen, doch es dauert nicht lange, bis ihr die ersten Schreie vernehmt. </p><p>Ein paar wenige aus dem Bus haben sich euch angeschlossen und r&#252;cken n&#228;her heran, als die Unruhen lauter werden.</p><p>&#187;Also, pass auf. Mein Wagen steht etwa nen Kilometer in der Richtung. Wir sollten erst mal versuchen, dahin zu gelangen.&#171;</p><p>Ben nickt entschlossen. Ihr duckt euch tiefer und schleicht zur Hauptstra&#223;e. Der L&#228;rm hallt unertr&#228;glich in deinen Ohren. Oranges Flackern wird langsam greifbarer, je n&#228;her ihr kommt. Dann, innehalten.</p><p>Brennende Autos stehen wild herum. Menschen randalieren. Schlagen mit brutalen Hieben auf alles ein, was ihnen in den Weg kommt. Doch sie haben nicht diesen toten Blick. Sie sehen nicht infiziert aus. Uniformierte stellen sich ihnen in den Weg, doch sie sind zu wenige. </p><p>Schnell weg hier. Ihr dr&#252;ckt euch in den Schatten. Folgt einer Nebengasse. Du fragst dich, wie die Welt in nur so kurzer Zeit so aus den Fugen geraten kann? Wo ist die Sicherheit? Das System? All die Regeln, die Ordnung und Recht versprechen? Gab es das &#252;berhaupt jemals, oder war es von Grund auf eine Illusion?</p><p>Dein Hund folgt dir dicht auf den Fersen, flink und leise. Guter Junge! Im Schutz der Gasse legt ihr eine kleine Verschnaufpause ein. Ben st&#246;&#223;t einen leisen Fluch aus. Das leise Schlabbern zeugt von deinem durstigen Hund, der aus einer Pf&#252;tze trinkt. Erst jetzt bemerkst du, dass die anderen aus dem Bus noch immer da sind. </p><p>&#187;Wie weit noch?&#171;, fragt er schnaufend. </p><p>&#187;Nicht mehr weit!&#171;, versuchst du ihn zu beruhigen. In Wirklichkeit kannst du es nicht mit Sicherheit sagen, da ihr st&#228;ndig Umwege einschlagen m&#252;sst. </p><p>Gerade als dein Atem nicht mehr so stark in deinem Hals brennt, h&#246;rst du es. Das Ger&#228;usch, dass dich mittlerweile den Verstand verlieren l&#228;sst. </p><p>Langsam kommt ein raues Gurgeln n&#228;her. Bens Augen verh&#228;rten sich, als er &#252;ber deine Schulter sieht. Ein Schauer sammelt sich in deinem R&#252;cken, als du dich zitternd umdrehst. </p><p>Eine unklare Gestalt schlurft um die Ecke. Die Schultern h&#228;ngen schlaff. Er st&#246;hnt undeutlich. Pl&#246;tzlich ein Ruck. Er h&#228;lt inne. Sein im Schatten liegendes Gesicht wendet sich euch zu. </p><p>&#187;Lauft&#171;, st&#246;&#223;t du knapp aus. Da durchdringt auch schon das schrille Kreischen des Fremden in der Gasse. Als w&#252;rden seine verdrehten Glieder wieder eine Aufgabe bekommen, bewegt er sich auf euch zu. Zu schnell. Zu gierig.</p><p>Du drehst dich herum und rennst. Siehst nicht zur&#252;ck. Schreie vermischen sich. Brechen abrupt ab. Ben packt dich am Shirt. Zieht dich unnachgiebig weiter, bevor du zur&#252;cksehen kannst. Und dann seid ihr wieder mitten drin. Du zitterst unkontrolliert, als eine ganze Meute &#252;ber Polizisten herfallen. Dieses Mal scheinen sie nichts Menschliches mehr an sich zu haben. Wie eine Plage sto&#223;en sie jeden zu Boden, der nicht schnell genug ausweicht. Versenken die Z&#228;hne in ihren K&#246;rpern. </p><p>Dunkles Blut f&#228;rbt die Stra&#223;e. Klebt an deinen Schuhen. Du beobachtest einen reglosen Polizisten. Er liegt da. Still. Eine gro&#223;e Wunde klafft ans einem Hals. Doch dann, ein Zucken. Seine Glieder verdrehen sich unnat&#252;rlich. Wie automatisiert stellt er sich auf. Seine Gesichtsz&#252;ge &#8211; entstellt. </p><p>Sch&#252;sse zerrei&#223;en die Luft, holen dich aus der Starre. Deine Beine bewegen sich automatisch. Nicht denken. Nur weg!</p><p>Da rei&#223; dich ein harter Ruck von den F&#252;&#223;en. Du schlitterst &#252;ber den Asphalt, rei&#223;t deine Haut auf. Du siehst einen Kiefer neben dir zuschnappen. Die Z&#228;hne sind gef&#228;rbt. Roher Fleischgeruch schl&#228;gt dir entgegen. </p><p>Ein Husten ersch&#252;ttert dich vor Ekel. Mit aller St&#228;rke dr&#252;ckst du ihn von dir, aber deine Muskeln sind ersch&#246;pft. Die Kraft verl&#228;sst dich nach und nach. Endg&#252;ltig. Tr&#228;nen der Hilflosigkeit brennen in deinen Augen. Ist das das Ende? Es ist vorbei. Du kannst nicht mehr.</p><p>Pl&#246;tzlich wird er von dir runtergezogen. Du ziehst die kalte Luft scharf ein und erkennst Ben und deinen Hund, die an dem Angreifer zerren. Dann kommt der kr&#228;ftige Mann zu dir, zieht dich zur&#252;ck auf die F&#252;&#223;e.</p><p>&#187;Komm schon!&#171;, ruft er eindringlich und ihr rennt erneut los. Weicht Hindernissen aus. Ignoriert das Grauen, das um euch herum w&#252;tet. Irgendetwas explodiert. Du h&#228;ltst dir die Hand vors Gesicht. L&#228;ngst die Hitzewelle ab. Hilfeschreie durchdringen dich unertr&#228;glich. Doch du kannst nichts tun. Nicht helfen. Nicht retten. Nur &#252;berleben. </p><p>Deine Lungen brennen und deine Beine werden dir jeden Moment den Dienst versagen. Panik durchf&#228;hrt dich, als du erkennst, dass du bereits langsamer wirst. &#187;Schei&#223;e!&#171; Der Fluch verl&#228;sst dich mit hei&#223;erer, zittriger Stimme. </p><p>Aber dann, Hoffnung! Dein Auto! Das Feuer reflektiert im silbernen Lack, doch es scheint unbesch&#228;digt zu sein! Du rei&#223;t die T&#252;r auf, dein Hund springt auf die R&#252;ckbank und du f&#228;llst hinein. </p><p>Dein Hals schmerzt und jeder deiner Muskeln brennt. Aber du hast es geschafft! Ein kurzer Windzug durchf&#228;hrt den Innenraum, als Ben auf den Beifahrersitz springt. Mit zitternden H&#228;nden drehst du den Schl&#252;ssel und der Motor schnurrt auf. Erleichtert atmest du auf. Vielleicht ist euch das Gl&#252;ck doch hold!</p><p>Vorsichtig bugsierst du das schwere Gef&#228;hrt durch das Chaos an Menschen und Verderben. Einige stellen sich euch in den Weg. R&#252;tteln an den T&#252;rgriffen, doch das Auto ist versperrt. Du siehst nicht in ihre Gesichter, doch du h&#246;rst ihr Weinen. Ihr Flehen. Dein Herz sticht heftig, schn&#252;rt dir die Luft ab, aber du kannst nichts tun. Sobald du die T&#252;r &#246;ffnest, w&#252;rden sie dich &#252;bermannen. Au&#223;erdem kannst du nicht wissen, ob bereits jemand von ihnen infiziert ist. </p><p>Ben wei&#223;t dir den Weg. Du erkennst die vertrauten Stra&#223;en kaum wieder. &#220;berall haftet das todbringende Rot. Woher stammt nur all das Feuer? Einzig das bekannte rhythmische Hecheln deines Hundes in deinem R&#252;cken h&#228;lt dich davon ab, den Verstand zu verlieren. </p><p>&#187;Wir sind da&#171;, verk&#252;ndet Ben. Ihr halten vor einem der vielen Reihenh&#228;user. Es ist in auffallender Farbe gestrichen. Unter anderen Umst&#228;nden h&#228;ttest du es wohl bewundert, doch jetzt ist alles anders. </p><p>Ihr steigt aus. Dein Hund trabt dir hinterher. Du konntest ihn einfach nicht zur&#252;cklasen, auch wenn es sicherer gewesen w&#228;re.  Dir f&#228;llt auf, dass es hier ruhiger aussieht. </p><p>Ben legt eine zitternde Hand auf die Klinke. Du nickst ihm knapp zu. Er atmet fest aus und &#246;ffnet sie. Ruft leise hinein. Keine Antwort. Vorsichtig betretet ihr das dunkle Haus, w&#228;hrend drau&#223;en Krieg herrscht. </p><p>Ein kratzendes Ger&#228;usch l&#228;sst euch zusammen fahren. Ben geht dem Ger&#228;usch z&#246;gerlich entgegen. Du folgst mit einem unguten Gef&#252;hl. </p><p>Ihr gelangt in eine K&#252;che. Die hellen M&#246;bel heben sich von der Finsternis ab. Erhellen die Statur einer schlanken Frau. Sie steht mit dem R&#252;cken zu euch. Sofort schrillen deine Instinkte durch deinen K&#246;rper. Weg! Dein Hund knurrt warnend. </p><p>&#187;Mum?&#171;, fragt Ben leise, tritt n&#228;her. Sie reagiert nicht. Starrt nur leer auf die Anrichte.</p><p>&#187;Ben!&#171; Du versuchst nach ihm zu greifen, erfolglos. &#187;Ben, lass uns hier weg!&#171;</p><p>Hilflos siehst du mit an, wie er ihr n&#228;her kommt. &#187;Mum?&#171;, fragt er erneut und ber&#252;hrt sie sacht an der Schulter. </p><p>Bevor du nur einen Muskel r&#252;hren kannst, wirbelt sie herum. Sofort erkennst du das dunkle Blut in ihrem Gesicht und diesen leeren Ausdruck in den Augen.</p><p>Mit einem Schrei st&#252;rzt sie sich auf Ben. Er ist zu geschockt. Wehrt sich nicht. Ihre Z&#228;hne bohren sich mit einem schmatzenden Ger&#228;usch in seinen Hals, rei&#223;en ein gro&#223;es St&#252;ck heraus. Pl&#246;tzlich ist das Mobiliar nicht mehr unschuldig wei&#223;, sondern besudelt mit Schrecken.</p><p>&#187;Ben&#171;, keuchst du und siehst ihm entsetzt beim Sterben zu. Er r&#246;chelt. Erstickt an seinem eigenen Blut. Bis seine lebendigen Augen kalt werden. Ihr hattet keine Chance. Du hast keine. </p><p>Ein Bellen holt dich aus dem Schock. Du wirbelst herum. Ein Luftzug zeugt von einer Hand, die nach dir greifen wollte. Aber jetzt warst du schneller. </p><p>Du rennst aus dem Haus, springst in dein Auto, verriegelst es von innen. Keine Sekunde zu fr&#252;h. Menschen springen auf die Karosserie. Schlagen gegen die Scheiben. Dein Auto wackelt hin und her. </p><p>Mit tauben H&#228;nden suchst du nach der Z&#252;ndung, setzt zur&#252;ck und rast viel zu schnell davon. Du erkennst im R&#252;ckspiegel, dass sie dir folgen, bis sie au&#223;er Sichtweite geraten.</p><p>Tr&#228;nen verschleiern deinen Blick, als du auf die Hauptstra&#223;e auff&#228;hrst. Das hat Ben nicht verdient. Keiner hat das.</p><p>Du f&#228;hrst eine kleine Weile. Die Ersch&#246;pfung breitet sich schleichend in dir aus. Es war zu viel. Du hast deinen K&#246;rper zu lange ignoriert. Deine Lider senken sich unauff&#228;llig. Die H&#228;nde werden schwer. Lenken den Wagen einen Tick zu stark nach links.</p><p>Du bemerkst das entgegenkommende Auto erst, als es dir in die Seite kracht. Du h&#246;rst kreischendes Metall. &#220;bermenschliche Kr&#228;fte, die &#252;ber dir zusammenfallen. Dann &#8211; Schw&#228;rze.</p><p></p><p></p><p>Ein raues St&#246;hnen verl&#228;sst deine Kehle. Furchtbare Kopfschmerzen toben hinter deinen Augen. Das Bellen deines Hundes dringt wie unter Wasser an dich. </p><p>Langsam &#246;ffnest du die Augen und erkennst, dass du kopf&#252;ber in deinem Auto eingeklemmt bist. </p><p>Du rei&#223;t panisch am Gurt, versuchst deine tauben Beine zu bewegen, bis ein scharfer Schmerz durch deinen K&#246;rper jagt. Erfolglos. Zu schwach. Zu ersch&#246;pft.</p><p>Dein Hund steht neben dir. Au&#223;erhalb des Autos. Sein gestr&#228;ubtes Fell ist rot verf&#228;rbt. Das verzeihst du dir nicht. Er ist verletzt. Deinetwegen. Weil du zu unaufmerksam warst. Und trotzdem verteidigt er dich. Dein treuer Freund. </p><p>Etwas regt sich am Rande deines Blickfeldes. Unscharfe Gestalten Schlufen auf das Wrack zu. Du erkennst das Blut. Die leeren Augen. Das gurgelnde Ger&#228;usch. </p><p>Tr&#228;nen der Verzweiflung laufen nach unten &#252;ber deine Stirn und du r&#252;ttelst erneut an dem verbogenen Sitz. Aber nichts r&#252;hrt sich.</p><p>Ein kleines Schluchzen verl&#228;sst dich, doch du wei&#223;t gleichzeitig, dass Betteln nichts bringen w&#252;rde. Diese Leute, sie sind keine Menschen mehr.</p><p>Sie kommen n&#228;her und dein Hund bellt warnend. Fletscht die Z&#228;hne in ihre Richtung. </p><p>&#187;Lauf doch weg, du Idiot!&#171;, schreist du verzweifelt, doch dein Hund w&#252;rde dir sogar in den Tod folgen. </p><p>Jetzt sind sie so nah, dass du sie sogar riechen kannst. Verwesung. Metallen. Faul. Er schn&#252;rt dir die Kehle ab, w&#228;hrend du von der Kopflage bereits kaum noch Luft bekommst. Pl&#246;tzlich steigt das schiere Grauen in die auf.</p><p>&#187;Ben?&#171;, fl&#252;sterst du fassungslos. Er ist es. Zumindest sein entstellter K&#246;rper. Sein eiserner Wille, verschwunden. Keine Regung in seinen Augen. Kein Wiedererkennen. Es scheinen St&#252;cke an ihm zu fehlen, weshalb er sich mehr vorw&#228;rts schleift, statt geht. </p><p>&#187;So eine verdammte Schei&#223;e!&#171;, hustest du, und betrachtest deine nahenden M&#246;rder. </p><p><strong>Du bist tot!<br>Unbefriedigendes Ende?<br>Gehe zur&#252;ck und versuche es mit M&#246;glichkeit Nummer zwei: Du versuchst alleine, &#252;ber Land, nach Haus zu gelangen.</strong></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!QISl!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7ba2dd74-1760-4a3b-bf21-640ef0621b2f_1024x1536.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!QISl!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, 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Szenario: Du verlässt den Zug]]></title><description><![CDATA[Interaktive Horrorgeschichte]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/2-szenario-du-verlasst-den-zug</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/2-szenario-du-verlasst-den-zug</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Sun, 08 Feb 2026 13:36:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OkV0!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9cee8522-23f6-4880-823e-c4cef69bf130_1024x1536.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Einleitung der Geschichte findet ihr in meinem Profil!</em></p><p>Der Mann r&#246;chelt und bekommt kaum Luft. Seine Augen verdrehen sich unnat&#252;rlich, ehe er mit einem dumpfen Knall vom Stuhl kippt. Unmenschliche, gurgelnde Laute dringen aus seiner Kehle.</p><p>Normalerweise w&#252;rdest du helfen, aber deine Instinkte schreien dich an, den Zug auf der Stelle zu verlassen. Dein Hund winselt warnend, woraufhin du dich mit schlechtem Gewissen von der Szene abwendest.</p><p>Das Feuer der Stadt spiegelt sich bedrohlich in den Fenstern und versetzt dein Gesicht in ein sanftes Gl&#252;hen, als du die Not&#246;ffnung der schweren T&#252;r bet&#228;tigst. Erleichtert atmest du die klare Nachtluft ein. Kein schwerer metallener Geruch haftet an ihr. </p><p>Du h&#246;rst den Mann noch immer husten, als du all dem den R&#252;cken kehrst und an den Gleisen entlang Richtung Heimat l&#228;ufst. Dein Hund tappst schwer hechelnd neben dir her. Seine Krallen verursachen ein helles Ger&#228;usch auf den Schienen. Ersch&#246;pft. Genau wie du. Deine Glieder schmerzen und schreien nach Ruhe, doch dein Geist ist hellwach.</p><p>Es ist finster. Du kramst nach deinem Handy, schaltest die Lampe ein und richtest sie auf deine F&#252;&#223;e. </p><p>Die Zweige von wirrem Gestr&#252;pp scheinen nach dir greifen zu wollen, was dir einen Schauer &#252;ber den R&#252;cken jagt. Ein letztes Mal siehst du zur&#252;ck, doch der Zug ist kaum mehr zu erkennen.</p><p>Das Feuer der Stadt leuchtet unheilvoll am Horizont und du versuchst krampfhaft, nicht hinzusehen. Es wird sich schon jemand darum k&#252;mmern. Irgendjemand ...</p><p>Deine Machtlosigkeit wird dir abermals bewusst und du l&#228;ufst eine Weile still vor dich hin. Starrst auf deine F&#252;&#223;e. Versuchst nicht zu stolpern. </p><p>Da zerrei&#223;t ein schrilles Ger&#228;usch die Stille. Es f&#228;hrt wie ein Stich durch dein Herz. Fast h&#228;ttest du dein Handy fallen lassen, und du deaktivierst schnell den Katastrophenalarm. Ist da etwa wieder Netz?</p><p><code>WARNMELDUNG - Gefahr durch unbekannte Infektion<br>In Ihrer Region breitet sich derzeit eine unbekannte Infektion aus.<br>Bleiben Sie in geschlossenen R&#228;umen.<br>Vermeiden Sie jeden Kontakt mit anderen Personen.<br>Warten Sie auf weitere Anweisungen der Beh&#246;rden.</code></p><p>Das Handy zittert in deiner Hand. Der durchdringende Ton des Alarms klingt noch immer in deinen Gedanken nach. Du bildest dir ein, ein leises Schaben durch deine pochenden Kopfschmerzen zu vernehmen. Rhythmisch. Wie schlurfende Schritte.</p><p>Langsam siehst du auf. Und siehst es. Eine dunkle Gestalt bewegt sich auf dich zu. Gro&#223;, schlank. Sie zieht ein seltsam verformtes Bein hinter sich her. Ihr Handy blinkt in der Hosentasche. Schrillt im selben Katastrophenalarm wie deines. Doch es scheint sie nicht zu k&#252;mmern. </p><p>Du weichst instinktiv zur&#252;ck. Gurgelnde, unmenschliche Ger&#228;usche erreichen dich. Sie lassen dein Blut hei&#223; durch deinen K&#246;rper flie&#223;en. Versetzen dich in Panik.</p><p>Langsam hebst du das Handy, leuchtest sie mit der Lampe an und w&#252;nschst dir, du h&#228;ttest es nicht getan. </p><p>Ihre Augen sind unnat&#252;rlich verdreht. Das Gesicht und die Kleidung sind von schwarzem Blut verschmiert. Der Kiefer h&#228;ngt schlaff herab. </p><p>Dein Hund knurrt. Stellt das Nackenfell auf. Gefahr!</p><p>Pl&#246;tzlich schreit sie auf. Schrill. Es hallt weit &#252;ber die Landschaft. Sie beschleunigt ihre Schritte. Auf dich zu.</p><p>&#187;Schei&#223;e!&#171;, fluchst du und rennst los. Irgendwohin! Nur weg! </p><p>Du f&#252;hlst ihre Pr&#228;senz im R&#252;cken, verbietest dir aber, auch nur einen Blick zur&#252;ckzuwerfen. So schnell du kannst, stolperst du &#252;ber die Gleise, dein Hund an deiner Seite. </p><p>Das Adrenalin rauscht durch deine Adern, und doch f&#252;hlst du die Ersch&#246;pfung. Deine Lunge brennt und deine Beine geben jeden Moment nach, aber du zwingst dich weiter. Immer vorw&#228;rts!</p><p>Das helle Kreischen hinter dir wird lauter. Fast meinst du ihren fauligen Atem im Nacken zu sp&#252;ren.</p><p>Aber dann, ein Licht! Ein Bus, der eben von einer Haltestelle abf&#228;hrt!</p><p>&#187;Warten Sie!&#171;, schreist du und gestikulierst wild mit den Armen. Noch mal holst du alles aus deinem m&#252;den K&#246;rper heraus und rennst neben dem Bus her. Klopfst gegen das k&#252;hle Blech des Fahrzeugs.</p><p>Du kannst dein Gl&#252;ck kaum fassen, als er langsamer wird und die T&#252;r &#246;ffnet. Mit einem finalen Sprung hechtest du hinein, dein Hund hinterher. </p><p>&#187;T&#252;r schlie&#223;en!&#171;, schreist du, w&#228;hrend du schwer um Luft ringst. Der Fahrer kommt deiner Forderung verwirrt nach. Keine Sekunde zu sp&#228;t. </p><p>Gerade, als sie sich zur&#252;ck schwingt, knallt die Frau gegen das Glas. Sie schreit v&#246;llig von Sinnen und schl&#228;gt dagegen. Das Schwarz an ihren H&#228;nden verschmiert die Scheibe und hinterl&#228;sst einen &#246;ligen Film. Fassungslos betrachtest du, wie sie versucht durch das Glas zu bei&#223;en. Dabei fixieren dich ihre milchigen Augen. </p><p>&#187;Wir sollten einen Krankenwagen rufen!&#171;, meint eine junge Frau mit zittriger Stimme.</p><p>Dann, wieder ein Klopfen. Und noch eins. Und wieder. Bald t&#246;nt dieses Ger&#228;usch laut durch den Bus. Du schluckst schwer. Da drau&#223;en sind noch mehr. Etliche.  Jemand schreit schrill auf.</p><p>&#187;Fahren Sie los&#171;, keuchst du und der Fahrer z&#246;gert nicht weiter. Langsam rollt der schwere Bus an und du verfolgst die Frau, die unnachgiebig versucht sich festzuklammern, bis sie verschwindet und nur der blutige Handabdruck bleibt. </p><p>Du l&#228;sst dich ersch&#246;pft zur&#252;cksinken und ziehst dein Handy erneut. W&#228;hlst die Nummer deiner Mutter, doch nur ein Freizeichen ert&#246;nt. </p><p>Den Tr&#228;nen nahe stemmst du dich hoch und schlurfst zu einem freien Sitzplatz. Du w&#228;hlst ununterbrochen weiter, bis die Netzanzeige erneut verschwindet. Mutlos l&#228;sst du dein Gesicht in die H&#228;nde sinken. Du zitterst unkontrolliert. Deine Muskeln springen unter deiner Haut. Deine Kehle brennt.</p><p>Der schwere Kopf deines Hundes senkt sich auf deinen Scho&#223;, woraufhin du wieder seine Ohren kraulst. </p><p>&#187;W-was ist da drau&#223;en los?&#171;, fragt ein junger Mann.</p><p>&#187;Ich wei&#223; nicht&#171;, antwortest du ehrlich. Das einzige, was du wei&#223;t, ist, dass du verdammtes Gl&#252;ck mit dem Bus hattest.</p><p>&#187;Hier.&#171; Der Mann reicht dir eine Flasche, die du dankend annimmst. Du leerst die H&#228;lfte mit einem Zug und atmest erleichtert auf. Dann formst du eine provisorische Kuhle mit der Hand und l&#228;sst den Rest des Wassers hineinflie&#223;en. Dein Hund beginnt zu trinken, bis jeder Tropfen verschwunden ist. Dann wendest du dich wieder dem Mann zu.</p><p>&#187;Hast du Netz?&#171; Er sch&#252;ttelt nur verneinend den Kopf, was dir einen leisen Fluch entlockt. </p><p>Ihr fahrt eine Weile. Der Motor brummt schwer unter dir. Wieder ist es still, aber dieses Mal entspannt es dich nicht. Du lehnst die erhitzte Stirn gegen das k&#252;hle Glas, bis sich gedimmte Lichter in dein Blickfeld schieben. </p><p>Verwirrt siehst du auf. Die haben Strom? &#187;Was ist da los?&#171;, fragst du, doch der Mann zuckt nur die Schultern. </p><p>&#187;Dorfparty. Das hier ist der Shuttlebus.&#171; </p><p>Als ihr n&#228;her kommt, erkennst du die hektisch rennenden Menschen. Ihre Schreie dringen durch das Fenster. Sie stolpern in Panik aus dem gro&#223;en Zelt. Sofort erkennst du die dunkle Farbe auf ihrer Kleidung. Sie ist &#252;berall. Selbst an der hellen Zeltplane haftet sie. Blut. </p><p>Die jungen Leute stolpern &#252;bereinander. Jemand wirft sich v&#246;llig wildgeworden auf einen Mann. Fegt ihn mit unmenschlicher Kraft von den F&#252;&#223;en. </p><p>Die B&#228;sse der Musik lassen dein innerstes erzittern, w&#228;hrend du mit ansehen musst, wie sich etliche auf ihn st&#252;rzen. Du siehst ihn strampeln, k&#228;mpfen, aber sie sind zu stark. Versenken die Z&#228;hne in seinem K&#246;rper, rei&#223;en Sehnen und Muskeln auf. Dir wird schlecht, und trotzdem kannst du die Augen nicht von dem Massaker l&#246;sen. </p><p>Ver&#228;ngstigte Menschen laufen zum Bus, doch der Fahrer bleibt nicht stehen. Im Gegenteil. Er beschleunigt und f&#228;hrt an ihnen vorbei. Du siehst ein letztes Mal in ihre angstverzerrten Gesichter. Auf die Hilfe suchend ausgestreckten H&#228;nde. Dann versagt der Strom erneut und h&#252;llt den Platz in Finsternis. Nur ihr Br&#252;llen beweist, dass sie noch immer da drau&#223;en sind. </p><p>Du zwingst deine Augen zu deinem hechelnden Freund. Kraulst mit starren Fingern seine Ohren. Das ist zu viel. Zu viel Grauen. Zu viel Tod. Zu viel zu viel zu viel!</p><p>Die B&#228;sse rei&#223;en abrupt ab, und in der entstandenen Stille wuchert ein Meer aus panischen Schreien.</p><p>Die wenigen im Bus schluchzen leise. Alle stehen unter Schock. </p><p>&#187;Wo musst du hin?&#171;, durchbricht die dunkle Stimme des Mannes die eisige Stille. Er scheint seltsam gefasst zu sein.</p><p>Ja, wohin willst du eigentlich? Was willst du tun? Dein Auto steht am Bahnhof in der n&#228;chsten Stadt. Es w&#228;re unheimlich n&#252;tzlich, einen fahrbaren Untersatz zu besitzen. Wieder kommen dir die Zeilen des Katastrophenalarms ins Ged&#228;chtnis: Gefahr durch unbekannte Infektion.</p><p>Du gehst davon aus, dass eben jene verr&#252;ckt gewordenen Menschen genau damit infiziert sind. So gesehen w&#228;re es wohl sinnvoll, Ballungszentren zu vermeiden.</p><p>In Gedanken versunken streichelst du weiter &#252;ber das raue Fell deines Hundes, der freudig hechelt. Wenigstens einer, dem es gut geht und genau so muss es auch um jeden Preis bleiben. Dein Hund ist dein ein und alles. </p><p>&#187;Ich muss in die Stadt, zu meiner Familie. Willst du mich begleiten? Wir haben Solarstrom.&#171; Bestimmt reicht er dir die Hand und du schl&#228;gst z&#246;gerlich ein. &#187;Ben&#171;, stellt er sich kurz vor. </p><p>Du siehst Ben lange an. Er versucht entschlossen zu wirken, doch das Zittern seiner Hand verr&#228;t ihn. Du verstehst ihn. Auch du hast Angst. Bist wie gel&#228;hmt und stark ersch&#246;pft. Eine Begleitung w&#228;re eine willkommene Gelegenheit. </p><p><strong>Gl&#252;ckwunsch! Du hast &#252;berlebt! Was tust du als N&#228;chstes? </strong></p><p><strong>1. Du gehst in die Stadt und versuchst dich mit Ben zu deinem Auto durchzuschlagen.</strong></p><p><strong>2. Du versuchst alleine, &#252;ber Land, nach Hause zu gelangen. </strong></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!OkV0!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9cee8522-23f6-4880-823e-c4cef69bf130_1024x1536.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!OkV0!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9cee8522-23f6-4880-823e-c4cef69bf130_1024x1536.png 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!OkV0!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_848, 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Szenario: Du bleibst und versucht zu helfen]]></title><description><![CDATA[Interaktive Horrorgeschichte]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/1-szenario-du-bleibst-und-versucht</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/1-szenario-du-bleibst-und-versucht</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Fri, 06 Feb 2026 13:58:27 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!5G0R!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F0474b0d3-aee5-452a-993e-19aa1a07e8c8_1024x1536.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Einleitung der Geschichte findet ihr in meinem Profil! An dieser Stelle m&#246;chte ich ausdr&#252;cklich eine Trigger Warnung aussprechen! Es wird Horrorm&#228;&#223;ig ;)</em></p><p>Der Mann r&#246;chelt und bekommt kaum Luft. Seine Augen verdrehen sich unnat&#252;rlich, ehe er mit einem dumpfen Knall vom Stuhl kippt. Unmenschliche, gurgelnde Laute dringen aus seiner Kehle.</p><p>Dunkles Blut flie&#223;t langsam &#252;ber den hellen Boden. Bedrohlich rinnt es auf dich zu. Instinktiv weichst du einen Schritt zur&#252;ck, bevor es deine Schuhe erreichen kann.</p><p>Die Frau redet hektisch auf den apathischen Mann ein. Die wenigen anderen Passagiere beobachten das Geschehen mit blankem Entsetzen. Du kannst nicht anders, als trotz deiner eigenen Angst die mutige Frau zu bewundern. In dieser Situation setzt sie sich f&#252;r einen Fremden ein. Es ist stockfinster, es gibt keinen Strom und kein Netz &#8211; und dennoch denkt sie an das Wohl eines anderen.</p><p>Dein Hund winselt erneut. Er wei&#223;, dass etwas nicht stimmt. Auch deine Instinkte schreien dich an, den Zug sofort zu verlassen. Du wirfst einen Blick auf die anderen, die wie erstarrt wirken. Die ersten beginnen leise zu schluchzen. Sie haben Angst, und du kannst es ihnen nicht ver&#252;beln. Das Feuer der Stadt spiegelt sich noch immer unheilvoll in den Fenstern.</p><p>All das Blut. Es dringt zwischen seinen Lippen hervor, sprudelt aus Nase und Augen. Benetzt den Boden. Er erstickt.</p><p>Ein Schauer l&#228;uft dir &#252;ber den R&#252;cken. Du wei&#223;t, dass der Mann ohne Hilfe sterben wird. Aber was kannst du tun?</p><p>Du atmest tief durch. Ein schwerer, metallischer Geruch liegt in der Luft. Eins nach dem anderen. Du zwingst dich zur Ruhe und eilst der hysterischen Frau zu Hilfe. Gemeinsam dreht ihr den schweren Mann auf die Seite, damit das Blut abflie&#223;en kann und seine Atemwege frei bleiben.</p><p>Doch es ist zu sp&#228;t. Er r&#246;chelt ein letztes Mal. Ein Ger&#228;usch, das sich in dein Ged&#228;chtnis brennt. Dann endet das Zucken abrupt. Die Stille danach l&#228;sst den Zug noch k&#228;lter wirken.</p><p>Alles ging so schnell. Die Frau ist mit fremdem Blut bedeckt. Steif l&#228;sst sie sich zur&#252;cksinken und starrt den Mann mit vor Schock geweiteten Augen an.</p><p>Verdammt. Mit letzter Kraft drehst du ihn zur&#252;ck auf den R&#252;cken und suchst mit zitternden Fingern nach seinem Puls.</p><p>Nichts.</p><p>Unbeholfen beginnst du mit der Herzdruckmassage und verfluchst dich daf&#252;r, im Erste-Hilfe-Kurs nicht besser aufgepasst zu haben. Rhythmisch dr&#252;ckst du auf seinen Brustkorb. Blut quillt aus seinem Mund. Dann gibt etwas unter deiner Hand nach.</p><p>Eine Rippe. Du f&#252;hlst sie brechen. Trotzdem machst du weiter. Immer weiter. Bis deine Arme taub werden und dein Atem sto&#223;weise &#252;ber deine Lippen kommt. Du willst die anderen anschreien, dir zu helfen, doch sie stehen zu sehr unter Schock. Kein Laut verl&#228;sst deine Kehle.</p><p>Schlie&#223;lich versiegt deine Kraft. Der Mann r&#252;hrt sich nicht mehr. Du musst einsehen, dass du verloren hast.</p><p>Ersch&#246;pft f&#228;llst du zur&#252;ck. Die Luft brennt in deinen Lungen. Du starrst auf deine schwarz verf&#228;rbten H&#228;nde, auf deine besudelte Kleidung. So hast du dir deinen Abend nicht vorgestellt.</p><p>Es ist das erste Mal, dass du einen Toten siehst. Nichts daran erinnert an einen Hollywoodfilm. Sein Tod war nicht glorreich. Er starb unw&#252;rdig, an einem kalten Ort voller Fremder. Niemand hier kennt auch nur seinen Namen.</p><p>Dein Hals beginnt zu kratzen. Wann hast du zuletzt etwas getrunken?</p><p>Da &#246;ffnet sich die Kabinent&#252;r des Zuges. In der Dunkelheit erkennst du den Fremden zun&#228;chst nicht. Als er n&#228;her tritt, siehst du die typische Schaffneruniform. Kurz vor dir bleibt er stehen und starrt auf die Szene mit weit aufgerissenen Augen. Dann r&#228;uspert er sich und sagt mit rauer Stimme:</p><p>&#187;A-alle aussteigen, bitte.&#171;</p><p>Ein Raunen geht durch die Passagiere. Aussteigen? Wo seid ihr &#252;berhaupt? Was geht hier vor? Doch niemand widerspricht. Vielleicht, weil sie sich endlich nach etwas richten k&#246;nnen.</p><p>Auf wackeligen Beinen stemmst du dich hoch, greifst nach der Leine deines Hundes und folgst den anderen.</p><p>Eine Bewegung in deinem Augenwinkel. Du h&#228;ltst inne und blickst zur&#252;ck. Der Mann liegt noch immer reglos in seinem Blut. Hast du dich get&#228;uscht? Spielt dir dein &#252;berreizter Geist einen Streich?</p><p>Der Schaffner &#246;ffnet mit einem Nothebel die massive Zugt&#252;r. Du trittst hinaus an die frische Luft.</p><p>Endlich.</p><p>Doch gerade als du tief einatmen willst, &#252;berkommt dich ein heftiges Husten. Das Ger&#228;usch vermischt sich mit dem R&#228;uspern einer Frau. Du meinst Blut zu schmecken und spuckst angewidert aus. Gott. Wie sehr du dieses Gef&#252;hl hasst, als w&#252;rde dir etwas im Hals stecken.</p><p>Langsam l&#228;sst der Schock nach und macht einer l&#228;hmenden Ersch&#246;pfung Platz. Du wirst unheimlich schlapp. Noch m&#252;der als zuvor.</p><p>Dein Hund winselt und stupst dich mit der Schnauze an. Du streichelst &#252;ber seinen Kopf und zwingst dich zu einem schiefen L&#228;cheln. Gerade als du ihm leise sagen willst, dass alles gut wird, schwappt ein Schwall Blut aus deinem Mund.</p><p>Du hustest, wischst es hastig weg. Doch die anderen haben es gesehen. Sie weichen zur&#252;ck. Als w&#228;rst du &#8230; krank. Oh nein. Das darf nicht wahr sein!</p><p>Pl&#246;tzlich ert&#246;nt ein furchtbares R&#246;cheln aus dem Zug. Ein Ger&#228;usch, das sich unausl&#246;schlich in deine Erinnerungen gebrannt hat. Dein Herz schl&#228;gt dir bis zum Hals, als du zur T&#252;r blickst.</p><p>Ein Schleifen. Als w&#252;rden sich gebrochene Knochen bewegen.</p><p>In der Dunkelheit erkennst du eine Regung. Der Mann. Der, den du eben noch f&#252;r tot gehalten hast! Mit verdrehten, wie ferngesteuerten Gliedern zieht er sich durch die &#214;ffnung. Voll Blut. Die Augen in verschiedene Richtungen verdreht.</p><p>Nicht menschlich, denkst du.</p><p>Dein Hund knurrt leise. Dieses Mal h&#246;rst du auf ihn. Du weichst zur&#252;ck und trittst auf einen Ast. Das laute Knacken zieht seine Aufmerksamkeit auf dich. Der leblose Blick richtet sich auf dich. </p><p>Da taucht die mutige Frau wieder auf und reicht ihm die Hand. Ehe jemand reagieren kann, st&#252;rzt er sich auf sie. Mit Grauen siehst du, wie seine Z&#228;hne sich in ihre Haut graben. Ihr Schrei zerrei&#223;t die Luft. Sie versucht, ihn am Kragen wegzuziehen. Dein Hund bellt schrill und zerrt an seinem Hosenbein.</p><p>Doch der Totgeglaubte l&#228;sst nicht locker. Wie im Wahn verbei&#223;t er sich in der Frau. Seine Kraft ist unmenschlich. Die nassen Ger&#228;usche sind falsch. Unnat&#252;rlich. Dann endet ihre Gegenwehr. Doch er h&#246;rt nicht auf.</p><p>Das muss ein Traum sein. Du musst im Zug eingeschlafen sein. Aber nein. Du sp&#252;rst die kalte Luft. Du siehst das Grauen.</p><p>Das hier ist real. Erst jetzt bemerkst du, dass die anderen Passagiere verschwunden sind. Gefl&#252;chtet.</p><p>Dein Stichwort.</p><p>Du rennst. Schl&#228;gst dich durch das Unterholz, mitten im Nirgendwo. Es ist finster. Orientierungslos folgst du dem Bahngleis, stolperst, st&#252;rzt auf alle Viere und erbrichst einen Schwall Blut.</p><p>Alles dreht sich. Aufstehen ist unm&#246;glich. Ersch&#246;pft sinkst du zu Boden. Dein Hund bellt leise, winselt. Du h&#246;rst die Sorge in seiner Stimme.</p><p>&#187;Tut mir leid, mein Freund&#171;, bringst du heiser hervor und streichelst &#252;ber seine k&#252;hle Schnauze. Langsam wird die Welt dunkler.</p><p>Ist es das? Wirst du hier sterben, namenlos, auf kalten Gleisen? Aber du bist nicht allein. Dein Hund rollt sich neben dir zusammen, w&#228;rmt dich mit seinem K&#246;rper. Du willst ihm sagen, dass alles gut wird. Ein Automatismus. Beruhigen. Doch es geht nicht mehr. </p><p>Dein K&#246;rper wird schwer. Taub. Alles wird dumpf. Das Leben verl&#228;sst dich. Zeit verliert ihre Bedeutung. <em>Du</em> verlierst Bedeutung.</p><p>Irgendwann beginnt dein K&#246;rper zu zucken. Keine Kontrolle. Kein Wille. Nur ein unb&#228;ndiger Hunger treibt dich zur&#252;ck an die Oberfl&#228;che. Und neben dir liegt etwas, das unwiderstehlich duftet &#8230;</p><p><strong>Du bist tot. <br>Unbefriedigendes Ende? <br>Versuche es mit Szenario 2: Du verl&#228;sst den Zug</strong></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!5G0R!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F0474b0d3-aee5-452a-993e-19aa1a07e8c8_1024x1536.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!5G0R!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, 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An bestimmten Stellen stehst <strong>du</strong> vor einer Entscheidung. Was w&#252;rdest du tun? Schreib deine Wahl in die Kommentare. Die Geschichte wird weitergehen. Und deine Entscheidung bestimmt, wie.</em></p><p>Du stehst am Bahnsteig und t&#228;tschelst deinem g&#228;hnenden Sch&#228;ferhund den Kopf. Heute wurde es wirklich sp&#228;t. Der Bahnhof ist nur noch sp&#228;rlich besucht. Die Finsternis der Nacht schluckt das Licht der Sterne. Selbst die Beleuchtung am Gleis scheint dunkler als sonst.</p><p>Endlich f&#228;hrt der Zug ein. Die elektronische Ansage verk&#252;ndet die Abfahrtszeit. Dein treuer Freund begleitet dich hinein. Ihr findet einen Platz am Fenster.</p><p>Mit einem Seufzen l&#228;sst du dich auf den mit Stoff bezogenen Sitz fallen. Deine Beine schmerzen vom vielen Laufen durch die Stadt. Dein Hund l&#228;sst den schweren Kopf zufrieden auf deinen Scho&#223; sinken.</p><p>In Gedanken versunken kraulst du seine Ohren, was er mit einem zufriedenen Brummen belohnt. Auch die wenigen anderen Passagiere suchen sich schweigend einen Platz.</p><p>Es ist still. So, wie du es nach einem anstrengenden Tag magst. Langsam f&#228;hrt der Zug an und rollt, von einem leisen Schleifen begleitet, aus dem Bahnhof. Das vertraute Ger&#228;usch l&#228;sst deine Gedanken weicher werden.</p><p>Das Schaukeln der Bahn und der ruhige Atem deines Hundes lassen deine Lider schwer werden. Die Lichter der Stadt entfernen sich langsam.</p><p>Keiner gibt einen Laut von sich. Die Ersch&#246;pfung legt sich wie eine Decke &#252;ber das Abteil. Hinter dem Fenster ist es finster. Einen Moment lang beobachtest du deine Spiegelung im Glas. M&#252;de Augen. Spr&#246;de Lippen.</p><p>Was soll&#8217;s. Bald zu Hause.</p><p>Du g&#228;hnst tief und lehnst deinen Kopf gegen den weichen Sitz. Das Rattern der Schienen lullt dich ein, wiegt dich in einen leichten Schlaf.</p><p>Da dringt ein warmes Orange durch deine Lider. Unnat&#252;rlich. Fehl am Platz. Missbilligend verziehst du den Mund und &#246;ffnest z&#246;gerlich die Augen.</p><p>Weit entfernt schie&#223;t eine lodernde Feuers&#228;ule in den Himmel. Instinktiv packst du die Leine fester. Das grelle Licht schmerzt. Der Knall der Explosion erreicht dich erst Sekunden sp&#228;ter. R&#252;ttelt hart am Zug.</p><p>Das kam aus der Stadt! Aus der Stadt, die du vor gerade einmal zehn Minuten verlassen hast!</p><p>Die helle S&#228;ule beginnt in todbringenden Tropfen auf die Metropole herabzuregnen und hinterl&#228;sst ein Meer aus Feuer.</p><p>Dein Herz rauscht laut in deinen Ohren. Mit zitternden Fingern streichelst du deinem winselnden Hund fahrig durch das dichte Fell &#8211; mehr, um dich selbst zu beruhigen, als ihn.</p><p>Eine weitere grelle S&#228;ule schie&#223;t in den Himmel. Hilflos beobachtest du die im Feuer versinkende Stadt. Du bildest dir ein, Schreie zu h&#246;ren.</p><p>Geistesgegenw&#228;rtig ziehst du dein Handy hervor. Kein Netz. Das vertraute Ger&#228;t zittert in deinen H&#228;nden. Auch die anderen Passagiere starren mit angstverzerrten Gesichtern aus den Fenstern.</p><p>Pl&#246;tzlich erl&#246;schen die Lampen im Zug. Es wird so finster, dass du kaum noch etwas erkennst. Nur das Feuer in der Ferne taucht das Abteil in ein schummriges Orange.</p><p>Du bemerkst, dass der Zug langsamer wird, bis er mit einem sachten Ruck ganz zum Stehen kommt.</p><p>Ein raues Husten durchbricht die angespannte Stille. Es wird lauter, hektischer. Der Atem eines Mannes rasselt, als w&#252;rde er keine Luft bekommen.</p><p>Auf keinen Fall willst du in diesem Zug gefangen bleiben, w&#228;hrend drau&#223;en die Welt im Chaos versinkt. So ruhig wie m&#246;glich schleichst du mit deinem Hund zur n&#228;chsten T&#252;r. Dein Weg kreuzt sich mit dem r&#246;chelnden Mann.</p><p>Dunkles Blut str&#246;mt aus seinem Mund. Seine grauen Augen verdrehen sich unnat&#252;rlich. Eine Frau eilt ihm zu Hilfe.</p><p>Du beobachtest die bizarre Szene. Das viele Blut schimmert in der Dunkelheit schwarz. Dein Hund winselt warnend. Die Passagierin versucht, den heftig zuckenden Mann zu beruhigen. Er hustet erneut &#8211; und spritzt ihr einen Schwall Blut entgegen.</p><p>Du wei&#223;t, dass Hilfe gerade unerreichbar ist.</p><p><strong>Was tust du?</strong></p><p><strong>1. Du bleibst und versuchst zu helfen.</strong></p><p><strong>2. Du verl&#228;sst den Zug.</strong></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!7CTF!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1f90cb4c-34fe-427f-8201-e7654906ac3e_1024x1536.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!7CTF!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_424, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/c_limit, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/f_webp, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/q_auto:good, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1f90cb4c-34fe-427f-8201-e7654906ac3e_1024x1536.png 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!7CTF!, /__u/magdalenaherrmann.substack.com/w_848, 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Die Sonne senkte sich langsam, als w&#252;rde sie den Abend herbeirufen wie an jedem anderen Tag. Einer ging, ein neuer begann.</p><p>Doch heute war alles anders.</p><p>Wie in Trance starrte ich zum Himmel hinauf und verfolgte einen Schwarm dunkler V&#246;gel, die lautlos ihre Bahnen zogen. Sie wussten nichts von dem, was hier unten geschah. Warum sollten sie auch. Wir lebten auf demselben Planeten, und doch trennten uns Welten. Sie waren frei. Frei in die Weiten zu gleiten. Und ich stand hier, reglos, w&#228;hrend eine hei&#223;e Brise &#252;ber meine erhitzte Haut strich.</p><p>Mit zitterndem Atem sog ich die schwere Luft ein. Sie schmeckte nach Angst. Nach Panik. Dumpf, als w&#252;rde ich schwerelos durch die Tiefen eines Sees gleiten, drangen grelle Ger&#228;usche an mein Ohr. Sie schrien. Sie pl&#252;nderten. Sie rannten um ihr Leben. </p><p> Und ich stand nur da. </p><p>Ein Rempler traf meine Schulter, als ein junger Mann an mir vorbeist&#252;rmte. Furcht verzerrte sein Gesicht, w&#228;hrend er nach jemandem rief, der nicht kam. Er stie&#223; eine Frau von der offenen Autot&#252;r weg, sprang hinein und raste davon.</p><p>Meine spr&#246;den Lippen verzogen sich zu einem schiefen L&#228;cheln. Wohin wollten sie fliehen? Wohin sollte ein Auto sie bringen?</p><p>Manchmal war es leichter, anzunehmen, wenn man verloren hatte. In W&#252;rde.</p><p>Ich setzte mich langsam in Bewegung, schlenderte die hei&#223;e Stra&#223;e entlang. Ich suchte etwas mit dem Blick, ohne zu wissen was. Ein sonderbares Gef&#252;hl der Ruhe legte sich &#252;ber mich. Als w&#252;rde all der Ballast, den ich jahrelang getragen hatte, einfach abfallen. Sorgen, Zweifel, Existenz&#228;ngste. Pl&#246;tzlich bedeutungslos.</p><p>War dieses Gef&#252;hl fehl am Platz? Weiter setzte ich ziellos einen Fu&#223; vor den anderen. Vielleicht. Aber es spielte auch keine Rolle mehr.</p><p>Ein Sto&#223; von hinten. Dann noch einer. Wie eine Marionette lie&#223; ich mich von der Menge mitziehen. Widerstand erschien mir sinnlos. Mit einem letzten Ruck stolperte ich in einen Bus, der sofort anfuhr.</p><p>Ich starrte aus dem Fenster. Menschen schrien sich an, k&#228;mpften, rissen einander zu Boden. Ein Mann zog eine Waffe. Ein Knall. Reglos verfolgte mein Blick das Rot, das sich wie Sonnenuntergangslicht als feiner Nebelschleier in der Luft verlor.</p><p>Genau das war der Grund, weshalb wir nun hier standen. H&#228;tten wir anders sein k&#246;nnen? Besser?</p><p>Ich schloss kurz die Augen. F&#252;r einen Moment stellte ich mir eine andere Welt vor. Eine ohne Kriege, ohne Hunger, ohne Hass. Einen Planeten, der in sattem Gr&#252;n erstrahlte.</p><p> Doch als ich die Augen wieder &#246;ffnete, sah ich nur Verzweiflung, Schwei&#223; und Dreck. Kinder, die sich an ihre M&#252;tter klammerten. Ich wollte Mitleid mit diesen Kindern haben, die nie die Sch&#246;nheit des Lebens kennenlernen w&#252;rden, doch da war nichts mehr in mir &#252;brig. Nur M&#252;digkeit. Eine tiefe, alles durchdringende M&#252;digkeit.</p><p>Wie lange trug ich sie schon mit mir? Hatte ich jemals wirklich f&#252;r mich gelebt?</p><p> Ersch&#246;pft lehnte ich den Kopf gegen die kalte Haltestange des Busses. Die staubige Luft schn&#252;rte mir die Kehle zu. Nie hatte ich mir so sehr ein Glas kaltes Wasser gew&#252;nscht. Kondenswasser, das langsam am Glas hinabrann. Ob ich so etwas je zu sch&#228;tzen gewusst hatte?</p><p>Der Gedanke an meinen Hund traf mich wie ein Stich. Sie wartete zu Hause. Wie immer. Vor der T&#252;r. Die gro&#223;en Augen auf den Eingang gerichtet. Harrte auf meine R&#252;ckkehr.</p><p>Eine Tr&#228;ne l&#246;ste sich. Ich bat sie stumm um Verzeihung. Dass ich nicht zur&#252;ckkehren w&#252;rde. Dass wir ihr eine kaputte Welt hinterlassen hatten. </p><p>Der Bus ruckelte &#252;ber unebenen Boden. Jemand ergriff meine Hand, doch ich machte mir nicht die M&#252;he nachzusehen. Ich wollte nichts mehr sehen. </p><p>Wie viel Zeit blieb uns noch? Die Sonne hatte sich bereits ein St&#252;ck weiter geneigt, weiter auf unser Ende zu. Ich f&#252;hlte in jeden meiner Herzschl&#228;ge, nicht wissend, wann es mein Letzter sein w&#252;rde. </p><p>Mit einem letzten Sto&#223; kam das Fahrzeug zum Stehen. Wir wurden hinausgedr&#228;ngt, liefen durch einen Wald. Der feuchte, erdige Boden schmiegte sich angenehm gegen meine d&#252;nnen Schuhe. Eine k&#252;hle Brise zog an mir vorbei. Der Geruch von Moos und B&#228;umen f&#252;llte meine Lungen. F&#252;r einen Moment f&#252;hlte es sich fast friedlich an.</p><p>In der Ferne erkannte ich eine vertraute Silhouette. Er stand auf einer Anh&#246;he, blickte auf die Menschenmenge herab, ein harter Zug um die Lippen. Dann wandte er sich ab, verschwand zwischen den B&#228;umen. Meine Rufe gingen im Chaos unter.</p><p>Es wurde dunkler. Das Gr&#252;n verschwand, und pl&#246;tzlich stand ich auf dem rauen Beton eines Bunkers. Menschen suchten sich Pl&#228;tze, sanken zu Boden, klammerten sich aneinander. Sie weinten, beteten, flehten.</p><p>Doch niemand w&#252;rde uns retten kommen. Kein gr&#246;&#223;erer Plan. Kein System, das uns besch&#252;tzte. Nur ... wir.</p><p>Langsam lie&#223; ich den Blick &#252;ber sie schweifen. Anders als die anderen weinte ich nicht. Ich flehte nicht, verfluchte nichts. Was h&#228;tte es ge&#228;ndert? Wollte ich hierbleiben und auf einen langsamen Tod warten, w&#228;hrend die letzte Hoffnung versickerte?</p><p>Nein. Nicht hier. Nicht so.</p><p>Leise stand ich auf, raffte mein zerrissenes, buntes Kleid zusammen und ging zur Treppe. Menschen str&#246;mten hinein. Ich war die Einzige, die ihnen entgegenlief. Ohne den Blick von meinem Ziel zu l&#246;sen, bewegte ich mich an all den Verzweifelten vorbei. M&#228;nner, Frauen, Kinder. H&#228;nde, die sich suchten, als lie&#223;e sich Halt festhalten.</p><p>Nun waren wir gleich.</p><p>Geld bedeutete nichts mehr. Stand, Herkunft, Geschlecht ebenso wenig. Wir sa&#223;en im selben Boot, wie wir es immer getan hatten. Erst jetzt, kurz vor dem Ende, trat das Wesentliche hervor. Hatte ich gut gelebt? Hatte ich anderen etwas gegeben &#8211; oder genommen?</p><p>Ich stieg die kalte Treppe hinauf. Drau&#223;en standen Uniformierte, die versuchten, den Strom der Menschen aufzuhalten. Auf jemanden wie mich, der hinauswollte, achtete niemand.</p><p>Die k&#252;hle Abendluft schlug mir entgegen, lie&#223; mich fr&#246;steln. Auch vor den Toren des Bunkers k&#228;mpften sie. Kinder verschwanden schreiend in der Menge, Erwachsene dr&#228;ngten r&#252;cksichtslos nach vorn. Eine schwangere Frau wurde zu Boden gesto&#223;en, verschwand unter hastigen F&#252;&#223;en.</p><p>Bevor ich aus der Reichweite verschwand, packte ich wahllos eine Hand, zog sie zu mir und stie&#223; sie so sanft wie m&#246;glich zu der Stelle, aus der ich gerade gekommen war. Das einzige, was ich von der Person sah, waren die gro&#223;en, glasig blauen Augen. Ich schenkte der jungen Frau ein kleines, warmes L&#228;cheln, ehe sie hinter der schweren T&#252;r verschwand. Ich hatte mein Schicksal gew&#228;hlt, nun war es zu sp&#228;t. Der Eingang versperrt.</p><p> Ich achtete nicht weiter auf die tobenden Menschen, sondern spazierte in den ruhigen Wald hinein. Jeder Schritt war eine Wohltat im Vergleich zur brennenden Stra&#223;e. V&#246;gel sangen ihr leichtes Lied, w&#228;hrend die Schreie hinter mir verblassten. Der Wald lichtete sich und gab den Blick auf eine weite Landschaft frei. Der Himmel leuchtete in den warmen Farben der letzten Sonne.</p><p>Und da sah ich ihn.</p><p>Er lehnte an einem Baum und betrachtete die Berge. Still trat ich zu meinem Bruder. &#220;berrascht sahen mich seine gr&#252;nen Augen an, dann legte sich ein L&#228;cheln auf sein Gesicht. Wir sagten nichts. Es war nicht n&#246;tig. Wir standen einfach nur nebeneinander, froh nicht alleine zu sein. Den Blick in die Ferne gerichtet.</p><p>So tief ich konnte, nahm ich die Welt in mich auf, wissend, dass sie bald vergehen w&#252;rde. In wenigen Augenblicken w&#252;rde hier nur noch Feuer und Asche sein. Nichts w&#252;rde bleiben. Niemand w&#252;rde sich erinnern. Es gab keinen Helden, keinen Politiker, keinen Namen, der unser Ende abwenden w&#252;rde.</p><p>Die Sonne war fast verschwunden, die k&#252;hle Luft schmiegte sich an meine &#252;berhitzte Haut. Dann erklang das Ger&#228;usch, vor dem alle geflohen waren. Sirenen. Schwer drang ihr rhythmisches Klagen an mich heran.</p><p>Mein Bruder streckte mir die Hand entgegen. Ich ergriff sie, und er zog mich fest in seine Arme.</p><p>&#187;Wir werden uns gleich wiedersehen&#171;, sagte er ruhig.</p><p>Ich schmiegte mein Gesicht an seine Schulter. Tr&#228;nen kamen, eine nach der anderen.</p><p>&#187;Danke&#171;, fl&#252;sterte ich.</p><p>Mehr brauchte es nicht. Er wusste es.</p><p>Ein letztes Mal lie&#223; ich den Blick &#252;ber die Sch&#246;nheit dieser Welt gleiten, bevor ein unertr&#228;glich grelles Licht alles verschluckte.</p><p>Ich sp&#252;rte die Umarmung, das Versprechen &#8211; dann nichts mehr.</p><p>Keinen Schmerz. Kein Bedauern.</p><p>Nur die Erinnerung an ein gutes Leben.</p><p>Und ein L&#228;cheln.</p><p>In W&#252;rde. Wie ich es gew&#228;hlt hatte.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Demnächst]]></title><description><![CDATA[Das ist Substack von Magdalena.]]></description><link>https://magdalenaherrmann.substack.com/p/coming-soon</link><guid isPermaLink="false">https://magdalenaherrmann.substack.com/p/coming-soon</guid><dc:creator><![CDATA[Magdalena Herrmann]]></dc:creator><pubDate>Sun, 07 Dec 2025 08:44:51 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!B8J8!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e25b00e-f651-4a51-8355-fc4e93470e74_2544x3392.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Das ist Substack von Magdalena.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://magdalenaherrmann.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/magdalenaherrmann.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>