<script data-pm-proxy="intercept"></script><?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Worte des Wortlosen]]></title><description><![CDATA[Über Worte tanzt das Tintenherz. Von der Feder über jeden Strich. Die Tinte fließt gewellt vom Schmerz, auf Blut gesurft, das wahre “Ich”.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OrgY!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F13e8e606-161c-42e7-a635-419f2d60bfdc_720x720.png</url><title>Worte des Wortlosen</title><link>https://wortlosvoll.substack.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Sat, 05 Sep 2026 06:03:01 GMT</lastBuildDate><atom:link href="/__u/wortlosvoll.substack.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Daniel Schwarzer]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[wortlosvoll@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[wortlosvoll@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[DayNie]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[DayNie]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[wortlosvoll@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[wortlosvoll@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[DayNie]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Das Schlagwort hat uns totgeschlagen]]></title><description><![CDATA[Wurde dir schon einmal eins dieser Worte an den Kopf geworden, die es dir schwer gemacht haben ein anst&#228;ndiges Gespr&#228;ch zu f&#252;hren?]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/das-schlagwort-hat-uns-totgeschlagen</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/das-schlagwort-hat-uns-totgeschlagen</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Wed, 02 Sep 2026 05:16:15 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/1fbe6902-4eaf-46e0-8c4a-15ceffbaa42c_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Toxisch, Narzisstisch, Woke, Rechts, Links, Spirituell, Red Flag, Green Flag, ADHS, Depressiv, Introvertiert, Extrovertiert, Bewusst, Unbewusst,&#8230;</em></p><p>Lange ist die Liste. Ja wir haben inzwischen f&#252;r gef&#252;hlt jeden Menschen so ein Schlag in die Fresse.<em> </em>Als w&#252;ssten wir ganz genau was abgeht. Wie angenehm! Jetzt brauchen wir ihn nicht mehr kennenlernen. Ein Wort reicht. Abstempeln, einsortieren und Leine ziehen. </p><p>Der da? Narzisst.</p><p>Die da? Daddy Issues</p><p>Der Typ? Toxisch Maskulin</p><p>Ich? &#8230; Nat&#252;rlich hochreflektiert.</p><p>Das ist die vermeidliche Selbsterkenntnis von heute. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eine besonders intelligente Form der Menschenvermeidung. W&#228;hrend wir mit Schlagworten um uns schlagen geht unsere F&#228;higkeit einen Menschen mit Neugier zu begegnen den Bach runter.</p><p>Wir wissen alles &#252;ber Attachment Styles und k&#246;nnen uns nicht binden. Wir kennen unsere Liebessprache aber haben verlernt Liebe zu sprechen. Wir kennen unsere Trigger, nicht aber unsere Nachbarn.</p><p>Was wir aber richtig gut k&#246;nnen ist analysieren, diagnostizieren und kategorisieren. Und irgendwann <strong>haben wir den Menschen damit wegdefiniert. </strong>Das Schlagwort hat uns totgeschlagen.</p><h2>Das Wort war einmal lebendig.</h2><p>Worte waren einmal etwas wert. Sie trugen Gewicht. Ein &#8222;Ja&#8220; k&#246;nnte dein ganzes Leben ver&#228;ndern. Ein &#8222;Nein&#8220; k&#246;nnte einen Krieg beginnen. Ein &#8222;Ich verspreche dir&#8220; k&#246;nnte einen Menschen an eine Zukunft binden. Ein &#8222;Ich liebe dich&#8220; k&#246;nnte aus zwei losen F&#228;den eine gemeinsame Geschichte schreiben.  </p><p>Ein Name konnte aus einem Fremden einen Bekannten machen. <strong>Worte</strong> waren nicht einfach nur Ger&#228;usche. Sie <strong>taten</strong> etwas. Sprache ist nicht die Verpackung des Lebens. Sie ist das menschliche Leben in der Tat. Doch wir haben aus bindenden Worten hohle H&#252;llen mit Etiketten gemacht. Gro&#223;e Worte doch nichts dahinter &#8230;</p><p>Wir sagen &#8222;Liebe&#8220; und meinen ein Gef&#252;hl.</p><p>Wir sagen &#8222;Freund&#8220; und meinen jemanden zum Saufen und Kiffen</p><p>Wir sagen &#8222;Community&#8220; und meinen die paar Hanseln in ner Telegram Gruppe</p><p>Wir sagen &#8222;Wahrheit&#8220; und meinen Meinung.</p><p>Wir sagen &#8222;Spiritualit&#228;t&#8220; und meinen R&#228;ucherst&#228;bchen und Affirmationen.</p><p>Wir sagen &#8222;Grenzen setzen&#8220; und meinen: Ich will nie wieder mit einem Menschen konfrontiert werden, der mir widerspricht.</p><p>Und wir sagen &#8220;<strong>Ich&#8221;. </strong>Den ganzen verdammten Tag.</p><p>Ich f&#252;hle. </p><p>Ich denke.</p><p>Ich brauche.</p><p>Ich will.</p><p>Meine Grenzen.</p><p>Meine Wahrheit.</p><p>Meine Identit&#228;t.</p><p>Meine Energie.</p><p>Meine Heilung.</p><p>Meine Reise.</p><p>Mein authentisches Selbst.</p><p>Ich.</p><p>Ich.</p><p>Ich.</p><p>Vielleicht ist ja das gr&#246;&#223;te Schlagwort unserer Zeit gar nicht das, mit dem wir unseren Gegen&#252;ber einordnen, sondern das, mit dem wir unser Spiegelbild einboxen.</p><h1>ICH</h1><p>Wir haben aus dem &#8220;Ich&#8221; eine Religion gemacht. Und Instagram ist ihre Kirche. Jeden Morgen stehen Millionen Menschen auf, greifen nach einem leuchtenden Rechteck und beginnen mit ihrem Gottesdienst.</p><p>Sie betrachten sich selbst.</p><p>Sie optimieren sich selbst.</p><p>Sie vermarkten sich selbst.</p><p>Sie erkl&#228;ren sich selbst.</p><p>Sie heilen sich selbst.</p><p>Sie finden sich selbst.</p><p>Sie lieben sich selbst.</p><p>Selbst.</p><p>Selbst.</p><p>Selbst.</p><p>Wir haben so lange in den Spiegel geschaut, dass wir vergessen haben, dass vor uns eine ganze Welt voller anders Denkender existiert. Und du wundern wir uns warum wir einsam sind, wenn wir jeden Menschen danach bewertest, was er f&#252;r unser Selbstgef&#252;hl tut. &#8222;Tut diese Beziehung mir gut&#8221; &#8230; Geile Frage. Was hei&#223;t schon &#8220;gut tun&#8221;?</p><p>Stell sie deinem Vater, wenn er dement wird.</p><p>Stell sie deinem Kind, wenn es um drei Uhr morgens schreit.</p><p>Stell sie deinem besten Freund, wenn er depressiv auf deiner Couch sitzt.</p><p>Stell sie deiner Frau nach 10 Ehejahren, wenn gerade nichts mehr aufregend ist.</p><h1>Willkommen im Zeitalter des professionellen Narzissmus</h1><p>Wir haben ein bemerkenswertes System gebaut. Wir k&#246;nnen innerhalb von Sekunden mit einem Menschen auf der anderen Seite des Planeten sprechen. Und haben gleichzeitig Angst einen Anruf zu beantworten. Wir haben Zugriff auf praktisch das gesamte Wissen der Menschheit. Und verbringen drei Stunden t&#228;glich damit, Fremden zuzusehen wie sie auf andere Fremde reagieren. Wir haben mehr M&#246;glichkeiten, Menschen kennenzulernen, als irgendeine Generation vor uns. Und behandeln Beziehungen wie einen Daumenswipe.</p><p><em>Nicht ganz mein Vibe.</em></p><p>Swipe.</p><p><em>Das passt nicht zu mir.</em></p><p>Swipe.</p><p><em>Red Flag.</em></p><p>Swipe.</p><p>Bis irgendwann niemand mehr &#252;brig ist au&#223;er dir und deiner kleinen Bubble, die dich in deiner Meinung best&#228;tigt. Bei jedem der sie bedroht ziehst du einen Strich. Herzlichen Gl&#252;ckwunsch! Du hast erfolgreich jeden Menschen aus deinem Leben entfernt, der deine pers&#246;nliche Komfortzone gef&#228;hrden k&#246;nnte.</p><p>In deiner kleinen Welt, die nicht &#252;ber den Tellerrand hinaus reicht nennt man das dann wohl &#8220;<strong>Healing&#8221;. </strong>Vielleicht&#8230; aber nur vielleicht&#8230; bist du aber gar nicht geheilt. Vielleicht hast du einfach gelernt, niemanden mehr nahe genug an dich heranzulassen, um dich verwunden zu k&#246;nnen.</p><p>Das ist etwas anderes.</p><h1>Du brauchst nicht mehr Selbstliebe</h1><p>Wir haben unter dem Vorwand der Selbstliebe gelernt Grenzen zu setzen, toxischen Menschen aus dem Weg zu gehen, uns selbst voran zu stellen und uns auf die goldene Waagschale gelegt. Und ja &#8230; Nat&#252;rlich brauchst du Grenzen. Nat&#252;rlich solltest du Missbrauch nicht tolerieren. Nat&#252;rlich musst du &#8220;Nein&#8221; sagen k&#246;nnen.</p><p>Aber eine Medizin wird irgendwann zum Gift, wenn du gleich die ganze Flasche s&#228;ufst. Denn inzwischen scheint f&#252;r manche Menschen jede Beziehung toxisch zu werden, sobald sie etwas kostet. Jede Freundschaft problematisch, sobald sie unbequem wird. Jeder Partner inkompatibel, sobald er nicht mehr die eigene Selbstbeschreibung best&#228;tigt. Jeder Widerspruch eine Grenz&#252;berschreitung. Jede Entt&#228;uschung ein Trauma und jede Verpflichtung ein Verlust von Freiheit.</p><p>Und am Ende sitz du da. In deiner kleinen abgegrenzten Welt voller Gleichdenkenden. Aber hey &#8230; immerhin hast du deinen &#8220;Frieden&#8221; bewahrt&#8230;</p><p>Vielleicht brauchst du nicht noch mehr Selbstliebe. Vielleicht brauchst du jemanden, den du mehr liebst als deine Bequemlichkeit. Vielleicht brauchst du eine Sache, die wichtiger ist als deine Stimmung. Vielleicht brauchst du ein Versprechen, das auch am Montag noch gilt, wenn deine Energie nicht &#8222;aligned&#8220; ist. Vielleicht brauchst du Verantwortung. Vielleicht musst du dich nicht noch tiefer finden. Vielleicht ist es an der Zeit dich einmal zu <strong>verlieren</strong>. </p><p>In einem Menschen.</p><p>In einer Aufgabe.</p><p>In einem Versprechen.</p><p>In einer Freundschaft.</p><p>Oder in Kunst.</p><p>Einfach in etwas, das <strong>wichtiger ist als dein momentaner emotionaler Zustand.</strong></p><h1>Der Mensch, der dir widerspricht, k&#246;nnte dich retten</h1><p>Mein Gegen&#252;ber ist nicht daf&#252;r da, um mich zu best&#228;tigen. Er kann mir auch  <strong>widersprechen. </strong>Und jede gute Beziehung muss sich im gegenseitigen Widerspruch treu bleiben.</p><div class="pullquote"><p>&#8222;&#8218;Mein Widerspruch&#8216; mu&#223; immer aus mir herausgestellt werden und in einer mich liebenden Seele Widerspruch hervorrufen: Nur wem durch Mitmenschen widersprochen wird, nur dessen Widerspr&#252;che bleiben heilbar.&#8220; -Eugen Rosenstock Huessy</p></div><p>Naild it! Du brauchst Menschen, die dir widerspreche und dein Bullshit nicht zwingend mitmachen. Und er spricht nicht von irgendwelchen anonymen Idioten im Internet, die nur laut bellen. Er spricht von Menschen, die einen kennen. Menschen, die einen lieben. Menschen, die bleiben. Und gerade deshalb sagen k&#246;nnen:</p><p>&#8220;Nein, Bruder. Da bel&#252;gst du dich.&#8221; </p><p>&#8220;Nein. So war das nicht.&#8221; </p><p>&#8220;Nein. Du bist hier nicht das Opfer.&#8221;</p><p>Das tut weh. Nat&#252;rlich. Wahrheit tut nun mal weh. Aber vielleicht ist genau dieser Mensch deshalb so wertvoll. Denn du kannst dich selbst bel&#252;gen, solange dich niemand darauf anspricht. In deinem Kopf bist du immer der Gute. Unser Kopf findet f&#252;r jeden unserer Fehler eine passende Ausrede.</p><p>&#8220;Ich war gestresst.&#8221;</p><p>&#8220;Ich war verletzt.&#8221;</p><p>&#8220;Ich hatte Angst.&#8221;</p><p>&#8220;Ich musste mich sch&#252;tzen.&#8221;</p><p>Beim anderen ist die Diagnose dagegen schnell gestellt.</p><h1>Genau deshalb ist das Schlagwort so gef&#228;hrlich.</h1><p>Denn ein Name und ein Schlagwort sind auf dem ersten Blick zun&#228;chst einfach nur Worte. Und doch ist der Unterschied wie Tag und Nacht. Ein Name spricht den Menschen an wogegen das Schlagwort den Menschen auf eben das gesprochene Wort reduziert. </p><p>Vor kurzem wurde ich bei einer Note in den Kommentaren als &#8220;privilegiert&#8221; betitelt weil ich die Art wie heute einige ihre Grenzen setzen kritisch betrachtete. Ich w&#252;rde selber anscheinend ohne Triggerreaktionen durch den Alltag kommen und deshalb ihre Probleme nicht verstehen. Keine Neugier daf&#252;r, dass sich meine Realit&#228;t ihrer wom&#246;glich doch etwas &#228;hnelt. Schlie&#223;lich hatte ich ja schon ein Stempel auf der Stirn. Ich brauchte mich nicht mehr vorzustellen&#8230;</p><p><strong>Dabei h&#228;tte es nur eine Frage gebraucht.</strong></p><p>Eine Frage h&#228;tte den Stempel wieder von meiner Stirn genommen und aus dem &#8222;Privilegierten&#8220; wieder einen Menschen gemacht. Einen Menschen mit einer Geschichte, Erfahrungen, Widerspr&#252;chen und vielleicht sogar Gr&#252;nden f&#252;r das, was er sagt.</p><div class="pullquote"><p>&#8220;Du bist ja gar nicht allein. Du wirst geliebt. Dein Name in deines Na&#776;chsten Munde sagt dir das.&#171; Denn wessen Name in seiner Mitmenschen und Nachbarn Munde getragen wird, dem wird ein geschwisterliches Betragen zugesichert.&#8221; <br>-Eugen Rosenstock Huessy</p></div><p>Wenn du meinen Namen sagst, rufst du <strong>mich</strong>. Nicht nur eine Eigenschaft von mir. Nicht meine Meinung. Nicht meine Vergangenheit. Sondern den ganzen Menschen &#8211; mit allem, was ich war, was ich heute bin und was aus mir noch werden kann. Mein Name legt mich nicht fest. Er l&#228;sst mich offen. Und vor allem: <strong>Er l&#228;sst mich antworten.</strong></p><p>Wenn du mich aber &#8222;privilegiert&#8220; oder sonst etwas nennst, passiert etwas anderes. Pl&#246;tzlich sprichst du nicht mehr <strong>mich</strong> an, sondern deine bereits fertige Vorstellung von mir. Du glaubst schon zu wissen, wer da vor dir steht. Meine Geschichte wird &#252;berfl&#252;ssig. Meine Widerspr&#252;che interessieren nicht mehr. Meine Antwort brauchst du eigentlich auch nicht mehr.</p><p>Der Name <strong>&#246;ffnet</strong> ein Gespr&#228;ch. Das Schlagwort <strong>schlie&#223;t</strong> es.</p><h1>H&#246;r auf &#8220;deine Wahrheit&#8221; zu sagen</h1><p>&#8222;Meine Wahrheit&#8220; ist noch so ein Gespr&#228;chskiller. Sprich stattdessen die Wahrheit. Ja&#8230; Das ist etwas anderes. Denn damit habe ich Wahrheit geschaffen, ohne das l&#228;stige Risiko, mich irren zu k&#246;nnen. Es ist <strong>meine</strong> Wahrheit. Und du sollst mich verdammt nochmal daf&#252;r respektieren, richtig?</p><p>Klingt vern&#252;nftig. Nur leider hat das wenig mit Wahrheit zu tun. Jede Wahrheit die keinen Widerspruch &#252;berlebt ist nunmal keine Wahrheit. <strong>Wahrheit geh&#246;rt dir nicht.</strong></p><p>Nat&#252;rlich hast du deine Perspektive. Deine Geschichte. Deine Erfahrungen. Deine Gef&#252;hle. Deine Meinung. Und die sind real. Schwierig wird es, wenn du aus deiner Perspektive eine fertige Weltanschauung machst. Wenn du sagst: <strong>&#8222;Ich f&#252;hle mich von dir nicht gesehen&#8220; </strong>dann kann ich dir dieses Gef&#252;hl nicht wegnehmen. Aber sobald daraus ein <strong>&#8222;Du siehst mich nicht&#8220; </strong>wird, haben wir ein Problem. </p><p>Mein Gef&#252;hl kann vollkommen echt sein. Aber meine Erkl&#228;rung daf&#252;r kann vollkommen falsch sein. Ich kann mich von dir ungeliebt f&#252;hlen, obwohl du mich liebst. Ich kann mich bedroht f&#252;hlen, obwohl du mich nicht bedrohst.</p><p>Deshalb ist der Satz <strong>&#8222;meine Wahrheit&#8220;</strong> eine Sackgasse. Er macht aus meiner Perspektive einen Besitz. Und Besitz verteidigt man.</p><div class="pullquote"><p>&#8222;Wer Weltanschauungen fr&#246;nt, wird wahnsinnig [&#8230;] Zwischen 1871 bis 1918 hatte jeder Deutsche eine Weltanschauung, ja sogar <strong>seine Weltanschauung. Das geht nicht.</strong> Deine &#8218;Weltanschauung&#8216; ist gegen&#252;ber deinem Schwei&#223; und deinen Tr&#228;nen ein wertloser Plunder. Ich werde sie dir nur glauben, wenn du f&#252;r sie dein Leben wagst.&#8220;</p></div><p>Du kannst mir hundertmal erz&#228;hlen, dass Familie dein h&#246;chster Wert ist. Wenn du nie f&#252;r deine Familie da bist, interessiert mich dein Statement nicht. Du kannst &#8222;Liebe&#8220; in deine Bio schreiben. Interessant wird es aber, wenn ein Mensch schwierig zu lieben wird. Du kannst von Gemeinschaft reden. Interessant wird es, wenn Gemeinschaft dich etwas kostet. Du kannst Frieden fordern. Interessant wird es, wenn du deinem Gegner tats&#228;chlich begegnest. Du kannst &#252;ber Verantwortung philosophieren. Interessant wird es, wenn morgens um drei jemand anruft und du aufstehst. </p><p>&#8222;Deine &#8218;Weltanschauung&#8216; ist gegen&#252;ber deinem Schwei&#223; und deinen Tr&#228;nen ein wertloser Plunder.&#8220; <strong>Wahrheit muss Fleisch bekommen. </strong>Sonst bleibt sie Weltanschauung.</p><p>Das Problem ist nur: Sobald ich meine Wahrheit leben und an der Wirklichkeit pr&#252;fen muss, k&#246;nnte sich herausstellen, dass ich falschliege. Und daf&#252;r brauche ich ausgerechnet den Menschen, der mir widerspricht. Und was w&#228;re einfacher, als diesen Menschen aus dem Gespr&#228;ch zu schlagen?</p><p>Und schon sind wir wieder beim Schlagwort.<strong> </strong>Denn das Schlagwort ist die perfekte Waffe f&#252;r &#8222;meine Wahrheit&#8220;. Es sch&#252;tzt meine Geschichte vor deiner Antwort. Wenn ich dich erst zum Narzissten erkl&#228;rt habe, muss ich nicht mehr dar&#252;ber nachdenken, ob du vielleicht einen Punkt hast. Wenn ich dich &#8222;privilegiert&#8220; nenne, muss ich nicht mehr neugierig darauf sein, was du erlebt hast. Wenn ich dich &#8222;unbewusst&#8220; nenne brauch ich dir nicht mehr zuh&#246;ren. </p><h1>Das&#8222;authentisches Selbst&#8220; </h1><p>&#8222;Ich m&#246;chte einfach ich selbst sein.&#8220; Okay. Welches denn?</p><p>Das Selbst mit f&#252;nf?</p><p>Das Selbst mit f&#252;nfzehn?</p><p>Das heute?</p><p>Das von morgen?</p><p>Oder das Selbst, das nachts um zwei Uhr Pornos schaut, Chips frisst und seiner Ex hinterherstalkt?</p><p>Welches davon ist jetzt das authentische?</p><p>Wir reden vom &#8222;wahren Selbst&#8220;, als w&#252;rde irgendwo tief in unserem Inneren ein kleiner fertiger Mensch sitzen, den wir nur lange genug freiatmen, freijournaln und freiheilen m&#252;ssen. Vielleicht ist da aber gar kein fertiges Ich. Vielleicht bist du kein Ding. Vielleicht bist du eine <strong>Geschichte in Bewegung.</strong></p><p>Du wirst.</p><p>Du antwortest.</p><p>Du scheiterst.</p><p>Du lernst.</p><p>Du versprichst.</p><p>Du brichst.</p><p>Du f&#228;ngst neu an.</p><p><strong>Du musst nicht f&#252;r immer der bleiben, als den du dich heute definierst.</strong></p><h1>Deine Identit&#228;t muss sterben k&#246;nnen</h1><p>Sonst wirst du eines Tages mit ihr begraben.</p><p>Das Kind muss irgendwann aufh&#246;ren, Kind zu sein. Der Sch&#252;ler muss irgendwann selbst zu Wort kommen und zum Lehrer werden. Der Sohn muss irgendwann seinem Vater widersprechen und seinen eigenen Weg gehen. Der Verletzte muss irgendwann entscheiden, ob seine Wunde weiterhin die Feder halten darf.  </p><p>Wir brauchen Identit&#228;ten. Keine Frage. Sie geben uns schlie&#223;lich halt in dieser verr&#252;ckten Welt. Das Problem beginnt, wenn das, was uns gestern Halt gegeben hat, uns morgen daran hindert, jemand Neues zu werden.  Dann bauen wir uns ein Gef&#228;ngnis und nennen es <strong>Authentizit&#228;t.</strong></p><p>Lass eine Identit&#228;t niemals das Ende der Geschichte sein. Sie ist ein Ansatz. </p><h1>Wir haben lange genug zugeschlagen</h1><p>Also wenn du das n&#228;chste Mal glaubst, schon genau zu wissen, wer der Mensch vor dir ist, dann h&#246;re doch einmal zu, was er zu sagen hat. Vielleicht kennst du ihn doch nicht so wie du dachtest.</p><p>Also frag nach. Widersprich ihm, wenn du widersprechen musst. Aber gib ihm die Chance, dir zu zeigen, wer er ist. Lass ihn selbst antworten. Wir brauchen nicht noch mehr Menschen, die &#252;bereinander reden. Sondern Menschen, die <strong>miteinander</strong> reden. Die einander zuh&#246;ren. Die einander widersprechen. Die f&#252;reinander da sind. Und die sich dabei ver&#228;ndern d&#252;rfen.</p><p>Wir werden Schlagworte nicht aus der Welt schaffen. Aber wir k&#246;nnen aufh&#246;ren sie als gegeben hinzunehmen und Menschen damit tot zu schlagen. Denn Worte k&#246;nnen einen Menschen auf ein Etikett reduzieren. Oder sie k&#246;nnen Br&#252;cken bauen. Wir haben lange genug mit Worten aufeinander eingeschlagen.Vielleicht ist es Zeit, wieder miteinander zu sprechen.</p><p>Bis bald!</p><p>Daynie</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><p></p><h1></h1>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[How to Dream: Ein Weg nach Phantasien]]></title><description><![CDATA[Zwischen dem, was ist, und dem, was sein k&#246;nnte, liegt ein Ort namens "Phantasien", den wir als Kinder st&#228;ndig besucht haben. Vielleicht wird es Zeit, dorthin zur&#252;ckzukehren.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/how-to-dream-eine-anleitung-zum-aufwachen</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/how-to-dream-eine-anleitung-zum-aufwachen</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 07:14:33 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4a062fd2-4c88-43c8-9fb1-472ce96d5675_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Fr&#252;her war der Stock ein Zauberschwert. Ja&#8230; Wirklich. Ich hab ihn aufgehoben, diesen krummen Ast vom Ahornbaum vor Omas Haus, und pl&#246;tzlich war er kein Ast mehr. Er war meine Waffe gegen die imagin&#228;ren Ungeheuer meiner Traumwelt. Das Geweih, welches ich im Wald fand war der Kopf eines Drachen, den ich gerade erlegt hatte und der Boden Zuhause war Lava. Das Sofa dann die Insel, und wenn du den Boden ber&#252;hrt hast, warst du tot.</p><p>Niemand hat mir diese Regeln erkl&#228;rt. Ich hab sie erfunden. Und ich hab sie geglaubt und gelebt, sodass mein Herz schneller schlug, wenn mein Kumpel auf dem Hocker ins Wackeln kam.</p><p>Ich hab Pok&#233;mon gefangen &#8230; auch ohne Pok&#233;mon Go. Ich hatte ja kein Handy. Nur diese 7 <s>Steine</s> Meisterb&#228;lle in der Hosentasche und eine lebendige Fantasie. Die Pok&#233;mons haben sich im hohen Gras versteckt, weil ich gesagt habe, dass sie da sind. Und mein Kumpel hat genickt. Und damit war es wahr. Also haben wir Pok&#233;montrainer gespielt, Steine auf B&#228;ume geschmissen, um &#8222;Mogelbaum&#8220; zu fangen und unsere Pokemon gegeneinander antreten lassen. </p><p>Ein Karton wurde zum Raumschiff und auf Besenstielen sind wir durch die L&#252;fte geflogen um Quidditch zu spielen. Eine umgedrehte Bierbank wurde zum Flo&#223;, auf dem wir Sicherheit vor der Lava fanden um dann in unsere Festung aus Decken, Matratzen und Kissen zu gelangen. Die Fantasie eines Kindes ist lebendig und echt. Echter als die Mathehausaufgaben. Echter als die Nachrichten im Radio. Echter als die Welt der Erwachsenen, die uns ziemlich Langweilig vorkam.</p><h1>Hilfe! Wir verlieren Phantasien </h1><p>Und wie sieht es heute aus?</p><p>Heute habe ich oft das Gef&#252;hl, dass Kinder ohne ein Smartphone nichts mehr mit sich anzufangen wissen. Ob im Pausenhof oder zu Hause: Wenn sie nicht auf einen Bildschirm glotzen, herrscht Stille.</p><p>Fr&#252;her haben wir im Pausenhof miteinander gespielt. Tischtennis, Fangen, R&#228;uber und Gendarm und wei&#223; der Kuckuck was. Heute verbringen viele Sch&#252;ler ihre Pause mit dem Smartphone. Und die Folgen davon k&#246;nnen wir uns noch nicht einmal wirklich ausmalen. Nat&#252;rlich nicht. Schlie&#223;lich fehlt uns die Farbe der eigenen Kreativit&#228;t.</p><p>Wir wachen auf, greifen zum Handy und sehen, wie jemand <em>f&#252;r uns</em> die Welt vorgibt. Was wir zu glauben und wissen haben. Wir m&#252;ssen keine &#196;ste mehr in Schwerter verwandeln. Wir m&#252;ssen keine unsichtbaren Pok&#233;mon durchs Geb&#252;sch jagen. F&#252;r alles gibt es heutzutage eine App. Die Welt kommt fertig. Auf Knopfdruck. In bunten Bildern, die nach 15 Sekunden zum n&#228;chsten Reiz weiterspringen. Die Fantasie des heutigen Jugendlichen reicht nicht weiter als der Mausklick zu Pinterest.</p><p>Und das Problem ist nicht, dass Kinder heute mehr Bilder sehen. Das Problem ist, dass sie keine eigenen mehr <em>machen</em>. ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, fehlende soziale Bindung - das alles ist nur die Spitze des Eisbergs. K&#246;nnen wir uns wirklich vorstellen, was die ganzen Langzeitfolgen sind, wenn uns die eigene Vorstellungskraft fehlt? Was bedeutet das wirklich f&#252;r unsere Zukunft als Menschheit, wenn eine ganze Generation sich keine gute, neue, sch&#246;ne Welt mehr vorstellen vermag?</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!7jMp!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8c6bd15f-965e-4bd9-8f3d-a715b63d6812_2048x1365.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!7jMp!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8c6bd15f-965e-4bd9-8f3d-a715b63d6812_2048x1365.jpeg 424w, 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Sprechen wir &#252;ber das &#8222;Nichts&#8220;, das Phantasien verschluckt. Wir sind n&#228;mlich heute wie diese Kinder, die ihren Zugang zu Phantasien verloren haben. Das Nichts verschluckt uns jeden Tag ein St&#252;ckchen mehr.</p><p>Und das ist nur der Anfang.  Ende beschreibt durch den Werwolf Gmork, was passiert, wenn Phant&#225;sien stirbt. Er erkl&#228;rt Atr&#233;ju eine grausame Wahrheit &#252;ber das Wesen des Nichts:</p><blockquote><p>&#8222;Nun gut -, und wenn ihr da hineingeraten seid, dann haftet es euch an, das Nichts. Ihr seid wie eine ansteckende Krankheit, durch die die Menschen blind werden, so da&#223; sie Schein und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden k&#246;nnen. Wei&#223;t du, wie man euch dort nennt?&#8220; &#8222;Nein&#8220;, fl&#252;sterte Atr&#233;ju. <strong>&#8222;L&#252;gen!&#8220;</strong> bellte Gmork.</p></blockquote><p>Menschen werden manipulierbar durch Bilder, W&#252;nsche, Ideologien und Vorstellungen, deren Ursprung sie nicht mehr erkennen. Doch Fantasie ist nicht einfach L&#252;ge. Das w&#228;re zu einfach. Fantasie ist die Urkraft der Sch&#246;pfung. Aber <strong>zerst&#246;rte Fantasie schl&#228;gt in Manipulation um. </strong>Wenn wir den Zugang zu unseren eigenen Bildern verlieren, verschwinden diese Bilder nicht einfach aus der Welt. Sie kommen entstellt zur&#252;ck. Gmork erkl&#228;rt das so:</p><blockquote><p>&#8222;Traumbilder seid ihr, Erfindungen im Reich der Poesie, Figuren in einer unendlichen Geschichte! H&#228;ltst du dich selbst f&#252;r Wirklichkeit, S&#246;hnchen? Nun gut, hier in deiner Welt bist du&#8217;s. Aber wenn du durch das Nichts gehst, dann bist du&#8217;s nicht mehr. Dann bist du unkenntlich geworden. Dann bist du in einer anderen Welt. Dort habt ihr keine &#196;hnlichkeit mehr mit euch selbst. Illusion und Verblendung tragt ihr in die Menschenwelt.&#8220;</p></blockquote><p>Verstehst du? Wenn ein Kind keinen Stock mehr in ein Schwert verwandeln kann, wenn es nicht mehr lernt, aus dem &#8222;Nichts&#8220; eine Welt zu erschaffen, dann bleibt in seinem Kopf ein leerer Raum zur&#252;ck. Und dieser leere Raum bietet N&#228;hrboden f&#252;r jegliche Wahnvorstellungen aka. L&#252;gen.</p><p>Rate mal, was aus den Bewohnern von Spukstadt wird, die ins Nichts gesprungen sind? Gmork sagt es uns:</p><blockquote><p>&#8222;Sie werden zu Wahnideen in den K&#246;pfen der Menschen, zu Vorstellungen der Angst, wo es in Wahrheit nichts zu f&#252;rchten gibt, zu Begierden nach Dingen, die sie krank machen, zu Vorstellungen der Verzweiflung, wo kein Grund zum Verzweifeln da ist.&#8220;</p></blockquote><p>Das ist die perfekte Diagnose unserer Zeit. Wir scrollen durch Feeds, die uns ununterbrochen sagen, was wir begehren sollen, wovor wir Angst haben m&#252;ssen und warum wir verzweifelt sein sollten. Wir konsumieren fertige Bilder, anstatt sie zu erschaffen. Und weil wir die Herkunft dieser Bilder nicht mehr kennen, weil wir vergessen haben, dass wir die Sch&#246;pfer unserer eigenen Welt sein k&#246;nnten, werden wir manipulierbar.</p><h1>100 Stunden Audible</h1><p>Wie sehr uns unsere Vorstellungskraft fehlt, wurde mir erst so richtig bewusst, als ich begann, auf Audible H&#246;rb&#252;cher zu h&#246;ren. Als mir mein bester Homie &#8222;The Wandering Inn&#8220; empfohlen hat, ist mir aufgefallen, wie schwer ich mir erst tat, einfach mal eine Stunde dazusitzen und gespannt einer Geschichte zuzuh&#246;ren. So sehr war ich es gewohnt, dass Filme mir die eigenen Bilder vorweggenommen haben.</p><p>Und ich bin da kein Einzelfall. 100 Audible-Stunden sp&#228;ter f&#228;llt mir auf, wie lebendig der innere Film sein kann, wenn wir der Geschichte einfach nur lauschen. Die Geschichte von <em>The wanderin In </em>erz&#228;hlt von einer &#8222;Taverne. in einer anderen Welt&#8221; Von Gobblins, Monstern und anderen Fantasiewesen. Und ich sehe sie vor mir. Niemand hat sie mir gezeigt. Niemand hat  bestimmt, wie die Holztische aussehen oder wie das Licht durch die Fenster f&#228;llt. Und trotzdem: Ich sehe einen inneren Film vor mir. Diese Welt existiert f&#252;r mich intensiver als mir Netflix in 4K auf den Bildschirm knallt.</p><p>Wir fallen in eine Welt unserer eigenen Vorstellungskraft. Jeder, der mal ein Buch gelesen hat und dann den Film gesehen hat, kann mir best&#228;tigen, wie entt&#228;uschend das sein kann. Das Bild auf der Leinwand kann einfach nicht gegen die gewaltige Lebendigkeit der eigenen Phantasie ankommen. </p><p>Wenn wir nur noch vor gefertigte Bilder konsumieren, stirbt Phantasien in uns. Und wenn Phantasien stirbt, dann w&#228;chst das Nichts. Immer gr&#246;&#223;er und gr&#246;&#223;er, bis letztendlich diese phantastische Welt langsam aber sicher dem Untergang geweiht ist. </p><h1><strong>Zwischen Wahn und Verblendung</strong></h1><p>Was hei&#223;t es eigentlich, seine Vorstellungskraft wirklich zu nutzen? Hei&#223;t es, dass wir uns heute einfach alles &#8222;ausdenken&#8220; k&#246;nnen? Dass ich heute sage, ich bin ein Hund, und morgen, ich bin eine Kaffeekanne? Dass ein Mann heute beschlie&#223;t, eine Frau zu sein, nur weil er sich heute danach f&#252;hlt?</p><p>Nein. Das w&#228;re genau jene &#8222;L&#252;ge&#8220;, vor der Gmork warnt. Es w&#228;re eine Fantasie, die keine Wurzeln mehr in der Wirklichkeit hat. Wenn wir heute glauben, wir k&#246;nnten die Welt einfach &#8222;umtr&#228;umen&#8220;, wie es uns gerade gef&#228;llt, dann ist das kein Zeichen von starker Vorstellungskraft. Es ist das Gegenteil: Es ist der totale Sieg des Nichts. In diesem Wahn wird die Fantasie missbraucht und die Wirklichkeit zerst&#246;rt.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!4z7H!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F359841fb-b8b9-4a03-b277-fa441b0ac3fd_992x660.webp" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!4z7H!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F359841fb-b8b9-4a03-b277-fa441b0ac3fd_992x660.webp 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!4z7H!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, 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Als er die Macht bekommt, sich in Phantasien alles zu w&#252;nschen, was er will, beginnt er damit, sich selbst zu leugnen. Er will nicht mehr der dicke, ungeschickte Junge sein. Er w&#252;nscht sich sch&#246;n, schlank, stark und mutig zu sein. </p><p>Er erfindet sich neu &#8211; aber er tut es ohne Bodenhaftung. Und wir erfahren auch den Preis dieses Wunsch-Wahns: Mit jedem Schritt, den Bastian von seiner wahren Identit&#228;t wegtritt, vergisst er ein St&#252;ck seiner Herkunft. Er verliert seine Erinnerungen an sein Zuhause, an seinen Vater, an das, was ihn wirklich ausmacht.</p><p>Und am Ende landet er fast in der &#8222;Stadt der alten Kaiser&#8220; &#8211; dem Ort derer, die ihren Verstand verloren haben, weil sie alles sein wollten und dadurch gar nichts mehr sind. Sie haben so lange &#8222;fantasiert&#8220;, bis sie keine eigene Gestalt mehr haben. Sie sind, wie Gmork sagt, <strong>unkenntlich geworden</strong>. Das ist die Endstation jeder Wahnvorstellung: die totale Bedeutungslosigkeit im Gewand der totalen Freiheit.</p><h1><strong>Der Weg zur&#252;ck: Die Kunst des sich &#8222;Neu-Vorstellens&#8220;</strong></h1><p>Wie kommen wir da nun wieder raus? Wie finden wir unsere Weg zur&#252;ck in die menschliche Welt ohne in die Leere der L&#252;gen zu fallen?</p><p>Bastian macht sich auf die Suche. Und die L&#246;sung k&#246;nnte nicht einfacher sein. Er muss lediglich aufh&#246;ren sich selbst zu t&#228;uschen, sich auf das zur&#252;ck besinnen, was f&#252;r ihn wahr ist und das &#8220;Wasser des Lebens&#8221; finden. Von dort kann er dann zur&#252;ck kehren. Nicht als Gott, nicht als selbstgekr&#246;nter Kaiser. Sondern als ein Junge, der seinen Vater liebt.</p><p>Phantasien war n&#228;mlich nie daf&#252;r gemacht ein Zuhause sein. Vielmehr ist es der Ort, wo wir sehend werden, unsere Sicht sch&#228;rfen und lebendiger als vorher zur&#252;ckkehren. Trotzdem stellt sich die Frage: Wenn die Bedrohung so ernst ist, wenn wir uns so schnell in Illusionen verlieren k&#246;nnen - warum &#252;berhaupt das Abenteuer auf sich nehmen und riskieren sich in Wahn zu verlieren.</p><p>Ganz einfach. Eine Person, die Phantasien nicht mehr besucht und keine neuen Bilder und Geschichten mehr schafft, verliert ihre Menschlichkeit. Er atmet die Tr&#228;ume von Algorithmen ein, denkt die Gedanken von Marketingkampagnen und verwendet die S&#228;tze von Influencern, die er nie pers&#246;nlich getroffen hat. Er lebt in den Ruinen der Bildern die jemand anders vor ihm erschaffen hat. </p><p>Der Stock mag vielleicht kein Schwert sein- aber das wussten wir schon immer. Wir haben nicht &#252;ber die Wirklichkeit gelogen. Wir haben sie aber mit unserer Innenwelt erweitert, sodass wir die Magie nicht verlieren. Mit unserer Vorstellungskraft holen wir die Sterne vom Himmel.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!T4Ma!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F28e3fb35-debc-4902-acd3-2ba8f3365bb3_639x383.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!T4Ma!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F28e3fb35-debc-4902-acd3-2ba8f3365bb3_639x383.jpeg 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!T4Ma!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, 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Wenn ich mich jemandem vorstelle sage ich: &#8220;Hallo ich bin dies und das&#8221;. Wenn ich mir etwas vorstelle sehe ich eine v&#246;llig neue Welt die noch nicht einmal existiert hat.</p><p>Beide Bedeutungen sind miteinander verbunden.</p><p>Jeden Morgen wenn du aufwachst stellst du dich der Welt vor - mit deinen Worten, deinen Taten, deiner Einstellung. Du sagst: &#8220;Das bin ich. So m&#246;chte ich heute leben&#8221;. Und w&#228;hrend du das tust stellst du dich nicht nur selbst vor sondern auch die Zeit die du lebst. Du gibst dem Tag einen Namen.</p><p>Genau wie Bastian dem Kindlichen K&#246;nig den Namen &#8220;Mondenkind&#8221; gibt damit Phantasien &#252;berleben kann. Genau wie wir einem Stock den Namen &#8220;Excalibur&#8221; geben haben damit es zu einem magischen Schwert wird.</p><p>Echte Fantasie ist die Br&#252;cke zu dem was noch nicht da ist aber <em>es sein will</em>. Ein Architekt tr&#228;umt von einem Haus das noch nicht existiert - aber er achtet dabei auf die Gesetze der Schwerkraft w&#228;hrend er baut. Wer gegen die Schwerkraft k&#228;mpft dessen Haus wird fr&#252;her oder sp&#228;ter zusammenbrechen. </p><p>Genau das passiert uns heute sozial: Wir missbrauchen die Fantasie um den Rahmen der Welt selbst zu zerst&#246;ren. Wir fantasieren dass wir die Grundlage unserer Natur einfach wegfantasieren k&#246;nnen. Aber wer gegen seine eigene Natur k&#228;mpft anstatt eine Welt zu bauen in der die menschliche Natur gedeihen kann baut nicht die Zukunft. Er schafft Wahnsinn. Er baut nicht Kathedralen der Sch&#246;pfung sondern Gef&#228;ngnisse der Illusion</p><h1>Dein Leitfaden zur Vorstellungskraft </h1><p>Wie lernst du das also wieder? Kein kompliziertes System. Drei Schritte, die du heute gehen kannst.</p><p><strong>Erstens: Halte die Stille aus.</strong></p><p>Das n&#228;chste Mal, wenn du f&#252;nf Minuten Leerlauf hast: Lass das Handy in der Hosentasche. Schau aus dem Fenster. H&#246;r den V&#246;geln beim Zwitschern zu. Leere deinen Geist. Es wird sich zun&#228;chst langweilig anf&#252;hlen, unangenehm, vielleicht sogar falsch. Aber genau in dieser Leere f&#228;ngt Phant&#225;sien an. Erst wenn kein fertiges Bild von au&#223;en kommt, musst du selbst eines malen. Aus Langeweile wird Leinwand.</p><p><strong>Zweitens: H&#246;r zu, statt nur zu glotzen.</strong></p><p>H&#246;r ein H&#246;rbuch. Lies ein Buch. Bring dein Gehirn dazu, wieder selbst Bilder zu generieren. Die Taverne, den Drachen oder andere Wesen &#8211; niemand zeigt sie dir. Du erschaffst sie. Jedes Mal, wenn du das tust, trainierst du den Muskel, den Netflix und TikTok dir abtrainiert haben. Du wirst vom Konsumenten wieder zum Mitsch&#246;pfer. Die Goblins in der Taverne tragen pl&#246;tzlich deine Kleider. Der Drache hat deine Augen.</p><p><strong>Drittens: Stell dich neu vor.</strong></p><p>Sag heute: &#8222;Ich stelle mir vor, ein Mensch zu sein, der heute ein ehrliches Gespr&#228;ch f&#252;hrt.&#8220; Oder: &#8222;Ich stelle mir vor, ein Mensch zu sein, der heute etwas beginnt, das er sich nie getraut hat.&#8220; Das ist keine L&#252;ge. Kein Wahn. Das ist deine Vorstellungskraft, die dir einen neuen Namen gibt &#8211; und dich damit ins Handeln bringt. Du erz&#228;hlst nicht, wer du gestern warst. Du sprichst aus, wer du morgen sein willst.</p><h1><strong>Die Seele baumeln lassen</strong></h1><p>Wei&#223;t du noch, wie wir als Kinder auf dem R&#252;cken lagen?</p><p>Irgendwo auf einer Wiese, im Sommer, der Himmel endlos blau. Und dann die Wolken. Eine war ein Drache. Die n&#228;chste ein Schiff. Da dr&#252;ben ein Gesicht. Wir haben einfach in den Himmel geschaut und aus Wasserdampf und Licht eine Welt gebaut. Das war kein Wahn. Das war die Melodie unserer Tr&#228;ume.</p><p>Denn jede Welt, die heute leuchtet, war einmal unsichtbar. Jede gro&#223;e Tat war einmal nur ein Bild, das jemand in der Stille gesehen hat. Jede Freiheit begann als Gedanke in einem Kopf, der sich weigerte, nur zu funktionieren.</p><p>Wir haben die Welt nie geleugnet.Wir haben sie <em>verwandelt</em>. Wir haben sie genommen, wie sie war, und mit so viel Bedeutung aufgeladen, dass sie anfing zu leuchten. Du warst kein Konsument. Du warst Sch&#246;pfer.</p><p>Und genau das kannst du heute wieder sein.</p><p>Danke f&#252;rs lesen! </p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><div class="pullquote"><p>&#8222;Alle echte Sprache ruft H&#246;rer und Sprecher aufs Neue ins Leben.&#8220;<br>-Eugen Rosenstock-Huessy</p></div><h3><strong>Quellenverzeichnis</strong></h3><ul><li><p>Ende, Michael (1979): <em>Die unendliche Geschichte</em>. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.</p></li><li><p>Rosenstock-Huessy, Eugen (1955): <em>Des Christen Zukunft oder Wir &#252;berholen die Moderne</em>. Chr. Kaiser Verlag, M&#252;nchen.</p></li><li><p>Pirate Aba: <em>The Wandering Inn</em> (H&#246;rbuch-Reihe). </p></li></ul><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><h1></h1>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ich weiß es doch auch nicht]]></title><description><![CDATA[Ich wei&#223; eigentlich gar nichts mehr.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/ich-wei-es-einfach-nicht</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/ich-wei-es-einfach-nicht</guid><pubDate>Thu, 20 Aug 2026 11:41:14 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a802939f-c8e2-44fd-af4b-8b08235312a2_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ich wei&#223; eigentlich gar nichts mehr.</p><p>Ich wei&#223; nicht mehr, ob ich das Richtige tue. Ob der Weg den ich gew&#228;hlt habe der richtige ist. Ob der Plan den ich verfolge funktioniert oder ob ich in einem endlosen Kreislauf einer Illusion stecke.</p><p>Ich wei&#223; nicht was im n&#228;chsten Monat passieren wird. Wo ich wohnen werde und ob ich mein Leben bezahlen kann. Ich wei&#223; eigentlich nichtmal ob es eine gute Entscheidung w&#228;re, mir mit meinem Homie erneut eine Wohnung suchen soll oder ob ich dieser Sehnsucht nach Wellen, Strand und Palmen folgen sollte. </p><p>Ich wei&#223; nicht wie viele Versionen von mir ich verlieren muss bevor ich mich endlich selbst treffe.</p><p>Doch egal wie wenig ich wei&#223;. Ich wei&#223;, dass ich noch nicht dort bin wo ich sein will.</p><p>Vielleicht wei&#223; ich nicht <strong>was</strong> genau ich leben will. Sehr wohl aber wei&#223; ich, <strong>wie </strong>ich leben will. Die Art wie ich mit anderen in Beziehung trete. Die Art wie ich frei, mutig und lebendig bin.</p><p>Es gibt etwas in mir, das dieses Leben bereits kennt, auch wenn ich noch nicht herausgefunden habe wie ich es greifen kann.</p><p>Wie ein Feuer das in unbekannte Richtungen brennt aber niemals seine innere Orientierung verliert.</p><p>Vielleicht reicht es f&#252;rs Erste einfach nur diesem Feuer beim Knistern zu lauschen.</p><p>Einen Schritt nach dem anderen. Immer der Nase nach. Dem Geruch des <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/das-lagerfeuer-der-seele?r=3uix0s">Lagerfeuers</a> hinterher.  </p><p>Wahrscheinlich werde ich mich wieder verlaufen. Wahrscheinlich werde ich in Sackgassen landen, aber vielleicht ist das auch ein unvermeidlicher Teil davon.</p><p>Irgendwo hab ich einmal geh&#246;rt, dass die Hindernisse, nicht den Weg blockieren. <br>Sie sind der Weg.</p><p>Und solange dieses Feuer noch brennt bin ich vielleicht nicht so verloren wie ich dachte.</p><p>Danke f&#252;rs Lesen!</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;e69f982c-e732-4f23-92c6-96e192d674c7&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;In einer Nacht, die dunkler war als alle N&#228;chte davor, sah ich einen Stern vom Himmel fallen. Vielleicht war es ein gefallener Engel. Vielleicht ein St&#252;ck Hoffnung, das sich vom Himmel losgerissen hatte. Zumindest glaubte ich das. Also stapfte ich durch die Dunkelheit. Mit dem letzten Funken Hoffnung, der mir noch geblieben war. Schritt f&#252;r Schritt. Dur&#8230;&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Das Lagerfeuer der Seele&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:232669612,&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Crazy Daynie Daily - Ich schreibe &#252;ber das Leben, das du nicht googeln kannst. Selbst ChatGPT zuckt mit den Schultern.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/2fde696f-7a6f-42fe-b9ad-b5b55b9dc9d4_542x543.png&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-06-01T17:08:28.429Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a0bf0e1d-55be-4a7e-883b-cc2797fd3456_1672x941.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/p/das-lagerfeuer-der-seele&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:200134039,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:24,&quot;comment_count&quot;:7,&quot;publication_id&quot;:2616328,&quot;publication_name&quot;:&quot;Worte des Wortlosen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OrgY!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F13e8e606-161c-42e7-a635-419f2d60bfdc_720x720.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Ort, nach dem wir uns sehnen]]></title><description><![CDATA[Irgendwo tief im Wasser unserer Erinnerung]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/der-ort-nach-dem-wir-uns-sehnen</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/der-ort-nach-dem-wir-uns-sehnen</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Sat, 08 Aug 2026 11:23:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/079a3306-f4ee-4c6a-a757-8179bcdf01dd_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwo tief im Wasser unserer Erinnerung <br>liegt eine versunkene Stadt.</p><p>Ein Ort,<br>an dem Gemeinschaft einen Namen tr&#228;gt.<br>Wo Fische mit den Menschen sprechen <br>Am selben Tisch mit Freude essen.</p><p>Versch&#252;ttet unter dem L&#228;rm der Oberfl&#228;che,<br>tr&#228;gt jeder Einzelne dort eine Krone.<br>Ob Raubfisch oder Friedfisch.<br>Jeder hat etwas zu sagen.</p><p>Denn es ist nicht der Schmerz eines Einzelnen,<br>der hier das Land regiert.<br>Auf dem Thron sitzen n&#228;mlich die <strong>gro&#223;en Drei. </strong></p><p>Jeder im Lande oder sollt ich sagen &#8230; zu Wasser, kennst sie<br>und tr&#228;gt sie in jedem Augenblick im Herzen.<br>Auf Lebenszeit wurden sie ins Amt erhoben.<br>Auserw&#228;hlt, um &#252;ber das Land zu herrschen.</p><p>Sie leben auf ewig<br>und ihre Namen sind:<br><strong>Liebe, Glaube und Hoffnung.</strong></p><p>Obwohl sie f&#252;r eine Ewigkeit leben, sind sie keine Tyrannen<br>Denn sie k&#246;nnten nie alleine das Land regieren.<br>Sie brauchen die Herzen, Stimmen und Tr&#228;ume derjenigen,<br>die ihnen ihre Treue geschworen haben.</p><p>Wof&#252;r hat ein Herz schon zu schlagen, wenn nicht f&#252;r seinen Gegen&#252;ber.<br>Was hat der Glaube schon zu sagen, wenn nicht f&#252;r all seine Br&#252;der.<br>Was hat Hoffnung schon zu wagen, wenn nicht in eine bessere Zukunft hin&#252;ber.</p><p>Und dieses Land meiner Fantasie k&#246;nnte wirklich uns geh&#246;ren.<br>Denn wir schwimmen alle in diesem Wasser der <strong>Poesie.</strong></p><p>Diese Stadt, von der ich spreche,<br>tr&#228;gt viele Namen. Ich nenne sie &#8230;<br>Atlantis. </p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tinte fließt in meinen Adern]]></title><description><![CDATA[In diesem Artikel erz&#228;hl ich dir von einer psychedelischen Erfahrung, die fast nach hinten losgegangen w&#228;re, weil ich eine ganze Melone verschluckte.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/tinte-fliet-in-meinen-adern</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/tinte-fliet-in-meinen-adern</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Sun, 02 Aug 2026 08:56:58 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b912b74a-1b15-4bf1-8d4e-2a7792f8beb7_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel erz&#228;hl ich dir von einer psychedelischen Erfahrung, die fast nach hinten losgegangen w&#228;re, weil ich eine ganze Melone verschluckte. Irgendwie geht es auch darum, wieso es wichtig ist, einen f&#252;r sich passenden Ausdruck seiner Gef&#252;hle zu finden und wieso Poesie einer dieser Wege sein kann. Aber beginnen wir doch einmal mit dem Wort &#8220;Poesie&#8221;. </p><h2>Wieso Poesie? </h2><p>Poesie ist die Sprache des Menschengeschlechts, denn in der Poesie steckt die Lebendigkeit der Verwandlung und ist damit Teil unserer Biologie. Sie kann unsere Herzen schneller schlagen lassen, uns zu Ekstatische Zust&#228;nden bewegen, uns erzittern lassen oder uns zu Tr&#228;nen r&#252;hren. Jeder, der schon einmal ein gutes Buch gelesen hat wird hier sehr wahrscheinlich kr&#228;ftig nicken. </p><div class="pullquote"><p>&#8220;Biologen, die das Leben untersuchen, ohne die Wirkungen des Wortes auf alles Lebendige zu Grunde zu legen, legen einen falschen Grund. Wen n&#228;mlich nie eine namentlicher Anruf hat erzittern machen, der hat noch garnicht gelebt. Das angesprochene Leben wird erst das volle Leben.&#8221; -<strong>Eugen Rosenstock Huessy</strong></p></div><p>Lass uns nun eine kleine Zeitreise machen. Wir haben das Jahr 2022 und meine Freundin hatte mich gerade verlassen. Da sitz ich nun, aufgel&#246;st in meinem eigenen Tr&#228;nenmeer und ergreife den Stift, um niederzuschreiben, was in mir vorgeht. Aber wie k&#246;nnte ich jemals dieses Gef&#252;hl zu Papier bringen&#8230; Es schien mir eine unm&#246;gliche Aufgabe zu sein. Dennoch versuchte ich es. Und siehe da. Ich war selbst &#252;berrascht, aber was sich im Augenblick meiner Seele zeigte, war ein Gedicht. Mein erstes eigenes Kunstwerk.</p><p>Nicht, dass ich mich zu dem Zeitpunkt als Dichter sah oder jemals schon einmal gedichtet hatte. Aber da tat ich es. Die Trauer war damit f&#252;rs erste auch Heim gekehrt. Was zur&#252;ck blieb war dieses Feuer im Herzen. Ich war wirklich stolz auf mich! Ein sch&#246;nes Gef&#252;hl. Mal etwas ganz anders als diese endlose Trauer, die mich niemals loslassen wollte.</p><p>Der Leser m&#246;ge mir davon absehen, dass ich dieses Gedicht nicht zu teilen vermag. Denn die einzige Verfassung landete auf einem Brief, welchen ich ihr dann sogar zuschickte. Darauf bekam ich sogar einen Antwortsbrief. Und ja&#8230; das war unser letzter ehrlicher Austausch.</p><p>Heute schreib ich fast t&#228;glich einfach drauf los. Dichte mir das Kleine gro&#223;. Lass die Reime tanzen, um neue Samen zu pflanzen. Ich gab mir selbst eine neue Chance mich  jeden Tag auf der Seite zu verlieren. Mich von nun an neu auszuprobieren. Erst als die Tinte das Blatt k&#252;sste kroch meine Stimme langsam aus ihrem Versteck hervor. </p><h2>Das unendliche Tr&#228;nenmeer</h2><p>Mit einem einzigen Gedicht war es leider nicht einfach getan. Trauer ist meine treue Begleiterin geworden. Doch ich habe einen Reim auf sie gefunden. Eine Art und Weise um aus ihr Kunst zu schaffen. Das nennst sich dann wohl <strong>&#8220;Leidenschaft.&#8221;</strong></p><p>Jeder von uns braucht so ein Ventil um seinem Schmerz Raum zu geben. Das Leiden ist n&#228;mlich nicht das Problem. Wenn wir aber grundlos leiden, keinen Sinn dahinter sehen oder damit nichts anfangen k&#246;nnen dann wird der Schmerz schnell einmal unertr&#228;glich. </p><p>Gef&#252;hle wollen von dir gesehen werden! Jede Tr&#228;ne die die unterdr&#252;ckst stellt sich hinten wieder an. &#8220;Tears are really joy finally comming home and fear is really courage becomming known&#8221;. Kein Wunder, dass wir Geschw&#252;re entwickeln oder krank werden, wenn wir jeden Tag aufs neue unsere Trauer oder andere unerw&#252;nschte Gef&#252;hle runterschlucken. Das durfte ich auch am eigenen K&#246;rper auf einem LSD-Trip erfahren.</p><h2>Ich liebe Mandarinen</h2><p>Wir spulen vor ins Jahr 2023. Ca. ein Jahr nach der Trennung. Langsam war meine Psyche wieder stabil genug, um sich an Psychedelica ran zu trauen. Dachte ich zumindest&#8230;</p><p>ich dachte mir, vielleicht hilft mir dieser Trip, um wieder nach vorne zu blicken und eine neue Perspektive zu bekommen. Au&#223;erdem war ich gerade im Urlaub allein auf einer H&#252;tte in den Bergen. Da kann ich doch ruhig einmal h&#246;her dosieren, oder nicht? Ich entschied mich f&#252;r 600 &#181;g LSD. Die sechsfache &#8220;normale&#8221; Dosis. Also legte ich mir die 6 Pappen auf die Zunge und ab ging die Fahrt! (<strong>Bitte nicht nachmachen! Nur f&#252;r ge&#252;bte Psychonauten)</strong></p><div class="pullquote"><p>&#8222;Psychedelika sind f&#252;r die Psychiatrie das, was das Mikroskop f&#252;r die Biologie und das Teleskop f&#252;r die Astronomie sind.&#8220; - <strong>Stanislav Grof</strong></p></div><p>Zu Beginn hatte ich eine unglaublich sch&#246;ne Erfahrung. Noch nie hatte ich so intensiv meine Sinne wahrgenommen. Eine ganz bestimmte Scene ist dabei h&#228;ngen geblieben. Ich sag nur Mandarinen&#8230; </p><p>Da sitz ich nun auf dem Balkon und esse stundenlang einen ganzen Mandarinenkorb auf. Mein ganzen Leben hab ich Mandarinen verputzt, ohne wirklich die wahre Sch&#246;nheit in jeden Moment davon auszukosten. Hast du schonmal ganz bewusst eine Mandarine gegessen? Den Geruch oder das Ger&#228;usch genossen, welches erklingt, wenn du zwei Mandarinenscheiben auseinander ziehst? Die Fasern der Mandarine, die sich wie Adern &#252;ber das Fruchtfleisch ziehen, lieben gelernt? </p><p>In einer trivialen Erfahrung steckt so viel Detail! In jedem Moment. Wir m&#252;ssen nur den richtigen Augenblick daf&#252;r entwickeln!</p><h2>Die verschluckte Melone</h2><p>Die Sonne verschwindet nun langsam hinter den Bergen und ich setz mich an den K&#252;chentisch. Musik l&#228;uft im Hintergrund auf Shuffle und l&#228;sst meine Ohrmuschel vibrieren um im Rhythmus der Lieder zu tanzen. Das n&#228;chste woran ich mich erinnere ist, dass ich mich auf den Boden legte, um mich zu strecken. Und wie es der &#8220;Zufall&#8221; so will kommt nun genau ein Song der mich&#8230; naja, sagen wir ziemlich nostalgisch stimmte. &#8220;<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/1ploep2eLfXC5s8Y2ywRlJ?si=40b87e7fc6b24315">By your side</a>&#8221; von Sappheiros.</p><p>Eigentlich dachte ich, ich w&#228;re mit meiner Trauer schon &#8220;per Du&#8221;, aber pl&#246;tzlich &#252;berkam mich eine Welle der Trauer wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte. Mit so einem Tzunami hatte ich nicht gerechnet. Weil ich den bisherigen Trip so eine gute Zeit hatte, war meine erste Reaktion ein &#8220;Nein&#8221; zu dem Gef&#252;hl. Also dr&#252;ckte ich es weg und sprang auf, um mich abzulenken. Keine gute Idee &#8230; das kann ich dir sagen. </p><p>Sobald ich mich daf&#252;r entschied nicht zu f&#252;hlen und es &#8220;runterzuschlucken&#8221;, formte sich ein Wassermelonen gro&#223;er Brocken in meiner Brust, welcher langsam in meinem Bauch wanderte. Ich ging zu Boden und kr&#252;mmte mich, da die k&#246;rperlichen Schmerzen fast unertr&#228;glich waren. Die Bauchkr&#228;mpfe zwangen mich auf die Knie. Ich bekam Schwindel, Schnappatmung und &#220;belkeit. Au&#223;erdem f&#252;hlte ich die ganze Zeit &#252;ber diesen riesigen Energxieklumpen in meinem Bauch, der nicht zu verschwinden schien. </p><p>Ich geriet in Panik, welches das Gef&#252;hl nat&#252;rlich noch weniger flie&#223;en lies. Voller Verzweiflung rief also ich einen Kumpel an, der mich auf die Idee von Breathwork brachte. Ich legte mich ins Bett und begann mit Holotropen Atmen. Ein paar Tr&#228;nen kullerten mir &#252;ber die Wangen, welche den Saft der Melone ein wenig entzogen. Das Problem war aber, dass da nicht nur Tr&#228;nen raus wollten, sondern Schreie, Fauste und wahrscheinlich ein gro&#223;er Happen Wut. </p><p>Mit dieser Gewalt eines Gef&#252;hls war ich bisher noch nicht konfrontiert worden, sodass mein K&#246;rper mit einen Erstarrungszustand antwortete. Mein Kopf redete mir ein, dass ich hier und jetzt nicht schreien kann. &#8220;Was denken sich nur die Nachbarn&#8221;. </p><h2>R&#228;ume der Heilung</h2><p>Gerade hier ist mir bewusst geworden, wie wichtig geeignete R&#228;ume f&#252;r Heilung sind. Grenzenlose R&#228;ume in die wir uns v&#246;llig fallen lassen k&#246;nnen, ohne Sorge und wo alles erlaubt ist. Genau so ein Raum kann das leere Blatt f&#252;r uns sein. Deshalb schrieb ich mir die den Rest des Abends die Finger wund bis auch der letzte Tropfen Wassermelonen-Saft aus mir wich.</p><p>Tief in mir drinnen wusste ich schon immer, dass in Poesie mehr steckt, als es scheint. Sie hilft uns unsere Narben zu kleinen Wundern umzuschreiben. Wer einen Reim auf ein Wort findet, findet auch einem Reim auf die Welt.</p><div class="pullquote"><p>&#8220;Sobald und sooft sich die Zeilen reimen, ist wieder einmal die Liebe st&#228;rker als der Tod gewesen.&#8221; -<strong>Eugen Rosenstock Huessy</strong></p></div><p>Denn Poesie ist die Kunst, auf das Reimgef&#252;hl zu h&#246;ren, das das Leben bereits geschrieben hat. <strong>Ich habe einen Reim auf meine Trauer gefunden. Und dieser Reim hei&#223;t &#8220;Leidenschaft&#8221;. </strong></p><p>Ich hoffe ich konnte mit diesem Text daran erinnen, wie wichtig es ist, &#8220;auszusprechen&#8221;, was du zu sagen hast. Du bist es wert geh&#246;rt zu werden.</p><p>Love you und bis bald. </p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><p></p><p></p><h2></h2><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Grund des Ichs]]></title><description><![CDATA[Ich bin so tief in mich hineingesprungen,]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/der-grund-des-ichs</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/der-grund-des-ichs</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Wed, 22 Jul 2026 06:06:49 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c5999b58-43bb-4187-b926-9fac84c867ba_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin so tief in mich hineingesprungen,<br>dass ich am Grund nicht mich fand.</p><p>Ich fand dich.</p><p>Das war eigentlich gar nicht der Plan.<br>Der Plan war: mich verstehen. Mich heilen. Mich Selbst finden<br>Aber irgendwann, irgendwo unterhalb der Schichten aus Biografie und Bew&#228;ltigung,<br>h&#246;rte der Ich-Raum pl&#246;tzlich auf<br>und der Wir-Raum begann.</p><p>Ich erkannte, dass die Grenze nie da war.<br>Ich habe sie nur gemalt.<br>Sie ist Teil unserer Kunst.</p><p>Wir tun so, als w&#228;ren wir getrennt.<br>Als w&#228;re ich hier und du dort.<br>Als w&#228;re mein Schmerz nur meiner <br>und dein Lachen nur deins.<br>Aber das ist nur die halbe Wahrheit.<br>Wenn ich lache&#8230; dann mit dir.<br>Und wenn ich weine bist du der Grund.</p><p>Wir hinterlassen uns gegenseitig in allem,<br>was wir f&#252;hlen.<br>Wie Fingerabdr&#252;cke auf einer Scheibe,<br>die erst im richtigen Licht sichtbar werden</p><p>Denn wenn du tief genug gr&#228;bst,<br>unter der Angst, unter dem Stolz,<br>unter dem kleinen Drehbuch, das dir erz&#228;hlt, wer du bist <br>dann ist da kein Boden.<br>Da ist nur der n&#228;chste Mensch.</p><p>Ich habe mich in dir erkannt.<br>Nicht weil du mir &#228;hnlich bist.<br>Sondern weil das, was mich im Kern ausmacht,<br>dasselbe ist, was dich ausmacht.<br>Nur in einer anderen (In)Formation</p><p>Der eine bl&#252;ht in Kirschbl&#252;ten,<br>der andere tr&#228;gt &#196;pfel.<br>Ihre Fr&#252;chte schmecken verschieden.<br>Und doch trinken beide<br>dasselbe Licht.</p><p>Mit uns ist es nicht anders.<br>Dasselbe Leben<br>sucht sich unz&#228;hlige Ausdrucksformen.</p><p>Deine Wut ist meine Wut in einer anderen Sprache.<br>Deine Sehnsucht ist meine Sehnsucht mit einem anderen Namen.<br>Deine Angst ist meine Angst, die sich in dir anders ausspricht.</p><p>Jeder, der wirklich in sich hineingegangen ist,<br>blickt in einem ihm fremden Augenblick zur&#252;ck.<br>Nicht weil er sich verloren hat.<br>Sondern weil er herausgefunden hat,<br>dass das Selbst kein Einzelg&#228;nger ist.</p><p>Das ist das ganze Geheimnis <br>wenn sie sagen: &#8222;Erkenne dich selbst.&#8221;<br>Da weil hab ich mich nie Selbst erkannt. <br>Ich erkannte dich! <br>In meiner eigenen Tiefe,<br>in der ich aufh&#246;rte nur &#8220;Ich&#8221; zu sein.</p><p>Denn am Grund des Ichs<br>ist kein Ich mehr.<br>Da ist nur noch das,<br>was uns beide tr&#228;gt.</p><p>Ich muss dich nicht verstehen, um dich zu erkennen.<br>Ich muss mich nur tief genug trauen <br>um mich f&#252;r deinen Augenblick zu interessieren</p><p>Dann wei&#223; ich, warum du zitterst.<br>Dann wei&#223; ich, warum du schweigst.<br>Dann wei&#223; ich, dass dein Schweigen<br>dasselbe Schweigen ist,<br>das ich seit Jahren in mir trage<br>und nicht zu benennen wage.</p><p>Du kannst nicht bei dir ankommen,<br>ohne bei mir vorbeizukommen.<br>Und ich kann nicht bei mir ankommen,<br>ohne dich am Grund zu finden.</p><p>Der Grund ist kein Boden.<br>Der Grund ist N&#228;hrboden.</p><p>Aus ihm w&#228;chst nichts, was vorher da war.<br>Nicht deine Version von mir.<br>Nicht meine Version von dir.<br>Sondern ein Drittes.<br>Ein Garten, der kein Kompromiss ist,<br>sondern eine Sch&#246;pfung.</p><p>Ich habe mich mein Leben lang gefragt, wer ich bin.<br>Die Antwort war nie in mir.<br>Die Antwort war in dir.<br>Nicht weil du sie mir gibst.<br>Sondern weil ich sie ohne dich nicht werden kann.</p><p>Du wirst nicht als Du geboren.<br>Du wirst Du<br>durch mich.<br>Und ich werde Ich<br>durch dich.</p><p>Das ist kein Ende.<br>Das ist der Anfang von allem.</p><p>Danke f&#252;rs Lesen.<br>Love you.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption"></p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Widerspruch]]></title><description><![CDATA[Widerspruch ist kein Krieg.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/widerspruch</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/widerspruch</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Sat, 11 Jul 2026 12:09:58 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4144d8c9-1dad-4863-9b83-036cbfa75751_1672x940.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Widerspruch ist kein Krieg.</p><p>Er ist das Feuer,<br>an das ich noch Holz lege,<br>weil ich glaube,<br>dass zwischen uns<br>noch W&#228;rme entstehen kann.</p><p>Widerspruch<br>ist auch kein Riss.</p><p>Er ist der Wind,<br>der pr&#252;ft,<br>ob eine Br&#252;cke<br>wirklich tr&#228;gt.</p><p>Die &#8220;toxischen&#8221; Beziehungen<br>sind n&#228;mlich nicht die lauten und komplizierten.</p><p>Es sind die stillen,<br>in denen jedes Wort<br>vorsichtig auf Zehenspitzen l&#228;uft,<br>bis irgendwann<br>nur noch Schweigen<br>miteinander spricht.</p><p>Gleichg&#252;ltigkeit macht keinen L&#228;rm.<br>Sie schlie&#223;t leise die T&#252;r,<br>dreht den Schl&#252;ssel um<br>und nennt das Frieden.</p><p>Ich habe Freundschaften verloren,<br>lange bevor sie wirklich vorbei waren.</p><p>Wir haben genickt,<br>gel&#228;chelt,<br>Themen umschifft<br>wie Kapit&#228;ne,<br>die jeden Sturm meiden <br>und irgendwann verga&#223;en,<br>wof&#252;r sie &#252;berhaupt<br>aufs Meer hinausgefahren waren.</p><p>Das war kein Frieden.</p><p>Das war Leere<br>die sich als N&#228;he verkleidet hat.</p><p>wenn einer sagt &#8222;ich seh das anders&#8220;<br>und du h&#246;rst &#8222;ich bin dein feind&#8220;,<br>dann hat nicht der andere das Problem.<br>dann hat dein Ohr verlernt,<br>zwischen Angriff und Ann&#228;herung zu unterscheiden.</p><p>Dann spricht<br>eine alte Angst,<br>die jede Ber&#252;hrung<br>f&#252;r einen Schlag h&#228;lt.</p><p>Der Raum zwischen dir und mir<br>ist kein Schlachtfeld.</p><p>Er ist viel mehr ein Acker.</p><p>Jeder ehrliche Widerspruch<br>rei&#223;t den Boden auf,<br>damit etwas wachsen kann,<br>das in trockener Erde<br>niemals Wurzeln geschlagen h&#228;tte.</p><p>Alles andere<br>ist gemeinsam zu verdursten,<br>w&#228;hrend wir so tun,<br>als regne es.</p><p>Ich will nicht gewinnen.</p><p>Ich will,<br>dass wir uns gegenseitig<br>gro&#223; genug werden,<br>um einander zu widersprechen,<br>ohne uns zu verlieren.</p><p>Ich will,<br>dass du bleibst,<br>wenn ich mich irre.</p><p>Und dass ich bleibe,<br>wenn deine Wahrheit<br>meine ins Wanken bringt.</p><p>Denn Vertrauen zeigt sich nicht dort,<br>wo wir dieselben S&#228;tze sprechen.</p><p>Vertrauen zeigt sich dort,<br>wo unsere Stimmen<br>verschiedene Richtungen kennen,<br>unsere Herzen<br>aber auf denselben Weg zur&#252;ckfinden.</p><p>Widerspruch ist kein Krieg.</p><p>Er ist die ausgestreckte Hand,<br>die sagt:</p><p>Ich riskiere,<br>dass du mich missverstehst.</p><p>Und ich hoffe,</p><p>dass unsere Verbindung<br>st&#228;rker ist<br>als unsere Angst.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption"></p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Nicht jede Stimme verdient deine Antwort]]></title><description><![CDATA[Selbstbestimmung vs. Fremdverstimmung]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/nicht-jede-stimme-verdient-deine</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/nicht-jede-stimme-verdient-deine</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Sun, 05 Jul 2026 10:40:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a33d8f43-4af5-4e0c-9377-675228f5db83_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen glauben, Selbstbestimmung bedeute, machen zu k&#246;nnen, worauf man Lust hat.</p><p>Ich glaube das nicht.</p><p>Denn wenn das wahr w&#228;re, w&#228;ren wir heute die selbstbestimmteste Generation aller Zeiten.</p><p>Wir k&#246;nnen arbeiten, wo wir wollen.<br>Leben, wo wir wollen.<br>Bestellen, was wir wollen.<br>Konsumieren, was wir wollen.<br>Posten, was wir wollen.</p><p>Und trotzdem f&#252;hlen so viele Menschen, als w&#252;rden sie ein Leben f&#252;hren, das nicht ihnen geh&#246;rt.</p><p>Wie kann das sein?</p><p>Vielleicht, weil Selbstbestimmung nicht dort beginnt, wo du frei entscheiden kannst.</p><p>Sondern dort, wo du erkennst, <strong>wer da &#252;berhaupt entscheidet.</strong></p><p>Jeden Morgen beginnt derselbe Kampf.</p><p>Noch bevor du richtig wach bist, melden sich die ersten Stimmen.</p><p>Der Wecker sagt dir, wann du aufzustehen hast</p><p>Der Kalender sagt dir, wo du sein musst.</p><p>Das Handy sagt dir, was passiert ist und wohin du deine Aufmerksamkeit lenken sollst.</p><p>Instagram sagt dir, wie Erfolg aussieht.</p><p>Die Werbung sagt dir, was dir fehlt.</p><p>Dein Chef sagt dir, was wichtig ist.</p><p>Und sogar deine Gedanken erz&#228;hlen dir den ganzen Tag, was du tun sollst.</p><p>Den ganzen Tag antwortest du Stimmen.</p><p>Doch nur weil eine Stimme in deinem Kopf spricht, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch wirklich dir geh&#246;rt. </p><p>Wann hast du das letzte Mal einen Gedanken gedacht von dem du sicher wei&#223;t, dass er wirklich deiner war?</p><p>Nicht &#252;bernommen.</p><p>Nicht nachgesprochen.</p><p>Nicht irgendwo geh&#246;rt.</p><p>Nicht von Instagram.</p><p>Nicht von deinem Vater.</p><p>Nicht von deiner Mutter.</p><p>Nicht aus einem Podcast.</p><p>Nicht aus einem Buch.</p><p>Deiner.</p><p>Wirklich deiner.</p><p>Sind wir wirklich selbstbestimmt? Oder vielmehr fremdverstimmt?</p><p>Und vielleicht beginnt Fremdverstimmung n&#228;mlich gar nicht dort, wo andere Menschen zu dir sprechen.</p><p>Vielleicht beginnt sie dort, wo du aufgeh&#246;rt hast zu bemerken, <strong>welchen Stimmen du &#252;berhaupt noch antwortest.</strong></p><p>Vielleicht kennst du das vom Schreiben.</p><p>Eigentlich wolltest du schreiben, was dich bewegt.</p><p>Dann liest du einen erfolgreichen Text.</p><p>Du siehst, was Reichweite bekommt.</p><p>Welche &#220;berschriften funktionieren.</p><p>Welche Themen viral gehen.</p><p>Langsam beginnst du, nicht mehr das zu schreiben, was in dir lebt.</p><p>Sondern das, was funktioniert.</p><p>Dein Account w&#228;chst.</p><p>Aber w&#228;chst auch deine innen Welt?</p><p>Oder wirst du immer besser darin, Erwartungen zu erf&#252;llen und immer schlechter darin, dich selbst auszudr&#252;cken.</p><p>Wo Algorithmen entscheiden, wor&#252;ber du nachdenkst.</p><p>Wo Likes entscheiden, was du schreibst.</p><p>Wo Angst entscheidet, was du nicht tust.</p><p>Wo Bequemlichkeit entscheidet, wer du bleibst.</p><p>Und das gilt nicht nur f&#252;rs Schreiben.</p><p>Es gilt f&#252;r dein ganzes Leben.</p><p>Du kannst Karriere machen ohne deiner Berufung n&#228;her zu kommen.</p><p>Du kannst Geld verdienen ohne innerlich reicher zu werden.</p><p>Du kannst tausende Follower gewinnen und trotzdem nie herausfinden, was deine Bestimmung ist.</p><p>Du kannst erfolgreich werden und dabei dich selbst verlieren.</p><p>Du merkst es auch kaum.</p><p>Denn niemand zwingt dich.</p><p>Du stimmst einfach immer wieder zu.</p><p>Und mit jeder Zustimmung verliert deine eigene Stimme ein kleines St&#252;ck an Kraft.</p><p>Doch jetzt m&#252;ssen wir aufpassen.</p><p>Denn das Problem ist nicht, dass andere Stimmen zu dir sprechen.</p><p>Man m&#246;ge man n&#228;mlich schnell einmal glauben, dass die L&#246;sung sei, einfach aufzuh&#246;ren auf andere zu h&#246;ren.</p><p>Nein.</p><p>Das w&#228;re keine Selbstbestimmung.</p><p>Das w&#228;re Isolation.</p><p>Kein Mensch bestimmt sich selbst aus dem Nichts.</p><p>Du hast sprechen gelernt, weil andere zu dir gesprochen haben.</p><p>Du hast lieben gelernt, weil jemand dich geliebt hat.</p><p>Du hast schreiben gelernt, weil du gelesen hast.</p><p>Du hast &#252;berhaupt erst ein &#8222;Ich&#8220;, weil vorher jemand &#8222;Du&#8220; zu dir gesagt hat.</p><p>Ohne andere Stimmen g&#228;be es gar kein &#8220;Ich&#8221;, das sich &#252;berhaupt bestimmen k&#246;nnte.</p><p>Eugen Rosenstock-Huessy musste &#252;ber unseren Traum vom v&#246;llig selbstst&#228;ndigen Menschen lachen.</p><p>Er schreibt</p><blockquote><p><strong>&#8222;Man braucht nur einen Augenblick an sich selbst zu denken, um &#252;ber diesen Anschein der Selbst&#228;ndigkeit aufzulachen.&#8220;</strong></p></blockquote><p>Genius! Aber warum lacht er?</p><p>Weil der Gedanke der &#8220;Selbstst&#228;ndigkeit&#8221; sofort zerf&#228;llt.</p><p>Deine Sprache? Hast du empfangen.</p><p>Deinen Namen? Wurde dir gegeben.</p><p>Deine gr&#246;&#223;ten Entscheidungen? Wurden oft durch Begegnungen ausgel&#246;st.</p><p>Deine tiefsten Verletzungen? Auch.</p><p>Der Mythos vom v&#246;llig unabh&#228;ngigen Menschen h&#228;lt genau so lange, bis wir ehrlich auf unser eigenes Leben schauen.</p><p>Wir alle werden zuerst angesprochen.</p><p>Erst dadurch lernen wir &#252;berhaupt zu antworten.</p><p>Wir glauben, Selbstbestimmung bedeute, niemanden mehr zu brauchen.</p><p>Huessy sagt das Gegenteil.</p><p>Weiter schreibt er:</p><blockquote><p><strong>&#8222;Lebendige Gegenwart schlie&#223;t die Selbst&#228;ndigkeit von Individuen aus.&#8220;</strong></p></blockquote><p>Mit anderen Worten: Leben entsteht nie im Alleingang.</p><p>Nicht jede Stimme, die von au&#223;en kommt, macht dich unfrei.</p><p>Im Gegenteil.</p><p>Es gibt Stimmen, ohne die du niemals wachsen w&#252;rdest.</p><p>Der Lehrer, der mehr in dir sieht als du selbst.</p><p>Der Freund, der dir ehrlich widerspricht.</p><p>Der Partner, der dich herausfordert.</p><p>Ein Buch, das dein Leben ver&#228;ndert.</p><p>Ein Satz, den du nie wieder vergisst.</p><p>Diese Stimmen kommen alle von au&#223;en.</p><p>Und trotzdem machen sie dich freier.</p><p>Warum?</p><p>Weil sie dich nicht benutzen.</p><p>Sie bringen viel mehr etwas in dir hervor.</p><p>Vielleicht gibt es deshalb gar keine Selbstbestimmung ohne Fremd<strong>be</strong>stimmung.</p><p>Frei ist nicht der Mensch, der niemandem folgt. Frei ist der Mensch, der der Stimme antwortet, die ihn zu sich selbst ruft.</p><p>Denn jede Berufung beginnt mit einem Ruf.</p><p>Und jeder Ruf kommt zun&#228;chst von au&#223;en.</p><p>Aber nicht weil er dich verstimmt, sondern dich zu mehr bestimmen will, als du gerade bist.</p><p>Weil dich etwas anspricht, das gr&#246;&#223;er ist als du selbst.</p><p>Erst indem du darauf antwortest,</p><p>wird dieser Ruf zu deiner eigenen Stimme.</p><p>Deshalb ist die entscheidende Frage nicht:</p><p><strong>Bin ich fremdbestimmt?</strong></p><p>Das bist du immer.</p><p>Die eigentliche Frage lautet:</p><p><strong>Welcher Stimme antworte ich? </strong></p><p>Denn jede Stimme, der du antwortest, formt den Menschen, der du wirst.</p><p>Jeder Stimme f&#252;hrt dich zu ihrer Bestimmung.</p><p>Manche Stimmen benutzen dich.</p><p>Andere fordern dich heraus.</p><p>Vielleicht ist genau das der Schl&#252;ssel.</p><p>Bewusst zu w&#228;hlen, welcher Stimme du dein Leben anvertraust.</p><p>Willst du Geld verdienen oder zu einem Menschen werden, der etwas zu geben hat?</p><p>Willst du Aufmerksamkeit oder Ausdruck?</p><p>Willst du Karriere oder Berufung?</p><p>Willst du Reichweite oder eine Stimme, der Menschen vertrauen?</p><p>Willst du Sicherheit oder ein Leben, das dich gr&#246;&#223;er macht als deine Angst?</p><p>Versteh mich nicht falsch.</p><p>Es ist nichts falsch daran, erfolgreich zu sein.</p><p>Es ist nichts falsch daran, Geld zu verdienen.</p><p>Es ist nichts falsch daran, Reichweite zu haben.</p><p>Die Frage ist nur:</p><p>Folgt der Erfolg deinem Wachstum? Oder ersetzt er es?</p><p>Denn Selbstbestimmung bedeutet nicht, alles selbst zu entscheiden und das Rad neu zu erfinden.</p><p>Selbstbestimmung bedeutet, bewusst zu entscheiden, <strong>welcher Stimme du deine Antwort gibst.</strong></p><p>Und vielleicht ist genau das die eigentliche Bedeutung von Bestimmung.</p><p>Nicht, dass dein Leben schon festgeschrieben ist.</p><p>Sondern dass immer wieder eine Stimme zu dir singt und dir den Weg leuchtet.</p><p>Denn dann ist <strong>Bestimmung</strong> kein Ziel sondern eine Art zu leben.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption"></p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Hallo Fremde...]]></title><description><![CDATA[Du kennst mich nicht.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/hallo-fremde</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/hallo-fremde</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Sat, 20 Jun 2026 18:06:18 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f288e7d1-f578-4369-b1c6-bd05c9cda2e0_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Du kennst mich nicht. Und ich kenne dich nicht. Also nicht wirklich. Wir haben uns schlie&#223;lich nur f&#252;r einen Augenblick gesehen. Vielleicht werden wir uns nie wiedersehen. Vielleicht war ich nur der seltsame Mensch mit einem Glas voller Worte. Vielleicht hast du meinen Namen schon wieder vergessen. Aber das macht nichts. Du bist trotzdem hier gelandet. Eine zuf&#228;llige Begegnung <strong>passiert.</strong> Wie Tomaten aus der Dose eben &#129387;. Wahrscheinlich wirst du st&#228;ndig von irgendwelchen Typen angesprochen. Aber wann hat dich zuletzt jemand angesprochen, ohne etwas von dir zu wollen? </p><p>Wahrscheinlich hattest du genau solche Gedanken, als ich dich angesprochen habe: &#8222;Okay &#8230; was will der?&#8220; </p><p>Fair enough. Die meisten Menschen wollen etwas. Geld. Aufmerksamkeit. Best&#228;tigung. Ein Date. Irgendetwas. Aber lass mich eines klarstellen: Ich will dir nichts verkaufen oder dich f&#252;r irgendein Coaching gewinnen. Du brauchst in keine Gruppe zu kommen oder sowas in der Art. </p><p>Du bist mir einfach aufgefallen unter all den tr&#252;ben Gesichtern. Irgendetwas in dir hat geleuchtet. Und ich bin einfach deinem Leuchten gefolgt. Wir laufen jeden Tag an hunderten Menschen vorbei. Jeder von ihnen tr&#228;gt eine Geschichte in sich. Eine Geschichte, die dich zum Lachen bringen k&#246;nnte. Oder zum Weinen. Und trotzdem gehen wir aneinander vorbei.</p><p>Die Welt hat uns vorsichtig gemacht. Wenn heute jemand freundlich ist, vermuten wir Werbung. Wenn jemand neugierig ist, vermuten wir Absicht. Wenn jemand uns anspricht, suchen wir den Haken. Vielleicht gibt es gar keinen. Vielleicht war die Begegnung einfach nur eine Begegnung.</p><p>Oder vielleicht auch nicht. </p><p>Von allen Menschen, denen ich heute begegnet bin, bist du diejenige, die jetzt hier sitzt und mir zuh&#246;rt. Verr&#252;ckt, oder? Was hast du eigentlich erwartet, hier zu finden? Einen weiteren netten Text genauso wie in dem kleinen Poesieglas? Vielleicht Werbung? Eine Botschaft? Oder insgeheim etwas ganz anderes? Langsam hab ich wirklich das Gef&#252;hl, dass du diejenige bist, die etwas von mir will. Jedenfalls scheinst du hartn&#228;ckig zu sein.</p><p>Ja. ich glaube, du suchst etwas. Vielleicht wei&#223;t du selbst noch nicht, was. Aber Menschen &#246;ffnen keine unbekannten T&#252;ren einfach so. Menschen folgen keinen seltsamen Spuren ohne Grund. Du hast den Code gescannt. Und gerade merkst du, dass unser <strong>Augenblick</strong> noch gar nicht vorbei ist. </p><p>Du liest n&#228;mlich immer noch. Vielleicht aus Langeweile. Vielleicht weil du hoffst, dass du hier meine Nummer findest. Tut mir leid. Die geb ich keinen wildfremden Menschen. Aber vielleicht geht es auch nicht darum immer sofort etwas zu bekommen. Vielleicht haben wir verlernt, Dingen zu folgen, ohne zu wissen, wohin sie f&#252;hren. Dass eine ganz neue Welt nur ein Gespr&#228;ch weit entfernt ist.</p><p>Falls dir dieser Gedanke gef&#228;llt, solltest du wahrscheinlich nicht weiterlesen. Wirklich nicht. Das hier ist deine letzte Chance auf ein vollkommen normales Leben. Ein Leben, in dem Zuf&#228;lle einfach Zuf&#228;lle bleiben. Fremde einfach Fremde. Und M&#228;rchen lediglich Geschichten in einem Buch. </p><p>Falls du allerdings schon immer den Verdacht hattest, dass hinter der Tapete irgendwo eine geheime T&#252;r versteckt ist &#8230; nun ja. Dann bist du hier vermutlich genau richtig hier. </p><p>Und dann sollte ich dich vielleicht auch einmal ordentlich begr&#252;&#223;en. </p><p>&#8230; </p><p>&#8230;</p><p>&#8230;</p><p>Mir f&#228;llt gerade auf. Ich kenne ja deinen Namen noch garnicht. Wei&#223;t du was&#8230; </p><p>Ich nenn dich einfach <strong>Alice!</strong>  </p><p>Herzlich Willkommen im Wunderland.</p><p>&#128007;</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!awG1!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fbad1484d-89f6-4de9-9526-5c3d4be8f9ea_1672x941.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!awG1!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fbad1484d-89f6-4de9-9526-5c3d4be8f9ea_1672x941.png 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!awG1!, 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data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das leere Blatt hat mich durchschaut]]></title><description><![CDATA[Warum Schreiben be&#228;ngstigend ehrlich ist]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/das-leeren-blatt-hat-mich-durchschaut</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/das-leeren-blatt-hat-mich-durchschaut</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Tue, 16 Jun 2026 10:48:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/bae9a0ed-db5f-423c-9e4c-6a8e2b202e98_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Vor mir liegt eine unendliche Leere. Die Beine baumeln &#252;ber ihrem Rand. Ich schaue nach unten und sehe keinen Boden mehr unter meinen F&#252;&#223;en. Nur dieses Wei&#223;. Als h&#228;tte jemand ein St&#252;ck Unendlichkeit ausgerollt und erwartet jetzt von mir, dass ich den ersten Schritt mache. Einen Satz schreibe und mich fallen lasse. Ich lache nerv&#246;s. &#8222;Sonst noch W&#252;nsche?&#8220; Ich soll also einfach in diese Grenzenlosigkeit hineinspringen und darauf vertrauen, dass irgendwo da unten der Boden der Tatsachen auf mich wartet?</p><p>Mir wird schwindelig, wenn ich nur daran denke. Stimmen die kreuz und quer plappern aber keinen einzigen geraden Satz herausbekommen. Was ist eigentlich los mit mir? Schieb mal keine Filme. Das ist doch nur Papier. Ein paar Gramm gepresste Pflanzenfasern. Und trotzdem schafft es dieses unschuldige Ding immer wieder, mir eine solche Angst einzujagen, dass ich keinen Ton herausbekomme. </p><p>Nicht weil dort etwas steht. Sondern weil dort eben nichts steht. Vielleicht ist das der Grund, weshalb mein Kumpel st&#228;ndig behauptet, er habe keine Lust zu schreiben. Zumindest sagt er das jedes Mal, wenn ich ihm das Schreiben ans Herz legen will. &#8222;Schreiben? Nee. Hab ich keinen Bock drauf.&#8220; Und vielleicht stimmt das sogar. Vielleicht hat er wirklich keine Lust. Aber ich frage mich manchmal, ob das der ganze Grund ist. <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/die-vielen-gesichter-der-angst">Angst hat viele Gesichter.</a></p><p>Denn Schreiben ist nicht besonders schwer. Ein paar W&#246;rter auf ein Blatt Papier zu kritzeln kann jedes Schulkind. Was schwer ist, ist die Frage, die vor dem ersten Satz steht. Eine Frage, die schwer auf der Brust liegt wie ein Elefant. <strong>&#8222;Was hab ich eigentlich zu sagen?&#8220; </strong>Und pl&#246;tzlich wird aus einem Blatt Papier ein Spiegel. Ein Wahrheitsserum. Das Blatt ist gnadenlos ehrlich. Es zeigt dir, was du tats&#228;chlich durchdacht und durchf&#252;hlt hast. Und das ist oft deutlich weniger, als dir lieb ist.</p><p>Denn solange Netflix l&#228;uft, Musik spielt und das Handy vibriert, kannst du dir einreden, dass alles in Ordnung w&#228;re. Dass du wei&#223;t, wer du bist. Dass du wei&#223;t, was du denkst. Dass du wei&#223;t, was du willst. Aber das leere Blatt zieht dir einen Strich durch dir Rechnung. Nicht jeder bekommt Schreibblockaden. Manche bekommen Existenzkrisen.</p><p>In unseren K&#246;pfen f&#252;hlt sich schlie&#223;lich alles immer so erstaunlich klar an. Dort sind wir Philosophen. Dort sind wir Besserwisser. Dort verstehen wir die Welt. Doch dann kommt der Boden der Tatsachen. Und pl&#246;tzlich m&#252;ssen Gedanken laufen lernen. Nicht mehr nur im Kreis. Sondern vorw&#228;rts. Denn erst auf dem Papier finden wir heraus, was wir eigentlich denken. Und das kann erschreckend sein. Weil es dort oft gar nicht so klar aussieht, wie in unseren K&#246;pfen.</p><p>Was eben noch wie eine geniale Erkenntnis wirkte, zerf&#228;llt pl&#246;tzlich in lose Fragmente. Gedankenfetzen. Halbe S&#228;tze. Ideen ohne Fundament. Pl&#246;tzlich befinden wir uns im Nebel und finden erst heraus, was wir eigentlich sagen wollten. Und dieser Prozess ist nicht angenehm.</p><p>Woher sollte ich schlie&#223;lich wissen, was ich denke, wenn sich die Gedanken nur im Kreis bewegen? Die leere Seite weckt den Entdeckergeist. Ich sitze da mit meinem kleinen Pinsel und kratze vorsichtig den Staub von Dingen, die irgendwo in mir vergraben liegen. Manchmal finde ich etwas. Manchmal aber auch nicht. Manchmal grabe ich eine Stunde lang und f&#246;rdere nichts weiter als Verwirrung zu Tage. Oder finde etwas womit ich nichts anzufangen wei&#223;t. Und genau das macht mir Angst.</p><p>Nicht das Blatt. Sondern die M&#246;glichkeit, nichts von Substanz zu finden. Denn irgendwo tief in mir sitzt dieser Verdacht. Was, wenn da gar nichts ist? Was, wenn das Blatt leer bleibt, weil ich leer bin? Weil ich nichts erlebt habe. Nicht so schlau bin, wie ich denke. Nichts gef&#252;hlt habe. Nichts zu sagen habe. Und je l&#228;nger ich dar&#252;ber nachdenke, desto absurder wird dieser Gedanke. Denn die Stimmen in meinem Kopf beweisen ja das Gegenteil. Da oben ist keine Leere. Da oben ist Chaos. Ein Jahrmarkt. Ein verdammtes Irrenhaus. Zu viele Stimmen die sich gegenseitig nicht zuh&#246;ren k&#246;nnen. So stell ich mir &#252;brigens den Bundestag vor. Keiner wei&#223; worum es geht aber Hauptsache jeder gibt seinen Schei&#223; dazu.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!rg_n!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fef8fe395-f6a2-43ff-8d0e-d9dcd6ab53c5_2400x1453.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!rg_n!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fef8fe395-f6a2-43ff-8d0e-d9dcd6ab53c5_2400x1453.jpeg 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!rg_n!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, 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Vielleicht besteht sie darin, lange genug sitzen zu bleiben. Lange genug auszuhalten. Lange genug zuzuh&#246;ren. Bis sich der L&#228;rm langsam beruhigt. Bis eine Stimme nach der anderen verstummt. Bis irgendwann eine &#252;brig bleibt. Eine, die nicht schreit. Eine, die nicht beeindrucken will. Eine, die nicht versucht, kl&#252;ger zu wirken, als sie ist. Eine, die einfach nur die Wahrheit sagt. </p><p>Das ist dann der Moment, in dem aus hundert Stimmen eine wird. Die Stimme, die wirklich gelebt hat. Die hingesehen hat. Die zugeh&#246;rt hat. Die gestaunt hat. Die sich Ber&#252;hren hat lassen.</p><p>Denn wer aufmerksam lebt, sammelt Geschichten. Wer neugierig lebt, sammelt Fragen. Wer leidenschaftlich lebt, sammelt Worte. Nicht weil er nach ihnen sucht. Sondern weil das Leben sie ihm unterwegs in die Taschen steckt. Wenn ich nichts zu schreiben habe, sollte ich nicht l&#228;nger nach Worten suchen. Sondern nach Leben. Denn Worte sind oft nur die Ernte. Die Saat wird vorher gelebt. Vielleicht ist das leere Blatt deshalb gar kein Abgrund. Vielleicht sieht es nur von oben so aus. Vielleicht ist die Angst vor dem leeren Blatt in Wahrheit die Angst vor dem ersten Schritt.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;96434b00-afaa-4b30-96d9-189570b7e2f6&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Angst ist ein Trickster.&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Die vielen Gesichter der Angst&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:232669612,&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Crazy Dose Daily - Ich schreibe &#252;ber das Leben, das du nicht googeln kannst. Selbst ChatGPT zuckt mit den Schultern.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a476e663-3a6e-4b19-b1d4-507567e8f51d_542x543.png&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2025-03-03T21:13:37.146Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/0591428a-b983-41f2-a265-a8fc0bc4260a_1792x1024.webp&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/p/die-vielen-gesichter-der-angst&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:158320141,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:12,&quot;comment_count&quot;:1,&quot;publication_id&quot;:2616328,&quot;publication_name&quot;:&quot;Worte des Wortlosen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OrgY!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F13e8e606-161c-42e7-a635-419f2d60bfdc_720x720.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Du brauchst keinen Plan!]]></title><description><![CDATA[Planlos geht der Plan los]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/du-brauchst-keinen-plan</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/du-brauchst-keinen-plan</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Fri, 12 Jun 2026 14:03:09 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c8f8156d-f517-4fa9-9be6-fc5e9edf04ab_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder stelle ich mir dieselbe Frage: <strong>&#8222;Wo fange ich denn jetzt an?&#8220; </strong>Vielleicht kennst du sie auch. Sie taucht auf, wenn du einen Text schreiben m&#246;chtest. Wenn du von deiner Selbstst&#228;ndigkeit tr&#228;umst. Wenn du sp&#252;rst, dass mehr in dir steckt als das Leben, das du gerade f&#252;hrst. Wenn du nachts im Bett liegst und dir ausmalst, was alles m&#246;glich w&#228;re, nur um am n&#228;chsten Morgen wieder an genau derselben Stelle aufzuwachen.</p><p>Wo fange ich an?</p><p>Eigentlich ist es eine harmlose Frage. Und doch hat sie einiges auf dem Kasten. Sie kann uns vollkommen bewegungsunf&#228;hig zu machen. Mit ihr steht die &#220;berforderung pl&#246;tzlich an der Tagesordnung. Es verschl&#228;gt uns regelrecht die Sprache. Und doch k&#246;nnte es so einfach sein. Alles, was du dir vorstellen kannst, beginnt mit einem einfachen Satz. Genauer gesagt: mit einem Glaubenssatz.</p><p><em>Ich wei&#223; vielleicht noch nicht, wie es weitergeht. Aber ich glaube daran, dass es sich auf dem Weg ergeben wird.</em></p><p>Und doch ist es eine wirklich verflickste Zwickm&#252;hle, in der wir uns da befinden. Ich wei&#223; ja nicht, wie es weitergehen soll, sonst w&#252;rde ich mir die Frage ja nicht stellen. Die Frage verlangt etwas, das ich nicht besitze:</p><p>Gewissheit.</p><p>Wir wollen wissen, wie die Geschichte ausgeht, bevor wir die erste Seite schreiben. Wir wollen die Garantie, dass sich die M&#252;he lohnt. Dass wir nicht scheitern. Dass wir unsere Zeit nicht verschwenden. Dass wir am Ende dort ankommen, wo wir hinwollen. Und genau deshalb bleiben wir stehen. Nicht weil unsv Talent fehlen w&#252;rde. Oder wir keine Chancen h&#228;tten. Sondern weil wir versuchen, eine Zukunft zu sehen, die man nur betreten kann. </p><p>Lange Zeit dachte ich, mir w&#252;rde einfach nur die richtige Antwort fehlen. Das richtige Buch. Das richtige Video. Der richtige Mentor. Die richtige Strategie. Irgendwo da drau&#223;en musste es doch jemanden geben, der bereits herausgefunden hatte, wie alles funktioniert. Ein goldenes Nugget.</p><p>Also suchte ich. Video nach Video. Podcast nach Podcast. Kurs nach Kurs. Und f&#252;r einen kurzen Moment f&#252;hlte sich jede neue Information auch wie Fortschritt an. Doch je mehr Antworten ich sammelte, desto weniger bewegte ich mich. Ich wurde immer &#8220;kl&#252;ger&#8221;, aber mein Leben ver&#228;nderte sich kaum. Ich konsumierte Wissen wie andere Menschen Serien schauen. Eine Folge nach der n&#228;chsten. Immer in der Hoffnung, dass die n&#228;chste Episode endlich die entscheidende Erkenntnis enth&#228;lt.</p><p>Tat sie aber nicht. Denn Wissen allein ver&#228;ndert kein Leben.</p><p>Irgendwann begann ich dann zu verstehen, warum die Frage &#8222;Wo fange ich an?&#8220; mich in einen Hinterhalt lockte. Sie klingt zwar nach Orientierung, aber in Wahrheit ist sie oft nur eine elegante Form von Angst. Denn solange ich nach dem perfekten Anfang suche, musste ich nicht losgehen. Ich hatte einfach braune Wadln &#128169;. </p><p>Solange wir planen, m&#252;ssen wir nicht scheitern. Solange wir lernen, m&#252;ssen wir uns nicht zeigen. Das Problem ist nur, dass dem Leben Pl&#228;ne in gewisser Weise schei&#223; egal sind. Da gibt es ein Zitat was sehr mit mir resoniert hat. &#8220;Pl&#228;ne sind Nichts. Planung ist Alles.&#8221;</p><h2><strong>Die Zukunft ist unbekannt, aber nicht unbestimmt.</strong></h2><p>Lass diesen Satz kurz wirken. Unbekannt&#8230; aber nicht unbestimmt. </p><p>Viele Menschen verwechseln unbekannt mit unm&#246;glich. Nur weil du nicht wei&#223;t, wie der Weg aussieht, bedeutet das nicht, dass es keinen Weg gibt. Ein Samen wei&#223; nicht, wie gro&#223; er einmal werden wird. Und dennoch tr&#228;gt er seine wahre Gr&#246;&#223;e bereits in sich. Genauso ist es mit uns. Da ist etwas in dir.</p><p>Ein Interesse. Eine Sehnsucht. Eine Neugier.</p><p><strong>Eine Stimme.</strong></p><p>Vielleicht ist sie manchmal kaum h&#246;rbar. Vielleicht wird sie von Zweifeln &#252;berdeckt. Vielleicht hast du gelernt, ihr nicht mehr zu vertrauen. Aber sie ist da. Und genau diese Stimme zeigt dir die Richtung. Nicht die gesamte Reise. Aber den n&#228;chsten Schritt.</p><p>Ich hab mein ganzes Leben immer nach der &#8220;gro&#223;en&#8221; Ver&#228;nderung gesucht. Der gro&#223;e Durchbruch. Der gro&#223;e Auftrag. Das gro&#223;e Business. Das gro&#223;e Geld. Leider musste ich feststellen, dass es so etwas nicht gibt. Wir sind so daran gew&#246;hnt, alles auf Knopfdruck zu bekommen, dass wir schnell das Tuch hinwerfen, wenn wir keine sofortigen Ergebnisse sehen. </p><p>Heute wei&#223; ich, dass Ver&#228;nderung meistens dort beginnt, wo sie niemand sieht. In kleinen Gewohnheiten und Gesten. In unscheinbaren Entscheidungen. In Momenten, die f&#252;r andere vollkommen belanglos wirken. Der Schriftsteller schreibt eine Seite. Der Musiker &#252;bt eine Stunde. Der Unternehmer f&#252;hrt ein Gespr&#228;ch. Der Sportler geht trainieren. Nicht weil sie wissen, wohin jeder einzelne Schritt f&#252;hrt, sondern weil sie verstanden haben, dass Identit&#228;t durch Wiederholung entsteht.</p><h2>Ich ziehe um!</h2><p>Ich bin das, was ich t&#228;glich tue. Ein Satz, den ich lange untersch&#228;tzt habe. Denn wenn das stimmt, bedeutet das auch, dass ich jemand anderes werden kann, wenn ich andere Dinge tun. Meine Gewohnheiten sind der Ort wo ich wohne. Jeder von uns hat so eine &#8220;Wohnung&#8221;, wo er es sich gem&#252;tlich gemacht hat.</p><p>In vertrauten Routinen. In bekannten Gedanken. In denselben Entscheidungen. In denselben Ausreden. Und solange wir dort wohnen bleiben, wird unser Leben erstaunlich &#228;hnlich bleiben. Wenn ich also jemand anderes werden m&#246;chte, muss ich umziehen.</p><p>Nicht geografisch. Sondern gewohnheitstechnisch. Das Problem dabei ist, dass wir noch keine neue Wohnung gefunden haben. Die neue Wohnung liegt ja im Ungewissen. Und weil ich ins Ungewisse m&#246;chte, ziehe ich zwangsl&#228;ufig in eine unbekannte Ungewohnheiten. Klingt ungewohnt, oder? </p><p>Aber eigentlich meine ich damit einfach Gewohnheiten, die dich ins Unbekannte werfen. Der leeren Seite begegnen. Ein Gespr&#228;ch beginnen. Poesie schreiben und der inneren Stimme folgen. Dort, wo niemand garantieren kann, dass es funktioniert. Dort, wo Fehler passieren. Dort, wo man sich dumm f&#252;hlt. Dort, wo Wachstum beginnt.</p><h2>Kleiner Mann schwingt gro&#223;e Reden</h2><p>Ich rede schon seit Jahren davon, etwas Eigenes aufzubauen. Und vielleicht h&#228;tte ich schneller sein k&#246;nnen. Vielleicht h&#228;tte ich mehr machen k&#246;nnen. Vielleicht w&#228;re ich heute weiter. Diese Gedanken qu&#228;len mich. Und ehrlich gesagt besuchen sie mich &#246;fter, als mir lieb ist. Aber das Schlimmste, was mir passieren k&#246;nnte, w&#228;re mein Vertrauen zu verlieren, nur weil ich mich heute schon gerne dort h&#228;tte, wo ich schlichtweg noch nicht bin. Ein Baum wird nicht schneller wachsen, wenn du jeden Tag an ihm ziehst.</p><p>Erfolg ist ein wenig wie schwanger sein. Jeder Gratuliert dir, wenn es soweit ist, aber keiner wei&#223; wie oft du gefi*** wurdest. </p><p>Nur weil sich die Zahlen auf dem Bankkonto nicht &#228;ndern hei&#223;t das nicht, dass sich nichts tut. Naja es tut sich schon was&#8230; Nur in die falsche Richtung.</p><p>Heute schau ich dem ganzen aber anders in die Augen. Fortschritt ist sichtbar, lange bevor er messbar wird. Er zeigt sich darin, wie du sprichst. Wie du denkst. Wie du schreibst. Wie du Beziehungen f&#252;hrst. Wie du mit R&#252;ckschl&#228;gen umgehst. Wie odu dir selbst vertraust. Wo du zu deinem &#8220;Nein&#8221; stehst, wo fr&#252;her ein angepasstes &#8220;Ja&#8221; gewesen w&#228;re. Das sind die Ver&#228;nderungen, die niemand sieht. Aber genau dort entsteht das Fundament f&#252;r alles Weitere. Und ich denke da bin ich auf einem guten Weg :)</p><h2>Antworte deiner Bestimmung</h2><p>Die Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt. Jeden Tag einen weiteren. Und wenn du kriechen musst, dann kriech. Irgendwann blickst du zur&#252;ck und erkennst, dass dein Leben sich ver&#228;ndert hat. Nicht an einem einzigen Tag. Sondern durch tausende unscheinbare Tage.</p><p>Unsere Aufgabe besteht lediglich darin den Weg jeden Tag aufs Neue zu entdecken. Ihn sozusagen &#8220;freizurubbeln&#8221; wie bei Rubbellosen. Bis der gro&#223;e Gewinn irgendwann nach Hause kommt. Denn Gl&#252;ck ist nicht einfach nur Gl&#252;ck. Es ist auch die Bereitschaft, immer wieder zu spielen. Wer 365 Tage lang sein Gl&#252;ck versucht, hat am Ende oft mehr &#8222;Gl&#252;ck&#8220; als jemand, der es drei&#223;ig Mal versucht und dann aufgibt.</p><p>Der Weg ist vom Konsumenten zum Creator. Vom Zuschauer zum Spieler. Vom Beobachter zum Erschaffer. Denn Konsumenten warten. Creator handeln. Konsumenten fragen sich, ob sie bereit sind. Creator finden es unterwegs heraus. Konsumenten suchen Antworten. Creator antworten ihrer Bestimmung.</p><p>Die eigene Stimme spielt hier eine entscheidende Rolle. Deshalb erstelle ich gerade auch einen Kurs mit dem Titel <strong>&#8222;Antworte deiner Bestimmung&#8220;</strong>. Stay tuned.</p><p></p><p>Denn wenn wir aussprechen, was in uns rumort, beginnt unser Leben sich wie von Zauberhand zu verwandeln. Du wirst sichtbarer. Ehrlicher. Verletzlicher. Lebendiger. Das bedeutet nicht, dass alles einfacher wird. Im Gegenteil. Manchmal f&#252;hlt es sich sogar an, als w&#252;rde das Leben schwieriger werden. Als w&#252;rde pl&#246;tzlich alles ans Licht kommen, was du jahrelang verdr&#228;ngt hast. Aber vielleicht ist genau das der Weg. Vielleicht f&#252;hrt der <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/der-weg-zum-himmel-ist-die-holle?r=3uix0s">Weg zum Himmel tats&#228;chlich durch die H&#246;lle.</a> Vielleicht m&#252;ssen manche Dinge erst zerbrechen, bevor sie neu entstehen k&#246;nnen.</p><p>Menschen werden gehen. Menschen werden kommen. Gr&#252;&#223;e gehen raus an <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Juli R&#252;cker&quot;,&quot;id&quot;:465254397,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/49199bc1-d2e0-4be2-b33d-62af3549fce0_444x446.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;6fa0e8b7-e679-410a-b0d9-cf1ab5c561c9&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> mit dem ich in Zukunft einen Podcast starten werde. Ich freu mich bro! </p><p>Chancen werden auftauchen. Und Verluste werden eintreten. Neue T&#252;ren werden sich &#246;ffnen wo woher nur Mauern waren. Und andere werden sich schlie&#223;en. Quest um Quest. Mission um Mission. Fast wie in einem Rollenspiel. Und du wirst feststellen, dass der Endgegner nie die Welt war. Sondern die Version von dir, die dich bequem halten will.  Die Version, die Angst hatte. Die Version, die gezweifelt hat. Die Version, die st&#228;ndig auf den perfekten Zeitpunkt gewartet hat.</p><p>Ich kann dir nicht sagen, wie deine Reise aussehen wird. Niemand kann das. Denn sie ist einzigartig. Was ich dir aber sagen kann: Der Weg existiert bereits. Du musst nicht die ganze Stra&#223;e sehen. Du musst nur aufmerksam bleiben, die Ohren spitzen und deinem Ruf antworten. Die Zukunft ist kein Ort. Sie ist ein Werk. Und jeden Tag h&#228;ltst du den Stift in der Hand.</p><p>Bis bald mein Freund. </p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;6564f5cd-f2a9-4f1c-b9c3-10d680e411f0&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Du dachtest, der Weg nach oben bedeutet F&#252;lle? Raum? Regenb&#246;gen und wollige Liebe.&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Der Weg zum Himmel ist die H&#246;lle&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:232669612,&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Crazy Dose Daily - Geschichten, Poesie und gute Gespr&#228;che - Setz dich ans Lagerfeuer und wirf dein Feuerholz dazu. Lass uns sprechen solange die Glut brennt&#128293;.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ca72ce0d-2171-42a8-86fc-5b08d42ec348_1176x1176.png&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2025-05-07T17:17:54.572Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4151b2a7-3c5b-4b36-9a61-3a56fa710124_1536x1024.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/p/der-weg-zum-himmel-ist-die-holle&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:163059970,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:25,&quot;comment_count&quot;:11,&quot;publication_id&quot;:2616328,&quot;publication_name&quot;:&quot;Worte des Wortlosen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OrgY!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F13e8e606-161c-42e7-a635-419f2d60bfdc_720x720.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;dbac88d7-7905-4f79-a6b6-c70e2c812916&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Wir alle w&#252;nschen uns Verbindung, Freiheit, Gl&#252;ck, Sinn und Leidenschaft. &#8220;On Top of your Game&#8221; mit dem Leben flie&#223;en. Tief in dir wei&#223;t du genau, dass das Leben mehr Potenzial hat, als es dir heute vorgelebt wird. Die meisten Menschen sind gefangen in wiederholenden Gedankenmustern. Immer wieder h&#246;ren wir Namen wie das &#8220;Hamsterrad&#8221;, die &#8220;Matrix&#8221; oder &#8220;&#8230;&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Der Cheatcode f&#252;rs Lebens (Teil 1)&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[],&quot;post_date&quot;:&quot;2024-09-25T09:43:14.727Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F10261804-852e-4075-8080-ae5ee35235bb_1792x1024.webp&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/p/der-cheatcode-furs-lebens-teil-1&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:148364297,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:2,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:2616328,&quot;publication_name&quot;:&quot;Worte des Wortlosen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OrgY!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F13e8e606-161c-42e7-a635-419f2d60bfdc_720x720.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Was kommt nach dem Denken?]]></title><description><![CDATA[Eine Kurzgeschichte]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/was-kommt-nach-dem-denken</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/was-kommt-nach-dem-denken</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 16:08:06 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cbcb7a64-7b2f-4790-a4de-bba1f98b6055_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Was kommt nach dem Denken?&#8220;, fragt sich das Nachdenken.</p><p>Tagelang sucht es nach einer Antwort, ohne zu wissen, wie lang ein Gedanke eigentlich ist. Aber wenn es nur weit genug nachdenkt, wird es sie schon finden. Davon ist es &#252;berzeugt.</p><p>Also macht es sich auf den Weg.</p><p>Es wandert von Sackgasse zu Sackgasse und verirrt sich in Gedankenschleifen. Manchmal glaubt es, die L&#246;sung gefunden zu haben. Doch kaum hebt es sie auf, erwischt es sich dabei, &#252;ber die L&#246;sung nachzudenken.</p><p>Und schon beginnt die Reise von vorn.</p><p>Von all dem Nachdenken hat es inzwischen ziemlichen Kohldampf bekommen. Also sucht es nach etwas Nahrhaftem.Doch alles, was es findet, ist dieser Kopfsalat. &#8222;Das macht nicht satt&#8220;, denkt es sich. Also geht es dem Denken weiter auf die Spur.</p><p>Es denkt.</p><p>Und denkt.</p><p>Und denkt.</p><p>Doch nach dem Denken kommt wieder nur das Denken.</p><p>Gedankenverloren im Nachdenken und versteht es sich selbst nicht mehr. &#8220;Was kommt nach dem Denken? Ich muss es doch wissen!&#8221;</p><p>Es denkt &#252;ber Freundschaft nach, w&#228;hrend drau&#223;en jemand seinen Namen ruft.</p><p>Es denkt &#252;ber Liebe nach, w&#228;hrend drau&#223;en ein echter Augenblick wartet.</p><p>Es denkt &#252;ber seine Berufung nach, w&#228;hrend das Leben an die T&#252;r h&#228;mmert und br&#252;llt: &#8222;Mach auf, du Philosoph!&#8220;</p><p>Aber das Nachdenken antwortet nicht. Es denkt sich nur: &#8222;Einen Moment noch. Ich bin kurz davor, alles zu verstehen.&#8220; Also denkt es weiter.</p><p>&#220;ber die Liebe.</p><p>&#220;ber die Freundschaft.</p><p>&#220;ber das Leben.</p><p>&#220;ber den Sinn.</p><p>&#220;ber die Frage.</p><p>&#220;ber die Antwort.</p><p>...</p><p>...</p><p>...</p><p>Und in der Zwischenzeit zieht das Leben vorbei. Der Augenblick verschwindet. Die Freundschaft verfliegt. Die Liebe verliebt sich neu. Und das Leben zuckt nur mit den Schultern. &#8222;Schade&#8220;, sagt es. &#8222;Es war fast da. Nur ein Gedanke weit entfernt.&#8220;</p><p></p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Nicht Nachdenken! </p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das Lagerfeuer der Seele]]></title><description><![CDATA[&#220;ber die Kunst, das innere Feuer am Brennen zu halten.]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/das-lagerfeuer-der-seele</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/das-lagerfeuer-der-seele</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Mon, 01 Jun 2026 17:08:28 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a0bf0e1d-55be-4a7e-883b-cc2797fd3456_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>In einer Nacht, die dunkler war als alle N&#228;chte davor, sah ich einen Stern vom Himmel fallen. Vielleicht war es ein gefallener Engel. Vielleicht ein St&#252;ck Hoffnung, das sich vom Himmel losgerissen hatte. Zumindest glaubte ich das. Also stapfte ich durch die Dunkelheit. Mit dem letzten Funken Hoffnung, der mir noch geblieben war. Schritt f&#252;r Schritt. Durch kalte Luft, die nach Einsamkeit schmeckte. Durch eine Nacht, die mich immer wieder dazu &#252;berreden wollte umzudrehen. Mich in mein Bett zu verkriechen, die Decke &#252;ber den Kopf zu ziehen und so zu tun, als w&#252;rde der Morgen meine Probleme f&#252;r mich l&#246;sen. </p><p>Denn wenn ich ehrlich bin, hatte ich absolut keine Ahnung, ob ich jemals finden w&#252;rde, wonach ich suchte. Ich hatte nur diesen einen Lichtpunkt in der Ferne. Mehr nicht. Keine Karte. Keinen Plan. Keine Garantie, dass dort &#252;berhaupt irgendetwas auf mich wartete. Und trotzdem setzte ich einen Fu&#223; vor den anderen. Vielleicht kennst du das. Manchmal reicht ein einziger Funke, damit man weitergeht. Also verlor ich mich in der Dunkelheit. Ja, aa war ich also. Irgendwo im Nirgendwo. Allein mit meiner Wahnvorstellung eines gefallenen Sterns. Oh jemine. Was hatte ich mir dabei nur gedacht?&#8230;</p><p>Nach einer gef&#252;hlten Ewigkeit war das Licht zu meiner Verwunderung pl&#246;tzlich zum Greifen nah. Nur noch ein paar Schritte. Mein Herz schlug schneller. Ich schob ein paar &#196;ste zur Seite, um den Blick freizulegen. Und da war er. Der vermeintliche Stern. Oder besser gesagt. Etwas, das ich so noch nie zuvor gesehen hatte. Ein einfacher Typ. Genau wie ich. Nur sa&#223; er vor diesem &#8220;Stern&#8221;. Nur war es kein Stern, sondern ein sogenanntes &#8222;Lagerfeuer&#8220;, wie er mir sp&#228;ter erkl&#228;rte. Und obwohl die Nacht bitterkalt war, wurde mir auf einmal ganz warm ums Herz. Das Feuer tanzte in seinen Augen. Als er mich bemerkte, huschte ihm ein L&#228;cheln &#252;ber die Lippen. Er deutete auf einen freien Platz neben sich. &#8222;Setz dich.&#8220; sagte er. Also setzte ich mich. Und f&#252;r eine lange Zeit sagte keiner von uns ein Wort.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!CQwk!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe3b8c819-0aa8-48d7-9280-11faaf1707bd_1672x941.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!CQwk!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe3b8c819-0aa8-48d7-9280-11faaf1707bd_1672x941.png 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!CQwk!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, 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Es knisterte. Es lebte. Es atmete. Und w&#228;hrend die Flammen tanzten, schien es all die Sorgen zu verschlingen, die ich die ganze Zeit mit mir herumgetragen hatte. Funken stiegen in den Himmel auf. Unz&#228;hlige kleine Sternschnuppen. Als w&#252;rden die Sterne selbst f&#252;r einen Moment herunterkommen, um sich am Feuer zu w&#228;rmen.</p><p>Irgendwann durchbrach der Magier &#8211; so nannte ich ihn &#8211; die Stille. Er sagte, wir k&#246;nnten die ganze Nacht hier sitzen. Uns w&#228;rmen. Dem Morgen dabei zusehen, wie er die Dunkelheit vertreibt. Aber nur unter einer Bedingung. Auch ich m&#252;sste etwas Feuerholz nachlegen. Denn jedes Feuer, egal wie magisch es erscheint, muss gen&#228;hrt werden. Nat&#252;rlich fragte ich ihn, wo ich dieses &#8220;Feuerholz&#8221; finden w&#252;rde. Er l&#228;chelte. Dann zeigte er auf mich. &#8222;Es liegt &#252;berall herum&#8220;, sagte er. &#8222;Um uns herum. Und in uns.&#8220; Ich verstand kein Wort. Also sprach er weiter Vor allem gut brennen w&#252;rden <strong>Geschichten.</strong> Und ob ich denn welche h&#228;tte. &#8220;Geschichten?&#8221; &#8220;Ja. Geschichten.&#8221;</p><p>Sie w&#252;rden viel l&#228;nger brennen und W&#228;rme spenden als diese leeren Gedanken, die wir den ganzen Tag mit uns herumtragen. Nicht, dass Gedanken schlecht w&#228;ren. Im Gegenteil. Mit ihnen k&#246;nne man ein Feuer wunderbar entz&#252;nden. Aber lange brennen w&#252;rden sie nicht. Daf&#252;r seien Geschichten da. Sie halten die Nacht aus. Sie halten Menschen zusammen. Sie tragen W&#228;rme weiter und w&#252;rden Gef&#252;hle ausl&#246;sen. Und Gef&#252;hle erz&#228;hlen wieder neue Geschichten. Geschichten die Fremde zu Freunden werden lassen. Geschichten, die aus einem Haus ein Zuhause zauberten Geschichten, die Narben in Weisheit verwandeln Und manchmal helfen sie uns sogar, in den dunkelsten N&#228;chten einen leuchtenden Stern zu sehen.</p><p>Ich dachte eine Weile dar&#252;ber nach. Dann fragte ich ihn, welche Geschichte er denn h&#246;ren wolle. Und zum ersten Mal nahm er seinen Blick vom Feuer. Zum ersten Mal schaute er mir direkt in die Augen &#8222;Wie w&#228;r&#8217;s mit deiner?&#8221; Und ja was soll ich sagen .. so begann diese Geschichte.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[10 Gesetze der Gemeinschaft]]></title><description><![CDATA[Meine Wunden und unsere Wunder]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/10-gesetze-der-gemeinschaft</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/10-gesetze-der-gemeinschaft</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Thu, 28 May 2026 13:59:21 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/67b793f4-b1ce-41bc-a2a7-05fcd519796f_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du glaubst, Schreiben sei nur ein Hobby, dann lies diesen Text bis zum Ende. Denn das hier ist nicht einfach nur ein weiterer Post &#252;ber Substack. Das hier ist ein Weckruf. Ich arbeite seit Monaten an diesem Text, weil er etwas ausspricht, das viele denken, aber kaum jemand laut sagt. Dieser Beitrag ist das Herzst&#252;ck meiner Arbeit und richtet sich an jeden Substack-Autor und an jeden, der sp&#252;rt, dass Schreiben mehr sein kann als nur Worte auf einem Bildschirm. Wenn du jemals das Gef&#252;hl hattest, dass in dir etwas steckt, das raus muss&#8230; Wenn du mehr willst als Reichweite, Algorithmen und bedeutungslose Inhalte&#8230; Dann nimm dir die n&#228;chsten Minuten. Denn dieser Text k&#246;nnte ver&#228;ndern, wie du auf Schreiben, Community und das Internet selbst blickst. Vielleicht wird dieser Beitrag ein Meilenstein f&#252;r die Substack-Community. Vielleicht ist er einfach nur die Realit&#228;tsschelle, die l&#228;ngst n&#246;tig war. Also beginnen wir mit dem Wort, mit dem alles beginnt.</p><p><strong>Gemeinschaft.</strong> Ein ziemlich gro&#223;es Wort. Wir sagen &#8222;Community&#8220; und meinen damit meistens so etwas wie: &#8220;Menschen, die uns folgen&#8221; oder &#8220;Menschen, die unsere Inhalte sehen und auf unsere Inhalte reagieren&#8221;. Vielleicht hast du hier auf Substack Freunde gefunden. Vielleicht schreibst du weil du etwas zu sagen hast, nicht l&#228;nger still sein kannst oder du deine Stimme suchst. Hier bist du richtig! Hier lesen Menschen nicht nur, um zu konsumieren, sondern auch um zu verstehen. Man merkt, dass hier mehr Zeit in Gedanken flie&#223;t. Mehr Aufmerksamkeit in Worte, mehr Tiefe zwischen den Zeilen liegt. </p><p>Substack ist ein Ort, wo das gemeinsame Leben im Wort wieder m&#246;glich wird. Etwas, was dringend notwendig ist, da wir verlernt haben von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Die Welt hat nicht nur Umweltprobleme, sondern wir haben ein <strong>Beziehungsproblem</strong>. Und hier k&#246;nnen wir dieses Problem l&#246;sen. Von unserem Safe Space auf der Couch hinein in den Dialog, nach den wir uns alle sehnen aber zu gro&#223;e Angst davor haben, weil sich die Herausforderungen vor uns zu hoch auft&#252;rmen. Ein bisschen &#8220;Welt retten&#8221; hat doch jeder in uns. Jedoch beginnt eine Revolution nicht unbedingt auf der Stra&#223;e. Sie beginnt in deinem Mund. Wer auf neue Art und Weisen spricht, schafft neue Welten.</p><p>Und selbst wenn wir noch nicht wissen wohin mit uns, wir uns verloren f&#252;hlen und wir unsere Rolle in dem gro&#223;en Theater noch nicht kennen - dann stehen wir nicht einsam, sondern gemeinsam. Wir sind unser gegenseitiges <a href="/__u/flurlicht.substack.com/">Flurlicht</a>, wie es <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Florian Jumel&quot;,&quot;id&quot;:485010242,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/029f9432-3505-4b0c-86e3-41ff5ceaf949_320x320.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;9f600982-070d-4bcc-a597-4f62795214d6&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> vielleicht sagen w&#252;rde. </p><div class="comment" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://open.substack.com/&quot;,&quot;commentId&quot;:233539308,&quot;comment&quot;:{&quot;id&quot;:233539308,&quot;date&quot;:&quot;2026-03-26T11:29:39.234Z&quot;,&quot;edited_at&quot;:null,&quot;body&quot;:&quot;Ich wei&#223;, wenn sich eine T&#252;r schlie&#223;t\n\n&#246;ffnet sich eine andere.\n\nAber der dunkle Flur ist nervig &#8230;&quot;,&quot;body_json&quot;:{&quot;type&quot;:&quot;doc&quot;,&quot;attrs&quot;:{&quot;schemaVersion&quot;:&quot;v1&quot;},&quot;content&quot;:[{&quot;type&quot;:&quot;paragraph&quot;,&quot;content&quot;:[{&quot;type&quot;:&quot;text&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Ich wei&#223;, wenn sich eine T&#252;r schlie&#223;t&quot;}]},{&quot;type&quot;:&quot;paragraph&quot;,&quot;content&quot;:[{&quot;type&quot;:&quot;text&quot;,&quot;text&quot;:&quot;&#246;ffnet sich eine andere.&quot;}]},{&quot;type&quot;:&quot;paragraph&quot;,&quot;content&quot;:[{&quot;type&quot;:&quot;text&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Aber der dunkle Flur ist nervig &#8230;&quot;}]}]},&quot;restacks&quot;:0,&quot;reaction_count&quot;:38,&quot;children_count&quot;:7,&quot;attachments&quot;:[],&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;user_id&quot;:232669612,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ca72ce0d-2171-42a8-86fc-5b08d42ec348_1176x1176.png&quot;,&quot;user_bestseller_tier&quot;:null,&quot;userStatus&quot;:{&quot;bestsellerTier&quot;:null,&quot;subscriberTier&quot;:1,&quot;leaderboard&quot;:null,&quot;vip&quot;:false,&quot;badge&quot;:{&quot;type&quot;:&quot;subscriber&quot;,&quot;tier&quot;:1,&quot;accent_colors&quot;:null},&quot;paidPublicationIds&quot;:[2825099,3699606],&quot;subscriber&quot;:null}},&quot;source&quot;:null,&quot;forumChannel&quot;:null}" data-component-name="CommentPlaceholder"></div><p>Von wirklicher Gemeinschaft sind wir in meinen Augen jedoch noch weit entfernt. Einige suchen hier auch einfach nur Best&#228;tigung. Ich hab mir letztens einen Post durchgelesen, den ich selbst etwas kritisch betrachte und habe diese Kritik dann auch ausf&#252;hrlich in den Kommentaren geteilt. Die Antwort die ich bekommen habe war ein &#8220;Vielen Dank f&#252;r deine Sicht auf die Dinge&#8221;. Thats it. Da h&#228;tte genauso ein &#8220;Fick dich ins Knie&#8221; h&#228;tte stehen k&#246;nnen und der Mehrwert w&#228;re der selbe gewesen. Ein &#8220;Kein Bock auf das alles einzugehen&#8221; w&#228;re wenigstens ehrlich gewesen. </p><p>Mit dem Internet haben wir einen Raum geschaffen in dem Polarisierung an der Tagesordnung steht. Wir k&#246;nnen jederzeit dem Augenblick entkommen. Ein Swipe gen&#252;gt, ein Unfollow, ein innerliches Abwenden. Wir haben eine Freiheit gewonnen, die vieles erleichtert aber vielleicht auch etwas Entscheidendes untergr&#228;bt. Und jetzt kommt auf Substack auch noch eine neue Komponente dazu, die wom&#246;glich das authentische Spiel auf den Kopf stellen k&#246;nnte. <strong>Geld.</strong></p><p>Wir k&#246;nnen hier f&#252;r unsere Worte bezahlt werden. Nicht von Algorithmen. Sondern direkt vom Menschen selbst. Und das ist eigentlich eine riesige Chance. Eine Chance ein passives Einkommen zu generieren und eine Personal Brand aufzubauen. <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Simon Richartz&quot;,&quot;id&quot;:264295051,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!8hZ8!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F96ba1f5a-3c39-401e-899c-6750975e3a64_1776x1776.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;b08155b2-1418-4b5f-90d9-e475d3a094f2&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> hat dazu einen <a href="/__u/substack.com/@simonrichartz/p-179621031">Post</a> geschrieben. Und mit dieser Chance geht es nicht mehr nur darum, m&#246;glichst laut zu sein. Sondern darum, dass jemand bleibt. Dass jemand sagt: <em>Das hier ist mir etwas wert. </em>Aber genau deshalb ver&#228;ndert sich wom&#246;glich auch der Raum. </p><p>Sagst du noch, was du wirklich denkst? Oder das, was besser ankommt? Widersprichst du noch, wenn es n&#246;tig ist? Oder bleibst du lieber leise, damit keiner geht? Bleibst du dir treu auch wenn es dich etwas kostet? Oder passt du dich an, damit es sich auszahlt? Spreche ich, weil es meine Wahrheit ist oder weil es funktioniert? &#8222;Nutze ich KI als Werkzeug um wirklich MICH auszudr&#252;cken? <a href="/__u/open.substack.com/pub/wortlosvoll/p/der-ki-filter-und-warum-wir-uns-selbst?r=3uix0s&amp;utm_campaign=post-expanded-share&amp;utm_medium=web">Oder verlerne ich dabei langsam, wie sich meine eigene Stimme anh&#246;rt?</a>&#8220; Wird Substack zum Markt f&#252;r Aufmerksamkeit oder ein Ort f&#252;r echte Gemeinschaft. Und was soll das Wort eigentlich  bedeuten?&#8230; Gemeinschaft. Ist das online &#252;berhaupt m&#246;glich?</p><p>Nicht, wenn immer mehr Menschen die Platform nur noch als Mittel zum Zweck mit Hoffnung auf Selbstst&#228;ndigkeit sehen. Dass das nicht ganz so funktioniert hat <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Sebastian Sylvester&quot;,&quot;id&quot;:230186494,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a1e64de6-0870-44ce-b83d-e1ee371acada_732x732.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;1f89be5a-b002-4959-86e5-1566f3538c84&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> in seinem Post <a href="/__u/substack.com/@sebastiansylvester/p-196093222">&#8220;Die Substack L&#252;ge&#8221;</a> deutlich gemacht. Aber wof&#252;r denn sonst schreiben? Die Antwort ist vielleicht simpler als du denkst. N&#228;mlich f&#252;r Dich! Das mag erstmal unspektakul&#228;r klingen weil wir so darauf getrimmt sind f&#252;r &#8220;etwas&#8221; zu schreiben, um daraus etwas zu gewinnen. Aber das Schreiben an sich ist schon der Gewinn. Seitdem ich schreibe f&#252;hle ich mich wirklich am Leben. Selbstbewusst, Kreativ und Vollst&#228;ndig. Ich habe eine Beziehung zu mir selbst entwickelt und mich neu verliebt. </p><p>Und was das Thema Geld angeht steckt Substack noch in den Kinderschuhen. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Deshalb m&#246;chte ich in diesem Post die Grundpfeiler legen worauf wir <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/zeit-etwas-echtes-zu-bauen?r=3uix0s">etwas Echtes bauen</a> k&#246;nnen. Einen Anfang, um <a href="/__u/open.substack.com/pub/wortlosvoll/p/ich-traume-euch?r=3uix0s&amp;utm_campaign=post&amp;utm_medium=web&amp;showWelcomeOnShare=true">unseren Traum</a> zu verwirklichen. </p><p>Wir haben die technischen M&#246;glichkeiten f&#252;r Gemeinschaft geschaffen, aber die innere Haltung dazu noch nicht wiedergefunden. Wir wissen, wie man Inhalte teilt, aber nicht mehr wie man ein Gespr&#228;ch f&#252;hrt. Wir reagieren, aber wir antworten selten ehrlich. Und irgendwo dazwischen geht das verloren, worum es eigentlich gehen soll. Ein Raum, in dem Menschen nicht nur sichtbar sind, sondern sich wirklich begegnen. Und um diese Haltung wiederzufinden schlage ich <strong>10 Gesetze </strong>vor. </p><p>Diese &#8220;Gesetze&#8221; sollen keine in Stein gemei&#223;elte Regeln sein. Kein Verhaltenskodex oder so. Kein &#8222;So musst du sein&#8220;. Das hier ist eher ein Versuch, diesen Raum zu &#246;ffnen, in dem etwas entstehen kann, was wir vielleicht verlernt haben: <strong>wirklich miteinander zu sprechen. </strong>Die folgenden Gesetze sind nicht daf&#252;r da, dass du sie hirnlos befolgst, sondern dass du dich darin wiederfindest. Oder ihnen widersprichst. Beides ist willkommen. Wenn hier etwas wahr ist, dann wird es sprechen und dich ber&#252;hren. Wenn nicht, dann lass es fallen. Also nimm dir, was dich trifft und lass den Rest liegen. </p><h1>1. Sich im gegenseitigen Widerspruch treu bleiben</h1><p>Das ist f&#252;r mich das erste und wichtigste Gesetz. Sich im gegenseitigen Widerspruch treu bleiben. Eine Gemeinschaft lebt von Differenzen und Reibung. Nur so erzeugen wir W&#228;rme. Die Liebe zum Unterschied l&#228;sst etwas Neues entstehen. H&#228;tten Wasserstoff und Sauerstoff sich nicht lieben gelernt g&#228;be es keine Grundlage des Lebens - n&#228;mlich Wasser.</p><p>Wenn sich etwas widerspricht ist das kein Fehler. Kein Bug. Sondern ein Feature. Und wenn dich eine Meinung triggert ist das kein &#8220;Problem&#8221;, sondern Gespr&#228;chsmaterial. Material um etwas zu bauen, was gr&#246;&#223;er ist als eine Meinung. Denn genau da,<br>wo es dich erwischt, kommt etwas in Bewegung. <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/trigger-sind-deine-wahren-lehrer">Trigger sind deine wahren Lehrer.</a> </p><p>Meinungen sind nur Tanzschritte in einem Tanz, den niemand vollst&#228;ndig kennt. Manche wirken elegant. Manche unbeholfen. Manche treten dir auf die F&#252;&#223;e. Aber kein einzelner Schritt ist der Sinn des Tanzes. Und deswegen <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/ich-schei-auf-deine-meinung">schei&#223; ich auch auf deine Meinung.</a> Nicht, weil sie mir egal ist. Sondern weil sie nicht das Ziel ist. Nicht, weil sie bedeutungslos w&#228;re. Sondern weil sie nur Bewegung ist. Ein kurzer Ausdruck davon, wie das Leben gerade durch dich tanzt.</p><p>Heute links.<br>Morgen rechts.<br>Meine Wahrheit.<br>Unser Widerspruch.</p><p>Und genau deshalb klammere ich mich nicht daran fest. Der Tanz war nie daf&#252;r gedacht, bei einem Schritt stehen zu bleiben. Das hei&#223;t nicht, dass ich deine Meinung nicht ernst nehme. Aber es geht letztendlich nicht darum Recht zu haben. <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/recht-haben-ist-overrated?r=3uix0s">Recht haben ist overrated.</a> Ich will nicht gewinnen. Ich will weiter tanzen. Und das passiert im gegenseitigen Widerspruch. Nur so wirbeln wir beide &#252;ber die Tanzfl&#228;che und erfinden uns neu in der Bewegung.</p><p>Ich w&#252;rde mich sogar soweit aus dem Fenster h&#228;ngen und behaupten, dass wir uns erst am dem Zeitpunkt kennenlernen in dem unser Widerspruch beginnt. Widerspruch ist nicht das Ende von N&#228;he, sondern ihre Geburt. Denn solange du mir nur zustimmst, begegne ich vielleicht nur meinem eigenen Echo. Erst wenn du mir widersprichst, tauchst du als eigenst&#228;ndiger Mensch vor mir auf. Mit deiner Geschichte. Deinen Wunden. Deinen &#196;ngsten. Deiner Wahrheit. Und genau da wird Beziehung lebendig. Dann wird Sprache nicht nur Austausch von Meinungen, sondern Schicksal, Antwort und Verwandlung. Der Mensch erkennt seinen Gegen&#252;ber n&#228;mlich an der Macht seines Einspruchs. Denn im Widerspruch beginnt das Gespr&#228;ch, und im Gespr&#228;ch erst entsteht unsere Geschichte mit dem Titel &#8220;Liebe&#8221;.</p><h1>2. Der Anfang hat ein Ende und das Ende will nen Anfang</h1><p>Ich wollte nie, dass das endet was wir hatten. Ich wollte keinen letzten Satz. Keinen letzten Blick. Kein letztes Mal. Vielleicht ist Liebe nichts anderes als der Versuch, einen Moment vor dem Sterben zu retten. Der heimliche Wunsch, dass dieser eine Moment niemals endet. Dieses Knistern zwischen uns, die sehns&#252;chtigen Blicke, der Kuss unter freien Sternenhimmel, die z&#228;rtliche Ber&#252;hrung unserer Seelen. Und ganz vielleicht liegt ja die Erf&#252;llung dieses Wunsches in unseren H&#228;nden. Der fl&#252;chtige Moment darf vergehen wenn wir uns f&#252;r den <strong>Augen</strong>blick entscheiden! Das Ende tr&#228;gt einen neuen Anfang in sich. Die Frage ist ob wir ihn auch sehen oder ob wir an dem festhalten was l&#228;ngst verblasst ist. </p><p>Formen &#228;ndern sich. Das ist ein Gesetz des Lebens. Alles lebendige wandelt sich. Ein Samen, der in der Erde begraben wird, muss aufh&#246;ren ein Samen zu sein. Er muss sterben damit ein Baum entstehen kann. Die Frucht f&#228;llt vom Baum und vergeht. Doch in ihrem Inneren tr&#228;gt sie einen neuen Samen. Neues Leben. Eine Beziehung endet als erste Verliebtheit und beginnt als tiefere. Ein Streit endet eine alte Wahrheit und er&#246;ffnet eine neue. Ein Mensch stirbt und lebt pl&#246;tzlich weiter in den Wortes seiner Geliebten. </p><p>Liebe stirbt nicht daran, dass Menschen sich ver&#228;ndern. Sie stirbt daran, wenn sie Ver&#228;nderung nicht zul&#228;sst. Eine Beziehung endet nicht, wenn etwas in ihr stirbt. Sie endet, wenn nichts mehr sterben darf. Das klingt erstmal widerspr&#252;chlich, aber das ist es was wirkliche Liebe nunmal ist. Sie bleibt dem Widerspruch treu. Der Mensch, den du liebst, ver&#228;ndert sich. Du ver&#228;nderst dich. Und wenn wir krampfhaft an dem festhalten wie wir waren, dann stirbt die Verbindung langsam. </p><p>Vielleicht f&#252;hlen sich deshalb manche Beziehungen irgendwann leer an. Nicht weil man sich nicht mehr mag, sondern weil man keine Neugier mehr an der Person zeigt die gerade wirklich vor einem steht, anstatt der Erinnerung wie sie einmal war oder der Vorstellung wie sie sein sollte. </p><p>Jede Geschichte endet irgendwann. Aber eine echte Geschichte will mehr, als nur enden. Sie will wirken. Etwas hinterlassen. Einen Samen der in jemand anderem weiter w&#228;chst. Ich kann nicht einfach vergessen, was zwischen uns war. Und vielleicht will ich das auch garnicht. Du bist zwar gegangen. Aber etwas von dir ist geblieben. In meinen Gedanken. In meiner Art zu f&#252;hlen. In den Fragen die ich mir heute stelle und der Welt entgegentrete. Du wirst immer ein Teil von mir sein. Nicht weil ich an der Vergangenheit festhalte, sondern weil sie mich ver&#228;ndert hat. </p><p>Manche Gespr&#228;che enden nie wirklich. Sie sprechen in uns weiter, lange nachdem die Stimmen verstummt sind. Manche Menschen verschwinden nicht, selbst wenn sie l&#228;ngst nicht mehr neben uns stehen. Denn jedes echte Wort reicht &#252;ber den Moment hinaus, in dem es ausgesprochen wurde. Es wird weitergetragen - von Mensch zu Mensch, wie ein Feuer, das den n&#228;chsten Docht entz&#252;ndet.</p><p>Vielleicht ist ja jede echte Beziehung eine unendliche Geschichte. Nicht weil sie niemals endet, sondern wie sie uns verwandelt. Der Anfang hat ein Ende, aber irgendwo dazwischen entsteht etwas f&#252;r die Ewigkeit. Denn das Ende widerspricht sich selbst. Beziehungen ver&#228;ndern ihre Form und Gef&#252;hle ver&#228;ndern ihre Sprache. N&#228;he bedeutet also nicht sich immer gleich nah zu sein, sondern sich immer wieder neu kennenlernen zu d&#252;rfen. Tausende male neu anzufangen weil wir kein Ende wollen. Ich will nicht, dass WIR enden darum bin ich bereit das in mir zu beenden, was uns schadet.</p><p>Vielleicht hat unsere Beziehung den Geist aufgegeben. Doch unser Ende hat in mir etwas aufgebrochen. Ich bin nicht mehr derselbe Mensch, der dich damals geliebt hat. Und eine neue Version hat eine &#8220;zweite&#8221; Chance verdient. Eine Chance uns wieder f&#252;reinander zu begeistern.</p><h1>3. Sprich als w&#228;re dein letzter Satz mein erster</h1><p>Stell dir vor du liest ein Buch ohne jemals zur&#252;ck bl&#228;ttern zu k&#246;nnen. Wie aufmerksam w&#252;rdest du lesen? - Genau das ist Leben. Und jetzt stell dir vor du schreibst dieses Buch selbst. <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/der-wahrheitsfilter?r=3uix0s">Du schreibst es in dem Augenblick, wo du es liest.</a> Und jeder Satz k&#246;nnte dein letzter sein. Wie wichtig w&#228;re dir dieser letzte Satz, wenn er zu mir &#252;berspringen w&#252;rde? Okay nochmal langsam&#8230;</p><p>Ein Buch will gelesen werden. Es will nicht im Regal verstauben und nur f&#252;r den Autor allein zug&#228;nglich sein. Es will inspirieren. Es will eine Geschichte erz&#228;hlen,<br>die es so noch nie gab. Genauso willst du ein Leben leben, dessen Geschichte es wert ist weitergegeben zu werden. Eine, die mich ber&#252;hrt und etwas in mir ausl&#246;st, was ohne dich so nie passiert w&#228;re. Worte, die Fr&#252;chte tragen und neue Samen pflanzen. Etwas, was nur in deinem Namen gesagt werden kann. Sprich es aus. All das, was in deinem Namen steht.</p><p>Ja, wir leben in einer wirklich verr&#252;ckten Welt. Einer Welt voller M&#246;glichkeiten. Vielleicht sogar zu vielen M&#246;glichkeiten. Denn oft f&#252;hlen wir uns in diesem Meer total verloren. So verloren, dass wir manchmal keine Kraft mehr haben uns &#252;ber Wasser zu halten und untergehen. Auch ich kann davon ein Lied singen. Mehr dazu findest du in dem Post <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/wtf-ich-bin-ein-wrack-9f6?r=3uix0s">&#8220;</a><strong><a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/wtf-ich-bin-ein-wrack-9f6?r=3uix0s">WTF ... ich bin ein Wrack&#8221;</a></strong></p><p>Keiner wei&#223; was du tun und lassen sollst, schlie&#223;lich ist es f&#252;r jeden auch sein erstes Mal. Dir bleibt keine andere Wahl als ins Unbekannte zu treten. Also gehst du los. Ohne Karte. Ohne sicheren Weg. Nur mit dem, was du f&#252;hlst und was du f&#252;r richtig h&#228;ltst. Du st&#252;rzt du dich hinein in das gro&#223;e Abenteuer. Entdeckst neue &#8220;Kontinente&#8221; und innere Landschaften die noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat. Zumindest nicht bis zu dem Augenblick bis du deine Entdeckungen mit der Welt teilst. Und um vom Himmel zu erz&#228;hlen gehen viele von uns durch die H&#246;lle. Wir werden von den Wellen hin und her geworfen. Mal sind wir oben und mal brechen sie auf uns ein und dr&#252;cken uns unter Wasser sodass wir kaum Atmen k&#246;nnen.</p><p>Das ist das <strong>Privileg</strong> unserer Zeit. Noch nie in der Menschheitsgeschichte hatten wir so viele M&#246;glichkeit unser eignes Leben auszuleben. Nicht nur nur um zu &#252;berleben, sondern um wirklich <strong>zu leben.</strong> Unserer Leidenschaft nachzugehen und Begeisterung zu finden. Aber was soll das &#252;berhaupt bedeuten, wenn wir am Ende unserer Zeit wieder als Sternenstaub in der Erde landen? Was w&#228;re wenn mit unserem Tod das Leben eines anderen inspirieren? Dieser &#8220;Jemand&#8221; liest dein Buch und ist total begeistert. Die Legacy deines Namens lebt nun in seinem Geist weiter. </p><p>Ja, mein Leben ist verg&#228;nglich. Genauso wie dieser Moment. Doch in meinen Worten besiege ich den Tod, wenn ich zu dir gesprochen habe und du zugeh&#246;rt hast. Wer wirklich spricht f&#228;hrt aus seiner Haut und stirbt dabei tausend kleine Tode. Er beh&#228;lt n&#228;mlich seine Worte nicht nur f&#252;r sich. <strong>Meine Worte sind dein Pr&#228;sent. Mein Geschenk an dich.</strong> Ich habe all diese Erfahrungen ja nicht gemacht damit ich sie nur erfahre, sondern damit ich sie mit dir teilen kann. Und so kommt es, dass in jedem echten Gespr&#228;ch etwas in mir endet, damit etwas in dir beginnen kann. <strong>Meine Erfahrung darf in dir Frieden finden,</strong> wenn du sie mit offenem Ohr empf&#228;ngst. Denn das Leben ist kein Monolog, sondern ein fortw&#228;hrender Dialog. Mein letzter Satz darf in dir weiterklingen und dich zur Verantwortung bewegen.</p><h1>4. Ich hatte keine Ahnung denn ich halte nichts von Planung</h1><p>&#8220;Erst denken, dann sprechen&#8221; ist in richtiger Gemeinschaft ein sinnloser Gedanke. Warum sollte ich mich f&#252;r einen Gedanken sch&#228;men? Wie soll so jemals etwas neues geschaffen werden? Gedanken sind das Ergebnis deiner vergangenen Erfahrung. Wenn ich wachsen will, dann spreche ich wie es aus mir heraus bricht. Nur so kann ich an Fehlern lernen. Das ist zwar Risiko, weil ich wom&#246;glich anecke, missverstanden werde oder das Gesagte verwirrend oder unfertig erscheint. Aber genau das ist doch der Punkt. Nur so tr&#228;gt Sprache uns in eine uns unbekannte Zukunft und wiederholt nicht nur Vergangenes. <strong>In der richtigen Gemeinschaft kannst du nichts falsches sagen. Und in der falschen Gemeinschaft wirkt es so, als k&#246;nnten wir nichts richtig sagen. </strong></p><p>Wirkliches Leben beginnt nicht im fertigen Gedanken, sondern im Gesprochenen. Denn Sprache ist kein Werkzeug, nur um Gedanken zu transportieren. Sprache ist der Ort, an dem Gedanken &#252;berhaupt erst entstehen. Du denkst nicht zuerst<br>und sprichst dann. Du sprichst und merkst pl&#246;tzlich, was du wirklich denkst. Hab ich ein Wort zu viel gesagt? &#8230; Tut mir leid! <strong>Ich hatte keine Ahnung. Und deshalb halte ich nichts von Planung.</strong> </p><p>Planung gibt uns Sicherheit, aber sie h&#228;lt uns in dem, was wir schon sind. Sprache ohne Planung f&#252;hrt dich dahin, wo du noch nicht warst. Vielleicht ist das der Punkt. Nicht wissen, was wir sagen wollen aber trotzdem den Mut zu haben es zu sagen. </p><p>Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem Gemeinschaft &#252;berhaupt erst entsteht. Nicht dort, wo jeder schon wei&#223;, was er sagen wird, sondern dort, wo wir es gemeinsam herausfinden d&#252;rfen. Wo keiner die endg&#252;ltige Wahrheit mitbringt, sondern nur den Mut, sich h&#246;rbar zu machen. Eine Gemeinschaft, die plant, bleibt in dem, was sie schon ist. Eine, die spricht, bevor sie sich sicher ist, was sie sagen will, w&#228;chst &#252;ber sich hinaus. Eben weil wir uns dann nicht mehr nur best&#228;tigen, sondern einander verwandeln. Weil aus deinem unausgesprochenen Gedanken in meinem Ohr etwas Neues wird, das weder dir noch mir allein geh&#246;rt. Und so tragen wir uns gegenseitig weiter &#8211; Satz f&#252;r Satz, Stimme f&#252;r Stimme &#8211; in eine Zukunft, die keiner von uns h&#228;tte planen k&#246;nnen.</p><h1>5. Man kann mit mir reden - muss man aber nicht</h1><p>Seitdem ich mit meinem Homie <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;PlaCZebo&quot;,&quot;id&quot;:232673654,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cead667c-63b1-4017-a09b-bffd83059f03_640x640.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;5cfa2129-9e4f-40e3-ad46-11958826580a&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> zusammenwohne ist meine Zimmert&#252;re so gut wie immer offen. Wenn dir etwas auf dem Herzen liegt hab ich <strong>immer</strong> ein offenes Ohr f&#252;r dich und du kannst mich jederzeit besuchen, wenn dir danach ist. Hab keine Angst mich zu &#8220;st&#246;ren&#8221;. Wenns mir gerade nicht passt werd ich es dich wissen lassen. Du kannst jeder Zeit mit mir reden - musst du aber nicht. Ich will dass du wei&#223;t dass es mich gibt und dass du bei mir Willkommen bist. </p><p>Ich glaube, viele Menschen tragen Dinge mit sich herum, bei denen sie denken sie m&#252;ssten es f&#252;r sich behalten. Gedanken. &#196;ngste. Wut. Fragen. Liebe oder Schmerz. Wir haben verlernt, bei jemandem anzuklopfen, weil wir Angst haben zu st&#246;ren.</p><p>Aber wei&#223;t du was? Du st&#246;rst nicht.</p><p>Wenn dich etwas bewegt, wenn du reden willst, wenn du einfach jemanden brauchst,<br>der zuh&#246;rt dann kannst du zu mir kommen. Nicht weil ich Antworten h&#228;tte. Sondern weil ich glaube, dass Menschen manchmal einfach einen Raum brauchen,<br>in dem sie nichts darstellen m&#252;ssen.</p><p>Du musst bei mir nicht stark wirken. Nicht interessant. Nicht besonders klug. Oder  &#8222;gut drauf&#8220; sein. Du darfst einfach da sein. Wenn ich dich frage wie es dir geht, dann darfst du sagen &#8220;schei&#223;e&#8221;.</p><p>Ich will, dass du wei&#223;t, dass meine T&#252;r nicht verschlossen ist. Dass es mich gibt. Und dass du willkommen bist. Manchmal ist das Sch&#246;nste, was wir einem Menschen geben k&#246;nnen, die Gewissheit, dass er kommen d&#252;rfte. Denn Gemeinschaft bedeutet nicht, st&#228;ndig aneinander zu kleben, sondern zu wissen, dass man man jederzeit seine Hand ausstrecken kann, wenn es wirklich darauf ankommt.</p><h1>6. Jeder ist sch&#246;n und das ist eine Geschichte f&#252;r sich</h1><p>Wir bewerten Menschen auf einer Skala von 1 bis 10. Als w&#228;re Sch&#246;nheit etwas, das man messen k&#246;nnte. Zu gro&#223;. Zu klein. Zu dick. Zu d&#252;nn. Zu laut. Zu still. Swipe nach links. Swipe nach rechts. Das moderne Auge entscheidet in Sekunden, ob ein Mensch &#8222;sch&#246;n genug&#8220; ist, um &#252;berhaupt wahrgenommen zu werden. Und gleichzeitig laufen drau&#223;en tausende wundersch&#246;ne Menschen herum, die sich h&#228;sslich f&#252;hlen, weil nie jemand lange genug hingesehen hat.</p><p>Lookmaxingist heute im Trend. Als w&#252;rde Sch&#246;nheit entstehen, wenn man nur die Oberfl&#228;che richtig optimiert. Das &#8220;perfekte&#8221; Gesicht. Der &#8220;perfekte&#8221; K&#246;rper. Das &#8220;perfekte&#8221; Bild. Aber was bringt dir ein sch&#246;nes Cover, wenn das eigentliche Buch einfach schei&#223;e ist? Ja klar. Das &#196;u&#223;ere zieht uns erstmal an. Es weckt Interesse. Aber wenn du beim Lesen irgendwann nur noch denkst: &#8222;Bitte hilf mir&#8230;&#8220; dann kann das Cover noch so sch&#246;n sein. Das Buch landet trotzdem im Regal.</p><p>Und vielleicht passiert genau das heute st&#228;ndig. Unz&#228;hlige Menschen laufen wie wundersch&#246;ne ungelesene Geschichten durch die Welt, w&#228;hrend alle nur das Cover bewerten. &#8222;Sch&#246;nheit liegt im Auge des Betrachters&#8220;, sagen wir. Aber was bedeutet das eigentlich? Vielleicht bedeutet es, dass Sch&#246;nheit nicht nur davon abh&#228;ngt, wen wir anschauen. Sondern WIE wir schauen.</p><p>Denn sobald du einen Menschen wirklich kennenlernst, ver&#228;ndert sich pl&#246;tzlich dein Blick. Kennst du das? Du lernst jemanden kennen und denkst zuerst: &#8222;Hm&#8230; eigentlich gar nicht mein Typ.&#8220; Und dann verbringt ihr Zeit zusammen. Du h&#246;rst ihr zu. Ihr lacht zusammen. Du siehst, wie sie &#252;ber Dinge spricht, die sie liebt. Wie sie sich freut. Wie sie leidet. Wie sie versucht stark zu sein, obwohl sie innerlich zerbricht. Und pl&#246;tzlich wird dieser Mensch sch&#246;ner. Attraktiver. </p><p>Und genau da beginnt echte Sch&#246;nheit. Nicht im perfekten Gesicht. Sondern in der Geschichte, die pl&#246;tzlich durch dieses Gesicht hindurch sichtbar wird. Menschen werden sch&#246;n, wenn du anf&#228;ngst zu sehen, was in ihnen lebt. Ihre Narben. Ihre Widerspr&#252;che. Ihre Art zu lachen. Zu sprechen. F&#252;r etwas zu k&#228;mpfen. Zu tanzen, obwohl das Leben ihnen auf die F&#252;&#223;e tritt.</p><p>Vielleicht sollten wir Sch&#246;nheit deshalb nicht nur mit den Augen betrachten. Sondern auch mit unseren Ohren und einem offenen Herzen. Denn manches kann das blo&#223;e Auge gar nicht erkennen. Manches muss man f&#252;hlen.</p><p>&#8220;Sch&#246;nheit sticht ins Auge&#8221; schreib ich in meinem Artikel &#8220;<a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/wieso-mein-respekt-respektlos-ist">Mein Respekt ist respektlos</a>&#8221;. Das Licht ist sch&#246;n, aber wie sieht es mit dem Schatten aus? Liebe ist sch&#246;n, aber wie sieht es mit Schmerz aus? </p><p>Du w&#252;rdest wahrscheinlich sagen, dass Schmerz nicht unbedingt sch&#246;n sei. Dass man ihn vermeiden sollte, wenn m&#246;glich. Aber stell dir einmal vor, der Schmerz k&#246;nnte sprechen. Vielleicht w&#252;rde er etwas sagen wie.</p><p>&#8222;Ich wei&#223;. Ich wei&#223;, wie sehr es weh tut. Aber glaub mir&#8230; ich w&#228;re niemals hier, wenn dein Herz nicht den Mut gehabt h&#228;tte, sich wirklich zu &#246;ffnen. Ich bin der Beweis, dass dir jemand nicht egal war. Dass du nicht nur existiert, sondern gef&#252;hlt hast. Vielleicht willst du, dass ich verschwinde. Aber wenn ich verschwinde, bevor du verstanden hast, warum ich da bin, dann verschwindet vielleicht auch der Teil in dir,<br>der lieben kann.&#8220;</p><p>Denn warum zerrei&#223;t Liebeskummer einen Menschen so sehr? Warum f&#252;hlt es sich manchmal an, als w&#252;rde pl&#246;tzlich die ganze Welt ihren Klang verlieren? Warum tut selbst ein Name weh? Ein Lied. Ein Geruch. Ein leerer Platz neben dir im Bett.</p><p>Weil da einmal etwas war, das dein Herz ber&#252;hrt hat. Etwas, das nicht bedeutungslos war. Der Schmerz brennt nur deshalb so tief, weil vorher etwas in dir geleuchtet hat. Pl&#246;tzlich verstehst du, dass selbst Schmerz Sch&#246;nheit in sich tr&#228;gt, denn er ist die Sprache von Bedeutung. Er zeigt dir, dass da etwas ist, das gr&#246;&#223;er war als Gleichg&#252;ltigkeit. Etwas, das dich ver&#228;ndert hat. Etwas, das Spuren hinterlassen durfte.</p><p>Vielleicht ist genau das wahre Sch&#246;nheit. Nicht Makellosigkeit. Nicht dieses st&#228;ndige &#8222;gut aussehen wollen&#8220;. Sondern Bedeutung. Ein Mensch wird sch&#246;n, wenn etwas in ihm echt geworden ist. Durch Liebe. Durch Verlust. Durch Hoffnung. Durch Entt&#228;uschung. Durch das Leben selbst. Wenn jeder gleich sch&#246;n w&#228;re dann w&#228;re ja niemand sch&#246;n.</p><p>Das wirklich Sch&#246;ne an dir ist also oft genau das, was du verzweifelt versteckst. Die Sache, f&#252;r die du dich sch&#228;mst. Die Narbe von der du denkst sie w&#252;rde dich entstellen. Die Unsicherheit in deiner Stimme. Die Geschichte, die du niemandem erz&#228;hlen willst, weil sie zu weh tut.</p><h1>7. Keiner schreibt wie ich - darum hab ich dich </h1><p>Jeder hat seine einzigartige Schreibweise. Die Kunst wie er Worte f&#252;gt und mit ihnen singt und tanzt. Ich spreche meine <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Worte des Wortlosen&quot;,&quot;id&quot;:2616328,&quot;type&quot;:&quot;pub&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https://open.substack.com/pub/wortlosvoll&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4809d9f5-d3b9-424f-8b6e-75487c624ca7_1024x1024.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;4d1e4714-f9ed-40d2-91f9-b1a666b19e5b&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span>, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Emma Bloom&quot;,&quot;id&quot;:402615456,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9224095d-fc3d-42ca-97aa-0da76fd4f7f6_1176x1176.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;7db6738d-788a-4aa3-8d4b-73be15c0c8b9&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> schreibt ihre Bloom Letters ,  <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Arne M&#252;hlholm \&quot;Sei ein Mensch\&quot;&quot;,&quot;id&quot;:424040313,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/e991779a-bbeb-4c87-90bb-a8741eb18dc2_600x600.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;ed2dc437-543a-4799-adc6-6f5fcca96f25&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> , <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Margot Dimi, das Wortweib&#128395;&#65039;&quot;,&quot;id&quot;:301521121,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/93850151-e72e-4450-8c93-fad2c28e5543_800x800.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;e945daba-b4b0-4574-b4c5-ee760585a7e1&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> schreibt federleicht, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Julian Br&#252;ne&quot;,&quot;id&quot;:159928099,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/91d41ba5-60a7-44aa-bf71-f0c0bfd8e167_1600x1067.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;c6c8cd9b-7e9f-4bf6-a9f9-d30cba8be013&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> sagt &#8220;Shift Happens&#8221;, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;MAXIMUS&quot;,&quot;id&quot;:342480825,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f26d8ccc-aeca-4128-aa0e-deb0a5bc38fc_800x800.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;04e6a1db-3345-4742-809c-254a7cedc28b&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> schreibt <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Jenseits des 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Hazler&quot;,&quot;id&quot;:218953699,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b3191f8a-9606-4243-8063-acdecd6b7c50_1067x1067.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;ab70e213-2e53-4640-a29b-d6a9ea2e3a2f&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> in &#8220;Neues Bewusstsein&#8221;, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;J. Ruben&quot;,&quot;id&quot;:405207024,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ZYWR!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F37f68c52-4f19-47ee-85bc-7bf3b14bc859_520x520.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;1d1c8582-cf7d-4f37-a634-0a1634d846a0&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> in &#8220;Sonar&#8221;. <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Nadine Waller&quot;,&quot;id&quot;:360346882,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/09d4fdb4-0f68-462d-9ce7-5326dc2b6d98_498x498.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;a3a7b769-7e36-4d48-aaaf-fb0fc050f931&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> schreibt &#252;ber &#8220;Botox f&#252;r Seele&#8221;, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Snappy&quot;,&quot;id&quot;:389216091,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b5364550-7e07-477e-9dbd-2792d2a282d2_1024x1024.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;f27f07b9-7bac-4809-a188-7d21f2ba199b&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> hat die Deutsche Erz&#228;hlschmiede, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Felix B&#246;lter&quot;,&quot;id&quot;:112252824,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/2b57bc62-123a-4e1b-9384-eca379d29537_1024x1024.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;ab8d4998-bfeb-4d10-88a2-e13f0f803c92&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> das Substack Stamm-Caf&#233;, J&#246;rn setzt den <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Gegenpunkt&quot;,&quot;id&quot;:497662725,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/1528cf40-af4a-40e0-a464-d0918bc8e406_1024x1024.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;64005d10-e905-4f49-ad52-e47ea2093179&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span>, <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Nina Klose&quot;,&quot;id&quot;:30948120,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f56eb78a-7662-4390-b735-43e62f2c2e4f_1179x1179.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;4f743f34-dca2-403c-bc7b-e9ff6b800cac&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> sagt  &#8220;Text. System. Freiheit.&#8221; und <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Kathleen Dau&quot;,&quot;id&quot;:362373711,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/e105ce0d-3aaf-40fa-9aa9-2403952c6092_609x609.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;ff71994f-0f58-4ac7-a523-3d56b051737e&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> ist der &#8220;Clarity Rebel&#8221;.</p><p>Die Liste ist so lang wie es Autoren auf Substack gibt solange wir unserem eigenen Wort vertrauen. Jeder spricht seine Publikation in seinem einzigartigen Namen. Jeder hat seine Tonart und seinen Style. Ich k&#246;nnte die Dinge niemals so ausdr&#252;cken, wie du es tust. Und das ist Sch&#246;nheit. Die Eifersucht wird zur Bewunderung. Aus diesem Grund will ich, dass du zur&#252;ck zu deinem Wort kehrst und Verantwortung f&#252;r deine Stimme &#252;bernimmst. Umarme die Sch&#246;nheit deiner Eigenart f&#252;r die ich dich auch liebe. Lass nicht zu, dass KI sich an deiner Stimme beraubt. Sie nimmt dir dein Vertrauen an sich selbst. Ein Post von mir dazu findest du <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/der-ki-filter-und-warum-wir-uns-selbst?r=3uix0s">HIER.</a></p><p>Ich schreibe auch, um geh&#246;rt zu werden, denn erst in deinem Ohr werde ich wahr. Nicht weil du mir zustimmst, sondern weil du mir antwortest. Ich werde durch dich da ich ein Verb bin. <a href="/__u/substack.com/@theplaczebo/p-168203614">Verb in Ich</a> w&#252;rde <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;PlaCZebo&quot;,&quot;id&quot;:232673654,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cead667c-63b1-4017-a09b-bffd83059f03_640x640.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;6af2151d-e0b2-4c13-a941-9571d8a4fcb4&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> sagen. </p><p>Ich k&#246;nnte niemals in der (f&#252;r mich) komplexen Sprache schreiben, wie es <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Conrad Knittel&quot;,&quot;id&quot;:21337637,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9cf11e51-c939-4037-9307-2b20162dc524_2008x2008.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;84879e2f-e130-4af3-a457-9d1d554f8a4b&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> tut oder wie <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Roman Scamoni&quot;,&quot;id&quot;:400567197,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!25ix!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fef50a830-b134-4f4c-8aef-1e810fece105_1638x1638.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;1ac6c4a8-f512-43ee-bab3-d69f7310bef1&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> &#252;ber sein Gespr&#228;ch mit Gott schreibt. Schlie&#223;lich ist es sein Gespr&#228;ch und nicht <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/gesprache-mit-gott-1?r=3uix0s">meins.</a> Zwar sind die Themen um die die Worte kreisen die selben und doch erz&#228;hlt jeder seine eigene Geschichte. Roman ist Roman. Conrad ist Conrad. Und Daynie ist Daynie. Darum hab ich dich. Und du mich!</p><h1>8. Ich habe Angst bekannt zu werden aber keine Angst Bekannte zu werden</h1><p>Vielleicht willst du ein Star sein. Jemand zu dem andere aufschauen und Licht in der Dunkelheit spendet. Aber kannst du auch mit der Verantwortung umgehen? &#8230;</p><p>Genau diesen &#8220;Stars&#8221; die wir heutzutage sehen, denen geht es schlechter als dem &#8220;Normalo&#8221;, da ihnen der Bekanntheitsgrad oft zu Kopf gestiegen ist. Nach Au&#223;en tagen sie eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0cko58IR_lA">Maske,</a> werden f&#252;r diese Maske gefeiert aber darunter verk&#252;mmert der Mensch, der er wirklich ist. Irgendwo hab ich mal gelesen &#8220;Manche Menschen sind so arm. Alles was sie haben ist Geld.&#8221; Ich habe Angst bekannt zu werden!</p><p>Nichts desto trotz schau ich meiner Angst ins Auge, denn ich habe keine Angst Bekannte zu werden. Ich will meinen Namen in die Welt rufen, sodass ihn jeder wahr nimmt. Ich will mir einen Namen machen, der beim Aussprechen bereits eine Geschichte erz&#228;hlt und mein Leben &#252;berlebt. Ich bin mir also durchaus bewusst, dass damit Bekanntheitsgrad einher geht. Ich tu es jedoch nicht f&#252;r das &#8220;bekannt sein&#8221;, sondern f&#252;r die Antwort in meinem Namen. Ich schrecke nicht vor Verantwortung zur&#252;ck. </p><p>Und doch habe ich Angst dieser Verantwortung nicht gerecht zu werden. Angst als dieser Name erkannt zu werden. Als lediglich dieser Name erkannt zu werden und damit als bereits bekannt abgestempelt zu werden. Du wirst mich niemals ganz kennen. Ein Teil wird immer im Unbekannten bleiben. Und das ist ja gerade das Sch&#246;ne.</p><p>Ich will, dass du mir auch diese M&#246;glichkeit gibst anders sein zu d&#252;rfen als du bisher kennst. Ich will nicht nur der sein, der &#8220;dies&#8221; oder &#8220;das&#8221; ist, denn ich bin so viel mehr, als was du denkst. Ich will Raum, um herauszufinden wer ich sein will. Und ich will das an deiner Seite tun k&#246;nnen. Ich will Raum haben, um fallen zu d&#252;rfen, um auszuprobieren und Fehler zu machen. Raum dich zu ent-t&#228;uschen. Ich werde das nicht verleugnen und genau deshalb werde ich dich auch manchmal entt&#228;uschen. Ich  auch mal ein Wort zu viel sagen darf. Ein Schritt in die &#8220;falsche&#8221; Richtung tun d&#252;rfen.</p><p>Das selbe gilt f&#252;r dich! Du hast Platz, um anders sein zu d&#252;rfen, selbst wenn du mir dann total fremd bist. Schlie&#223;lich habe ich keine Angst Bekannte zu werden. Ich schlie&#223;e Freundschaft mit jedem deiner Anteile. Du brauchst keinen vor mir verstecken.</p><h1>9. N&#228;he entsteht durch Distanz und stirbt gleichzeitig an ihr</h1><p>Sich wirklich nah zu sein bedeutet nicht unbedingt st&#228;ndig aufeinander zu h&#228;ngen, denn nur wer sich von einander entfernen kann, der kann sich f&#252;r N&#228;he frei entscheiden. Wenn zwei Menschen aus Liebe miteinander verschmelzen und sich selbst f&#252;r den anderen komplett aufgeben ist das wundersch&#246;n. Sie beginnen gleich zu denken, gleich zu handeln und verstehen sich wortlos. Und doch entfernen sie sich damit jeden Tag weiter voneinander. Die Spannung der Pole geht verloren. Kommt dir das bekannt vor? Wenn eine Beziehung diese &#8220;Blizzeln&#8221;, den gewissen Funken verliert. </p><p>Wirkliche N&#228;he liegt im Unterschied versteckt. Erst in der Distanz hat die N&#228;he Raum um sich zu entfalten, denn sie &#246;ffnet uns die Freiheit alles zu sein ohne getrennt zu sein. Schlie&#223;lich sind wir in dem selben Stromkreis geschaltet der uns maximale Distanz &#252;berbr&#252;cken l&#228;sst ohne Spannung zu verlieren. Wir haben die M&#246;glichkeit zu verschmelzen ohne uns selbst zu verlieren.</p><p>Viele Beziehungen - wie auch meine - scheitern am Ende daran die Eigenarten in die Beziehung mit einzubringen. Am Anfang der Beziehung verlieren sich beide in der Liebe der Beziehung, sodass sie sich selbst hinten anstellen. Wir tragen die Rosarote Brille. Doch sobald dann die Unterschiede zu Tage treten, weil wir uns trauen uns selbst zu zeigen, beginnen die <strong>Streitereien und Konflikte.</strong> Dabei vergessen wir schnell, dass das ein <strong>nat&#252;rlicher Prozess</strong> ist, um die Liebe zu vertiefen und <strong> kein Problem</strong> darstellt. </p><p>Leider beenden an diesem Punkt viele die Beziehung, weil sie die Probleme als Bug und kein Feature sehen. Schlie&#223;lich wollen sie eine Beziehung, in der alles immer in Buddha ist und nichts, wo sie gefordert werden. Dabei entgeht ihnen wahre Intimit&#228;t. Und zwar sich in guten, <strong>als auch schlechte Zeiten</strong> treu zu bleiben. Letzteres erfahren die Wenigsten. Es ist nunmal eine ziemliche Herausforderung die Verbindung in den Unterschiede zu sehen. Im Streit sehen wir schwarz, doch wenn uns dann selbstlos die Schuppen von den Augen fallen, sehen wir was von uns gefordert wird, damit die Beziehung Fr&#252;chte tragen kann. </p><p>Meinst du ein Samen hat Bock gesprengt zu werden? Aber nur weil seine Schale bricht und er aus sich heraus kommt kann er wachsen und Fr&#252;chte tragen. Und erst in der Dunkelheit f&#228;ngt die Beziehung an wirkliche Wurzeln zu schlagen. Wenn also alles Schwarz zu sein scheint, dann wurden wir nicht nur begraben, sondern eingepflanzt. </p><p>Zwei Baume scheinen alleine individuell in den Himmel zu wachsen und doch kreuzen sich ihre Wurzeln unter der Erdoberfl&#228;che um sich gegenseitig zu unterst&#252;tzen und zu halten. N&#228;he lebt davon, dass wir uns auch mal verlieren d&#252;rfen und uns dann in der Beziehung wiederfinden.</p><h1>10. Hier ist es sicher genug, um unsicher sein zu d&#252;rfen. </h1><p>Wir alle wollen Sicherheit. Einen festen Boden unter den F&#252;&#223;en. Aber genau dieser Wunsch h&#228;lt uns davon ab wirklich <strong>mit</strong>einander zu sprechen. Wir trauen uns nicht mehr in unser unmittelbares Wort. Wir denken nach. Passen unsere Wortwahl an, bis nicht mehr &#252;brig bleibt, was wirklich uns geh&#246;rt. Alles, weil wir Angst haben aus der Gemeinschaft zu fallen. </p><p>Sei dir bewusst, dass ein ehrliches Wort niemals etwas wahres trennen kann. Nichts echtes kann zerst&#246;rt werden. Und wirkliche Gemeinschaft versteht das. Wir (ver)trauen uns im Wort. In guten wie auch schlechten Zeiten. Oder sollt ich &#8220;Zeilen&#8221; sagen? </p><p>Es ist nicht das Wort, das uns trennt, sondern die unterlassene Antwort. Wer spricht riskiert immer etwas. Und in wirklicher Gemeinschaft darfst du riskieren. Eine Gemeinschaft wird nicht nur stark, weil alle genau wissen, was sie tun, sondern weil niemand gehen muss, wenn er es nicht wei&#223;. Der Raum ist sicher genug, um unsicher sein zu d&#252;rfen. Egal was du sagst, du bist Teil und bleibst Teil. Wirkliche Sicherheit ist n&#228;mlich nicht die Abwesenheit von Unsicherheit. Das Risiko ist nicht, dass du etwa falsches sagst, sondern wenn du gar nichts mehr sagst.</p><div class="comment" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://open.substack.com/&quot;,&quot;commentId&quot;:257416050,&quot;comment&quot;:{&quot;id&quot;:257416050,&quot;date&quot;:&quot;2026-05-13T06:35:00.161Z&quot;,&quot;edited_at&quot;:null,&quot;body&quot;:&quot;Wenn Ver&#228;nderung die einzige Konstante imLeben ist, dann ist Unsicherheit die einzige Sicherheit.&quot;,&quot;body_json&quot;:{&quot;type&quot;:&quot;doc&quot;,&quot;attrs&quot;:{&quot;schemaVersion&quot;:&quot;v1&quot;,&quot;title&quot;:null},&quot;content&quot;:[{&quot;type&quot;:&quot;paragraph&quot;,&quot;content&quot;:[{&quot;type&quot;:&quot;text&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Wenn Ver&#228;nderung die einzige Konstante imLeben ist, dann ist Unsicherheit die einzige Sicherheit.&quot;}]}]},&quot;restacks&quot;:1,&quot;reaction_count&quot;:26,&quot;children_count&quot;:5,&quot;attachments&quot;:[],&quot;name&quot;:&quot;Julian Br&#252;ne&quot;,&quot;user_id&quot;:159928099,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/91d41ba5-60a7-44aa-bf71-f0c0bfd8e167_1600x1067.jpeg&quot;,&quot;user_bestseller_tier&quot;:null,&quot;userStatus&quot;:{&quot;bestsellerTier&quot;:null,&quot;subscriberTier&quot;:1,&quot;leaderboard&quot;:null,&quot;vip&quot;:false,&quot;badge&quot;:{&quot;type&quot;:&quot;subscriber&quot;,&quot;tier&quot;:1,&quot;accent_colors&quot;:null},&quot;paidPublicationIds&quot;:[5021667,2825099],&quot;subscriber&quot;:null}},&quot;source&quot;:null,&quot;forumChannel&quot;:null}" data-component-name="CommentPlaceholder"></div><h1>Schlussworte</h1><p>Vielleicht wird keiner dieser Gedanken die Welt ver&#228;ndern. Vielleicht bleibt dieser Text einfach nur ein weiterer Beitrag im Internet. Ein paar Worte zwischen Milliarden anderen Worten. Aber vielleicht beginnt Gemeinschaft genau so. Mit zwei Seelen die diesen einen Augenblick gemeinsam schaffen. </p><p>Vielleicht braucht es nur jemand ehrlich genug den ersten Satz auszusprechen. Und jemand anderes bleibt, um wirklich zuzuh&#246;ren. Denn am Ende wollen wir doch alle eigentlich nur das Gleiche. Nicht allein mit uns selbst sein. Sondern &#8230;</p><p>Gesehen werden.<br>Geh&#246;rt werden.<br>Gemeint sein.</p><p>Und vielleicht beginnt genau dort etwas Neues. Zwischen dir und mir.</p><p>Also danke, dass du bis hier geblieben bist.</p><p>Und falls du dich in diesen Worten irgendwo wiedergefunden hast dann war das hier vielleicht nie nur mein Text. Sondern schon immer auch deiner.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Grund wieso sich nichts ändert]]></title><description><![CDATA[Die L&#252;ge des Manifestierens]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/der-grund-wieso-sich-nichts-andert</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/der-grund-wieso-sich-nichts-andert</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Sun, 24 May 2026 13:39:31 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b306272b-0e0b-4e7a-8a74-47667cabf09f_1536x1024.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die Manifestations-Scene hat dir etwas verkauft. Und zwar die &#220;berzeugung, dass du dich in dein Traumleben <em>denken</em> kannst, wenn du es in der Gegenwart <em>f&#252;hlst. </em>Dass das Universum - wenn du nur fest genug daran glaubst oder du dich auf die &#8220;richtige Frequenz&#8221; einstimmst - dir liefert wie Amazon Prime.</p><p>Vision Boards. Affirmationen. Gratitude Journals. Subliminals auf YouTube, die du nachts im Schlaf h&#246;rst, damit das Unterbewusstsein die Arbeit &#252;bernimmt, w&#228;hrend du tr&#228;umst.</p><p>Du wei&#223;t, wovon ich rede.</p><p>Vielleicht machst du es selbst. Vielleicht hast du es gemacht. Vielleicht hast du wie ich B&#252;cher dar&#252;ber gelesen, Podcasts geh&#246;rt, Reels gespeichert, die dir erkl&#228;ren, wie du in 30 Tagen dein Leben manifestierest. </p><p>Ich will diese Dinge nicht schlecht reden. Es ist wichtig Dankbarkeit zu &#252;ben. Es ist wichtig Ziele zu haben und gro&#223; zu denken. Aber aus dem Wunschdenken m&#252;ssen auch Taten folgen. Dein Leben wird sich nicht &#228;ndern vom lediglich &#8220;hoch schwingen&#8221;.  Und das ist die L&#252;ge, &#252;ber die wir heute reden.</p><h3>Auf was wartest du?</h3><p>Irgendwo da drau&#223;en sitzt gerade jemand. Vielleicht in einer Wohnung, die sich nicht wie die eigene anf&#252;hlt, in einem Job, der ihn nicht begeistert, in einem Leben, das irgendwie nicht sein eigenes ist. Und dieser Mensch hat so ein Vision Board. Darauf sieht man ein Traumhaus am Meer. Das Auto. Die Urlaube. Der Traumk&#246;rper. Die Zahlen auf dem Kontoauszug. Und dieser Mensch wartet.</p><p>Darauf, das seine Zeit gekommen ist. Darauf, dass das Universum liefert. </p><p>Ja ich kenne diesen Menschen. Weil ich es selbst einmal war. Und ich sage dir jetzt etwas, das die Manifestations-Industrie dir nie sagen wird, weil sie davon lebt, dass du weiter wartest.</p><p><strong>Du wirst f&#252;r immer warten, wenn du dein Schicksal nicht in die eigenen H&#228;nde nimmst.</strong></p><p>Nicht weil du noch nicht fest genug daran glaubst. Nicht weil deine Energie nicht stimmt. Sondern weil &#8220;Manifestieren&#8221; nicht das ist, was du denkst. </p><h3>Wie eine Idee zur Bet&#228;ubung wird</h3><p>Lass mich dir eine Frage stellen. Wie viele Menschen kennst du, die seit Jahren manifestieren und deren Leben sich nicht ver&#228;ndert hat?</p><p>Menschen, die jeden Morgen ihre Affirmationen sprechen. Dir Meditieren und Workshops besuchen. Die an die Kraft des Universums glauben. Und trotzdem sieht das Konto gleich aus. Die Beziehungen auch. Der Job auch. Das Leben im gro&#223;en und ganzen bleibst gleich. </p><p>Der Grund ist - wie ich finde - ziemlich faszierend. </p><p>Gabriele Oettingen, Psychologieprofessorin an der NYU, hat jahrelang genau das untersucht. Was passiert mit Menschen, die sich ihre Ziele intensiv und positiv sich vorstellen? Ihr Ergebnis war das Gegenteil von dem, was die Manifestations-Industrie dir erz&#228;hlt. </p><p><strong>Wer sein Endziel lebhaft und positiv visualisiert, erreicht es seltener.</strong></p><p>Nicht &#246;fter. Seltener.</p><p>In Studie nach Studie - mit Studierenden, die Pr&#252;fungen bestehen wollten. Mit Menschen, die abnehmen wollten. Mit Patienten in der Rehabilitation. Mit Jobsuchenden. Immer dasselbe Muster.</p><p>Je intensiver die positive Visualisierung des Endziels, desto geringer die tats&#228;chliche Anstrengung. Desto schlechter das Ergebnis.</p><p>Warum? Weil dein Gehirn keinen sauberen Unterschied kennt zwischen Vorstellung und Realit&#228;t. Wenn du dir deinen Erfolg intensiv genug vorstellst, registriert dein Nervensystem etwas, das sich wie Erfolg anf&#252;hlt. Dopamin wird ausgesch&#252;ttet. Das Belohnungssystem wird aktiviert.</p><p>Du feierst den Sieg, bevor du losgelaufen bist.</p><p>Und danach sinkt die Motivation meistens. Der Antrieb l&#228;sst nach. Der Arsch bleibt auf dem Sofa. Nicht aus Faulheit, sondern weil das Gehirn bereits bekommen hat, was es wollte. Das klassische Manifestieren gibt dir das <strong>Gef&#252;hl der Ankunft aber ohne den Weg.</strong></p><p>Und ein Gef&#252;hl der Ankunft, das dich nicht bewegt, ist kein Werkzeug.</p><p>Es ist Bet&#228;ubung.</p><h3>Die Industrie, die vom Warten lebt</h3><p>Manifestieren ist ein Milliardenmarkt. B&#252;cher, Kurse, Retreats, Coaches, Apps, Podcasts, YouTube-Kan&#228;le. Alle verkaufen dir dieselbe Idee in unterschiedlichen Verpackungen:</p><p><em>Denke es. F&#252;hle es. Glaube daran. Und du manifestierest alle deine W&#252;nsche.</em></p><p>Und dieser Markt nutzt genau diesen Mechanismus. Nicht um dich zu befreien, sondern um dich zu binden. Wer sich beim Tr&#228;umen gut f&#252;hlt, kauft mehr Tr&#228;ume. Die Idee wurde vereinfacht. Dann vermarktet. Dann zu einem Produkt gemacht.</p><p>Und das Produkt verkauft sich am besten, wenn du glaubst, dass du <em>nichts tun</em> musst au&#223;er richtig zu denken und zu f&#252;hlen und noch mehr zu konsumieren. Das ist bequem, weil das sich gut anf&#252;hlt. Weil das keine Opfer verlangt, keine schlaflosen N&#228;chte, keine Ablehnung, kein Scheitern. Kein Schwei&#223; kein Blut.</p><p>Und hier ist die unbequeme Wahrheit: Das Universum liefert nicht auf Knopfdruck. <strong>Du selbst musst liefern. </strong>Und die Industrie, die dir das Gegenteil erz&#228;hlt, lebt davon, dass du wartest. Denn wer wartet, kauft den n&#228;chsten Kurs. Das n&#228;chste Buch. Die n&#228;chste Methode. Die n&#228;chste &#8220;Frequenz&#8221;.</p><h3>Das Missverst&#228;ndnis, das alles ver&#228;ndert</h3><p>Die Idee des Manifestierens ist grunds&#228;tzlich nicht falsch. Nur gehst du es falsch an. Lass mir dir nahe bringen wie ich das ganze sehe. Du manifestierst n&#228;mlich nicht deine Zukunft. Du kannst keine Zukunft manifestieren. Die Zukunft muss ins leben &#8220;gesprochen&#8221; werden. Was ich mit &#8220;Sprechen&#8221; meine ist eine andere Geschichte und soll ein ander mal erz&#228;hlt werden. Jeder kann gro&#223;e Reden schwingen aber sein Wort wirklich Fleisch werden lass und in Tat umgesetzt, tun die wenigsten. Mit Entscheidung f&#252;r Entscheidung, Schritt f&#252;r Schritt. Der Bizeps w&#228;chst eben nicht vom mentalen Bankdr&#252;cken, egal wie sehr du daran glaubst.</p><p>Was du tats&#228;chlich, konkret, heute manifestieren kannst ist ein <strong>Gef&#252;hl in der Gegenwart</strong>. Und das ist nicht das Gef&#252;hl der Ankunft. Es ist das Gef&#252;hl des Aufbruchs. </p><p>Nicht &#8220;wie es sich anf&#252;hlt, die Villa zu besitzen.&#8221; Sondern: wie es sich anf&#252;hlt, jemand zu sein, der das Penthouse <em>verdient</em>. Der daf&#252;r arbeitet. Der daf&#252;r unbequeme Entscheidungen trifft. Der daf&#252;r auch &#252;ber seinen eigenen Schatten springt. </p><p>Das ist ein anderes Gef&#252;hl. Ein Unbequemeres. Ein Gef&#252;hl, das dich nicht auf dem Sofa l&#228;sst. Und genau das ist der Punkt.</p><p><strong>Manifestieren ist nicht das Universum, das dir was schickt. Manifestieren ist dein Verhalten, das dir R&#252;ckmeldung gibt und diese R&#252;ckmeldung macht dich lebendig, mutig, hungrig.</strong></p><p>Stell dir vor, du gehst spazieren. Du siehst jemanden.  Du begr&#252;&#223;t die Person herzlich. Du gibst ein Kompliment und zauberst ihr ein L&#228;cheln ins Gesicht. Das ist Manifestation. </p><p>Du bekommst nicht &#8222;magische Energie&#8220; zugeschickt. Du bekommst ein menschliches Signal zur&#252;ck: Verbindung, Reaktion, Anerkennung. Und dieses Feedback macht in dir etwas. Es macht den Kopf stiller. Es macht Motivation konkret. Es gibt dir Vertrauen in deinen eigen Lieferservice.</p><p>Nicht &#8222;ich hoffe irgendwann&#8220;. Sondern: <strong>&#8222;Ah. So f&#252;hlt sich es an, wenn ich in der Welt wirke. So f&#252;hlt sich es an, wenn ich mich aus mir heraus traue.&#8220;</strong></p><p>Und genau darum geht&#8217;s. <strong>Das Gef&#252;hl ist nicht die Endstation. Das Gef&#252;hl ist die Startpistole.</strong> <strong>Das ist Manifestieren.</strong> Nicht das &#8222;Sich vorstellen&#8220;. Sondern das <em>sich zeigen</em>.</p><h3>Gef&#252;hle sind keine Belohnung. Sie sind Werkzeuge.</h3><p>Hier ist etwas, das die meisten Menschen &#252;ber Gef&#252;hle falsch verstehen:</p><p>Wir behandeln Gef&#252;hle als Konsequenz. Als etwas, das <em>passiert</em>, wenn die &#228;u&#223;eren Umst&#228;nde stimmen. Ich werde gl&#252;cklich sein, <em>wenn</em> ich das Ziel erreiche. Ich werde motiviert sein, <em>wenn</em> ich den richtigen Job habe. Ich werde mutig sein, <em>wenn</em> ich bereit bin.</p><p>Das ist r&#252;ckw&#228;rts. Auf den Kopf gestellt. </p><p>Psychologen nennen das <strong>&#8220;as if&#8221;-Prinzip</strong> - handle <em>als ob</em> du bereits die Person w&#228;rst, die du sein willst, und die Gef&#252;hle folgen der Handlung, nicht umgekehrt. William James, einer der V&#228;ter der modernen Psychologie, hat das vor &#252;ber hundert Jahren beschrieben:</p><div class="pullquote"><p><em>&#8220;Es scheint, als ob wir zuerst f&#252;hlen und dann handeln. Aber oft ist es umgekehrt: Wir handeln, und das Gef&#252;hl folgt.&#8221;</em></p></div><p>Das bedeutet, dass du nicht darauf wartest motiviert zu sein, um anzufangen. Du f&#228;ngst an und die Motivation entsteht durch das Anfangen.</p><p>Du wartest nicht darauf, mutig zu sein, um aufzubrechen zu machen. Du brichst auf und der Mut w&#228;chst auf dem Weg Schritt f&#252;r Schritt.</p><p>Das Gef&#252;hl, das du manifestieren willst, entsteht nicht vor der Handlung. Es entsteht <em>durch</em> sie. Und hier schlie&#223;t sich der Kreis:</p><p>Das richtige Gef&#252;hl zu manifestieren bedeutet nicht, dir vorzustellen, wie gut du dich f&#252;hlen wirst, wenn du angekommen bist. Es bedeutet, das Gef&#252;hl zu kultivieren, das dich <em>in Bewegung setzt</em>. Das Gef&#252;hl von Dringlichkeit. Von Verantwortung. Von Hunger.</p><p>Stundenlang habe ich<strong> Joe Dispenza</strong> gesuchtet. Und Hut am vor diesem Mann. Seine Geschichte ist wirklich krass un dispirierend. Wie technisch er an das ganze Thema geht. Aber auch sein Ansatz kommt in meinen Augen zu kurz. F&#252;r wen es schwierig ist sich einen Raum zu schaffen um zu einem Gef&#252;hl zu gelangen, f&#252;r den ist es genau das Richtige. Aber das Gef&#252;hl ist eben nicht das Ende sondern der Anfang der Reise. </p><h2>Die einzige Frage, die z&#228;hlt</h2><p>Du kennst die Antwort bereits. Du wei&#223;t, was der n&#228;chste Schritt ist. Du wei&#223;t, welches Gespr&#228;ch du f&#252;hren musst. Welche Entscheidung du treffen musst. Was ist der kleine Schritt, den du heute in die richtige Richtung tun kannst. <strong>Ein Schritt, der wirklich etwas bewegt.</strong></p><p>Du wei&#223;t es. Du wartest nur auf die Erlaubnis. </p><p>Nicht vom Universum. Nicht von den Sternen. Von dir selbst.</p><p>Und jetzt die einzige Frage, die ich dir mitgeben will:</p><p><strong>Vertraust du dir Selbst weit genug die Arbeit reinzustecken, um dir das zu holen, was du auch wirklich willst. </strong></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;8e99d4ed-9616-4416-9dd9-f0ac0049fae7&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Ich will leben.&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Ich will ...&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:232669612,&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Crazy Dose Daily - Geschichten, Poesie und Erinnerungen - Setz dich ans Lagerfeuer und wirf dein Feuerholz dazu. Einen Satz, eine Frage oder deine Wahrheit. Kein Monolog. Nur Dialog solange die Glut brennt. Trau dich mir zu widersprechen! &#128293;&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ca72ce0d-2171-42a8-86fc-5b08d42ec348_1176x1176.png&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2025-12-03T10:11:53.005Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/83ff77b2-7865-4cde-96a7-32668bb06552_1536x1024.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/p/ich-will&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:180586154,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:25,&quot;comment_count&quot;:11,&quot;publication_id&quot;:2616328,&quot;publication_name&quot;:&quot;Worte des Wortlosen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!OrgY!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F13e8e606-161c-42e7-a635-419f2d60bfdc_720x720.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Traumfänger]]></title><description><![CDATA[Manchmal f&#252;hl ich mich st&#228;rker,]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/traumfanger</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/traumfanger</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Fri, 22 May 2026 15:24:34 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/d79f9dea-5699-49a6-b518-bfac98d57b74_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal f&#252;hl ich mich st&#228;rker,<br>als ich eigentlich bin.</p><p>Voller Tatendrang.<br>Voller Ideen,<br>die nach mir greifen,<br>als w&#252;rden sie endlich gelebt werden wollen.</p><p>F&#252;r einen Moment<br>f&#252;hl ich mich wie die Version von mir,<br>die ich immer sein wollte.</p><p>Ich sehe den Weg.</p><p>Ich sehe die Hand,<br>die sie mir reichen.</p><p>Ich h&#246;re den Applaus.<br>Die Augen voller Stolz.<br>Den Kuss,<br>den ich mir zutiefst w&#252;nsche.</p><p>F&#252;r einen kurzen Moment<br>f&#252;hlt sich alles echt an.</p><p>Als w&#228;r ich schon dort angekommen.</p><p>Doch dann<br>wach ich auf<br>aus meinem Tagtraum.</p><p>Und die Bilder verblassen<br>wie Erinnerungen,<br>die so weit weg sind,<br>dass sie ihre Farbe verlieren.</p><p>Pl&#246;tzlich merk ich wieder,<br>dass zwischen mir<br>und dieser Version von mir<br>noch Welten liegen.</p><p>Vielleicht bin ich nie daf&#252;r gemacht worden,<br>Tr&#228;ume nur in Tr&#228;umen zu besuchen.</p><p>Vielleicht sollten sie nicht<br>hinter meinen Augenlidern wohnen,<br>wie V&#246;gel in einem K&#228;fig aus Schlaf.</p><p>Sondern im Augenblick eingefangen werden.</p><p>Vielleicht sollte ich selbst<br>ein <strong>Traumf&#228;nger </strong>werden,<br>anstatt ihn mir nur &#252;bers Bett zu h&#228;ngen</p><p>Jemand,<br>der seine Tr&#228;ume nicht mehr<br>durch geschlossene Augen sieht.</p><p>sondern mit offenen jagt.</p><p>Einer,<br>der sie aus der Luft zieht<br>wie Sternschnuppen<br>bevor sie vergl&#252;hen.</p><p>Der sie festh&#228;lt,<br>mit blutenden H&#228;nden,<br>wenn das Leben versucht,<br>sie ihm wieder zu entrei&#223;en.</p><p>Denn irgendwann<br>will ich nicht mehr aufwachen<br>und zusehen,<br>wie meine Tr&#228;ume verblassen<br>wie Farbe im Regen.</p><p>Irgendwann<br>will ich sagen k&#246;nnen:</p><p>Ich habe sie nicht nur getr&#228;umt.</p><p>Ich habe sie gelebt.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zu heilig für den Himmel]]></title><description><![CDATA[Ich urteile mit gutem Gewissen]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/zu-heilig-fur-den-himmel</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/zu-heilig-fur-den-himmel</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Wed, 13 May 2026 09:29:25 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/84ce81d8-957e-4869-bfe0-13bd18680bc9_1536x1024.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ich verurteile dich und nope &#8230; ich hab kein schlechtes Gewissen dabei. Ja ich halte das sogar f&#252;r respektvoller als dein ganzes &#8222;alles ist Liebe &#8222;Jeder darf einfach sein, wie er ist&#8220;- Gerede. Du willst anerkannt werden, ohne dich zu ver&#228;ndern. Mit dem Wahnsinn spiele ich nicht mit. </p><p>Der Gedanke triggert dich vielleicht. &#8222;<strong>Wer denkt er, wer er ist?</strong>&#8220; Aber w&#228;hrend du diesen Gedanken hast, passiert genau das, was du mir gegen&#252;ber vielleicht garnicht zugeben willst. Du beurteilst gerade auch. Nur verurteilst du das Urteil und versteckst es deshalb. Nenn mich also ruhig Narzisst aber sag es mir ins Gesicht. Ich nenne das <strong><a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/wieso-mein-respekt-respektlos-ist?r=3uix0s">Respekt</a></strong><a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/wieso-mein-respekt-respektlos-ist?r=3uix0s">, auch wenn er respektlos</a> ist. Ich nehme mir kein Blatt mehr vor den Mund, denn Respekt ohne Urteil ist Distanz in H&#246;flich. </p><h3>&#8221;Leben und Leben lassen&#8221;</h3><p>&#8221;Leben und Leben lassen&#8221; ist das Motto heutzutage. &#8222;Alles darf sein.&#8220; &#8222;Ja nicht urteilen&#8221; Das ist nichts anderes als Flucht vor Verantwortung. Flucht vor Reibung und der Wahrheit. Denn sobald ich dich wirklich sehe, kann ich nicht <strong>nicht </strong>urteilen. Ich sp&#252;re, was du sagst, denn ich lasse mich davon treffen als w&#252;rde es mich selbst betreffen. Ich sehe, was du tust, denn es wirkt sich auf mich aus als w&#252;rde du etwas bewirken. Ich merke, wo etwas nicht stimmig ist, denn es stimmt mich traurig als w&#252;rdest du mich mit bestimmen. </p><p>In dieser Wechselwirkung entsteht nun mal ein<strong> Urteil. </strong>Nur behalten es die Meisten f&#252;r sich oder reden hinter deinem R&#252;cken. Auch du tust das wom&#246;glich. Du nennst es nur anders. Du nennst es &#8222;Du hast da so ein Bauchgef&#252;hl&#8220; &#8222;Menschenkenntnis&#8220;. &#8222;Energie lesen&#8220;. Klingt vielleicht weniger nach &#8220;Urteil&#8221;, aber eigentlich ist es das Gleiche. Du siehst jemanden und innerhalb von Sekunden sortierst du ein, bewertest und entscheidest ob die Person dir gegen&#252;ber eine Gefahr ist, ob du auf N&#228;he oder Distanz gehen sollst, ob sie uninteressant oder interessant ist oder ob sie echt oder unauthentisch ist. Und diese Einordnung ist kein Fehler oder &#8222;toxisches Verhalten&#8220;. Das ist Menschlich. Das einzig toxische Verhalten ist jemanden garnicht erst die Chance auf Verbindung/Ver&#228;nderung zu geben, weil du ihn insgeheim in deinem Kopf bereits verurteilt hast.</p><p>Leider pr&#252;fen die Wenigsten ihre These <strong>indem </strong>sie ihr Urteil aussprechen und lassen sich damit von ihrem Gespr&#228;chspartner nicht mehr &#252;berraschen anders sein zu d&#252;rfen. Wir machen einen <strong>polnischen Abgang</strong>, da wir unserem Bauch mehr vertrauen als unserem Gegen&#252;ber. Ganz nach dem Motto &#8220;Leben und Leben lassen&#8221; und vergessen dabei dass wir uns gegenseitig verantwortlich halten sollten. </p><p>Ein Richter darf doch auch meine Tat beurteilen und mich daraufhin verurteilen. Wieso darf  ich das nicht auch? &#8220;Weil er eine Ausbildung hat&#8221; magst du jetzt vielleicht sagen. Und damit hast du recht. Aber haben wir nicht alle eine Ausbildung im<strong> Menschsein</strong>? Schlie&#223;lich bist du ja einer. Ein Mensch. Du kannst beurteilen was unmenschlich ist und somit einen Freund verantwortlich halten. Ich sage ja nicht, dass ich &#252;ber den Menschen urteile sondern &#252;ber sein Verhalten. </p><div class="pullquote"><p>&#8220;We&#8217;re all just walking each other home.&#8221; -Ram Dass</p></div><h3>Toxische Positivit&#228;t</h3><p>Nehmen wir etwas ganz Banales: deinen eigenen K&#246;rper. Du schaust in den Spiegel und merkst, dass du dich nicht wohl f&#252;hlst. Da ist ein Ziehen, ein Widerstand, vielleicht sogar Ablehnung. Und dann &#252;berdeckst du das Urteil deines Kopfes mit toxischer Positivit&#228;t. &#8220;Einfach positiv denken&#8221; &#8222;Ich liebe mich wie ich bin&#8221; Ich bin sch&#246;n, egal was andere sagen&#8220;</p><p>Das ist wichtig aber eben nur die halbe Wahrheit. Vielleicht sogar destruktiv wenn das dein Ende der Geschichte ist. Das kein Happy End. Das ist eine L&#252;ge um sich kurzzeitig besser zu f&#252;hlen. Fake it till you make it. <strong>But you gotta make it!</strong> </p><p>Was passiert denn, wenn du wirklich in dich reinh&#246;rst, ohne dir sofort eine sch&#246;ne Geschichte zu erz&#228;hlen? Dann merkst du, dass diese <strong>Unzufriedenheit</strong> nicht dein Feind ist. Sie ist ein <strong>Hinweis.</strong> Ein ziemlich klarer sogar. Etwas in dir sagt: &#8222;So will ich nicht bleiben.&#8220; </p><p>Und genau hier biegen die meisten falsch ab. Statt dieses Gef&#252;hl ernst zu nehmen, wird es &#252;berdeckt. Mit Affirmationen. Mit positiven Gedanken. Mit S&#228;tzen wie &#8222;Ich bin sch&#246;n, ich bin perfekt, ich bin genug.&#8220; Und irgendwann glaubt dein Kopf das vielleicht sogar. Aber dein Herz wei&#223; es besser. </p><p>Dieses Gef&#252;hl, das sagt: &#8222;Ich f&#252;hle mich so nicht wohl&#8220; ist ja bereits ein Urteil &#252;ber dich selbst. Aber nicht eines aus Hass. Sondern eines aus Klarheit. Aus einem Teil in dir, der mehr will. Auch schlechte Gef&#252;hle k&#246;nnen von guter Intention stammen. Und wir vermeiden sie (verurteilen sie), obwohl sie von Herzen kommen. Dazu hat <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Julia Aurelia&quot;,&quot;id&quot;:208443151,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ddf19ec4-3fa7-493c-9a95-af2ab113de3d_1203x1203.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;b70811c2-9082-481b-8888-95ba33576766&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> auch einen guten <a href="/__u/substack.com/@juliaaurelia/p-193458026">Post </a>geschrieben. Etwas ist nicht in Einklang mit uns selbst und deshalb schickt das Herz seine kleinen Helfer namens &#8220;Gedanken&#8221;, um uns darauf hinzuweisen, dass wir uns irgendwo verloren haben. Und wenn du dich wirklich lieben w&#252;rdest, w&#252;rdest du ihnen zuh&#246;ren und sie auf dich wirken lassen. Du w&#252;rdest dich ernst nehmen in dem, was du ver&#228;ndern willst. Liebe w&#252;rde dich nicht nur halten, sie w&#252;rde dich auch bewegen.</p><h3>Mobbing hat seine Gr&#252;nde</h3><p>Jetzt kommt ein Part wo sich wahrscheinlich die Geister scheiden. Egal. Wer nicht wagt der nicht gewinnt! &#8230; Wir tun so, als w&#228;re jedes Urteil schlecht. Als w&#228;re es automatisch egoistisch, toxisch oder verletzend. Aber ohne Urteil gibt es keine Richtung. Keine Grenze. Keine echte Beziehung. Stell dir vor, wir sitzen zusammen am Tisch. Wir essen, reden, sind verbunden. Und pl&#246;tzlich steht jemand auf und schei&#223;t auf den Tisch. Vielleicht ein ziemlich absurdes Beispiel, aber genau das zeigt den Punkt. Einfach zu viel Bullshit auf der Welt. So viel dass der Professor <strong>Harry G. Frankfurt der </strong>Princeton University ein kleines Buch dazu verfasst hat. <strong><a href="https://www.amazon.de/stores/Harry-G.-Frankfurt/author/B001H6ITD6?ref=ap_rdr&amp;shoppingPortalEnabled=true">On Bullshit.</a></strong></p><p>Niemand w&#252;rde jetzt sitzen bleiben und sagen: &#8222;Das hast du toll gemacht.&#8220; Nein. Da kommt sofort eine Reaktion. Ekel. Abwehr. Ein klares &#8222;Das geht nicht.&#8220; Denn Gemeinschaft funktioniert nur, weil es Grenzen gibt. Weil nicht alles egal ist. Weil wir uns gegenseitig verantwortlich halten. Wie w&#228;rs mal mit Toleranz f&#252;r Intoleranz? &#8230;</p><div class="pullquote"><p>&#8220;Harte Zeiten schaffen starke M&#228;nner. Starke M&#228;nner schaffen gute Zeiten. Gute Zeiten schaffen schwache M&#228;nner. Und schwache M&#228;nner schaffen harte Zeiten.&#8220;<br>-<strong>G. Michael Hopf</strong>.</p></div><p>Wir leben in einer Gesellschaft voller verweichlichten Menschen, die Ver&#228;nderung wollen aber nur wenige tats&#228;chlich etwas daf&#252;r tun. Keiner kann mehr ein bisschen Gegenwind verkraften und f&#252;hlt sich sofort angegriffen. Selbst Dinge wie Mobbing haben in einer Art und Weise einen wahren Kern. Eine Gruppe reagiert, wenn jemand komplett aus der Reihe tanzt. Manchmal liegt nat&#252;rlich die Gruppe falsch und das Mobbing basiert dann auf dummen sozialen Normen. Aber ein bisschen &#8220;Mobbing&#8221; hat noch niemanden geschadet, wenn es vom Herzen kommt. </p><p>Ob ich jetzt meinen Mitbewohner etwas piesacke dass er ein Lappen sei wenn er nicht mit zum Sport kommt oder ein Streber in der Schule gemobbt wird, weil er sich gemeldet hat, um die Lehrerin zu erinnern, dass sie noch keine Hausaufgaben geben hat, haben vielleicht weniger damit dem Individuum zu schaden, sondern sind daf&#252;r da ihn an die Verantwortung f&#252;r das gr&#246;&#223;ere Gut zu erinnern. Kinder sind nun mal grausam weil sie einfach brutal ehrlich sind. Und ich denke wir m&#252;ssen zwischen wirklichen ungerechtem Mobbing und Ehrlichkeit unterscheiden.</p><p>H&#246;r doch mal in den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KugryxKAMLQ">Song &#8220;Triggered&#8221; von Chris Webby</a> rein :D</p><h3>&#8220;Wer bist du &#252;berhaupt?&#8221;</h3><p>Wenn jemand anderes &#252;ber uns urteilt f&#252;hlen wir uns schnell angegriffen. Einfach &#8220;Positiv denken&#8221; funktioniert hier eben nicht mehr so wirklich, weil es nicht nur die Beziehung zu uns selbst, sondern die Beziehung zu Freunden gef&#228;hrdet. Also reden wir das Urteil klein und verurteilen den Menschen, von dem das Urteil kommt. &#8220;Okay das ist deine Meinung&#8221; &#8220;Nichts womit ich mich identifizieren will&#8221;. &#8220;Damit will ich nichts zu tun haben&#8221; Also schieben wir nicht nur das Urteil, sondern gleich den ganzen Mensch von uns. Freunde werden zu Feinden. &#8220;Wer bist DU &#252;berhaupt MIR irgendetwas zu sagen. So f&#252;hren wir dann nur noch Beziehungen die unsere Meinung best&#228;tigen und trennen uns von allem was diese Meinung ins Wanken bringt. </p><p><span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Conrad Knittel&quot;,&quot;id&quot;:21337637,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9cf11e51-c939-4037-9307-2b20162dc524_2008x2008.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;812bca77-f478-4c9e-bd61-59cdc6394d38&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> hat in seinem Text &#252;ber die <a href="/__u/substack.com/@werkeundtage/p-193445526">gespaltene Gesellschaft </a>genau diesen Mechanismus auf politischer Ebene beschrieben: Wir tun so, als lie&#223;e sich der Mensch sauber in Lager sortieren. Links oder rechts. Inklu oder Exklu. Gut oder b&#246;se. Aber je st&#228;rker wir den anderen in eine Kategorie pressen, desto weniger m&#252;ssen wir ihm noch begegnen. Dann ist er nicht mehr Mensch, sondern Position. Nicht mehr Gegen&#252;ber, sondern Problem. Und genau da kippt Urteil in Ideologie. Herzlich Willkommen ist der Beziehungswelt des 21 Jahrhundert. Kein Wunder dass wir nicht mehr auf widerspr&#252;chliche Gedanken klar kommen&#8230;</p><p>Aber genauso wie das gedankliche Urteil ein Hinweis auf Disbalance ist, genauso ist das Urteil, was vom Herzen deines Gegen&#252;ber kommt, ein Hinweis darauf, dass die Beziehung nicht mehr in Einklang ist. Und das ist <strong>KEIN</strong> Hinweis um die Beziehung zu verlassen, sondern eine M&#246;glichkeit die Beziehung WIRklicher zu machen. Steht ein Urteil im Raum hat sich mindestens einer ein wenig Verloren. Und durch das Urteil finden wir uns erst wieder.</p><h3>Ich hab ein Urteil der Antwort</h3><p>Was ist denn &#252;berhaupt ein &#8220;Ur-Teil&#8221;? Zum einen haben wir da das &#8220;Ur&#8221; und das &#8220;Teil&#8221;. Das Urteil wird gesprochen um die <strong>Teile</strong> wieder in den <strong>Ur</strong>sprung zu f&#252;gen. In diesem Sinne ist ein <strong>Urteil </strong>der Akt um wieder in die Verbindung zu springen. Das mag absolut nicht mit dem &#252;bereinstimmen wie wir heute &#252;ber das Wort denken. Deshalb will ich die Bedeutung dieses Wortes wiederfinden und neu bestimmen. Lass uns eine sch&#246;ne Geschichte mit <strong>Happy End</strong> erz&#228;hlen. </p><p>Wir glauben, dass wir mit dem Urteil trennen. Dass wir etwas kaputt machen, sobald wir es aussprechen. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wir f&#252;gen zusammen was bereits auseinander gefallen ist. Die Teile liegen ja bereits zersplittert vor mir und deshalb habe Ich kein Urteil sondern in Wahrheit spricht das Urteil mich.</p><p>Wenn ich &#8220;urteile&#8221; spreche ich somit an, welche Teile gerade nicht zusammenpassen. Ich urteile nicht weil ich &#252;ber dir stehe, sondern weil ich <strong>mit</strong> dir stehe. Ich nehme mich Selbst n&#228;mlich nicht aus der Gleichung. Nein. Ein Urteil ist etwas, das auch &#252;ber mich selbst gef&#228;llt wird w&#228;hrend ich urteile<strong>. </strong>Denn sobald ich spreche messe ich mich daran selbst, denn ich erkenne mich in dir wieder. Ein Urteil ist ein gesprochenes Ja oder Nein, das dich selbst und die Welt in eine neue Ordnung <strong>zwingt. </strong>Ich rufe dich zur&#252;ck in das, was uns beide tr&#228;gt.</p><p>Damit halte ich uns <strong>verantwortlich.</strong> Aber nicht, weil ich &#252;ber dir stehe. Sondern weil ich mich selbst mit hineinnehme. Weil mir die Beziehung wichtig ist. Ich bin Teil unseres Ursprungs und mein Urteil bindet mich an dich. Ich kann es nicht aussprechen, ohne dass es auf mich zur&#252;ckf&#228;llt. Wer urteilt, wird selbst gerichtet. Deshalb ist jedes echte Urteil ein Wagnis. Es setzt Zukunft. Es zwingt uns, uns dazu zu verhalten. Entweder wir tragen es gemeinsam oder wir zerbrechen daran.</p><h3>Das Gegenteil von Liebe</h3><p>Ich sehe, wie mein Kopf tickt. Wie schnell ich Schubladen &#246;ffne.Und genau deshalb<br>kann ich damit arbeiten. Denn wer nicht mehr urteilt, entscheidet auch nicht mehr. Und wer sich nicht entschieden hat, lebt nicht wirklich. Er driftet. Von Meinung zu Meinung. Von Mensch zu Mensch. Von Gef&#252;hl zu Gef&#252;hl. Immer angepasst. Immer vorsichtig. Immer einen <a href="/__u/wortlosvoll.substack.com/p/der-goldene-schatten?r=3uix0s">Schritt hinter seiner wahren Gr&#246;&#223;e.</a></p><p>Der Gleichg&#252;ltige braucht kein Urteil. Er l&#228;sst dich laufen aus Feigheit. Er entzieht sich der Bindung und verstummt. Aber wo gesprochen wird, da wird geantwortet. Und wo geantwortet wird, da entsteht Verantwortung. Und manchmal seh ich mich in der Verantwortung bestimmte Dinge nicht zu akzeptieren. Und ich akzeptiere sie nicht, weil ich dich Liebe. Ich will ja das beste f&#252;r dich. Das Gegenteil von Liebe ist n&#228;mlich nicht Hass, sondern Gleichg&#252;ltigkeit. </p><p>Wir aber verbinden das Urteil oft mit Ego, aber in Wahrheit sch&#252;tzt das &#8222;Nicht-Urteilen&#8220; hier das Ego. Wer nicht urteilt, muss sich nicht festlegen. Wer sich nicht festlegt, kann nicht falsch liegen. Wer nicht falsch liegen kann, bleibt unangreifbar. Das ist zwar sicher, aber auch komplett leblos. Ja ein Urteil kann auch aus dem Ego kommen. Aber dein Schweigen auch. Der Unterschied? Das eine riskiert Beziehung. Das andere verhindert sie.</p><p>Wenn du mir sagst du gehst heute Abend zum Sport, du dann aber mit nem Bier und Chips auf der Couch sitzt und Netflix schaust, dann kann ich nicht einfach mein Maul halten. Schlie&#223;lich waren es <strong>deine</strong> Worte, dass du zum Sport gehen willst. Und f&#252;r die halte ich dich verantwortlich. Ich nehme sogar in Kauf, dass du von mir genervt bist. Wenn du dann mit Ausreden kommst dann v<strong>erurteile ich dich.</strong> Und zwar mit <strong>gutem Gewissen.</strong></p><h3>Das Gewissen</h3><p>Und vielleicht verstehst du jetzt langsam, warum ich mit gutem Gewissen urteile. Nicht weil ich denke, dass ich perfekt bin. Nicht weil ich glaube, immer recht zu haben. Und ganz sicher nicht, weil ich mich &#252;ber dich stellen will. Sondern weil ich ein <strong>schlechtes Gewissen</strong> bekomme, wenn ich etwas Wahres in mir zur&#252;ckhalte.</p><p>Das Gewissen meldet sich n&#228;mlich nicht nur dann, wenn du etwas Falsches getan hast. Es meldet es sich auch, wenn du nicht zu dir gestanden hast. Wenn du geschwiegen hast, obwohl etwas in dir sprechen wollte. Wenn du genickt hast, obwohl du eigentlich &#8222;Nein&#8220; meintest. Wenn du zugesehen hast, wie sich jemand selbst bel&#252;gt, und du lieber nett bleiben wolltest, statt ehrlich zu werden.</p><p>Vielleicht ist genau das der Grund, warum so viele Beziehungen so leer werden. Weil jeder permanent gegen seine eigene Wahrheit handeln und das &#8222;Harmonie&#8220; nennt. Was bringt dir bitte Harmonie wenn in dir St&#252;rme w&#252;ten? H&#246;r auf das Urteil zu f&#252;rchten. </p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!faNr!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F875502af-0e10-417f-9897-371e5eca4156_770x1000.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!faNr!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F875502af-0e10-417f-9897-371e5eca4156_770x1000.png 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!faNr!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, 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Manchmal, weil du zu weit gegangen bist. Manchmal aber auch, weil du nicht weit genug gegangen bist. Du sagst etwas und merkst danach, dass es nur Anpassung war. Nur Angst. Nur der Versuch, keinen Konflikt auszul&#246;sen. Und genauso meldet sich das Gewissen auch, wenn du zu hart warst. Wenn du jemanden verletzt hast, nur um dich selbst gr&#246;&#223;er zu f&#252;hlen. Wenn dein Urteil nicht aus Verbindung kam, sondern aus deinem eigenen Mangel. Das Gewissen ist deshalb nicht gegen dich. Es spricht zu jedem individuell und pendelt dich ein. Es ist dein Weg nach vorne.</p><p>Wie ein innerer Kompass, der st&#228;ndig versucht, dich zur&#252;ck in deine Mitte zu bringen. Mal musst du lernen, klarer zu sprechen. Mal musst du lernen, weicher zu werden. Mal sagst du zu wenig. Mal zu viel. Nur wer die Extrema kennen lernt kann auch erst seine Mitte finden. Authentizit&#228;t entsteht nicht dadurch, dass du immer alles &#8222;richtig&#8220; machst. Ich bin lieber unangenehm ehrlich verbunden als h&#246;flich getrennt.</p><p>Ich bin hier, um dich zu sehen und dir zuzuh&#246;ren. Und wenn ich sehe, dass du dich selbst zur&#252;ckh&#228;ltst, l&#252;gst, ausweichst, dich klein machst&#8230; dann sage ich etwas. Weil Beziehung sonst zur Illusion wird. Weil Wachstum sonst nur ein sch&#246;nes Wort bleibt.</p><p><strong>Ich urteile. Und das mit gutem Gewissen. </strong>Wie sollen wir sonst diese Welt aufr&#228;umen?<br>Irgendwann m&#252;ssen wir mal entscheiden, was in den M&#252;ll geh&#246;rt &#8230;</p><p>Und diese Entscheidung mag hart klingen, aber immerhin mach ich es nicht heimlich. Nicht hinter deinem R&#252;cken und cancel dich. Nicht verpackt in nette Worte, die sich wie Verst&#228;ndnis anf&#252;hlen, sondern eben so, wie es aus mir herausbricht, ohne mir einen Kopf zu machen, wie das wom&#246;glich ankommen k&#246;nnte. Direkt und vielleicht manchmal zu ehrlich. Gibt es das &#252;berhaupt? &#8220;<strong>Zu</strong> ehrlich&#8221;? &#8230;</p><p>Danke f&#252;rs Lesen. <strong>Ich freu mich auf dein Urteil. </strong>Love you und bis bald.</p><p>Daynie &#127940;&#127995;&#8205;&#9794;&#65039;&#127754;</p><div class="pullquote"><p>&#8220;If I feel rage and I'm supposed to just ignore it <br>just to get to Heaven then I guess that I'm too holy for it.&#8221; <br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9iIFtkSHKAs">-</a><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9iIFtkSHKAs">Ryan Caraveo</a></strong></p></div><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Danke an <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Emma Bloom&quot;,&quot;id&quot;:402615456,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9224095d-fc3d-42ca-97aa-0da76fd4f7f6_1176x1176.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;3eb4e8c1-978a-46b9-9f65-3ad4004e5054&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> und <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Margot Dimi, das Wortweib&#128395;&#65039;&quot;,&quot;id&quot;:301521121,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/93850151-e72e-4450-8c93-fad2c28e5543_800x800.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;6b9441a4-69aa-45e4-823e-56f5ba28573d&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> f&#252;r die Impulse!</p><p></p><p>Zum weiterlesen:</p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;a280c40c-f90b-4676-9472-f45685b2c130&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Im Namen der Sprache.&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Du bist angeklagt!&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:232669612,&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Crazy Dose Daily - Kein Safe Space, sondern ein Brave Space. 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Doch je mehr ich mich mit dem kleinen aber feinen Wort &#8220;Respekt&#8221; besch&#228;ftige, um so mehr f&#228;llt mir auf, wie unterschiedlich wir es verstehen. Denn das, was f&#252;r den einen resp&#8230;&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;lg&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Mein Respekt ist respektlos&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:232669612,&quot;name&quot;:&quot;DayNie&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Crazy Dose Daily - Kein Safe Space, sondern ein Brave Space. Weniger Antworten und mehr echte Gespr&#228;che mit Verantwortung. Ich fordere dich heraus mir zu widersprochen! 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Und wenn du es w&#252;sstest, w&#252;rdest du es dir nehmen? Sagen wir es w&#228;re kostenlos. </p><p>Nat&#252;rlich w&#252;rdest du. Jeder w&#252;rde. Und genau deshalb ist es ja so verr&#252;ckt, dass die meisten Menschen jeden verdammten Tag einfach an tausenden M&#246;glichkeiten vorbeilaufen genau das zu bekommen. Als w&#228;re es ihnen nicht wichtig. </p><p>Wovon rede ich denn jetzt? </p><p>Liebe?<br>Freiheit?<br>Geld?<br>Bedeutung?</p><p>Nein. Etwas das all das vereint.</p><p><strong>Begegnungen. </strong></p><p>Und ich rede nicht von diesem oberfl&#228;chliche Austausch:<br>&#8222;Hey wie geht&#8217;s?&#8220;<br>&#8222;Gut und dir?&#8220;</p><p>Ich meine echte Begegnungen. Diese seltenen Momente, wo pl&#246;tzlich irgendetwas aufbricht. Wo ein Gespr&#228;ch nicht mehr nur Gespr&#228;ch ist. Sondern irgendwie&#8230;<br>Leben.</p><p>Die meisten Menschen haben komplett vergessen, wie sich sowas anf&#252;hlt. Die laufen  durch die Welt wie emotional sedierte Zombies.</p><p>Kopf nach unten<br>AirPods drin.<br>Mit Blick aufs Handy.</p><p>Blo&#223; niemanden anschauen. Blo&#223; kein awkward Moment. Blo&#223; keine spontane Situation. Es ist wirklich verr&#252;ckt geworden. Menschen haben heute mehr Angst davor, mit Fremden zu reden, als davor, ein komplett bedeutungsloses Leben zu f&#252;hren. Und dann wundern sie sich, warum sich alles leer anf&#252;hlt.</p><p>Nat&#252;rlich f&#252;hlt sich alles leer an. Du konsumierst das Leben ja nur noch. Du begegnest dem Leben nicht mehr wirklich. Wenn du von der Arbeit kommst bist du im Kopf schon bei deiner Couch und deiner Netflix Show. Kein Auge f&#252;r das, was auf dem Heimweg um dich herum passiert. Und genau deshalb entgleitet dir jede Chance in der dir etwas au&#223;ergew&#246;hnliches passieren k&#246;nnte. </p><p>Fr&#252;her sind Menschen rausgegangen und haben Abenteuer erlebt. Fremde haben sich kennengelernt und daraus entstanden Freundschaften, Liebesgeschichten oder vielleicht sogar Kinder. Heute ist das Highlight der Woche, dass eine weitere Folge von &#8220;Das Leben zieht an mir vorbei&#8221; rausgekommen ist. Wenn wir nicht immer nur andere Geschichten schauen w&#252;rden, w&#252;rden wir vielleicht mal anfangen unsere eigene zu leben. So schwer ist das garnicht. Das Leben versucht die ganze Zeit, mit dir zu sprechen.</p><p>Durch &#8220;Zuf&#228;lle&#8221;.<br>Durch Begegnungen.<br>Durch Menschen.</p><p>Jeden Tag aufs neue schenkt dir das Universum so ein Geschenk. Aber du willst es nicht annehmen, weil du zu gro&#223;e Angst hast es auszupacken. Schlie&#223;lich wei&#223;t du nicht was drin ist. K&#246;nnte ja eine Zeitbombe sein. Und deswegen packst du es erst gar nicht aus. </p><p>Menschen sind solche wandelnden Geschenke.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!ucgl!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F3713fc6f-321b-4da1-89ef-c1a320303a0f_1376x768.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!ucgl!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F3713fc6f-321b-4da1-89ef-c1a320303a0f_1376x768.jpeg 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!ucgl!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, 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W&#228;hrend dein eigenes langsam an dir vorbeizieht. Mach die Augen auf. Jeder Mensch tr&#228;gt ein eigenes Universum in sich, das du entdecken kannst. </p><p>Wirklich. Jeder Fremde, an dem du vorbeil&#228;ufst hat:</p><ul><li><p>eine Geschichte die dich zum lachen oder weinen bringt</p></li><li><p>Gedanken, die du nie vergessen w&#252;rdest</p></li><li><p>Schmerz in sich, den man ihm nicht ansieht</p></li><li><p>Tr&#228;ume die dich inspirieren</p></li><li><p>Vielleicht genau den Satz, den du gerade h&#246;ren musst.</p></li></ul><p>Aber die meisten Menschen behandeln andere mittlerweile wie Hintergrundger&#228;usche. Wie NPCs. Vielleicht sind sie es auch. Zumindest solange du sie so bezeichnest. Und deswegen passiert auch nichts. </p><p>Keine Magie.<br>Keine Intensit&#228;t.<br>Keine echten Momente.</p><p>Alles f&#252;hlt sich gleich an.</p><p>Die Frage ist eher in welchen Namen du sie ansprichst. Vielleicht sind sie ja genau die Menschen die dir den Hinweis auf deine n&#228;chste Quest geben. Menschen werden interessant wenn du interessiert bist.</p><p>Wenn ich da raus schaue, dann sind die Menschen ehrlich gesagt nicht nur depressiv. Sie sind einfach nicht mehr expressiv. Sie verhungern geistig, weil ihnen Inspiration fehlt. Echte <strong>Begegnungen.</strong> Weil alles nur noch digital passiert. Weil niemand mehr irgendwo wirklich ankommt. Nicht mal bei sich selbst.</p><p>Und das Traurigste ist eben, dass die Meisten das nicht einmal mehr merken. Wie denn auch. Alle um einen herum geht es genauso. Sie halten ihre emotionale Distanz f&#252;r Pers&#246;nlichkeit. &#8222;Ich brauch das nicht&#8221;</p><p>Bullshit. Damit l&#252;gst du dir aber gewaltig in die eigene Tasche. Du hast einfach vergessen, wie sich echte N&#228;he anf&#252;hlt. Wie es sich anf&#252;hlt, wenn pl&#246;tzlich ein Gespr&#228;ch entsteht, das sich echter anf&#252;hlt als dein kompletter letzter Monat.</p><p>Diese Woche hatte ich so eine Begegnung, die mich daran erinnert hat, wie absurd lebendig das Leben eigentlich sein kann, wenn man offen daf&#252;r bleibt. Eine Begegnung mit <strong>Anton von den Steinen.</strong> Ein Name mit dem er vom Leben gerufen wurde.</p><p>Und wie das Schicksal so wollte hat es uns zusammengef&#252;hrt. An diesem Tag hab ich n&#228;mlich einen ganz anderen Heimweg nach der Arbeit genommen als sonst. Normalerweise fahr ich Ubahn aber an diesem Tag hab ich den Bus &#252;ber Haar genommen. Ich steige dort also um, geh in diesen Bus rein und da sitzt einfach ein Typ mit einer riesengro&#223;en Pflanze vor seinen F&#252;&#223;en. </p><p>Allein dieses Bild war schon wie aus irgendeinem Film. Komplett normaler Linienbus. M&#252;de Menschen von der Arbeit. Alle schauen leer vor sich hin. Und mitten drin sitzt einfach dieser Typ mit einer dieser Pflanze, die wir sp&#228;ter &#252;briges &#8220;Maria&#8221; tauften. </p><p>Er schaute mich an und fragte: &#8222;Ist das der richtige Bus nach Hohenbrunn?&#8220;<br>Und Bruder ehrlich&#8230; ich hatte absolut keinen Plan. Wie gesagt normalerweise fahr ich nicht so. Ich selbst musste nach Putzbrunn. Mein Kopf dachte sich nur &#8220;Putzbrunn &#8230; Hohenbrunn&#8230; Wird schon passen!&#8221; Also sag ich einfach:<br>&#8222;Ja &#8220;</p><p>Spoiler: Hat nat&#252;rlich nicht ganz gepasst. Die Richtung hat zwar gestimmt aber es war nicht der richtige Bus. Ist auch egal gewesen, weil sonst h&#228;tten wir nicht connected.  Und diese Begegnung hat mir den Tag vers&#252;&#223;t.</p><p><strong>Anton von den Steinen</strong> war ein wandelndes R&#228;tsel. Ich hab direkt gemerkt, dass dieser Mensch wirklich viel erlebt hat. Schmerz und Tiefe. Vom Leben gezeichnet spricht er &#252;ber Psychosen, Verrat, Trennung und vieles mehr. Dieses Gespr&#228;ch wurde so schnell seltsam. Aber auf die gute Art. Nicht unangenehm seltsam. Eher faszinierend seltsam. Wir springen von Thema zu Thema. Wie wir vom kleinen Jungen zum Mann wurden, von Sprache zu Schicksal, von Schicksal zu Visionen von Visionen zu Kunst. </p><p>Und w&#228;hrenddessen sitzen &#252;berall im Bus diese Menschen und schauen uns komplett komisch an. Als w&#252;rden wir irgendeinen Fiebertraum f&#252;hren. Manchmal f&#252;hlt sich die Wahrheit eines anderen Menschen einfach an wie ein Traum, den man nicht komplett erkl&#228;ren kann.</p><p>Die meisten Menschen h&#228;tten wahrscheinlich nach zwei Minuten dichtgemacht. H&#228;tten sich innerlich gedacht: &#8222;Die sind verr&#252;ckt.&#8220; Ich dagegen werde nur noch neugieriger und sag &#8220;erz&#228;hl mir mehr&#8221;!</p><p>Viele Menschen haben einfach Angst vor Gespr&#228;chen, die keinen festen Boden haben. Sie brauchen immer sofort Ordnung. Sofort Einordnung. Sofort Sicherheit. Aber manche Gespr&#228;che funktionieren genau deshalb, WEIL man keinen Halt hat. Weil man sich einfach treiben l&#228;sst. Als w&#252;rde das Gespr&#228;ch sich selbst f&#252;hren. Und genau das ist ja das Spannende daran. Wir verlieren uns komplett im Gespr&#228;ch und wir wei&#223; gar nicht mehr genau, wor&#252;ber wir eigentlich redet. Weil wir &#252;ber alles und nichts gleichzeitig sprechen. Und irgendwie passt trotzdem alles zusammen.</p><p>Kennst du das?</p><p>Wenn etwas komplett absurd klingt&#8230; aber sich trotzdem irgendwie wahr anf&#252;hlt Genau so war dieses Gespr&#228;ch. Als w&#252;rde man kurz in die Gedankenwelt eines Menschen eintauchen, der komplett anders auf die Wirklichkeit schaut. Und genau deshalb war es so interessant. Weil heutzutage alles so langweilig geworden ist.</p><p>Alle reden gleich.<br>Alle denken gleich.<br>Alle benutzen dieselben W&#246;rter.<br>Dieselben Meinungen.<br>Dieselben Schablonen.</p><p>Dieses Gespr&#228;ch war wahrscheinlich eines der lebendigsten Gespr&#228;che, die ich seit langer Zeit mit einem fremden Menschen, den ich auf der Stra&#223;e getroffen habe. Und pl&#246;tzlich wurde mir klar, wie selten sowas geworden ist. Als w&#228;re Lebendigkeit mittlerweile etwas Seltsames geworden. Und vielleicht ist sie das sogar.</p><p>Weil heute jeder performt. Jeder spielt irgendeine Rolle. Cool wirken. Besch&#228;ftigt wirken. Aber kaum jemand ist einfach&#8230; Pr&#228;sent. Mit all seiner Verr&#252;cktheit.  </p><p>Irgendwann erz&#228;hlt er mir dann, dass er Gedichte schreibt. Er fragte mich ob ich auch schreibe. Naklar! Also holte ich mein Notizbuch raus, schlage eine zuf&#228;llige Seite auf und lese vor:</p><div class="pullquote"><p>Wie die V&#246;gel singend zwitschern <br>am Morgen meine Seele f&#252;ttern<br>h&#246;r ich die Welt im Sonnenschein<br>in diesem Selbst bin ich daheim.</p></div><p>Dann wollte er auch etwas hineinschreiben kann. Nat&#252;rlich hatte ich keinen Stift dabei. Er daf&#252;r schon. Zwei planlose Idioten. Der eine mit Notizbuch ohne Stift. Der andere mit Stift ohne Notizbuch. Als h&#228;tte das Universum kurz selbst Regie gef&#252;hrt. Was er schrieb war wieder ein R&#228;tsel f&#252;r sich:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!2RDL!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Faca25cf8-f1bb-4be0-b309-213b2660622f.heic" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="/__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!2RDL!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_424, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, /__u/wortlosvoll.substack.com/f_webp, /__u/wortlosvoll.substack.com/q_auto:good, /__u/wortlosvoll.substack.com/fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Faca25cf8-f1bb-4be0-b309-213b2660622f.heic 424w, /__u/substackcdn.com/image/fetch/$s_!2RDL!, /__u/wortlosvoll.substack.com/w_848, /__u/wortlosvoll.substack.com/c_limit, 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Maria die Pflanze nat&#252;rlich mit dabei. Diese ganze Szene f&#252;hlte sich in meiner Erinnerung so surreal an, dass ich glatt vergessen k&#246;nnte, dass das eigentlich nur ein random Montagnachmittag nach der Arbeit war. Einfach nur ein anderer Heimweg.</p><p>Die au&#223;ergew&#246;hnlichsten Momente deines Lebens k&#252;ndigen sich nicht gro&#223; an. Sie verstecken sich in irgendwelchen zuf&#228;lligen Tagen, die eigentlich komplett unspektakul&#228;r begonnen haben. Zwischen Feierabendverkehr. Irgendwelchen Busfahrten und neuen Entscheidungen, die du nicht unbedingt bewusst getroffen hast.</p><p>Vielleicht passiert die eigentliche Magie genau dann, wenn man mal aufh&#246;rt, alles kontrollieren zu wollen. Als sein Bus dann kam, umarmten wir uns und gingen unsere Wege. Und zur&#252;ck blieb in mir dieses warme Kribbeln im Bauch. Ein euphorische Gef&#252;hl, das die sagen m&#246;chte &#8220;Heute war ein besonderer Tag.&#8221;</p><p>Als h&#228;tte das Leben dir f&#252;r einen kurzen Moment gezeigt: &#8222;Schau mal&#8230; sowas ist auch m&#246;glich.&#8220; Und seitdem denke ich dar&#252;ber nach, wie viele solcher Begegnungen Menschen wahrscheinlich verpassen und ihre Geschenke ziehen lassen.</p><p>Die meisten Menschen haben solche Angst davor, sich wirklich zu zeigen, dass sie lieber komplett verschlossen durchs Leben laufen. Weil die meisten Menschen komplett aufgeh&#246;rt haben, offen ins Unbekannte zu gehen. Dabei entstehen genau dort die Geschichten, die man nicht mehr so schnell vergisst. Manchmal bist du nur ein Gespr&#228;ch davon entfernt, um dich daran zu erinnern, dass du lebendig bist.</p><p>Hab einen wundersch&#246;nen Tag. Love you</p><p>Daynie</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Tanz der Schreibschrift]]></title><description><![CDATA[Ein federleichter Morgen]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/der-tanz-der-schreibschrift</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/der-tanz-der-schreibschrift</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Tue, 05 May 2026 11:18:20 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a32b130b-fda0-4bf5-a376-905d0046e622_1693x929.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein federleichter Text eines entspannten Montagmorgen zum Thema<strong> Leichtigkeit.</strong></em></p><div><hr></div><p>Es ist 6 Uhr morgens. Die ganze Welt liegt noch in den Decken und ich h&#246;re die Natur langsam aus ihrem Schlaf erwachen. Das erste Vogelzwitschern und in der Ferne f&#228;rbt sich der Himmel von einem Schwarz in ein dunkles Blau. Die Sauna l&#228;uft warm w&#228;hrend ich diese Zeilen schreibe und ich h&#246;re auch schon die Kaffeemaschine pfeifen und den Kaffee durch den Filter rinnen. Dann lach ich zu mir selbst. Ich bin der Typ, der morgens schon mit einem fetten Grinsen durch die Welt l&#228;uft auch wenn alle um mich herum sagen &#8220;geh mal weg mit deiner guten Laune&#8221;&#8230; Chantal heul leise! Sorry wenn ich dich daran erinnere das du es nicht bist &#128541;.</p><p>Nach dem Saunagang begr&#252;&#223;t mich auch schon die Sonne die &#252;ber die D&#228;cher lukt und durch mein Fenster an meinen Schreibtisch scheint. Ich blicke hinaus und der bl&#252;hende Kirschbaum im Garten lacht mich im Morgenlicht an. Der Fr&#252;hling kommt. Das melodische Vogelzwitschern, das Schnurren von Appliepie und das Kratzen meiner Feder sind die einzigen Ger&#228;usche die in der Stille h&#228;ngen. Keine Autos, keine Kinder, die auf auf dem Weg in die Schule sind. Fr&#252;h aufstehen hat wirklich was. Der Morgen geh&#246;rt Mir und meinem Tanz auf Papier. </p><p>Vielleicht fragst du dich wie man in Schreibschrift singen kann und tanzen kann. Ich verrate es dir. Es ist die <strong>Tonart.</strong> Die Kunst der Sprache, die in jedem von uns steckt. Die Kunst sich mit dem Wind zu bewegen und keiner Choreografie zu folgen, sondern einfach auf den Takt seiner Stimme zu h&#246;ren. Und schon wirbelt mein Stift mit Leichtigkeit seine Pirouetten &#252;ber die leeren Seiten. So unbeschwert und federleicht. So rede ich ohne Kopf, er schweigt. Denn <strong>der Ton </strong>der Poesie ist mehr als nur Worte. Mehr als nur Schall und Rauch. Er tr&#228;gt mich fort an neue Orte, wo ich in der Zukunft schwelge. Er gibt mir den Beat den ich brauch. </p><p>Worte, die in meiner Stimme bl&#252;hen, wie Nelken oder Rosen duften, singen, wie die Elfen f&#252;hlen, in Tr&#228;umen, diese Seiten zupfen. In mir erklingt die pure Freude. So schmeckt nun mal das was ich tr&#228;ume. Ich kann jeden meiner S&#228;tze f&#252;hlen. Mit meiner ganzen Wahrnehmung besinnen und im Handstand Lieder singen. </p><p>Manchmal f&#252;hlt sich der Tanz noch starr an. Als h&#228;tte ich ein Stock im Arsch. Das w&#228;re dann wohl das &#8220;Verkopft&#8221;. Die Leichtigkeit entgleitet mir und ich alte mich zu sehr an feste Formen. Halt mich fest an diesen &#8220;Normen&#8221; der gedachten Poesie anstatt mich frei zu entfalten wie die Fantasie. <strong>Gedichte m&#252;ssen sich nicht unbedingt Reimen</strong> und doch versuch ich manchmal genau das. Das Herz kennt diese Grenze nicht. Alles strahlt im selben Licht. Vergiss das nicht!</p><p>Dieser Text war mal etwas anderes im Gegensatz zu den ganzen ersten Themen die mich in letzter Zeit nicht ruhen lassen. In diesem Sinne danke f&#252;r den Impuls von <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Margot Dimi, das Wortweib&#128395;&#65039;&quot;,&quot;id&quot;:301521121,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/93850151-e72e-4450-8c93-fad2c28e5543_800x800.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;e31f388f-513e-44ea-a7e7-1e061b4018d3&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span>  und der 15. Blog-Challenge. </p><div class="embedded-post-wrap" data-attrs="{&quot;id&quot;:194392050,&quot;url&quot;:&quot;https://schreibdichfrei.substack.com/p/leichtigkeit-oft-gesucht-selten-erreicht&quot;,&quot;publication_id&quot;:3546928,&quot;embedding_publication_id&quot;:null,&quot;publication_name&quot;:&quot;Schreib' dich frei! &#8211; Es ist federleicht&#128395;&#65039;&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!k0hs!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F95eb94d0-4f6d-48b0-8a0c-24904f4a580e_1024x1024.png&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Leichtigkeit - oft gesucht, selten erreicht?&quot;,&quot;truncated_body_text&quot;:null,&quot;date&quot;:&quot;2026-04-16T10:44:18.310Z&quot;,&quot;like_count&quot;:5,&quot;comment_count&quot;:2,&quot;bylines&quot;:[{&quot;id&quot;:301521121,&quot;name&quot;:&quot;Margot Dimi, das Wortweib&#128395;&#65039;&quot;,&quot;handle&quot;:&quot;wortweib&quot;,&quot;previous_name&quot;:&quot;Margot Dimi - Profiling&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/93850151-e72e-4450-8c93-fad2c28e5543_800x800.jpeg&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Die mit der F&#252;llfeder &#128395;&#65039; | Begleiterin nach Lebenskrisen: Mach die F&#252;llfeder zu deiner besten Freundin f&#252;r Halt, Klarheit &amp; dein neu geschriebenes Leben.&quot;,&quot;profile_set_up_at&quot;:&quot;2024-12-18T17:09:05.694Z&quot;,&quot;reader_installed_at&quot;:&quot;2024-12-18T17:30:51.223Z&quot;,&quot;publicationUsers&quot;:[{&quot;id&quot;:3616162,&quot;user_id&quot;:301521121,&quot;publication_id&quot;:3546928,&quot;role&quot;:&quot;admin&quot;,&quot;public&quot;:true,&quot;is_primary&quot;:true,&quot;publication&quot;:{&quot;id&quot;:3546928,&quot;name&quot;:&quot;Schreib' dich frei! &#8211; Es ist federleicht&#128395;&#65039;&quot;,&quot;subdomain&quot;:&quot;schreibdichfrei&quot;,&quot;custom_domain&quot;:null,&quot;custom_domain_optional&quot;:false,&quot;hero_text&quot;:&quot;Als Schreibmentorin verbinde ich pers&#246;nliche Entwicklung mit der alten Kunst des Handschreibens. \nNicht als Technik. 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Bis bald.</p><p>Daynie</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://wortlosvoll.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="/__u/wortlosvoll.substack.com/subscribe"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zeiträume erschaffen statt im Denken feststecken]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (18 Min.) | Zusammenfassende Gedanken]]></description><link>https://wortlosvoll.substack.com/p/zeitraume-erschaffen-statt-im-denken</link><guid isPermaLink="false">https://wortlosvoll.substack.com/p/zeitraume-erschaffen-statt-im-denken</guid><dc:creator><![CDATA[DayNie]]></dc:creator><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 11:52:01 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/195984135/1783326661493e704aa17845315aad3c.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<h2>Zusammenfassende Gedanken</h2><ul><li><p><strong>R&#228;ume pr&#228;gen unser Denken:</strong><br>Der Kontext, in dem wir uns befinden (innerlich &amp; &#228;u&#223;erlich), beeinflusst unsere Gedanken mehr, als wir denken.</p></li><li><p><strong>Sprechen schafft neue Realit&#228;t:</strong><br>Wenn du etwas aussprichst und danach handelst, erschaffst du einen neuen Zeitraum, in dem neue Erfahrungen m&#246;glich werden.</p></li><li><p><strong>Nicht nur denken &#8211; verk&#246;rpern:</strong><br>Ideen bleiben wirkungslos, solange sie nur im Kopf existieren. Erst durch Umsetzung werden sie &#8222;lebendig&#8220;.</p></li><li><p><strong>Zeit ist kein linearer Ablauf:</strong><br>Zeit besteht aus verschiedenen Dimensionen (Vergangenheit, Innenwelt, Au&#223;enwelt, Zukunft), die sich st&#228;ndig gegenseitig beeinflussen.</p></li><li><p><strong>Sprache verbindet uns:</strong><br>In einer zunehmend isolierten Welt ist echte Sprache ein zentrales Mittel, um Verbindung und neue Wirklichkeit zu schaffen.</p></li></ul><div class="pullquote"><p><strong>Ver&#228;nderung passiert nicht im Kopf &#8211;<br>sondern in den R&#228;umen, die du erschaffst und betrittst.</strong></p></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>